Kommentare für Bad Blog Of Musick https://blogs.nmz.de/badblog Das bedeutendste Blog zur zeitgenössischen Musikkultur Sun, 24 Jun 2018 08:50:27 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.6 Kommentar zu Rat-, hilf- und trostloser Musikindustrie-Beirat – ECHO Pop von Eberhard Klotz https://blogs.nmz.de/badblog/2018/04/09/rat-hilf-und-trostloser-musikindustrie-beirat-echo-pop/?pk_campaign=feed&pk_kwd=rat-hilf-und-trostloser-musikindustrie-beirat-echo-pop/#comment-27434 Sun, 24 Jun 2018 08:50:27 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17234#comment-27434 Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat nun entschieden, dass Zeilen wie der Imperativ „Mache mal wieder nen Holocaust“ nicht zu Gewalt auffordern und nicht den Strafbestand der Volksverhetzung erfüllen.
Ebenso stellen Aussagen wie „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache Asche wie ein KZ – Ofen“ keine Beleidigung, Demütigung oder Schmähung Verstorbener oder von Opfern der Schoa dar. Unbedenklich ist auch „Ich würde lügen, Kind, wenn ich sagen würde, ich hätte noch nie ne minderjährige Bitch missbraucht“ oder „Ey, ich komm in dein Wohlstandsviertel mit dem Wagen voll Rauschgift/ Und wenn die Ladung verkauft ist, gleicht die Gegend Lagern von Auschwitz“. Laut dem Leiter der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Herrn Ralf Herrenbrück, wiegt die Kunstfreiheit hier mehr. Aussagen wie die oben zitierten, können nun in Deutschland – unter dem Segen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf – unbedenklich millionenfach verbal, über Printmedien oder Tonträger verbreitet werden. Sofern nur das Etikett „Kunst“ darauf geheftet wird, sind strafrechtliche Konsequenzen nicht zu befürchten.

Dass es hierbei auch „Etikettenschwindel“ geben könnte und hinter der Etikette „Kunst“ das „Produkt“ Ideologie, Hass, Antisemitismus, Rassismus, Frauenverachtung verpackt sein könnte, scheint für die Herren Staatsanwälte allerdings eine zu komplexe Überlegung zu sein.
Und gerade so war es vor 1933: Die hyper – liberalen Freiheitsrechte der Weimarer Republik wurden gezielt missbraucht, um eine verbrecherische Ideologie zu etablieren. Ein Höcke müsste in einem solch geistigen Klima seine Rede vom „Mahnmal der Schande“ nur als Performance – Kunst oder als Ironie deklarieren, und er könnte in Deutschland frei agieren. Selbst die Hetzreden eines Goebbels könnten so von heutigen Richtern und Staatsanwälten als Kunst, als eine Art Sprechgesang, legitimiert werden. Etwa in dieser Form: „Der bewusst rohe, kriminelle, antisemitische, rassistisch – hetzende Ton sei nun mal für das nationalsozialistische Genre und Milieu üblich, gleichsam eine für diese Kunstform typische Ausdrucksweise, ein rein künstlerisches Stilmittel des Nazi – Raps.

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von k. https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27433 Sun, 17 Jun 2018 07:54:39 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27433 Liebe Frau Zuber,

Der Datenschutz ist zweifelslos sehr wichtig. In diesem Kontext zieht Ihre Argumentation allerdings nicht, denn

1. datenschutzrechtliche Überlegungen muss die Hochschule VOR einer Umfrage anstellen. Erstens geht es um die Gestaltung der Umfrage selbst – z.B. um die Frage, ob diese Umfrage hinterher veröffentlicht werden soll oder nicht, ob diese anonym oder vertraulich durchgeführt werden -, und zweitens um die Entscheidungsgrundlage für Interessierte – d.h. die potentiellen Teilnehmer müssen informiert und selbstbestimmt entscheiden können, ob sie an der Umfrage teilnehmen wollen oder nicht.

2. Wenn die Hochschule das Umfrageergebnis aus Datenschutzgründen nicht bekanntgeben will, könnte sie diese Bedenken auch nachvollziehbar begründen und kommunizieren.

Dies ist jetzt kein Kesseltreiben gegen die Münchner Hochschule, denn das Thema ist nicht nur in München relevant. Man könnte sogar sagen, dass München zumindest fortschrittlicher ist als andere Orte, wo Vorfälle bisher so erfolgreich vertuscht wurden, wo bisher so erfolgreich weggeschaut wurde, dass Nicht-Eingeweihte sie gar nicht mitbekommen haben.

Aber – und das ist der springende Punkt – diesen Fortschritt hat die Hochschulleitung offensichtlich nicht von alleine eingeleitet, sondern ist dieser Fortschritt trotz des anfänglichen Widerstands seitens der Hochschulleitung erzielt worden, weil es Stimmen gab, die nicht locker gelassen haben und sich nicht einschüchtern ließen. Diese Abwehrhaltung wird kritisiert.

Es geht um die Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit in der Aufarbeitung der Vergangenheit, in der Wahrnehmung des aktuellen Ist-Zustandes und in der Konzeptentwicklung für die Zukunft.

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von Alexander Strauch https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27432 Sat, 16 Jun 2018 22:37:38 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27432 Liebe Frau Zuber,

eine Verbesserung der Compliance-Kultur stellt hier keine/r in Abrede. Das kann eine Konsequenz aus der Umfrage sein. Sie, die Verbesserung, ist allerdings, ohne mit einem Wort auf den Spiegelartikel einzugehen, erst im Zuge dessen Erscheinens jenes Artikels breiter geäußert worden. Wie gesagt: löblich. Aber es gab zuvor die Ankündigung der Umfrage, nicht nur in Hochschulrunden, sondern in etlichen Interviews. Damit wurde ein wichtiges Mittel zur Aufklärung seitens der Hochschulleitung vorgegeben. Die Veröffentlichung des Ergebnisses, nicht nur der Konsequenzen aus diesem, erwartete man sich z.B. in einem BR-Beitrag oder einem nmz-Artikel, um mit der Ankündigung angemessen zu korrelieren. Es gab nur die dürre Angabe im hauseigenem Auftakt 21 mit der Bemerkung, dass ca. die Ansprechpersonen im Falle des Falles bekannt wären. Nur war das eine von vielen Teilfragen. Als Alumnus, der Dank dem Versagen der HfM 20-25 Jahre nach dem Studium dazu wie viele andere ran musste, ist man damit durchaus Betroffener und auf Transparenz, eben auch durch Bekanntgabe der Umfrageergebnisse, bauend. Und das, nachdem man sonst eben nur abwiegelndes, beschwichtigendes öffentlich miterleben musste, dass es nur wenige Fälle gäbe, dann die Justiz mehr als die ans Licht bringt, die Umfrage den Verdacht nach noch mehr zur Untermauerung manchen internen Hörensagens offenlegen würde. Oder eben das Gegenteil erbrächte. Oder scheitern würde. Nur offenbarte die Hochschulleitung nichts dergleichen, trotz der vollmundigen Ankündigungen. Zu Flyer, Richtlinien. Zur Umfrage. Zu der eben auch ein Ergebnis gehört. Und das sind nicht zweitrangig die aus ihr gefolgerten Massnahmen, sondern so etwas wie die Zusammenfassung und Analyse der Ergebnisse und deren die Persönlichkeitsrechte achtende Öffentlichmachung. Die mediale Verpflichtung aus ihren eigenen Ansagen hat sie dazu. Und verdammt noch mal, auch die moralische Verpflichtung, die sie wie ein zerschlissenes Tuch in den feuchten Kellern wegsperrt, wie sie es mit den Jungstudierendenakten tat. Nur: wir Betroffenen, irgendwie in unserer Lebenszeit Betrogenen, sind keine wegsperrbaren Akten im Giftschrank sondern leben, man will fast sagen leider – zum Leidwesen der sich vor Reue und Mitgefühl dreist drückenden Hochschule – , noch.

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von Barbara Zuber https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27431 Sat, 16 Jun 2018 21:48:59 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27431 Sehr geehrter Herr Eggert,

haben Sie sich schon einmal überlegt, was für Gründe die Musikhochschule haben könnte, die Ergebnisse der Fragebogenaktion unter Verschluss zu halten?

Der wichtigste wäre:
Grundsätzlich müssen bei einer Umfrage vom Datenschutz vorgegebene Grundsätze beachtet werden. Es soll sichergestellt sein, dass die erhobenen Daten nach geltendem Recht gespeichert, gesichert und verarbeitet werden.

Und vor allem:
Auch für eine anonyme Befragung gilt der Datenschutz! Selbst wenn die erhobenen Informationen hiernach anonymisiert werden, bleiben sie personenbeziehbar und damit datenschutzrechtlich geschützt. Das wäre die Rechtsgrundlage für die Hochschulleitung – jenseits aller moralischen Empörung, die Sie äußern.

Im Übrigen scheint mir die Hochschulleitung durchaus auf einem richtigen Weg zu sein, wenn sie eine externen Experten damit beauftragt, die Compliance-Kultur an ihrer Institution zu optimieren. Und das geht nicht von heute auf morgen.

Mit freundlichen Grüßen
Barbara Zuber

Mehr will ich dazu nicht sagen

Dass

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von Moritz Eggert https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27430 Sat, 16 Jun 2018 11:46:34 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27430 @Barbara Zuber: Die Münchener Musikhochschule hat den Fragebogen natürlich auswerten lassen, sonst gäbe es keine Ergebnisse. Nur gab es keine einzige öffentliche Äußerung zu dieser Auswertung seitens der Hochschule (nachdem sie vorher groß angekündigt hatte, dass man sich dazu äußern werde) außer der Info „es seien nun genügend Studenten ausreichend über Anlaufstellen informiert“ Es wird weiterhin nach außen hin die ganze Zeit so getan , als ob diese Ergebnisse keineswegs relevant sind und als ob an der Hochschule einzig die „compliance“-Kultur verbessern werden könnte. Wer genauer nachfragt wird (wie viele Journalisten berichten) nicht etwa informiert, sondern entweder abgekanzelt oder mit Anwälten bedroht. Intern wird Fragen mit sofortigen Kündigungsdrohungen begegnet.
Warum muss gedroht werden? Warum sollen wir alle schweigen und keine Fragen stellen? Warum gibt es nach wie vor keinerlei solidarische oder empathische Äußerungen der Hochschule zu den Opfern unter ihrer eigenen Belegschaft? Oder den Opfern gegenüber, die in den Räumlichkeiten der Hochschule (im Präsidentenzimmer!) Übergriffe erlebten? Geschweige denn den Studenten gegenüber, die solche Übergriffe erduldeten und deren Hilferufe über Jahrzehnte hinweg im Keim erstickt wurden?
Jenseits von Verschwörungstheorien sieht das nach außen hin definitiv nicht wie ein offener und souveräner Umgang mit dem Thema aus. Es muss in einem demokratischen Umfeld möglich sein, dies öffentlich zu kritisieren. Nichts anderes geschieht hier.

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Kommentar zu Rat-, hilf- und trostloser Musikindustrie-Beirat – ECHO Pop von Ignacio Lopez https://blogs.nmz.de/badblog/2018/04/09/rat-hilf-und-trostloser-musikindustrie-beirat-echo-pop/?pk_campaign=feed&pk_kwd=rat-hilf-und-trostloser-musikindustrie-beirat-echo-pop/#comment-27429 Fri, 15 Jun 2018 21:45:56 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17234#comment-27429 Es ist interessant, dies 48 Stunden vor dem Moment zu lesen, in dem das Schicksal einer Nation wie Kolumbien entschieden wird. Entweder nimmt diese denselben Kurs Kubas- oder schlimmer: Venezuelas, wo etwa ein drittel der Kleinkindern aufgrund von Mangelernährung geistig schwach werden- oder den Weg zu einem liberalen Kapitalismus. Nach einem katastrophalen achtjährigen Regierung des“Friedensnobelpreisträger“ Santos ist das Land einen fruchtbaren Boden für den Populismus geworden, deswegen ist der erste Ausweg, so absurd wie er klingt, nicht auszuschliessen. Daher ist es mir nicht möglich, mich im Moment zufriedenstellend mit dieser Angelegenheit zu befassen, deswegen bitte ich als Leser um Verständnis.Bin selber Musiklehrer und unterrichte in einer Musikschule seit 28 Jahre.

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von k. https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27426 Thu, 14 Jun 2018 19:26:04 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27426 Solche Umfragen beinhalten ohnehin eher Situationen, die der Umfragenentwickler sich vorstellen kann oder die bereits in einer ähnlichen Form konkret vorkommen sind.

Es gibt z.B. auch andere Machtmissbrauchssituationen, die vom Münchner Fragebogen nicht ausreichend erfasst werden.

Eine perfide Methode ist z.B. wenn ein Professor Studierende, die einen Annäherungsversuch ablehnen, zwar nicht mit Nachteilen droht, Vorteile verspricht und auch nicht beschimpft, aber plötzlich fachlich abzuwerten anfängt oder mit ihnen nicht mehr redet. Da die Abwertung vordergründig auf der Leistungsebene passiert – und die Bewertung einer musikalischen Leistung geschieht ab einem gewissen Niveau grundsätzlich nicht nur objektiv – können sich die betroffenen Studierenden gegen diese Art von Schikanen schwer wehren. Sie können höchstens schauen, dass ihr Selbstwertgefühl nicht darunter leiden. Dasselbe gilt, wenn ein Professor bereits übergriffig oder gewalttätig geworden ist und das Opfer einschüchtern oder diskreditieren will, ohne explizit mit Nachteilen zu drohen.

Der oben genannte Psychiater Dr. Tschan beschreibt in seinem Buch „Missbrauchtes Vertrauen“ (2005, Karger) die Täterstrategie folgendermaßen:

„Grooming. (…) Was darunter in unserem Kontext zu verstehen ist, wird klarer, wenn man den Absichten von „Grooming“ nachgeht: Täter manipulieren alle Beteiligten, stellen sich und ihre Absichten ins beste Licht und zerstreuen jeglichen Verdacht gegenüber ihrem wahren Vorhaben. Die Zielgerichtetheit des Groomingprozesses respektive der einzelnen Handlungen kann hier klar erkannt werden. Der „Grooming“-Prozess führt als manipulatives Verhalten zu einer Widerstandsminderung bei potenziellen Opfern. Diese Sichtweise über die Täterstrategie bestätigt damit auch indirekt die Grundannahme, dass jeder Missbrauch zuerst im Kopf stattfindet und folglich einer geplanten Handlung entspricht. Der Groomingprozess verläuft auf drei Ebenen: das Groomen anderer Personen, der Umgebung des Opfers und des Opfers selbst.“

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von Daniel Mattelé https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27425 Thu, 14 Jun 2018 18:51:58 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27425 Sehr geehrte Frau Zuber,
mein Informationsstand war, dass die Studie bzw. deren Ergebnisse bisher nicht von der Hochschule veröffentlicht wurden. Die Ergebnisse kamen erst durch die Recherchen des SPIEGELS ans Tageslicht. Bitte korrigieren Sie mich, wenn ich da falsch liege.
Ich sage ja auch nicht, dass keine Auswertung der Umfrage erfolgen soll – ich meine nur, dass die nun zu ergreifenden Maßnahmen nicht von einer Auswertung abhängen. An Musikhochschulen gibt es sexuellen Missbrauch – nicht mehr und nicht weniger ist das Ergebnis der Umfrage. Das war allerdings auch schon vorher klar, da es sexuellen Missbrauch überall gibt. Ich würde es sehr begrüßen, wenn eine valide Umfrage mit belastbaren Ergebnissen durchgeführt würde, am besten mit Vergleichsergebnissen z.B. der LMU oder TU. Wenn dies dazu führt, dass die Hochschulen endlich anerkennen, dass es Missbrauch an ihren Häusern gibt, wäre das mehr als begrüßenswert.
Sie können mir glauben, dass ich sehr bemüht bin, in der Debatte sachlich zu bleiben, da auch ich ein entschiedener Gegner der „Onlinepranger“ bin. Ich bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien, meine Meinung stützt sich auf die Fakten, die mir bekannt sind. Dazu zählen eigene Erlebnisse mit Musikhochschulen und viele Gespräche mit ehemaligen und aktuellen StudentInnen. Jeder, mit dem ich über das Thema gesprochen habe, sagte im Gespräch früher oder später einen Satz wie „Ach ja, bei uns gab es da auch diesen einen Professor …“. Ich sehe keinen Grund, den Betroffenen nicht zu glauben, denn sie haben alle etwas gemeinsam: Sie haben Angst vor beruflichen und persönlichen Nachteilen und haben geschwiegen.
Es freut mich, dass Sie meine Meinung bezüglich der klassischen Musikszene teilen. Es würde mich sehr interessieren, was Sie sonst noch darüber denken!
Mit freundlichen Grüßen
Daniel Mattelé

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von k. https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27424 Thu, 14 Jun 2018 16:58:05 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27424 Lieber Herr Strauch,

Vielen herzlichen Dank für die Veröffentlichung! Es tut gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die ihre Stimme gegen Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe erheben.

Die Zahl überrascht nicht, auch wenn solche Umfragen immer mit Vorsicht zu genießen sind.

Es gab in der Vergangenheit mehrere Anläufe, sexuelle Übergriffigkeiten an der Musikhochschule zu thematisieren. Jetzt ist die Zeit vielleicht endlich reif für eine dauerhafte Veränderung, das wäre zu wünschen.

In der Schweiz hat das FrauenMusikForum Schweiz (heute: ForumMusikDiversität) im Jahre 2000 eine Broschüre „Sexuelle Belästigung im Musikunterricht“ herausgegeben, basiert auf der Nationalfonds-Studie „anmachen – platzanweisen: Soziologische Untersuchung zu sexueller Belästigung an Universitäten und Musikhochschulen“ von Monique Dupuis, Barbara Emmenegger, Priska Gisler. Es wurden an 2 Musikhochschulen Befragungen durchgeführt, 19,4% der Studentinnen und 3,4% der Studenten gaben an, schon mal selbst sexuelle Belästigung im Musikstudium erlebt zu haben.

Für einige Zeit gab es in der Schweiz auch eine Kampagne SUEMA zwecks Selbsthilfe und Vernetzung der Betroffenen von sexuellen Übergriffen in der Musikausbildung, mit Unterstützung von Dr. Werner Tschan (Beratungszentrum sexuelle Grenzverletzungen in professionellen Beziehungen, Institut für Psychotraumatologie Basel).

In Deutschland gab es 2006 Studien des Sophie-Drinker-Instituts Bremen, geleitet von der Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Freia Hoffmann, die im Buch „Panische Gefühle – sexuelle Übergriffe im Instrumentalunterricht (üben&musizieren, Schott)“ vorgestellt wurden. Dabei wurden auch Frauenbeauftragte der Musikhochschulen danach befragt, ob sie von Fällen an ihren Hochschulen wüssten. Von Belästigungen hatten die Frauenbeauftragten gehört, von Vergewaltigungen hatte keine gehört. (In der Einleitung des Buchs wird im Übrigen darüber berichtet, wie schwer es für die Autoren war, einen Verlag zu finden, der bereit war, das Buch zu veröffentlichen.)

Generell zum Thema sexuelle Übergriffe während eines Hochschulstudiums, allerdings mit Fokus nur an weibliche Studentinnen und dann aber auch im Lebensalltag außerhalb der Hochschule, gab es 2009-2011 eine europraweite Studie „Gender-based Violence, Stalking and Fear of Crime“, in Deutschland durchgeführt von Prof. Dr.Thomas Feltes (Ruhr-Universität Bochum), Katrin List, Dr. Rosa Schneider, Susanne Höfker. Hier gaben von den 12.663 befragten Studentinnen 54,7% an, während des Studiums sexuelle Belästigung erfahren zu haben (9,8% sexuelle Belästigung mit Bedrohungsgefühl). 27,5% der schwererwiegendesten Situationen wurden an der Hochschule erlebt, davon 37,6% durch Personen aus dem Hochschulumfeld (7,1% davon Dozenten). Bei sexueller Gewalt lag die Zahl bei 3,3% (2,2% sexuelle Gewalt mit ernsthaftem Bedrohungsgefühl) 5,3% der Fälle ereignete sich an der Hochschule, 23,9% durch Personen aus dem Hochschulumfeld (9,7% davon Dozenten). Übergriffe durch Lehrende wurden von den Studentinnen allerdings als eine ohnmächtigere Situation empfunden, nicht zuletzt, weil sie davon ausgingen, dass die Hochschule und das Lehrkollegium in dem Fall eher den übergriffigen Dozenten decken würden.

Zusätzlich gab es eine Reihe von regionalen Umfragen wie Diplomarbeiten, hochschulinterne Workshops usw.

Mir fielen bei all diesen Studien mehrere Probleme auf.

1. Einige Ex-Betroffene konnten gar nicht an der Umfrage teilnehmen, auch wenn sie wollten, weil sie nicht mehr an der Hochschule immatrikuliert waren.

Wenn nur aktuelle Studierende befragt werden, werden Opfer nicht erfasst, die das Studium bereits beendet oder gar abgebrochen hat.

– Ein durch sexuelle Gewalt traumatisiertes Opfer braucht mitunter lange Zeit und/oder räumlichen Abstand vom Tatort, um über die erlittene Tat sprechen zu können. Gerade gravierendere Taten sind schwerer, durch hochschulinterne Umfragen zu erfassen.

– Wie das Opfer den Vorfall verkraftet, wie das Opfer das Studium oder den Beruf fortsetzen kann, hängt auch sehr von der Reaktion des Umfeldes ab. Einschüchterung, Ausgrenzung und Stigmatisierung von Opfern durch das Hochschulumfeld können re-viktimisieren, re-traumatisieren und das Trauma der eigentlichen Gewalttat zementieren. In einem Umfeld, wo die Opfer weggemobbt wird, werden sie auch schwerer durch Umfragen erfasst, weil nicht mehr da.

– Ausländische Studierende, die nur für eine begrenzte Zeit in Deutschland sind, werden teilweise gezielt als leichte Opfer ausgesucht.

2. Es ist mitunter einfacher, von leichteren Übergrifflichkeiten zu berichten, zumal diese bis 2016 nicht strafbar waren. Belästigungen und Grauzonen wurden bisher allerdings auch oft – von Opfern, Tätern und vom Umfeld gleichermaßen – als zum Musikeralltag dazugehörend verharmlost.

Das Reden über Gewalttaten ist belastender, erstens weil die Angst des Opfers gegenüber dem Täter größer ist und weil es weiß, dass das Reden weitreichende Konsequenzen haben kann, sowohl für sich selbst auch auch für den Täter.

Gerade bei Vergewaltigungen wird – falls es zu einer Anzeige kommt – juristisch genau geschaut, weil bei einer Verurteilung die Haftstrafe droht. Die juristische Wertung einer Vergewaltigung ist zudem je nach Bundesland sehr unterschiedlich (laut einer Vorstudie des Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen variierte die Verurteilungsquote einer Vergewaltigungsanzeige zwischen 4% und 24% je nach Bundesland.). Das Opfer kann sich also nicht drauf verlassen, dass alles gut wird, wenn es anzeigt.

Die Realität kann also noch schlimmer aussehen als das Ergebnis der Umfrage, insbesondere bezüglich schwere Gewalt.

Letztendlich kommt es auch nicht auf die Zahlen an, über die man lange streiten kann.

Die entscheidende Frage ist vielmehr: was passiert mit dem Opfer, wenn er oder sie von einem Übergriff berichtet? Wie soll man reagieren, wenn man einen Übergriff beobachtet oder davon hört? Wie verhindert man weitere Taten?

Was mich betroffen macht, ist dass das Problem sexuelle Übergriffe als Allgemeinwissen eigentlich schon lange kein unbekanntes Feld mehr ist. Aber wenn es um konkrete Fälle, mit konkreten Personen, im eigenen Haus, geht, dann will man es doch nicht wahrhaben.

Dabei sollte jetzt allmählich die Einstellung durchgesetzt haben, dass der gute Ruf einer Hochschule nicht davon abhängt, ob es da Vorfälle gegeben hat, sondern davon, wie sie mit den Vorfällen umgegangen ist.

Der Vergleich mit der Silvesternacht hinkt allerdings etwas, denn das Problem in der Silvesternacht lag eher in der Ermittlung des Täters. Bei einem brutalen Fremdtäter gehen die Juristen eher von einem absichtlichen Übergriff aus, es musste aber trotzdem nachweisen werden, welcher Täter was genau gemacht hatte, was in so einer Situation praktisch unmöglich ist. Bei Sexualtaten in einem Lehrverhältnis oder Beschäftigungsverhältnis liegt das Problem vielmehr in der juristischen Beurteilung der Tat – in der Vergangenheit wurde in solchen Fällen vieles als Missverständnis, missglückte Flirtversuche entschuldigt, auch da, wo die objektiven Umstände und Schilderungen unumstritten waren. Meines Wissens ist Siegfried Mauser der erste Musikprofessor, der nicht mit der Argumentation durchgekommen ist, dass er doch nur ein freizügiges Künstlerleben geführt hätte.

Eigentlich müsste also als Frage 25 ff. kommen:

„Haben Sie bereits Annäherungsversuche an Studierende unternommen?“

Die Antworten wären interessant.

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von Alexander Strauch https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27423 Thu, 14 Jun 2018 15:53:39 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27423 Liebe Frau Zuber,
zu klären, ob sich hinter den angegeben Delikten was konkretes ablesen lässt oder ob das nicht möglich ist oder es unhaltbare Vorwürfe sind, das zu klären, dazu ist die Hochschule angehalten. Und das auch nach medial breiten Ankündigung ihrer Umfrage transparent zu kommunizieren, es endlich zu tun, nachzuholen, das ist die zentrale Forderung. Ausserdem eine institutionelle Aufarbeitung des Vergangenen. Das wäre eigentlich Alles.

Das entscheidende an der Münchner Debatte: es ist eine Debatte über sexuelle Straftatbestände an der Musikhochschule VOR metoo. Die gerichtliche Aufarbeitung ist im Falle Mausers wesentlich weiter als in anderen Sachlagen. Die Zulassung zum Prozess in Sachen des Kompositionsprofessors liegt lt. Spiegel dem Kadi vor. Ich denke, die werden das schon interessant seitens der Justiz orchestrieren – es wirkt so, dass jetzt erst mal Mauser durchverhandelt wird.

Das sollte aber noch mehr Antrieb für die HfM sein, Transparenz walten zu lassen. Und sich leitungsmäßig zu erneuern – da läge die größte Chance für Alle, endlich wieder unbeschwerter dem künstlerisch-pädagogischen und wissenschaftlichen Kerngeschäft nachzugehen.

Zum Thema Verschwörungstheorien: es gab und gibt ja genügend Gerüchte zu jeder Hochschule, aber eben auch zu mehr als nur den noch nicht rechtskräftig Verurteilten und Angeklagten. Wenn es da keine Opfer gab, o.k. Nur Amtsmissbrauch, Machtmissbrauch. Die Sexualdelikte sind hier fast immer im Zusammenhang mit den beiden nicht-sexuellen Ausformungen des Missbrauchs zu sehen. Es mag da auch Ausnahmen geben. Aber klassischermassen im Verwaltungsdeutsch die sich ergebenden Über-/Unterordnungsverhältnisse von Arbeitgeber, Dienstherr vs. Arbeitnehmer, Beamte oder eben Lehrende/Studierende haben wohl manche mit „Top and Bottom“ verwechselt. Dies zu vermeiden, dazu dienen ja die Richtlinien, was auch sehr gut ist.

Nur eben in die Vergangenheit muss noch mehr passieren. Ob das per Justiz möglich ist, muss man prüfen lassen. Ob das z.B. symbolisch geregelt werden könnte, z.B. dass sich die damals Verantwortlichen, also letztlich der Ex-Minister, sein Ministerialdirigent, die damalige Verwaltung und das damalige Rektorat bei „Ettinger“ für 1996 entschuldigen. Oder für die Erlebnisse der Studierenden beim Home-Schooling des besagten Profs. Das ist eine moralische, letztlich einfache Aufgabe, ohne rechtliche und finanzielle Folgen. Aber von großer psychologischer und moralischer Strahlkraft. Ob das den Herren von anno dazumal je in den Sinn kommt? Oder es eben die heutige Institution im Namen des alten Hauses übernimmt?

Es geht nicht nur um die Umfrage, es geht um Vieles mehr. Nur eben ist die Umfrage, der Umgang mit ihr der Lakmustest für die soft skills der Hochschule. Ob sie so soft wird, es zu vermögen?

HG
Alexander Strauch

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von Barbara Zuber https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27422 Thu, 14 Jun 2018 15:25:15 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27422 Sehr geehrter Herr Mattelé,

Sie irren.
Weder bin ich eine Vertreterin oder Angehörige der Münchner Musikhochschule noch hat es die Musikhochschule versäumt, eine Auswertungen ihrer Fragebogenaktion bezüglich des sexuellen Missbrauchs zu machen.
Die Abbildungen in dem Artikel von Alexander Strauch zeigen Balkendiagramme als Ergebnis der Auswertung.

Wie diese Auswertung zu beurteilen ist und wie sie zustande gekommen ist, das ist allerdings die strittige Frage – und zwar unabhängig von der unbestreitbaren Tatsache, dass all diese Fälle selbstverständlich einer unbedingten Aufklärung bedürfen.

In der erhitzten #MeToo-Debatte gilt es sachlich zu bleiben, und nicht das eine mit dem anderen zu vermengen. Wenn Sie diagnostizieren, dass die klassische Musikszene gesellschaftlich immer mehr in eine Außenseiterrolle gedrängt werde und irgendwelche Leute krampfhaft an alten Strukturen festhalten wollen, dann ist dies Ihre Sicht, die ich teile – unter bestimmten Voraussetzungen. Sie hat aber mit dem justiziablen Tatbestand sexueller Belästigungen rein gar nichts zu tun.

Das Fatale an der Diskussion besteht darin, dass man unentwegt vom einen auf das andere schließt, besonders dann, wenn man anfällig ist für sogenannte Verschwörungstheorien.

Mit freundlichen Grüßen

Barbara Zuber

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von Daniel Mattelé https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27421 Thu, 14 Jun 2018 14:05:41 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27421 Die Fragen, ob die Statistiken richtig ausgewertet wurden und ob die Vorfälle systemisch bedingt oder nur „Einzelfälle“ sind, ist doch gar nicht entscheidend. Jeder Fall gehört aufgeklärt und die TäterInnen zur Verantwortung gezogen. Die Hochschul-internen Maßnahmen sind in allen Varianten ziemlich ähnlich. Hier muss viel mehr getan werden!
Wieso zweifelt die Hochschule diese Auswertung hier an? In den fast zwei Jahren, seit dem die Umfrage durchgeführt wurde, hätte die Hochschule gut eine eigene Auswertung machen können. Da das nicht geschehen ist, darf sie sich nicht beschweren, wenn dies nun andere übernehmen.
Ich muss Alexander Strauchs letztem Kommentar zustimmen: Seit Jahren schon beobachte ich mit großer Sorge, wie sich die klassische Musikszene gesellschaftlich immer mehr in die Außenseiterrolle drängt, weil einige nicht wahrhaben wollen, dass klassische Musik nicht mehr den Stellenwert wie noch vor 50 Jahren hat. Als Reaktion wird krampfhaft an alten Strukturen und Traditionen festgehalten. Meiner Meinung nach ist es aber genau das, was die Musik zerstört und nicht diejenigen, die längst überfällige Modernisierungen umsetzen wollen.

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von Barbara Zuber https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27420 Thu, 14 Jun 2018 13:09:39 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27420 Lieber Herr Strauch,

da haben Sie was mißverstanden. Eine Mehrfachantwort ist keine Mehrfachteilnahme, sondern jene, wenn man zu einer Frage nicht eine der vorgegebenen Antworten, sondern mehrere ankreuzen kann.

Für die Auswertung ist ebenfalls relevant, dass unter Umständen sich Antworten auf verschiedene Fragen wie zum Beispiel auf die Fragen 12 und 13 oder 16 und 17 auf ein und dieselbe unerlaubte Annährung bzw. Nötigung beziehen können. Das bringt schwammige oder unpräzise Ergebnisse, falls die Hochschule tatsächlich Excel eingesetzt hat. Sie beleuchten nicht die wirklichen Verhältnisse. Was bei der Bewertung einer Statstik sowieso immer zur Debatte stehen müsste. Vielleicht hat es sich die Hochschule da etwas zu leicht gemacht, als man die Fragen formulierte und kategorisierte.

Schwierig, schwierig ist das für eine wirklich sachliche Auseinandersetzung mit dieser schlimmen Sache, die ich ganz und gar nicht herunterspielen will – um dies ausdrücklich zu betonen. Letzteres möchten Sie bitte registrieren, bevor Sie eine provokante Fragen wie die folgende an mich stellen. Ich zitiere Sie: „Oder bezweifeln Sie sogar sie [sic] schwere und Frequenz der Untaten bis heute?“

Damit sich Ihre Stimmung etwas aufhellt, noch ein Empiriker-Bonmot zum Schluss:
„Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“

Viele Grüße
Barbara Zuber

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Kommentar zu Was in der Umfrage wirklich drin stand – weitere Fälle sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule von Alexander Strauch https://blogs.nmz.de/badblog/2018/06/13/was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/?pk_campaign=feed&pk_kwd=was-in-der-umfrage-wirklich-drin-stand-weitere-faelle-sexueller-belaestigung-an-der-muenchener-musikhochschule/#comment-27419 Thu, 14 Jun 2018 12:30:36 +0000 http://blogs.nmz.de/badblog/?p=17543#comment-27419 Lieber Martin, sehr geehrte Frau Zuber, Text mit den 1842 Hochschulangehörigen für 2016/17 lt. HfM statt der geschätzten 1400 nach Wikipedia korrigiert. Bei Übertrag auf die Gesamtzahl der Angehörigen der HfM haben nun statt 530 696 Personen nach Umfrage sexuelle Übergriffe einmalig, öfters, häufig beobachtet oder erlebt: noch krasser! Für den Vorwurf mit 50% im Auftakt 21 statt mutmasslich nach 1400 62% sei sich entschuldigt, es waren sogar nur ca. 47%. Für rückhaltlose Aufklärung muss das Haus selbst endlich sorgen. Es geht ja um durchaus strafbare Delikte, sofern sie nominell auffindbar wären, sind sie kein Fall für die HfM sd. die Justiz. Oder zumind. für’s Disziplinarische. Auch darüber Bericht erstattet zu bekommen, in Zahlen, wäre ein Zeichen von Transparenz. Zuletzt bleibt die Forderung, die Umfrage mit Alumni zu wiederholen. Lt. Spiegel gingen die Ermittlungen mehr als 20 Jahre zurück. Da wäre viel zu befragen! Oder in welcher Form auch immer Verantwortung zu übernehmen, äußern und zu zeigen. Nimmt man die Spiegel-Recherche ernst, haben Dank den professoralen pornografisch-didaktischen Eskapaden einige eher ihr Komponieren aufgegeben als aufgrund dieser „Münchner Methode“ ausgebaut. Es hören immer Studierende auf, orientieren sich musikal./berufl. um. Hier aber liegt der „Schwarze Peter“ bei der HfM. Und sie tat dahingehend bisher – NICHTS! Im Gegenteil, entmutigt wird man, nicht ermutigt. Den Strafverfolgungsbehörden haben sie uns 20 Jahre nach Studienende ausgesetzt. Und man sagt, persönlich habe man heute damit nichts zu tun. Aber institutionell? Wenn man das nur persönlich wahrnimmt, dann ist’s Zeit, sich von institutionellen Aufgaben zurückzuziehen und lieber Karriere als Komponist zu machen. Ja, Frau Zuber: raten Sie mal der Hochschulleitung lieber dazu zu komponieren, denn als Leitung zu amtieren. Das aber würden Sie nie wagen, so wie Sie das Geflecht Musik/Neue Musik ehren, hochhalten und unterstützen? Das lese ich aus Ihren Zeilen leider heraus. Nun, dann glaubt an die Unfehlbarkeit weiterhin und haltet uns Alumni weiter für was auch immer. Verzeihung für die Direktheit, aber mit Mund zunähen ist hier nichts zu gewinnen. MfG, AJS

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