Das kurze Ende des langen Schwanzes

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Die internettechnisch unermüdliche und gitarrentechnisch überragende Heike Matthiesen hat mich per retweet auf einen der pessimistischsten Artikel zur Zukunft der Musikbranche aufmerksam gemacht, den ich je gelesen habe, von Stefan Goldmann in der – wo sonst, wenn man sich die tägliche Dosis Depression holen will – taz . Das passt so richtig zum momentanen Wetter!

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Goldmann spricht über Dinge, die hier im Blog oft besprochen wurden, und auch wenn der Artikel eigentlich eher U-Musik zum Thema hat, ist absolut alles darin ganz für E-Musik gültig. Ja, der E-Musik-Leser kann sogar im Artikel wesentlich mehr Hoffnung finden als andere, denn „Alles Populäre ist falsch“ ist ja ohnehin ihr Motto seit Adorno und so.

Eine kleine Begriffserklärung: der sogenannte „long tail“ beschreibt das Phänomen, auf dem zum Beispiel der Erfolg von amazon beruht. Wogegen ein kleiner Buchladen in einer kleinen Stadt sich hüten wird, den Laden mit wenig begehrten „Ladenhütern“ zu füllen, da das Publikum dafür zu klein ist, lohnt es sich bei dementsprechender Distribution (z.B. über das Internet) sehr viele, nur von wenigen begehrte Sachen anzubieten, da in der Summe die Nachfrage nach diesen gen unendlich geht (wenn man nur genug davon anbietet). Wenn man die zu verkaufenden Objekte von links nach rechzs auf einer x/y-Achse nach ihrer Begehrtheit anordnet, dann bilden die wenig begehrten aber dennoch gekauften Artikel den „long tail“ der nach rechts in die Unendlichkeit verläuft und letztlich mehr Profit bringt als die wenigen von vielen begehrten Objekte.

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Das Internet hat z.B. auch der Neuen Musik eine ganz neue Verbreitung ermöglicht. Freaks stellen auf youtube auch obskurste Werke ein, die inzwischen schon längst aus den Plattenläden verschwunden sind (so wie die Plattenläden selber auch). Inzwischen ist es möglich, mit Amateurequipment professionelle Videos und Aufnahmen von Konzerten zu erstellen, in bisher noch nie dagewesener Qualität. Die „Demokratisierung“ der Herstellungsprozesse macht inzwischen sogar vor Hollywood nicht halt – so war es zum Beispiel dem englischen Filmregisseur Gareth Edwards möglich, die aufwändigen Computer-Spezialeffekte seines (übrigens großartigen) Films „Monsters“ komplett zuhause an einem ganz normalen Laptop zu einem Budget von 0,-EUR herzustellen. Im Film sieht dies keineswegs schlechter aus als in einem durchschnittlichen Effektfilm mit Millionenbudget.

Jeder kann ein Star sein, da jeder sich ohne Problem per facebook, twitter, etc. vermarkten kann. Nur ist man es – nach Goldmann – nicht mehr für 15 Minuten im Warholschen Sinne, sondern für 15 Leute. Und jeder, aber auch wirklich jeder, ganz unabhängig von Talent oder Qualität, kann mindestens 15 Leute erreichen.
Wo führt das alles hin? Immer wieder habe ich auf diesen Seiten enigefordert, dass man versuchen sollte, aus dem kleinen Kreis der Geeks und Fans auszubrechen und maximale Kenntlichkeit zu erreichen (was etwas anderes ist als maximale Verkaufbarkeit). Aber natürlich ist mir bewusst, dass dies fast eine unmögliche Forderung ist angesichts einer Kulturszene, die sich in eine unendliche Anzahl von Stil- und Szenemonaden aufgesplittert hat. Dass dies aber nicht glücklich macht und vor allem das Überleben der individuellen Künstler keinesfalls sichert, macht Goldmann nüchtern und sachlich vollkommen korrekt deutlich.

Denn wir haben eine Epoche der bisher noch nie dagewesenen Selbstausbeutung von Künstlern erreicht. Jeder ist bekannt, aber keiner kann davon leben. Alles ist umsonst, auch höchste Qualität. Wenn ein hervorragender junger Opernsänger heutzutage seinen zu schlecht bezahlten Vertrag an einem deutschen Opernhaus kündigt, da er damit seine Familie nicht mehr ernähren kann, springen sofort hundert hervorragende andere junge Sänger in die Bresche und unterbieten sich gegenseitig darin, für noch weniger Geld zu singen. Viele davon aus anderen Ländern, denn dort gibt es diese Jobs noch nicht einmal mehr. Hiermit wird der lange Schwanz plötzlich sehr kurz, und außer als Pornodarsteller kann man davon auch nicht mehr leben.

Heute leben ungefähr 7 mal so viele Menschen wie im Jahre 1800.
Um den selben Faktor dürfte rein statistisch
a) die Aufmerksamkeitsspanne der Menschheit als Ganzes gefallen sein
b) Die Zahl der Interessenten auch für Abseitiges gestiegen sein
In Wirklichkeit sind die Zahlen aber noch viel dramatischer, wahrscheinlich ist der Faktor hundert, vielleicht sogar tausend realistischer – denn im Jahre 1800 stand nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung in direktem Kontakt mit Menschen außerhalb ihrer nahen Umgebung, heute sind per Internet bis auf Nordkorea und China so ziemlich alle, selbst die entlegensten Gegenden der Erde, miteinander verbunden und erreichbar. Und die Verfügbarkeit des Internets ist wohl erst am Anfang – der Futurist Ray Kurzweil prophezeite erst kürzlich spätestens bis zum Jahr 2020 „Internetkontaktlinsen“, die uns mit zusätzlichen Informationen über unsere Umgebung, die Personen, mit denen wir sprechen und die Dinge, die uns interessieren rund um die Uhr versorgen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis soziale Netzwerke dann vollkommen automatisiert sind, und ich jedes Detail über jeden meiner Freunde erfahren kann, wo sie sind, was sie gegessen haben und was sie gerade machen (im Grunde erfahre ich das ja schon jetzt, nur nicht 24 Stunden am Tag).

In so einem Kontext ist jedermann ein Star (ein Prozess, der durch die zunehmende Zurschaustellung „normaler“ Menschen in den Unterschichtenfernsehentalkshows dieser Welt beschleunigt wurde), und gleichzeitig niemand mehr. Goldmann prophezeit Erfolg nur noch denjenigen, die sich noch mehr von allem anderen absetzen. Je skurriler, je abseitiger, je individueller – desto erfolgreicher. Alles wird durchprobiert. Aber ist das nicht einfach nur ein neuer Wettbewerb, in dem schrille Geckos sich mit immer verrückteren Federkostümen schmücken, um noch irgendwie um jeden Preis aufzufallen?
Oder vielleicht sind wir doch immer mehr auf den Weg in eine Schwarmintelligenz, in der das Individuum nicht mehr zählt, aber Teil eines tausendstimmigen Chorus der ständigen Erneuerung und Invention wird? Kultur als Ameisenhaufen, an dem alle mitwirken? Und sind dann Kulturen wie die asiatischen, in der das Individuum traditionell eine weniger große Rolle spielt, wesentlich besser auf diesen Evolutionsschritt vorbereitet?

Es ist immer gefährlich, aus momentanen Trends eine komplette Zukunft abzuleiten. Aber es gibt Weisheiten aus der momentanen Situation zu gewinnen.
Aus ganz anderen Gründen als er würde ich für eine ähnliche Strategie wie Goldmann plädieren: wenn Millionen das Gewöhnliche reproduzieren, immer perfekter, immer gekonnter, dann macht es für mich wenig Sinn, mich in diesen Chor einzureihen. Auf einen mehr oder weniger kommt es dann nämlich nicht mehr an. Gerade dort, wo das Individuum plötzlich abgeschafft werden soll, ist es nämlich dann wieder gefragt, die zündende Idee, der Gedankenblitz, die Intuition, die spontane Eingebung.

In einer Welt, in der nichts mehr spontan ist, da unsere Neugier von Konzernen wie google und youtube gelenkt wird, ist echte Spontaneität und damit Kreativität wertvoller als Gold, vor allem diejenige die sich unabhängig macht von der Logik der Suchmaschinen und der geek culture.

Moritz Eggert

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5 Antworten

  1. Lieber Moritz,

    Ich nutze das mal als meinen ersten Kommentar. Wenn man die heutigen medialen Möglichkeiten, mit denen sich jede Person theoretisch von überall sichtbar, inszenieren oder inszenieren lassen kann, ernsthaft als Rückschritt der Individualisierung betrachtet, welche bessere Alternative ist dann gemeint? Doch nicht etwa diese, dass mediale Präsenz nur einer Minderheit zugesprochen werden darf? Und wer sollte dann dieses Recht wieder zusprechen? Wieder doch nicht etwa Gremien, wie Wettbewerbs-Juroren, mit ihren eigenen ästhetischen Vorlieben oder dem Zwang zum gemeinsamen Nenner?
    Klingt das nicht ein wenig, wie die Argumente einiger politisch motivierter Menschen, die ich in der Türkei getroffen habe, “demokratisch zu sein, heißt: ‘meine’ Partei zu wählen”?

    Eine vielleicht wichtigere Frage sehe ich in dem Problem, dass hier Kunst offenbar mit medialer Präsenz gleichgesetzt wird. Es scheint offensichtlich, dass Biographie und jedwede private Aktivität durch diese mediale Überhöhung heute oftmals schon als Kunst aufgefasst oder zumindest rezipiert werden können. Vergessen werden dabei solche künstlerische Tätigkeiten, die einfach nicht medial dargestellt werden. Was das “ready-made” solcher Präsenz betrifft: Es wäre ja auch denkbar, Improvisationen auf youtube zu stellen und nach kurzer Zeit wieder zu entfernen. Das Neue daran wäre dann lediglich die Tatsache, dass dies in den Augen/Ohren einer breiteren Öffentlichkeit geschieht. Damit verändern sich natürlich auch Verhältnisse zu Publikum, Ausdruck, usw.; jedoch unterscheiden sich solche Erfahrungen immer noch substantiell von der Direktheit echter Konzerterfahrung.

    Es sollte nicht vergessen werden, dass technischer Fortschritt allein noch kein ausdrucksspezifischer ist, und das reine Spiel mit neuen Möglichkeiten ist auch in der Vergangenheit immer sehr bald neuem Qualitätsbewusstsein gewichen. Jedoch ergibt sich auch aus der Tatsache allein, dass auf der Welt viele Komponierende leben, noch nicht der Schluss, dass dabei Qualität keine Rolle mehr spielen sollte. Das würde nur durch wiederum oppressive Quoten verhindert, in denen z. Bsp. jedem Menschen nur eine bestimmte Zeit zu öffentlichem Ausdruck zur Verfügung stünde. Der Zugang zur Selbstentfaltung hat sich jedoch erweitert.
    Sind die vielen Vorteile, die sich aus diesen Nutzungsmöglichkeiten ergeben, nicht unvergleichbar vielseitiger, z. Bsp. die Tatsache, dass ich hier von einer Insel in der Türkei aus an einem Dialog in Deutschland teilnehmen kann oder dass ich Interessen und Diskussionen mit Menschen an entfernten Orten teilen kann? Sind wir nicht auch schneller, aufmerksamer, gebildeter, verständnisvoller und aufnahmefähiger geworden als in den vergangenen Jahrhunderten oder Jahrzehnten, als die angeblich so breite Rezeption klassischer Musik sich auf einige wenige Eliten begrenzte? In der Romantisierung der Vergangenheit, drückt sich darin nicht dasselbe Problem aus wie in der hier kritisierten Schnelllebigkeit, der procrastination, der Oberflächlichkeit der “15 Minuten” oder “15 Menschen”, nämlich der Mangel an Gegenwartsbezug, an direkter Präsenz im kreativen Jetzt?

    Früher konnten auch nicht alle Künstler(innen) von ihrer Kunst leben. Dafür können aber heute zumindest alle ihre Kunst, unabhängig von Qualität, veröffentlichen. Ergeben sich für uns Kunstschaffende daraus nicht auch aufregende Wege, die über die andererseits ersterbenden medialen Strukturen der Vergangenheit hinausweisen? Wege, die jetzt kreativ gebaut werden könnten und vielleicht uns allen neue Existenzgrundlagen aus dem künstlerischen Schaffen sichern könnten, während andere nur lamentieren?

    Sind die materiellen Mittel auf diesem Planeten wirklich begrenzt? Die Konsequenzen für eine von Tantiemen abhängige Existenz erscheinen destruktiv. Wäre es dann aber nicht an der Zeit, aus solcher Betrachtung heraus anzufangen, Lösungen und Visionen zu diskutieren? Wie kann ich ein Publikum erreichen, unter Umständen sogar ohne, dass jemand was dafür bezahlen muss, und trotzdem von meiner Arbeit leben? Sollte ich nicht dann anfangen, über diese Möglichkeit nachzudenken, weil ich ja weiter machen möchte und dies auch unter allen möglichen Konditionen sowieso weiter tun würde? Die plötzlichen Stars der TV-Shows verschwinden am Ende nicht zuletzt deswegen so schnell wieder, weil sie eben diese Originalität – und noch mehr: diesen Willen zum Weitermachen – von Anfang an nicht besessen haben. Eben so, wie Du schreibst, beeinflusst die Omnipräsenz des schon Dagewesenen am Ende doch auch Kreativität, das Neue, das dadurch umso wertvoller und lichter aufscheint.

  2. Ich glaube, genau das ist der Punkt: Die technischen Mittel werden maßlos überschätzt. Kunst, die diesen Namen verdient, kann durch Internet und Computer vielleicht distribuiert, aber nicht automatisch produziert werden. Zunächst muss mal ein gutes Stück Musik her (mit oder ohne Computer erzeugt), das die Menschen im unmittelbaren Hören überzeugt. Dann kann es immer noch im Internet landen. Aber das ist zweitrangig. Wer sich als Michael Jackson fühlt und gleich auf das Internet zielt, handelt wie einer, der das Autofahren lernen möchte und sich dazu einen 600-PS-Mercedes mietet, in der Hoffnung, er lerne es dann schneller. Damit wird er aber höchstens Mercedes-Verkäufer.

    Technische Hilfsmittel sind keine Garantie für Kreativität, obwohl das viele immer noch meinen. Der Computer ist zwar schnell, aber geistlos. Kunst entsteht auch heute noch, wie eh und je, durch geistige Arbeit. Das braucht Zeit und ist leider mühsamer als mit der Maus zu klicken und im Internet herumzusurfen. Die Vermeidung von Denken und der Unwille, sich Zeit dafür zu nehmen: Das ist vielleicht auch der Grund für die verbreitete Verachtung des Werks als geschlossener Form – es wird als veraltet belächelt, weil es ein Abbild von vertieften, „langsamen“ Gedanken darstellt – und für die Vorliebe für schnell gemachten Digitalschrott (zu dem ich auch das copy/paste mit anschließendem „Variieren“ von Texturen innerhalb von „notierten“ Sibelius-Partituren zähle). Die bevorstehende weltweite Wirtschaftsdepression wird die Dinge aber wieder ein wenig gerade rücken, denn der long tail wird jetzt noch länger.

    Die Illusion, ein Star zu sein, wenn die Aufnahme meines Stücks weltweit angeklickt werden kann, ist die traurige Konsequenz des fahrlässigen Versprechens von Joseph Beuys an alle, die damals einen Zeichenstift halten oder ein sog. Konzept zu Papier bringen konnten: „Jeder ist ein Künstler.“ Mit solchen emanzipatorisch gemeinten Sprüchen hat er unzählige junge Leute in den April geschickt. In der Sprache der Gläubigen hieß das Utopie, man kann es aber auch Verantwortungslosigkeit nennen. Jeder Kompositionslehrer müsste deshalb heute den Studierenden im Unterricht als allererstes dringend davon abraten, Komponist(in) zu werden. Wer dann trotzdem noch dabei bleibt, hat vielleicht Chancen, wirklich etwas zu werden.

  3. Kasimir sagt:

    Der Autor des oben beschriebenen Artikels, Stefan Goldmann, hat sich jetzt im Groove Magazin geäußert – interessanterweise zu Neuer Musik. Der Text ist auch auf der Seite des C3 Festivals zu finden, bei dem auch Moritz Eggert auftritt:

    http://www.c3festival.de/essays.html

  4. Goljadkin sagt:

    Da möchte man doch glatt doch noch zum Marxist werden. Die gefühlt Millionste (vielleicht richtige oder auch grundfalsche) Zustandsbeschreibung der medialen Umwelt und als Ergebnis dann das:

    In einer Welt, in der nichts mehr spontan ist, da unsere Neugier von Konzernen wie google und youtube gelenkt wird, ist echte Spontaneität und damit Kreativität wertvoller als Gold, vor allem diejenige die sich unabhängig macht von der Logik der Suchmaschinen und der geek culture.

    Ich lese die Worte, ich verstehe den Satzbau, nur eine Bedeutung will sich so gar nicht einstellen.
    Früher war das Fernsehen der große Verdummungsgenerator (mittlerweile liegt ja das Niveau unterhalb der sogenannten Dumheitswahrnehmungsschwelle), heute ist es eben das Internet: Ein gemeinsamer Feind schweißt zusammen, man rottet sich zusammen, kuschelt sich aneinander und zeigt mit dem Finger auf die bösen Medienkonzerne. Mag ja alles richtig sein, geschenkt. Nur scheint mir diese notorische Fixierung auf Institutionen, wie sie gerade in der Neuen-Musik-Szene (man müßte mal einen flippigen Anglizismus für dieses Wortungetüm erfinden) gepflegt wird, mit ein Grund für die relative Stagnation der ästhetischen Entwicklung zu sein. Wie das Kaninchen starrt der Neue-Musik-Komponist auf die Medienschlange und ist unfähig, seine „Spontaneität und Kreativität“ auszuleben.
    Hat man ja gerade wieder in Donaueschingen (auch so eine Art „böser“ Konzern für die, die nicht mittendrin sind) gesehen: Niemanden außer Lotte Thaler interessieren diese Stücke, die nichts weniger als eine irgendwie geartete Avantgarde darstellen. Die meisten davon könnten auch im Klassikradio laufen und niemand würde es merken. Und trotzdem geraten junge Komponisten jedes Jahr aufs Neue in die Fänge von Armin Köhler, in der Hoffnung, daß jetzt dann mal die Karriere richtig losgeht. Und wie schnell sind dann die guten Vorsätze, die letzten Reste von Anarchismus und Rebellion (die, zugegebenermaßen, bei den wenigsten überhaupt erkennbar sind) über Bord geworfen. Man läßt sich ins Setzkästchen einsortieren.
    Genau hier kommt also doch noch der gute alte Marx ins Spiel: Moritz Eggert hat die Welt beschrieben (oft genug), es kommt aber darauf an, irgendetwas zu ändern. Weg von den Institutionen, heißen sie nun Google oder Donaueschingen. Es hilft nur das, was früher auch schon geholfen hat: Musik komponieren, selbst Konzerte machen. Alles andere ist zweitrangig. Tiefschürfende Medienanalysen sollen mal lieber die Medientheoretiker machen. Die werden ja schließlich dafür bezahlt.

  5. X sagt:

    Da „Digitalisierung der (Neuen) Musik“ neulich in den Publikationen des Hauses Schott einen Sturm im Wasserglas auslöste, das was im oben benannten Goldmann-Artikel (hier im englischen Original auf LWE) beschrieben ist dort aber naivst ignoriert worden war, stelle ich hier mal die thematische Verbindung her. Soviel auch zur Recherche-Fähigkeit von Herrn Lehmann, der Munter Chris Anderson zitiert als wenn die Long-Tail-Ideologie nicht schon längst per empirischer Falsifikation vom Tisch ist. Gesagt, getan.