»Ens Vogelfänger*in bin ich ja« – Deutscher Notenverlag veröffentlicht gegenderte »Zauberflöte«

Wir vom Bad Blog of Musick sind nun wirklich als »woke« bekannt. Uns entgeht kein Teodor-Currentzis-Konzert – und vor allem wissen wir, wo die Piccoloflötisten seines Ensembles musizieren, wo sie sonst noch so spielen (beispielsweise in Russland!) und wo sie auftreten werden. Und da, wo Anna Netrebko singt, da sind auch wir zur Stelle!

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Aber die Veröffentlichung eines großen deutschen Notenverlags (wegen der noch nicht verstrichenen Sperrfrist dürfen wir noch keine Namen nennen) hat uns jetzt doch sehr erstaunt. Bei besagtem Verlag will man Mitte November 2023 Wolfgang Amadeus Mozarts »Die Zauberflöte« in einer Gender-Sternchen-Version herausgeben. Dazu wurde uns als Teil der digitalen Pressemappe ein Ausschnitt des eigens neu edierten Klavierauszugs zugespielt. Wir sind entsetzt! Gender-Gaga – nun auch beim großartigen Genius Mozart!

Allein die »Übersetzung« der ersten Szenenanweisung in Papagenos Buffo-Arie »Der Vogelfänger bin ich ja« … Wir sagen ganz klar: Deutsche Sprache/Kultur: Adé!

Eine Pressesprecherin des Verlags schreibt dazu: »Die gegenderte Version von Mozarts beliebtem Singspiel soll einen diversen, queeren und niedrigschwelligen Einstieg in die wunderbare Welt der Zauberflöte bieten. Mozart trug selber gerne – natürlich nur zum Spaß, aus Neckerei – Röcke. Und wir sind uns sicher: Er hätte sich über die Gender-Sternchen-Version seines Spätwerks sehr gefreut. Natürlich waren auch rein musikalische Eingriffe, wie beispielsweise rhythmische Änderungen nötig, die von einem Team aus Mozart-Expert*innen historisch informiert eingearbeitet wurden.«

Und tatsächlich: Teilweise wurden ganze Takte verlängert (»um der zusätzlichen Silbe – nach dem Sternchen – einen gleichberechtigen Achtsamkeitsraum angedeihen zu lassen«, wie es in dem Presse-Statement heißt.)

Die Arie endet dann – in einer Version, an der bereits das Staatstheater Kassel großes Interesse gezeigt hat – wie folgt …

Hier die gesamte Seite des mitgelieferten Klavierauszugs …

Aus diesem wunderschönen Lied ist also nun eine Gender-Wahnsinns-Arie geworden. Das geht selbst uns zu weit!

Arno Lücker wuchs in der Nähe von Hannover auf, studierte Musikwissenschaft und Philosophie in Hannover, Freiburg - und Berlin, wo er seit 2003 lebt. Er arbeitet als Autor (2020 erschien sein Buch »op. 111 – Beethovens letzte Klaviersonate Takt für Takt«, 2023 sein Buch »250 Komponistinnen«), Moderator, Dramaturg, Pianist, Komponist und Musik-Satiriker. Seit 2004 erscheinen regelmäßig Beiträge von ihm in der TITANIC. Arno Lücker ist Bad-Blog-Autor der ersten Stunde, Fan von Hannover 96 und den Toronto Blue Jays.

Eine Antwort

  1. Feine Idee, Bitte an den (leider ungenannten) Verlag: Den „Ring“ gendern (der Drache, ens Drachin etc). Gratuliere, denn das gibt sicher jede Menge GEMA-Knete.

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