op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 55

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

Die bisherigen Folgen:
Takt 1 Takt 2 Takt 3 Takt 4 Takt 5 Takt 6 Takt 7 Takt 8 Takt 9 Takt 10 Takt 11 Takt 12 Takt 13 Takt 14 Takt 15 Takt 16 Takt 17 Takt 18 Takt 19 Takt 20 Takt 21 Takt 22 Takt 23 Takt 24 Takt 25 Takt 26 Takt 27 Takt 28 Takt 29 Takt 30 Takt 31 Takt 32 Takt 33 Takt 34 Takt 35 Takt 36 Takt 37 Takt 38 Takt 39 Takt 40 Takt 41 Takt 42 Takt 43 Takt 44 Takt 45 Takt 46 Takt 47 Takt 48 Takt 49 Takt 50 Takt 51 Takt 52 Takt 53 Takt 54

beethoven-op-111-seite-01Beethoven-op.-111-Seite-02Beethoven op. 111 - 1. Satz - Takt 55

Die 16tel des Vortaktes wird hier bestätigt. Der Auftakt als Versprechen, plus „die Eins“ als Erfüllung.
Ein halbverminderter Septakkord, der die Funktion eines Es-Dur-Dominantseptakkordes annimmt, um sich zum Sextakkord in As-Dur zu wenden. Ein vorübergehender Abschluss, wie mir dünkt…

Doch da endet das mittlerweile auch im vorgeschriebenen „Adagio“ angekommene Verharren! Blutrünstig bäumt sich Beethoven bashig auf! Greift in die Höhe. Ganz oben in den diskantig-klirrenden Bereichen des Klaviers erklingen zwei Töne: as und ces. Derweil dieser Schrecken von der linken Hand mit einem ganzverminderten Septakkord trümmernd unterstützt wird.

Noch viel wichtiger: „Tempo I“, das heißt also wieder „Allegro con brio ed appassionato“ (was sonst?) – und Fortissimo.

Die Schockmomente, sie werden wieder häufiger!

Ich kann nach Horrorfilmen immer sehr gut einschlafen.

Arno

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet Arno Lücker als Musiktheater- und Konzert-Dramaturg.

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