Ode an Philip Glass

Ode an Philip Glass

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Oh, Glass, Du bist der Größten einer
So viel wie Du schreibt sicher keiner
Ich weiß es nicht, wie Du es schaffst
vermutlich, weil du freundlich bluffst.

Schwer schreibt sich’s nicht, das Dudeldidumm
Und hör ich’s zu oft, dann bringt es mich um.
Wie kam es dazu? das frag ich mich oft
Früher warst Du cool, jetzt viel zu soft.

Der Einstein war mal auf der Beach
Das war der beste Wilson-Kitsch
Das hörten wir gern, das mochten wir sehr
Doch leider ist es schon lange her.

Ungefähr 50 Opern kamen danach
Sie nicht alle zu kennen ist keine Schmach
Letztlich klingen sie auch alle gleich
Die endlosen Patterns spülen uns weich.

Sehr, sehr viel Popmusik hast Du gemacht
manchmal so langweilig, dass es kracht
Die Low-Symphonie nach David Bowie
War schon recht öd, das tut mir sorry.

Auch Filmmusik machst Du seit langem zuhauf
Seit „Candyman“ (Horrorfilm) hast Du nen Lauf
Powaqqatsi, Naqoyqatsi
Irgendwann war‘s nur noch Quatschi

Und wo es früher Filmkunst war
Zahlt man Dir heute nur in bar.
„Fantastic Four“ ist Dein jüngstes Werk
Das hab‘ ich erst beim Abspann gemerkt.

Der Marco Beltrami lieferte die Suppe
Patterns sind ihm wahrscheinlich recht schnuppe
Die machtest Du, ganz schnell auf dem Klo
In Hollywood glaube ich macht man das so.

Und manchmal denk ich an die alten Zeiten
Wo Du noch warst einer der Gescheiten
Wo es noch sprühte, wo es gelang
Wo ich Dir abnahm wohlfeilen Klang.

Jetzt hör‘ ich lieber, das sag‘ ich gleich
Jedes beliebige Pattern von Reich.
Der schreibt recht wenig, und das nicht schlecht
Ihn mehr zu mögen, das find‘ ich gerecht!

Moritz Eggert

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2 Antworten

  1. Lieber Herr Eggert,
    Sie komponieren besser als Sie dichten!
    Lassen Sie sich das von einem Dichter gesagt sein.
    Das haben Sie allerdings z.B. mit Arnold Schönberg gemein.

  2. Nach dem Ausdrucken zumindest der achten Strophe dieses Odels passt Regers Klassiker:

    „Ich sitze hier im kleinsten Zimmer und habe Ihre Kritik vor mir. Bald werde ich sie hinter mir haben.“

    Sorry, aber …