op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 19

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

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Die bisherigen Folgen:
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Beethoven-op.-111-Seite-01

Beethoven-op.-111-1.-Satz-Takt-19

Eine Staccato zu spielende Viertelnote im Forte auf der ersten Zählzeit. Eine Ansage – ein Ausrufezeichen: „!“. Gleichzeitig schlicht das Ende des Crescendos, das zusammen mit dem ausnotierten as-g-Triller der drei vorherigen Takte schön angerollt kam.

Am Ende des Taktes eine Unisono-16tel-Triole im Fortissimo – immer noch im grolligen Bass des Klaviers.

Seien wir ehrlich: Wir alle wissen, dass nach diesen drei Tönen nur eine Oktave auf c kommen kann. Obwohl, bei Beethoven sollte man nie „nie“ sagen.

Mache ich aber trotzdem (und ich spreche dieses Wort jetzt, das muss der Leser mir glauben, wirklich beim Schreiben aus): „Nie“.

Author profile

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet er als Moderator und Dramaturg. Er ist Künstlerischer Leiter der Astronomie-Musik-Reihe "Himmlische Partituren" im Zeiss-Großplanetarium Berlin, arbeitet von Berlin aus für das Brucknerhaus Linz, schreibt Programmtexte für zahlreiche Orchester (Wiener Philharmoniker, New York Philharmonic), macht Konzerteinführungen in der Elbphilharmonie Hamburg, der Kölner Philharmonie und anderswo. Außerdem ist er Bad-Blog-Autor der ersten Stunde und arbeitet als Kurator für die Musikstreaming-App IDAGIO.

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