Kategorie: Ästhetik

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Beethoven und Europa. Foto: Hufner

Christine Lemke-Matweys urkomische Politik-Vorlesung in der ZEIT

Plötzlich war er da, dieser Schnellschuss in Sachen: Ich sage Euch mal, wie politisches Engagement geht. Autorin: Christine Lemke-Matwey in der ZEIT. Wen hat sie im Visier: Alban Gerhardt, Igor Levit, Yaara Tal und Andreas Groethuysen und Fazil Say. Ihr Fehler: Sie äußern oder äußerten sich auch außerhalb ihrer schwarzen...

Alt vs. Neu Teil 2: Das Restaurantgleichnis

Wie wir sehen: es geht also nicht um gut gegen schlecht, auch nicht um alt gegen neu, sondern allein um gesunde Vielfalt, wider den Inzest des Klassikeinheitsbreis, in den Küchen wie in den Konzertsälen. Wer die Vielfalt der Musik aber dauerhaft einschränkt, das andere oder neue beharrlich ausblendet, handelt genauso wie jemand der behauptet, dass es nicht sinnvoll wäre, ein anderes als ein gutbürgerliches Restaurant aufzusuchen, da ja dort einmal 99% der Menschen gegessen haben (weil sie nichts anderes kannten).

Medusen und Michelangelo – Rihms Requiem Strophen in der Musica Viva

Das Altern bringt wohl zwei Dinge mit sich: man denkt über das eigene Ende nach, was danach kommt oder nicht kommt. Und man sieht es vielleicht abgeklärter denn als junger Mensch. Der zweite Umstand, der einen beschäftigt: man kann die Konventionen der jüngeren Zeitgenossen hinter sich lassen. Beides vereinte Wolfgang...

Old vs. new – oder der Friedhof der Kuschelklassik

Ich stelle mir das so vor: die Anhänger der „großen Alten“ stehen auf verlassenen Friedhöfen herum (zum Beispiel unsere klassischen Konzertsäle) und halten Zwiesprache mit den Grüften der Genies. Die Genies aber sind schon lange tot, und können nie antworten, da sie ihre Antworten schon gegeben haben. Zwischen den Grabsteinen huschen grell geschminkte, widerliche Leichenfresser herum, die die schon abgenagten Knochen der Genies immer wieder neu einkleiden, so dass sie fast lebendig scheinen. Aber nur fast. Diese fiesen Ghouls heißen zum Beispiel David Garrett oder André Rieu, und ihr debiles ewiges Grinsen verschwindet nie, wie das der Cheshire-Katze.

Der Herr Publikumsgeschmack (ein Interview)

Ich will wieder lachen, wieder weinen, verzweifelt sein, mir die Haare raufen. Ich will Gras unter meinen Füßen spüren. Ich will in schrillen Klängen baden. Ich will mein eigenes Ding. Ich will nichts Vorgefertigtes mehr bekommen. Ich will hinauslaufen, in die Wildnis, Erfahrungen machen. Wenn man genauer darüber nachdenkt, dann gibt es doch jemanden wie mich überhaupt nicht.

Opernhäuser – die schwarze Liste der ewig Gestrigen (Teil II)

Noch ernüchternder aber ist nicht der Blick auf allein die Premieren, sondern auf den tatsächlichen Spielplan des ganzen Jahres, nicht nur die Premieren sondern auch die Wiederholungen schon aufgeführter Inszenierungen. Da stellt man schnell fest, dass die 45673te Aufführung von „Carmen“ in der alten Inszenierung von 1951 im Jahr 70 Mal gespielt wird, die neue Oper von X.Y. Pendegratzki-Mrnza aber eben nur 6 Mal. Aber über die liest man wenigstens im Feuilleton, über die zahlreichen Kinderstücke dagegen gar nichts.

Opernhäuser – die schwarze Liste der ewig Gestrigen (Teil I)

Der Spielbetrieb des heutigen Opernbetriebes ist also extrem besorgniserregend in seinem immer stärker werdenden Anachronismus. Jede Inszenierung muss entweder eine „radikale Neudeutung“ eines schon tausend Mal durchgekauten Stoffes sein, oder es geht bei der neuen Uraufführung von XY gleich um die Neuerfindung des gesamten Genres

Richard Greene Duets. Cover

Der tote Winkel des Klangs

Die großartigste Musikerin bleibt irgendwie stumm, wenn das Musikinstrument fehlt. Gewiss, das ist eine überholte Ansicht, angesichts der ästhetischen Bewegungen der Gegenwart. Wer sagt denn eigentlich, dass man für irgend etwas eine Musikerin geschweige denn einen Schallerzeuger benötigt. Viele der Töne unserer Umgebung, das muss man so sehr anerkennen wie...

Musik der Gegenwart. Foto: Hufner

Neue Musik, Musik der Gegenwart, Ü-Musik – Eine Diskussion

In der (noch) aktuellen Ausgabe der neuen musikzeitung haben wir einen kleinen Schwerpunkt zum Thema „Neue Musik“ (oder neue Musik, oder Gegenwartsmusik, oder Ü-Musik, oder …) zusammengestellt. Die Autorinnen Anna Schürmer, Harry Lehmann, Dirk Wieschollek und Claus-Steffen Mahnkopf spüren Fäden auf, die diskussionsfähig sein mögen. Das soll jede für sich...