op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 20

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

Die bisherigen Folgen:
Takt 1 Takt 2 Takt 3 Takt 4 Takt 5 Takt 6 Takt 7 Takt 8 Takt 9 Takt 10 Takt 11 Takt 12 Takt 13 Takt 14 Takt 15 Takt 16 Takt 17 Takt 18 Takt 19

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Beethoven-op.-111-1.-Satz-Takt-20

Noch einmal der Ton c im Staccato auf der ersten Zählzeit. Hier wird offenbar ein waschechtes musikalisches Thema formuliert. Alles in Oktaven. Ein klares Ausrufezeichen. Nach dem c folgt ein es – wird sind hier ganz c-Moll. Dann ein h, der Leitton zum c. Das Ganze mit Sforzato. Die Töne es und h: eine verminderte Quarte. Ein kleines Schock-Intervall – ähnlich wie zu Beginn der Sonate.

Das h wirkt besonders gewaltig, weil es nicht nur mit einem Sforzato, sondern auch noch mit einer Fermate versehen ist. Der Interpret soll hier also kurz stoppen, soll dieses Ausrufezeichen noch unterstreichen. Ein Oktav-Nagel – ins Holz der Unzufriedenheit gehauen.

Anschließend wieder die grollige 16tel-Triole des Vortaktes.

Er wird doch nicht etwa…?

Arno

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet Arno Lücker als Musiktheater- und Konzert-Dramaturg.

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