op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 43

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

Die bisherigen Folgen:
Takt 1 Takt 2 Takt 3 Takt 4 Takt 5 Takt 6 Takt 7 Takt 8 Takt 9 Takt 10 Takt 11 Takt 12 Takt 13 Takt 14 Takt 15 Takt 16 Takt 17 Takt 18 Takt 19 Takt 20 Takt 21 Takt 22 Takt 23 Takt 24 Takt 25 Takt 26 Takt 27 Takt 28 Takt 29 Takt 30 Takt 31 Takt 32 Takt 33 Takt 34 Takt 35 Takt 36 Takt 37 Takt 38 Takt 39 Takt 40 Takt 41 Takt 42

Beethoven-op.-111-Seite-01Beethoven-op.-111-Seite-02Beethoven op. 111 - 1. Satz - Takt 43

Krass. Unser heutiger Takt ist wieder einmal der Beweis, dass – wie schon in Folge 6 kurz angedeutet – Beethoven ein Prinzip fast immer höchstens drei Mal durchzieht. Und, seien wir ehrlich: Die drei letzten Takte waren schon sehr ähnlich, wobei die kleinen strukturellen Unterschiede dann doch bemerkenswert waren.

Mit dem Prinzip „rechte Hand: Legato- und Staccato-Oktaven + linke Hand: 16tel-Ketten“ ist es heute also vorübergehend (?) vorbei.

Auseinanderstrebend spielen nun zunächst beide Hände 16tel-Ketten. Harmonisch gesehen befinden wir uns in Es-Dur, beziehungsweise – durch die Einführung des Tones des auf der vierten 16tel im unteren System – dann in As-Dur.

Wieder erklingen zwei uns an das Hauptthema erinnernde Viertel in der rechten Hand. Aber nicht in Originalgestalt einer kleinen, sondern einer großen Terz (as – c). Und obwohl wir hier eigentlich ohnehin im Forte sind, fügt Beethoven dem Ton as noch ein Extra-Forte hinzu; feststellend, dem Interpreten klar machend, dass es hier thematisches Zeug zu spielen gibt, das verdammt noch mal auch zu hören sein möge.

Arno

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet Arno Lücker als Musiktheater- und Konzert-Dramaturg.

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