Für jeden was dabei – D’n“’sch’ng’n 2015

Meine vokalfreie Schreibung des herbstlichen Neue Musikfestivals zwischen Brigach und Breg verweisen auf? Was? Nur ein Tipp: der Mann, der letztes Jahr dort mindestens drei Orchesterevents hatte, spielt dort eine wichtige Rolle, wird sie, soll sie spielen…

Eigentlich könnte man heuer das Weglassen auch umdrehen: ‚o’aue“’i“e‘. Denn ob D’n“’sch’ng’n oder ‚o’aue“’i“e‘, beides in Reinforn super, könnte es aber programmatisch ein Gemischtwarenladen werden a la Starbucks trifft Rollkoffer meets Hermes, Wempe & Tiffany. Klar, bunt ist gut. Logisch, es sollte ja der Schlussstein von Köhlers Intendanz werden. Doch ohne die zentrale Figur wirkt das Programm unentschlossen, so vielversprechend die einzelnen Werkankündigungen auch sein mögen.

Mit dem Abschlusskonzert, Werke von André, Filidei, etc., dem gnadenlos ausverkauften Ensemble Mosaik Konzert, Stücke u.a. von Poppe, Barden, Winkler sowie im Eröffnungskonzert vor allem Pasovsky, Ayres und Borowski wird es runde, hochästhetische und den zeitgenössischen common sense ins Schwarze treffende Stücke geben, eine Große Koalition gut komponierter Musik. Aber eben auch nicht seltsam eckig, tief gründelnd, plan forschend, abgründig trauernd, exaltiert feiernd, hypnotisch explodierend. Natürlich könnte man diese Zustände einzelnen der Komponisten wieder zuordnen. In der Gesamtheit aber ist es nur ein blubbender Tall Latte.

Auf der anderen Seite Konzeptionelles von Frank, Kreidler, Beil, Prins und eventuell auch Curran. Das sind allemal gefährlichere, vielleicht auch komplett scheiternde Namen. Aber so embedded, gerade Frank am Samstag mit dem doppelten Mosaik-Ausverkauf, dass es sich wie ein Stadttheater und dessen risikoloses Spielzeitkonzept anfühlt. Eigentlich kein einziger unbekannter Name, nichts aus fernen Orten, keine frankophonen Übertreibungen oder deutschsprachige Anecker, kein ‚o’aue“’i“e‘ oder D’n“’sch’ng’n-Newcomer – bis auf Frank. Selbst Johannes Kreidlers TT1 scheint braver zu werden als Minus-Bolero, konstruktiver im Sinne einer „grossen Partitur“. Oder doch mehr „__“? Immerhin lässt er das Quellendorf e-zithern. Am spannendsten klingen die Blog-Ankündigungen der eingebetteten SWR-Blogger Zimmermann und Haffter, wehe dem, wer da an U./B.A. Zimmermann oder C. Ha(l)ffter denken mag! Nun, vielleicht 2016 lieber mal Next Generation dreimal wiederholt als einmal anderes zu viel? Und wann kommt endlich Schedls Orchesterwerk? Oder meins? Oder Maintz? Meggert? Äääääääääh…

Alexander Strauch.
Alexander Strauch
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