Stichwörter: Mozart

Ein kleiner blinder Fleck der prüden Musikwissenschaft 2

Ein kleiner blinder Fleck der prüden Musikwissenschaft

Neulich sang ich bei einer Aufführung von Mozart wunderbarem Kanon „difficile lectu mihi mars et jonicu difficile“ mit. Ein kleineres Gelegenheitswerk des Meisters, K 559, nicht ganz so bekannt wie der ähnlich intendierte Kanon „Bona Nox, bist a rechter Ochs“.

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Wie man eine Oper fertig schreibt. Jetzt aber wirklich.

Ich hätte es ja gestern schon tun können, aber dann war es mir dann doch zu hektisch und über’s Knie gebrochen. Also habe ich mir das letzte Stück des Stücks für heute aufgehoben. Es ist nicht mehr viel, vielleicht sind es 15, 20 Takte, und die habe ich eigentlich auch schon im Kopf. Aber zum prokrastinieren schreibe ich jetzt noch schnell diesen Blogartikel. Dann schreibe ich die letzten Takte und „Terra Nova“ ist fertig. Natürlich nicht wirklich. Vor mir liegen noch lange Monate der Korrekturen (vor allem der noch nicht fertigen Klavierauszüge), Partitureditieren, Arbeit im Tonstudio….aber das eigentliche, das Erfinden des Ganzen, ist dann getan. Der Rest ist Fleißarbeit.

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Wie man eine Oper fertig schreibt. Ein paar Gedanken eines Betroffenen.

Opernkomponieren ist und bleibt das große Mysterium. Zuerst einmal ist es ein Mysterium, warum man sich als vernünftiger Mensch überhaupt einem solchen Unternehmen widmet. Es will ja keiner neue Opern, weil es ja angeblich schon genug gibt seit 1900, und die werden die nächsten Jahre halt einfach immer neu aufgeführt. Und wenn alle tot sind, die sich daran erinnern, dass diese Opern aufgeführt wurden, führt man sie eben nochmal auf. Das nennt man dann „lebendiges Musiktheater“ und Eleonore Büning kann klug darüber schreiben, so wie heute in der FAZ über „Tristan“.

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Copy and Paste.

Gerade übe ich zwei Stücke von György Kurtag, einem ja durchaus spielenswerten Komponisten. Wie bei Kurtag häufig sind es kurze, komprimierte Sätze eher minimalistischen Charakters. Wie minimalistisch stellte ich beim Üben schnell fest: Kurtag verwendet in einem Satz jedes der beiden Stücke exakt den gleichen Klavierpart! So als ob er ihn einfach aus dem einen Stück herausgeschnitten und in das andere eingefügt hat (wen es interessiert, es handelt sich um die Passacagliabegleitung aus „Hommage a R.Sch“ (gerne im Musikerjargon auch „Hommage Arsch“ genannt) und den 6 Stücken für Posaune und Klavier).

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Preparing Atopy. A lecture in 6 parts. Part two: The Big Sleep

(This is the English translation of a 6 part lecture that I gave in Mainz about the possibilities of what I call „atopical“ music)

THE BIG SLEEP

I am often asked at parties what kind of music I write. This is a horribly difficult question to answer. Because “music” is of course a near endless term. “Music” can be St. John’s Passion or the music of the „Beatles“, both is „music“. I also think it is reasonable that both of it can be called “music”. Because in all kinds of music – be it popular music, dance music, Jazz music, improvised music, ethnical music, experimental music, film music – the chances to encounter horribly bad music are absolutely equal. This is the common trait of all music. But in each of these “genres” we can of course also find works of genius. For me there is no quality difference between the music of the Beatles and the music of Stockhausen. I actually also know which of these two I absolutely prefer!

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Links liegen lassen – Musikeraufregung über neuen LEXUS-SPOT

Was gibt’s schöneres als mit einem temporär angeeignetem Pseudo-SUV zum Beispiel durch die Mark Brandenburg zu gondeln: leere Strassen, endlose Wälder, querendes Wild. Und Klassikgedudel. Natürlich nur über UKW. Alle Jahre wieder erfreut das den sonst autolosen Komponisten. Ansonsten werfe ich vor dem inneren Auge jedem auf innerstädtischen Fuss- und...

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Die wunderbare Vielfalt der Klaviermusik

Heute treffen wir den wichtigsten Konzertagenten für Pianisten weltweit, den Deutschamerikaner Gerhard von Lippi, im Hotel Vier Jahreszeiten, München.

Herr von Lippi ist erschöpft, hat er doch gerade die Welttournee der jungen chinesischen Pianistin WeiShi-sheng (mit Werken von Brahms, Schumann und Bach) begleitet, mit Konzerten in allen großen Metropolen dieser Welt. Jetzt rührt er mit dem Löffel sorgfältig in einem Cappuccino und gönnt sich eine Packung Mozartkugeln. „Die habe ich immer dabei, Mozart geht immer“ sagt er lachend.

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Music for the Unborn – an interview

The last years have seen a growing trend for exposing children to classical music – purposefully to heighten their intelligence and logical skills. There are countless studies which apparently prove that listening to Mozart will actually raise your IQ, so one might better start as early as possible to get a headstart in today’s tough and competitive world. Even though many people claim that these experiments are simply diversionary tactics to prevent the downfall of classical music, the grand experiment with our children has entered a new phase recently….with the introduction of concerts for pregnant women!

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Mythos Überalterung. Das vernachlässigte Publikum.

Ach, es ist wieder in alle Munde – das Publikum über 60, das Publikum ohne Zukunft (angeblich). Wie oft wurde es schon beschworen! Schon Paul Hindemith bemerkte in den 20er Jahren, dass das grauhaarige Publikum ja nicht mehr lange frisch bleiben würde und die klassische und moderne Musik damit dem Untergang geweiht sei. Immerhin hat dieses Publikum es bis heute, 2014, noch ganz gut geschafft, die 60jährigen von damals sind also jetzt 134 Jahre und aufwärts. Oder sind es überhaupt die selben 60jährigen? Natürlich nicht!