Schlagwörter: Neue Musik

Das kurze Ende des langen Schwanzes

Das kurze Ende des langen Schwanzes

Die internettechnisch unermüdliche und gitarrentechnisch überragende Heike Matthiesen hat mich per retweet auf einen der pessimistischsten Artikel zur Zukunft der Musikbranche aufmerksam gemacht, den ich je gelesen habe, von Stefan Goldmann in der – wo sonst, wenn man sich die tägliche Dosis Depression holen will –
Das passt so richtig zum momentanen Wetter!

Das vergangene Lachen (3. und letzter Teil)

Das vergangene Lachen (3. und letzter Teil)

Das „Zweckmässige“, „Alltägliche“ mit dem sich Komponisten wie Bach, Mozart, Haydn geradezu täglich konfrontiert sahen, und angesichts dessen sie dennoch die wunderbarsten Werke schufen, ist fast komplett aus der Neuen Musik verbannt. Die Zeit der Divertimenti, Tafel- und Feuerwerksmusiken, der Tanzsuiten und Madrigale scheint endgültig vorbei – heute überlässt man das Feld kampflos der rein kommerziell orientierten Musik (und Muzak). Wer z.B. Filmmusik schreibt, darf nach Ansicht der meisten kein großer Künstler sein. Warum eigentlich?

Bericht aus Toronto

Bericht aus Toronto

Werbung Ende Juni war ich ein paar Tage in Toronto. Eingeladen von einer kleinen Musiktheaterkompanie, die den vielleicht schönsten Namen aller Musiktheaterkompanien weltweit trägt: Queens of Puddings Music Theatre. Werbung Ich habe dort am 24. Juni die Uraufführung des Werkes „Svabda (The Wedding)“ der serbisch-kanadischen Komponistin Ana Sokolovic gesehen. Sechs...

In der Fremde (5): Daniel N. Seel in Korea (2. Teil)

In der Fremde (5): Daniel N. Seel in Korea (2. Teil)

Vor dem rekonstruierten Königspalast, dessen Original die Japaner zerstört hatten, posieren als mittelalterliche Wachen kostümierte Soldaten mit falschen Bärten. An kitschigen Fassaden dieser Art für nicht allzu zahlreiche Touristen ist den Regierungen seit jeher mehr gelegen als an der Förderung der eigentlichen Kultur und als an der Bewahrung des nationalen und universalen Erbes.

In der Fremde (4b): Benjamin Schweitzer in Finnland

In der Fremde (4b): Benjamin Schweitzer in Finnland

„Der schwedische Komponist Gunnar Bucht sagte mal zu mir, um mir den Unterschied zwischen Schweden und Finnland zu verdeutlichen: „In Finnland ist jeder Komponist ein potenzieller Nationalheld.“ Das war zwar vielleicht etwas polemisch-ironisch überzogen, aber der Satz hat einen wahren Kern. Ein Land mit so einer kleinen und entlegenen Sprache hat ja im Grunde nur ganz wenige Möglichkeiten, sich international ohne „Übersetzung“, zu präsentieren, darunter ist die Musik (neben dem Sport) vielleicht die unmittelbarste.“ (Benjamin Schweitzer)

Manfred Schubert (1937-2011)

Manfred Schubert (1937-2011)

Werbung Gestern – am Freitag, den 10. Juni 2011 – starb der Komponist, Dirigent und Musikkritiker Manfred Schubert im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt Berlin. Werbung Schubert studierte ab Mitte der 1950er Jahre zunächst Musikpädagogik und Slawistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, es drängte ihn aber bald, sich...

Arien Robben – Unterwasseroper: Die Uraufführung

Arien Robben – Unterwasseroper: Die Uraufführung

Werbung (Hier meine Audio-Reportage aus dem Stadtbad Neukölln.) Werbung Ein betörender Chlorgeruch kitzelt die Nüstern. Kindheitserinnerungen an den Besuch des Tropenhauses im Zoo werden wach. Denn es ist schwül, sehr schwül. Wir sind im alten, wunderschönen Stadtbad Neukölln. Erbaut 1914. Fast komplett erhalten. „Trotz zahlreicher Umbauten“, wie der uninteressierte Leser...

Arien Robben – Unterwasseroper Preview

Arien Robben – Unterwasseroper Preview

Werbung Nachher – um 22 Uhr – bin ich Gast der Uraufführung der Unterwasseroper AquAria_PALAOA im Stadtbad Neukölln. Hier schon einmal die Fakten: Projektidee / Künstlerische Leitung: Claudia Herr Gesang unter Wasser: Claudia Herr Gesänge der Weddellrobben: Hydrophonaufnahmen der antarktischen PALAOA – Horchstation, Neumayer Station vom Alfred-Wegener-Institut für Meeres- und...

Wenn die Bundeskulturstiftung ein Drogenboss wäre…

Wenn die Bundeskulturstiftung ein Drogenboss wäre…

In unserer im internationalen Vergleich sehr gepäppelten Neuen-Musik-Szene geht vieles seinen alltäglichen Gang – Aufträge werden vergeben, Ensembles beschäftigt, Festivals gegründet, das ganz normale Kulturleben also. Die zeitgenössische Musik mag sich an dem großen Fragezeichen der gesellschaftlichen Relevanz mal mehr, mal weniger abarbeiten, insgesamt funktioniert der Geldkreislauf, der alles in Bewegung hält, aber recht gut, und viele Komponisten müssen sich die Sinnfrage nach dem „warum?“ oder „woher“ eigentlich gar nicht stellen, denn der nächste Auftrag kommt bestimmt.
Gerade aus diesem Grund ist es sehr interessant, sich einmal exotische musikalische Genres anzuschauen, die der uns so vertrauten Hochkultur so fern sind, wie man sich nur irgendwie vorstellen kann, Genres, in denen es tatsächlich… um Leben und Tod geht.