op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 35

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

Die bisherigen Folgen:
Takt 1 Takt 2 Takt 3 Takt 4 Takt 5 Takt 6 Takt 7 Takt 8 Takt 9 Takt 10 Takt 11 Takt 12 Takt 13 Takt 14 Takt 15 Takt 16 Takt 17 Takt 18 Takt 19 Takt 20 Takt 21 Takt 22 Takt 23 Takt 24 Takt 25 Takt 26 Takt 27 Takt 28 Takt 29 Takt 30 Takt 31 Takt 32 Takt 33 Takt 34

Beethoven-op.-111-Seite-01

Beethoven-op.-111-1.-Satz-Takt-35

Und zack, da ist er wieder, der Triller! Natürlich nicht „der“ Triller, aber immerhin „ein“ Triller… Schließlich hatten Triller die ersten Takte der Sonate geprägt. Also schon ganz klar eine kurze Erinnerung an das, was war…

Gleichzeitig aber auch ein Takt des Übergangs, des Umbruchs, des erneut sich abzeichnenden Dramas… Denn das „poco ritenente“, also das leichte Verzögern hat auf der dritten Zählzeit unseres heutigen Taktes dann auch schon wieder sein End‘! (Wie der Sommer neulich, der sich dann aber entschied, ab heute zurückzukommen – und mir fürderhin heut‘ die Freud‘ bescherte, mir einen Fahrradhelm zugelegt zu haben. Ich muss dazu sagen, dass ich absolut kein „Hutgesicht“ habe. Dementsprechend stelle man sich das Grauen vor!)

Auf der Oberstimme des c-Moll-Quartsextakkords wird auf Zählzeit eins gerade noch getrillert, da wendet sich das Ganze dann auf der zweiten Zählzeit einem G-Dur-Septakkord mit stimmungsführungsbedingtem Sext-Quint-Übergang in der Oberstimme zu.

Dann steht da plötzlich „a tempo“ – und wupp geht das wieder ab wie die Katze von Herrn… Mist, ich komm‘ jetzt nicht drauf.

In der linken Hand läuft es 16tel-mäßig los. Die Oberstimme der rechten Pianist*Innen-Hand spielt noch die Wendung zu Ende, wobei gleichzeitig in der darunter liegenden Stimme ebenfalls ein c zu spielen ist.

C und es in der Mittelstimme: Das erinnert uns dann doch sehr an Takt 20, wo diese beiden Töne erstmals äußerst prominent in Erscheinung getreten waren…

Schmidt!

Arno

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet Arno Lücker als Musiktheater- und Konzert-Dramaturg.

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