Autor: Moritz Eggert

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Die Liste der ewig gestrigen Opernhäuser, Edition Spielzeit 2017/2018 (Teil 1)

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in einen Buchladen, und alles was Sie finden ist Belletristik aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Kino, und auf dem Programm sind einzig und allein Filme von Chaplin, Eisenstein und George Melies. Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Museum, und alles was Sie sehen sind alleine die Gemälde, die Sie eh schon kennen, und zwar eine relativ kleine Auswahl von ca. 50 Stück.

Oper für Ungeduldige (3): „Pelleas und Melisande“ in einer halben Minute 0

Oper für Ungeduldige (3): „Pelleas und Melisande“ in einer halben Minute

In dieser Oper dauert alleine ein kurzes Gespräch zwischen zwei Personen einen Akt lang, und die Oper hat viele Akte! Dabei wollte Debussy doch einen Gegenentwurf zu Richard Wagners Endlosopern erschaffen, er hat aber nur eine weitere Oper komponiert, bei der man sich die Arschbacken absitzt.

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„Wenn Helmut das darf…“ – was der „Marche Fatale“ von Lachenmann uns eigentlich sagen will

Man stelle sich vor man lebt als Nonne jahrzehntelang in einem Kloster, in dem strengstes Zölibat herrscht, und dann eröffnet einem die Mutter Oberin, dass sie es nun vollkommen unproblematisch findet, einen Swinger-Club aufzumachen. Ungefähr so muss es sich für strenge Lachenmann-Jünger anhören, wenn ihr Prophet sich nun einen kleinen musikalischen Scherz in Es-Dur erlaubt. Es ist der ultimative Affront, die komplette Verneinung einer Philosophie, die vorher auch immer wieder dogmatisch ausgelegt wurde. War es nicht Lachenmann, der einmal Henze zu viel „Banalität“ vorwarf? Und nun beschäftigt er sich selber damit?

Oper für Ungeduldige (2): „Le Grand Macabre“ in Anderthalb Minuten 0

Oper für Ungeduldige (2): „Le Grand Macabre“ in Anderthalb Minuten

Heute: LE GRAND MACABRE(von dem durchgeknallten Ungarn György Ligeti).
Schon viele Dramaturgen haben erfolglos versucht, die Handlung dieser Oper sinnvoll zusammenzufassen. Wird es mir gelingen?

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Offener Brief an Daniel Hope

Was ich Ihnen also sagen will, lieber Herr Hope: wollen Sie sich nicht vielleicht doch noch einmal überlegen ob Sie nach Ihrer sicherlich verständlichen ersten Beleidigung über das Video den beiden Schöpfern die Chance zu einer persönlichen Begegnung (und damit verbundenen Entschuldigung) geben könnten, anstatt sie so hartnäckig anzugehen? Müssen Anwälte bemüht werden für etwas, das man eigentlich bei einem Bier und einem netten Gespräch klären könnte?