Darmstadt Style. A music video.

A year ago I sat on the train and suddenly thought: why is New Music always so apologetic? Why does it always have to find arguments to explain its existence, why does it always has to bear the stigma of being the odd one out, the weird one, the geeky one, the music that people switch off when they hear it on the radio?
Suddenly I realized that it’s all about attitude in the end. And I asked myself the question: What would happen if New Music composers were gangsta rappers? How would they express their stance?

The result was the following rap that I wrote in one single rush of creativity. I had the complete music in my head, but the problem was that I never got around actually writing it. So I continously postponed doing this song (but I told my friends incessantly about it until they probably thought I was crazy). But with the deadline of this years‘ „Darmstädter Ferienkurse“ („Darmstadt International Summer Course for New Music“) approaching I suddenly thought „now or never“.

The video you are about to see is the most expensive in the history of the Bad Blog. A special stage was built, costumes designed, lighting and extras hired and a famous German theatre director was asked to direct it. The shooting went on for several weeks, followed by several more weeks of editing. At least one of the before statements is hopelessly exaggerated.

I have sold all my belongings and have officially changed my name to „MC Lunaire“. From now on I will travel the globe with my band, the „Darmstadt Bitches“, and bring the glory of the „Heavy Gut City Sound“ to the world.

I am not ashamed anymore.

I am a composer.

Screw it!

Moritz Eggert

„Darmstadt Style“

composition and lyrics: Moritz Eggert
directed by Die Handschuhs
camera: Levin Handschuh
editing: Levin Handschuh/ Moritz Eggert
mastering and musical assistance: Samuel Pender-Bayne
stage: Katharina Kreßler
The Dancers:
Veronika Hörmann, Sophie-Luise Lenk, Claudia Martini, Theresa Martini, Katharina Susanne Müller, Samuel Pender-Bayne, Irmela Jane Purvis, Jasmina Rezig, Antonia Welke

Costume Design: Moritz Eggert and company

Moritz Eggert

Komponist

25 Antworten

  1. Heuserin sagt:

    THIS is how you do it! With style, hurra!!!

  2. …großartig, wunderbar, überirdisch, durch und durch treffend…

  3. DSDS –
    noch besser: Eurovision Song Contest; findet kommendes Jahr in Wien statt
    würde dich gerne begrüßen!

  4. @Moritz: Congrats, man! This is the kind of conceptualism I like :-)

  5. Christof Tisch sagt:

    Yo bitches.

    Not really Gansta, mo’ like Beasty Boys, but I’m really getting into it, maaan!
    Groove on, play on, party on, this it wild.

  6. Thomas sagt:

    Ach lieber Moritz Eggert, dieses Video offenbart Dein Dilemma mehr als Dir lieb sein kann. Abgesehen davon, dass diese Anti Adorno Klischees von vorgestern sind und heute keinen Menschen mehr jucken. Vielleicht muss Dir das mal jemand in dieser Härte sagen. Du bist nicht witzig und Du bist auch kein bad boy. Hör also auf Deine Zeit mit drittklassiger parodistischer Polemik und provinzieller Kulturpolitik zu verschwenden. Setz Dich auf den Hosenboden und überleg Dir ernsthaft, was Du mit Deinem Talent in diesem kurzen Leben noch anfangen willst.

  7. – ähem, spricht hier Thomas Schäfer?

  8. Könnte wirklich sein, oder?
    Gebt Euch zu erkennen „Darmstädter“ ;-)

  9. Oder: „an ihrer Humorlosigkeit sollt ihr sie erkennen“ … Alias: Man könnte ja, statt dem obersten Bad Boy „kluge Ratschläge fürs Leben“ zu erteilen, mal besser solche Posts als Einstieg für ein ernsthaftes, sich mal nicht selbst beweihräucherndes Darmstadt-Forum nehmen … ;-)

  10. Thomas Schäfer sagt:

    liebe Leute, mir wurde berichtet, ich habe hier anonym gepostet. Damit nicht neue Gerüchte und/oder Verschwörungstheorien auftauchen. So etwas würde mir nie einfallen – also: der „Thomas“ da oben bin ich nicht.

  11. Dann war mein „kurzes Leben“ doch noch nicht sinnlos, wenn Thomas Schäfer persönlich hier postet (der echte!) :-)

  12. Sehr geetrer Herr Schäfer,

    in den Büroetagen der Darmstädter Ferienkurse scheint der BadBlog eine beliebte Lektüre zu sein.
    Ich darf aber vor allem für die rasche Antwort (knappe 3 Stunden später) danken und auch gratulieren!
    Denn dies sollte ein leuchtendes Beispiel für alle Kulturmanager/Dramaturgen/Orchesterleiter und Verlagslektoren bei jedweder Anfrage von Komponisten sein.

    Mit besten Wünschen für ein erfolgreiches Gelingen der kommenden Ferienkurse.

    Ihr
    wehselstrom

  13. Wolfgang Ponader sagt:

    Mega COOOOL !! Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa….Flucht nach VORNÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ

  14. mARTin sagt:

    Super Video – good as hell! Schön auch der Adorno als Groucho Marx kurz vor Schluss [3:55]. War der alte Teddy im tiefsten (Wiesen-)Grunde seines (Un-)Wesens womöglich ein großer Humorist?!
    Hier noch der Video-Link zu einer Veranstaltung des aktuellen „Darmstädter Ferienkurses“:
    http://youtu.be/KtL6u3XUDs8 :)))

  15. Ich darf mich ebenfalls für meine Mit-Mutmaßung und damit implizite Unterstellung des anonymen Postings entschuldigen. Aber wer sind nun nur diese Thomasse, Martins etc. ? Ich trau mich jetzt gar nicht mehr, nochmal mit zu raten. Und – ma ehrlich – wir sind ja auch keine Kinder mehr, oder? Jeder, der einen Vornamen hat, hat auch einen Nachnamen und kann den nennen, auch wenn er Promi oder Entscheidungsträger ist… ;-) [oder aber nur unbedeutend und neidisch auf dieses ausgesprochen gut gemachte Video von Moritz!]

    Aber immerhin stirbt die Hoffnung zuletzt, dass die armen, ausgegrenzten „bösen Buben“ (inklusive die „Alten“, wie ich ;-) ] wenigstens ein bisschen Beachtung vom Darmstadt-Olymp finden ;-D Noch schönste Tage wünsche ich allen Darmstädter Ferienkurs-Besuchern. Und das ist KEINE Ironie. ich war ja immerhin 3 mal da. Und – auch echt – ein Besuch des Böllenfalltors (ENDLICH sind die Lilien wieder in der 2. Liga, wo sie hin gehören…) hätte mich zumindest interessiert, unter anderem… ;-)

  16. mARTin sagt:

    … bin weder Promi noch Entscheidungsträger. Auch bin ich keineswegs neidisch auf das – in der Tat sehr gut gemachte – Video von Moritz & Co. Es tut mir leid, wenn mein Kommentärchen diesbezüglich missverständlich geraten sein sollte. Ich schätze Moritz sehr, bin auch selber Komponist – wenn auch unbedeutender, weil deutlich unbekannter (weswegen mir mein Zuname an dieser Stelle auch eher verzichtbar erschien).

    Einerseits liegt Moritz inhaltlich mit seiner humoristisch verpackten Kritik der Neue-Musik-Szene ganz auf meiner Linie; andererseits würde ich aber noch einen Schritt weiter gehen wollen. Dazu ein – nach wie vor aktuelles – Zitat von Kurt Weill: „In Deutschland zeigt sich am deutlichsten, daß die musikalische Produktion eine neue Existenzberechtigung gewinnen muß […] Die gesellschaftlichen Künste, einer anderen Zeit und einer anderen Kunsteinstellung entstammend, verlieren immer mehr an Boden. Die neue Orchester- und Kammermusik […] ist heute fast ausschließlich auf Musikgesellschaften, auf Organisationen zur Pflege neuer Musik angewiesen, deren Hörerkreis sich hauptsächlich aus Musikern zusammensetzt.“ (K. Weill: Musik und Theater, Gesammelte Schriften, Berlin 1990, S. 55).

    Weill zog aus dieser Analyse der damaligen Situation die Konsequenz, sich „an die Interessengebiete eines breiten Publikums anzunähern“ und konstatierte etwas später (Ende 1929): „Wir haben den Versuch unternommen, eine Musik zu schaffen, die auch das Musikbedürfnis breiterer Bevölkerungsschichten zu befriedigen vermag, ohne ihre künstlerische Substanz aufzugeben […] Die erste Frage für uns lautet: ist das, was wir machen, für die Allgemeinheit nützlich? Eine zweite Frage erst ist, ob das, was wir machen, Kunst ist; denn das entscheidet nur die Qualität unserer Arbeit. Diese Einstellung von einem Vertreter der >ernstenKunstmusikernsterleichter< Musik anerkannt. Es gibt nur gute und schlechte Musik." (Interview von 1940, Zit. in: Jürgen Schebera, Kurt Weill, Reinback 2000, S. 114).

    Martin Torp, Berlin

  17. mARTin sagt:

    Wie man unschwer erkennen kann, ist mein Kommentar vom gestrigen Abend fehlerhaft bzw. unvollständig übermittelt worden. Irgendeine virtuelle Schnappschildkröte aus den Tiefen des Internets hat sich da offenbar ein fettes Stück aus meinem Text einverleibt. Leider scheint auch die Kommentar-bearbeiten-Funktion dieses Blogs nicht zu funktionieren. So unternehme ich jetzt also noch einen dritten und letzten Versuch, meinen Text im Sinne einer Vervollständigung resp. Wiederherstellung der ursprünglichen Fassung zu ergänzen, zunächst nochmal das vollständige Kurt-Weill-Zitat von 1929:

    „Wir haben den Versuch unternommen, eine Musik zu schaffen, die auch das Musikbedürfnis breiterer Bevölkerungsschichten zu befriedigen vermag, ohne ihre künstlerische Substanz aufzugeben […] die erste Frage für uns lautet: ist das, was wir machen, für die Allgemeinheit nützlich? Eine zweite Frage erst ist, ob das, was wir machen, Kunst ist; denn das entscheidet nur die Qualität unserer Arbeit. Diese Einstellung von einem Vertreter der ‚ernsten‘ Musik geäußert, wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. Man hätte eine solche Forderung abgelehnt mit der Begründung, daß eine derartige Umstellung der ‚Kunstmusik‘ auf die Bedürfnisse der Menge mit schweren Konzessionen an den sogenannten Publikumsgeschmack verbunden wäre. Die Richtigkeit dieser Forderung konnte also nur durch die Praxis erwiesen werden. Das ist heute geschehen.“ (Zit. aus: Berliner Tageblatt vom 31. 10. 1929). Hierbei dachte Weill ausdrücklich an seine Dreigroschenoper sowie an die ein Jahr später komponierte Komödie „Happy End“, deren „Bilbao-Song“ und „Surabaya-Johnny“ sofort populär wurden – und es bis heute gelieben sind.

    Ob Pharell Williams‘ Mega-Hit „Happy“ die künstlerische Qualiät von Kurt Weills Evergreens erreicht, möchte ich hier nicht erörtern. Es ist aber eine Tatsache, dass sein „Glücks-Hit“ prima funktioniert und offensichtlich den musikalischen Bedürfnissen der Menge entspricht – und zwar weltweit. Vor 30 Jahren war ich noch ein Bewunderer des „Hyper-Avantgardisten“ Karlheinz Stockhausen gewesen (ich erwog damals sogar, bei diesem zu studieren). Heute bin ich eher geneigt, einen Pharell Williams höher zu estimieren als das „Groß-Genie vom Sirius [resp. Kürten]“ – und das, obwohl ich nach wie vor kein Popmusiker bin, sondern mich als Komponist nolens volens der „E-Musik“ zurechnen muss.

    Dazu noch ein letztes Zitat von Kurt Weil: „Ich habe niemals den Unterschied zwischen ‚ernster‘ und ‚leichter‘ Musik anerkannt. Es gibt nur gute und schlechte Musik.“ (Aus einem Interview von 1940, Zit. in: Jürgen Schebera, Kurt Weill, Reinbek 2000, S. 114).

    Martin Torp

  18. Sebastian sagt:

    Haha, geil, genau so war’s vor 20 Jahren. Glücklicherweise hat sich nicht nur das mit der persönlichen Hygiene stark verbessert :-)

  19. Eberhard Klotz sagt:

    Warum habe ich das gleiche Bild wie dieser ominöse „Thomas“ in diesem Blog (?)
    Da stimmt doch was nicht. Ich war und bin Eberhard Klotz und finde diese
    Videosatire herrlich…Vielen Dank dafür.

  20. Sehr geehrter Herr Klotz. Das ist reiner Zufall. Nix anderes. Offenbar sind diese „Sinnbilder“ an Anzahl nicht unendlich. Wenn es einem nicht zu viel Arbeit ist, kann man sich bei gravatar.com ein eigenes Bild basteln, was dann zu Ihrer Mailadresse gehört. Ansonsten: Alternative, der blasse Typ vor der Wand für alle.

  21. Thomas sagt:

    Ich fühle mich geehrt, dass man nicht mal mehr den Icon mit mir teilen will.

    Wer sich übrigens ein wenig durch die Darmstädter Vorträge durchgehört hat, die erfreulicher Weise in großer Zahl im Internet zugänglich waren, dem dürfte aufgefallen sein, dass Moritz Eggert einen Literaturrückstand von mindestens 20 Jahren hat.

    Doch auch wenn man den Darmstädtern zumindest zu Gute halten kann, dass sie diskursiv einigermaßen auf der Höhe der Zeit sind, sieht es ästhetisch auch nicht besser aus.

    Wenn man die Wahl hat zwischen Moritz Eggerts pupertären Schlichtheiten und Johannes Kreidlers infantilem Anarchismus, kann man sich nur noch Schulter zuckend abwenden.

  22. Eberhard Klotz sagt:

    Lieber Thomas,
    es geht nicht darum, dass ich den Icon nicht mit Ihnen teilen möchte.
    Gerne würde ich sogar mehr mit Ihnen teilen; etwa Ihre Ansicht zu diesem Video.
    Ich kann es aber leider nicht. Es hat nur zu Irritationen geführt, da Kollegen
    geglaubt haben, ich hätte hier unter dem Pseudonym „Thomas“ meine Meinung geäussert, da man mich mit diesem Zeichen in Verbindung bringt. Hier wollte ich
    klarstellen. Im Übrigen ist das Video eine Satire. Wenn Darmstadt auch als Satire gemeint wäre, könnte man beide miteinander vergleichen – aber ich fürchte, die meinen es dort ernst, bierernst sogar, um in Deutschland zu bleiben…

  23. Habe ich in einigen Kommentaren tatsächlich einen gewissen Bierernst entdeckt?
    Ja?
    Nein?
    Doch!
    Moritz, wie wär’s mit einem norddeutschmünchner Wiesn-Hit.
    Muss nicht gerapt sein, sollte aber Zitate aus obigen Kommentaren enthalten.
    Vielleicht eine Zitherpartie?
    Jodeln erwünscht.

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