op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 67

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

Die bisherigen Folgen:
Takt 1 Takt 2 Takt 3 Takt 4 Takt 5 Takt 6 Takt 7 Takt 8 Takt 9 Takt 10 Takt 11 Takt 12 Takt 13 Takt 14 Takt 15 Takt 16 Takt 17 Takt 18 Takt 19 Takt 20 Takt 21 Takt 22 Takt 23 Takt 24 Takt 25 Takt 26 Takt 27 Takt 28 Takt 29 Takt 30 Takt 31 Takt 32 Takt 33 Takt 34 Takt 35 Takt 36 Takt 37 Takt 38 Takt 39 Takt 40 Takt 41 Takt 42 Takt 43 Takt 44 Takt 45 Takt 46 Takt 47 Takt 48 Takt 49 Takt 50 Takt 51 Takt 52 Takt 53 Takt 54 Takt 55 Takt 56 Takt 57 Takt 58 Takt 59 Takt 60 Takt 61 Takt 62 Takt 63 Takt 64 Takt 65 Takt 66

beethoven-op-111-seite-01Beethoven-op.-111-Seite-02Beethoven-op.-111-Seite-03beethoven-op-111-1-satz-takt-67

Baddel-daddel, baddel-daddel, baddel-daddel, baddel-daddel.

Schon in Takt 57 hatten wir es mit so einer reinen 16tel-Passage zu tun. Damals fehlten allerdings die Sforzati-Betonungen auf jeder ersten 16tel-Vierergruppe.

Man könnte mich ja für bescheuert halten, dass ich jeden Takt dieser Sonate einzeln analysiere. Und ich verspreche, dass ich das zu Ende führen werde. Nur mein Tod oder der Rausschmiss seitens der Redaktion könnten dazwischen kommen. (Beides ist übrigens gleich wahrscheinlich! Auch in Kombination beider Möglichkeiten…).

Was ich sagen will? Ich glaube fest daran, dass bei einer so – wie gesagt: bescheuerten – Takt-für-Takt-Analyse Dinge ersichtlich werden, die sonst unendeckt blieben. Beispielsweise diese Verwandtschaft von Takt 57 und 67. Klar, beides sind irgendwie nur „Übergangstakte“, „Passage“, „Gruppe“, „Modul für irgendwas“, aber schaut man sich die chromatische Verengung der vierten Zählzeit von Takt 57 an – und vergegenwärtigt sich gleichzeitig, dass Takt 67 auf den Zählzeiten zwei, drei und vier ausschließlich chromatische Verengungen aufweist, so wird doch eine kleine, immanente Strukturverwandschaft dieser beiden Takte deutlich. Ich weiß nicht, aber ich mag so kleine Verwandschaften, Großcousins dritten Grades der Musikanalyse (obwohl hier die Verwandschaft viel enger ist, geschwisterlich gar!)…

Arno

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet Arno Lücker als Musiktheater- und Konzert-Dramaturg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.