Corona-Missverständnisse, Teil 3: Ein Brief über Kritik und hysterisches Denken.

Als ich diese Serie begann, konnte ich nicht ahnen, wie sehr sie die Gemüter erregen wird. Viele reagieren darauf, indem sie mir schreiben, manche zustimmend, manche zornig. Gerade heute saß ich an einer langen Antwort auf ein solches Schreiben, und während ich schrieb, wurde mir klar, dass es nicht schaden könnte, meine Antwort in leicht veränderter Form zu veröffentlichen. In der Hoffnung, vielleicht ein paar weitere Corona-Missverständnisse – vor allem in Bezug auf meinen letzten Artikel – auszuräumen.

 

 

Gelbfieber im Jahr 1878, USA

„Lieber/e XXX,

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Du schreibst sehr lang und aufgebracht. Ich lese das geduldig und versuche nachzuvollziehen, was Dich so aufbringt, aber am Ende kann ich nur feststellen, dass hier ein weiteres „Corona“-Missverständnis vorliegt. Das soll keine Entschuldigung oder Rechtfertigung sein – in einigen Dingen bin ich derselben, in anderen Dingen anderer Meinung als Du, aber das sollte eigentlich unter aufgeklärten Menschen möglich sein.

 

Die Kernaussage Deines Schreibens ist, ich hätte angeblich „alle, die eine von der Regierung und den großen Medien abweichende Meinung vertreten“ in meinen Artikeln „Faschisten“ genannt. Mich überrascht, dass Du mich so falsch verstehst und damit die Aussage meines Artikels verzerrst.

 

Nirgendwo schreibe ich von „Faschismus“, das Wort kommt noch nicht einmal vor. Was habe ich wirklich geschrieben? Ich erlaube mir im Wortlaut die einzige (!) Passage zu zitieren, in der es um dieses Thema geht:

 

„Und, was ist überhaupt ein „produktives Leben“? Was ist der Wert von „Gesundheit“? Zählt man in dieser Gesellschaft nur etwas, wenn man kerngesund und jung ist, einen Körper wie ein Athlet hat und nie auch nur ein einziges Mal in seinem Leben krank ist oder war? Wird nur dann ernst genommen, wenn man gerade an Covid-19 gestorben ist, sonst nicht? Hinter der Stigmatisierung von „nicht gesunden“ Menschen mit Vorerkrankungen durch dieses Corona-Missverständnis steckt nämlich im Grunde eine Nazi-Ideologie, die wir eigentlich hinter uns lassen wollten. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich froh, nicht mehr in einem Land zu leben, das mir arische Ideale oder „Arbeit (=“produktiv sein“) macht frei“ aufzwingt, sondern im Gegenteil in einem Land, das sich zumindest meistens erfolgreich bemüht, Chancengleichheit zu erzeugen und dessen Ideal es ist, dass absolut jedes Menschenleben lebens- und schützenswert ist, egal welche physischen oder mentalen Handicaps es hat, egal wie alt oder jung es ist. Deswegen gibt es bei uns auch gottseidank keine Konzentrationslager mehr, in denen „unerwünschtes Leben“ wie zum Beispiel geistig Behinderte systematisch ermordet werden, so wie es im Dritten Reich geschah. Und es werden auch nicht alte und gebrechliche Menschen aus dem Straßenbild entfernt, weil dies einem nordkoreanischen Diktator missfällt.“

 

Was habe ich also hier gesagt? Wo Menschen stigmatisiert (sic!) werden, weil sie alt und gebrechlich sind, und wo nicht absolut jedes Leben als schützenswert gilt, wäre (!) es ähnlich (!) einer Nazi-Ideologie, in der man Menschen in „gesunde und produktive“ und „unwichtigere“ Menschen einteilte. Ja, das ist ein drastisches Bild, aber die Nazizeit ist eben das letzte Mal, dass so etwas in unserem Land passierte. Wäre ich Russe, hätte ich vermutlich das Aushungern der ukrainischen Bauern durch Stalin genannt, das aus ähnlichen Motiven geschah, und eine ebensolche menschliche Schweinerei war, wie die Vernichtung „unwerten“ Lebens. Stalin empfand die Bauernbevölkerung der Ukraine als unwichtig genug, um sie notfalls draufgehen zu lassen, er erstellte ein menschliches „Ranking“.

Ich sage auch ausdrücklich in meinen Zeilen, dass es in unserem Land nicht mehr so ist, und ich darüber froh bin.

 

Von dieser Passage direkt angesprochen zu sein und sich beleidigt zu fühlen hieße also im Umkehrschluss, dass man a) das Sterben von älteren oder vorbelasteten Menschen an Covid-19 als verschmerzbar und nicht genügend verhinderungswürdig sowie b) gesunde und produktive Menschen als wichtiger für eine Gesellschaft empfindet, als kranke und vorbelastete. Nur dann, wenn man dies unterschreiben kann, sollte man sich direkt angesprochen fühlen.

Wenn Du also wegen meinen Zeilen erzürnt bist, würde das im Umkehrschluss heißen, dass Du genauso denkst, wie ich es eben beschrieben habe, und das würde mich bei Dir dann doch sehr überraschen.

 

Ich habe das nicht von ungefähr geschrieben. Tatsächlich habe ich in sozialen Medien miterlebt, wie KollegInnen tatsächlich so argumentiert haben, dass man „nur wegen ein paar Rentnern jetzt den ganzen Scheiß ertragen muss“, wie plötzlich bestimmte Bevölkerungsgruppen isoliert werden sollen, weil sie „vorbelastet“ sind, die „Gesunden und Jungen“ dagegen Vorrang haben sollen. Ich wollte aufzeigen, wie gefährlich dieses Denken ist und daher wollte ich diesen Artikel schreiben.

 

Wir leben im Moment in einer Zeit, in der verständlicherweise alle sehr nervös sind, weil wir es mit einer ungewissen Situation zu tun haben. Daher ist es wichtig, möglichst die Nerven zu bewahren und nicht Extremauffassungen und Ideologien zu verfallen. Die Aussage „Alle Virusmaßnahmen sind übertrieben und Quatsch“ ist dabei für mich genauso extrem wie die Aussage „ewiger Lockdown weil schlimmste Seuche in der Geschichte der Menschheit“. Die Wahrheit liegt ganz sicher in der Mitte.

 

Selbstverständlich müssen wir in andere Länder schauen, global denken, weil das Virus überall exakt dasselbe ist. Gesellschaften sind unterschiedlich, aber die Krankheit an sich ist überall gleich, und weil sie in unterschiedlichen Gesellschaften unterschiedlich fatal ist, lernen wir daraus täglich mehr über den besten Umgang damit. Dabei geschehen selbstverständlich Fehler, das bestreitet kein ernsthafter Wissenschaftler. Bei unbekannten Größen – das weiß man schon aus der Mathematik – muss man erst einmal eine Anzahl von Hypothesen aufstellen, die dann einem strengen und mühsamen Auswahlverfahren unterzogen werden. Das geschieht aber schon im Moment – jedes Land zieht gerade seine eigenen Schlüsse und man kann erst im Nachhinein sagen, welche die besten waren. Dieser Prozess wird vermutlich noch Jahre dauern, und das Geschehen weltweit wird sich währenddessen ständig verändern, weil wir uns gerade erst am Anfang der Welle befinden, wie man gar nicht oft genug sagen kann.

 

Auch wenn viele das anders empfinden: unser Land hat hierbei einen Mittelweg, keineswegs eine Extrempolitik eingeschlagen. Weder sind die Lockdownmaßnahmen so hart und verzweifelt wie in Italien, Frankreich oder Spanien, noch sind sie so „lässig“ wie in Schweden (was auch so nicht stimmt, denn in Schweden gibt es durchaus Maßnahmen, die ganz ähnlich sind wie hier). Dieser Mittelweg hat sich bisher verhältnismäßig ausgezahlt, und ich finde ihn als Grundgedanken richtig.

 

Jedem ist klar, dass ein Lockdown nicht ewig aufrechtzuerhalten ist, weil die Leute sonst durchdrehen. Sie tun letzteres schon, wie man in den sozialen Medien täglich beobachten kann. Aber für die Politik ist das im Moment ein tägliches Abwägen, um das ich sie nicht beneide: Vernunft gegen Panik, Übervorsicht gegen Leichtsinn. Ich sehe hier keine dominierende Linie, sondern – wie in einer Demokratie zu erwarten – viele unterschiedliche Positionen, bei denen aber eindeutig der Schutz der Bevölkerung an erster Stelle steht. Und natürlich wird endlos in der Politik täglich beraten und man überlegt sich, wie man einerseits die Ausbreitung bestmöglich in den Griff bekommt und dennoch möglichst bald wieder die Dinge in Gang bringt (was ja auch schon geschieht – erster Hochschulunterricht beginnt z.B. wieder übernächste Woche in Bayern). Dieser Weg wird auch von Irrtümern und plötzlichen Verschärfungen wie Lockerungen begleitet sein.

 

Verschärft man, schreien einige „Diktatur“, lockert man, rufen andere „wir werden alle sterben!“. Man kann es unmöglich allen recht machen, und da wir in einer Demokratie leben, wird es eben dieser Mittelweg sein. Das ist mühsam, unsexy und unspektakulär, aber es hilft, wenn alle grundsätzlich erkennen, dass er hier um Kompromisse angesichts einer gefährlichen und ungewissen Situation geht. Eine Demokratie kann in so einem Moment tatsächlich die besten Chancen haben, einigermaßen heil aus der Sache zu kommen, aber nur, wenn wir alle den Ausgleich und den Konsens suchen, nicht, wenn wir uns in kontroversen und extrem auseinanderdriftenden Ideologien verschanzen oder ständig den Untergang von allem herbeiphantasieren.

 

Ich bin keineswegs 100% mit allem einverstanden, was die Regierung und die Landesregierungen entscheiden, vieles läuft teilweise schief (zum Beispiel die Versorgung der Freischaffenden und Künstler), aber eben auch nicht so schief, dass man von einem grundsätzlichen Staatsversagen sprechen muss, das ist einfach falsch. Ganz im Gegenteil – die gesamte Welt schaut eher neidisch auf Deutschland, weil es zumindest klar ist, dass hier keine Wahnsinnigen und Grenzdebilen wie in manchen anderen Ländern am Werk sind und unsere Kanzlerin uns auch nicht empfiehlt, Desinfektionsmittel zu spritzen.

 

In einer Notsituation tendieren äußere Positionen dazu, ins Ideologische abzudriften. Daher verwundert es nicht, dass jetzt extrem Linke und extrem Rechte gemeinsam gegen einen angeblichen Überwachungsstaat demonstrieren. Will man in der Gesellschaft dieser Gruppen sein? Ich finde auch, dass uns weder apokalyptische Verschwörungstheorien noch scheinbares Allwissen weiterbringen. Jeder Wissenschaftler, der sagt „ich finde alle Maßnahmen gegen das Virus vollkommen übertrieben“ kann per Definition nicht 100% seriös sein, da bisher kein einziger Wissenschaftler auf dem Planeten das Virus so erforscht hat, dass man gesicherte und vollständige Aussagen darüber machen kann. Ständig findet man Neues heraus, es gibt bisher keine abgeschlossenen Studien zur Gefahr von Wiederinfektionen, es gibt eindeutig neuronale und andere körperliche Beeinträchtigungen, die über normale Grippe weit hinausgehen. Das ist auch keine „Panikmache“ sondern ganz real, denn es existieren schon uns bekannte Viren, die Effekte haben, die erst Jahre später auftreten, zum Beispiel die Masern. Das ist bei diesem Virus absolut möglich, wir kennen ihn nicht lange genug, um ihn einschätzen zu können.

 

Wir kennen aus der Geschichte viele Pandemien, die sich überraschend entwickelten. Die vielzitierte Spanische Grippe zum Beispiel fing sehr ähnlich wie Corona an, es betraf erst nur Alte und Gebrechliche, dann traf die zweite Welle plötzlich – für alle damals vollkommen unerwartet – vor allem junge Menschen, und das auf dramatischste Weise. Es war aber dasselbe Virus! Erst nach der dritten Welle ebbte es ab, da war aber schon eine unglaubliche Menge von Menschen gestorben, was mit heutigem Wissen hätte verhindert werden können. Beim neuen Coronavirus könnte es ähnlich sein (viele Anzeichen sprechen dafür), etwas schlimmer oder etwas weniger schlimm, man weiß es nicht genau.

 

Dass man also vorsichtig ist und nach Möglichkeit die Infektionsraten unter Kontrolle bringen sowie Infizierte möglichst nachverfolgen will, ist also ganz sicher die richtige Strategie und hat sich in vielen Ländern schon ausgezahlt. Aber es ist eine ständige Anstrengung dafür notwendig, die alle Lebensbereiche betrifft. Darüber kann man nun entweder endlos jammern, oder einfach versuchen mitzuhelfen, damit man das Ganze möglichst gut übersteht (ich bin für Letzteres). Das hat mit „Untertänigkeit“ oder „Kritiklosigkeit“ nichts zu tun, das ist einfach gesunder Menschenverstand. Und dann gibt es eben zeitweise mal andere Prioritäten als Konzerte und Fußballspiele, aber eben mit Betonung auf „zeitweise“, daher muss man darüber auch nicht gleich in große Verzweiflung ausbrechen und den Untergang des Abendlandes befürchten.

 

Aber natürlich auch nicht in kritiklose Schockstarre verfallen – selbstverständlich müssen wir als KünstlerInnen hier solidarisch sein und einander helfen, und selbstverständlich wollen wir alle, dass so bald wie möglich wieder öffentliches Kulturleben stattfindet, hierzu gibt es ja auch schon viele vernünftige Vorschläge, die man auf jeden Fall diskutieren sollte.  Je wenig hysterischer und desto durchdachter solche Vorschläge sind, desto größer werden ihre Verwirklichungschancen sein. Wenn wir aber wollen, dass der Staat uns dabei hilft, ist so ziemlich das letzte probate Mittel dafür, ihn schon im Vorfeld unter den Generalverdacht einer angeblichen „Kulturvernichtung“ zu stellen.

 

In einigen Jahren werden wir einerseits das Ausmaß der Katastrophe erst begreifen (ich glaube, dass da niemand mehr von „zu großer Panik“  oder „zu extremen Maßnahmen“ sprechen wird) und andererseits werden wir uns darüber wundern, dass wir uns so über die Maßnahmen in unserem Land echauffierten und uns wahnsinnig darüber aufregten, während es anderswo wesentlich schlimmer zuging. Aber ganz ehrlich: ich wäre froh, wenn ich mich täusche, denn dann wären weniger Menschen gestorben. Wie heißt es so schön: „There is no glory in prevention“. Hauptsache es wurden Leben gerettet. Mehr werden wir erst mit dem Abstand einiger Jahre wissen, jetzt schon ein Allwissen darüber vorzugeben ist falsch.

 

Meine Urgroßmutter ist an der Spanischen Grippe gestorben. Meine Großmutter (Jahrgang 1913) hat als Kind diese Zeit erlebt und mir oft davon erzählt, wie traumatisch das war, vielleicht bin ich deswegen sensibilisiert für die Thematik. Sie hat mir auch von den vielen Verschwörungstheorien erzählt aus dieser Zeit, genau wie heute wurden „Schuldige“ gesucht (damals unter den Feinden im Ersten Weltkrieg), irgendjemand hatte immer „versagt“, dabei hatte man es einfach mit einer Naturkatastrophe zu tun. Und das kann man wirklich mit absoluter Sicherheit sagen, da es damals keinerlei Gentechnologie gab. Wir erleben also nichts wirklich Neues in der Menschheitsgeschichte  – auch vor der Spanischen Grippe gab es unzählige Epidemien, viele davon mit katastrophalen und auch unheimlichen und zutiefst traumatischen Verläufen, es wäre naiv zu glauben, dass so etwas nie wieder passieren wird und jede neue Pandemie automatisch „überschätzt“ wird. In der jüngeren Vergangenheit war man bei einigen potenziellen Pandemien übervorsichtig, daher ist die WHO etwas zögerlicher geworden, bevor sie das Wort „Pandemie“ in den Mund nahm. Es sagt also einiges aus, dass dies jetzt geschah, und vermutlich sogar zu spät, denn mit einem einheitlichen sofortigen Lockdown in Europa hätte man die unkontrollierte Ausbreitung verhindern und Fälle nachverfolgen können, dann wären wir vielleicht jetzt schon aus dem Gröbsten raus wie z.B. im Moment Taiwan.

 

Dass Epidemien in der jüngeren Vergangenheit nicht so katastrophal wurden, wie zuweilen befürchtet (bis auf AIDS, dem man katastrophale Wirkung nicht absprechen kann) hat aber auch mit den präventiven Maßnahmen zu tun, die jeweils eingeleitet wurden, und ja, die beinhalteten auch „social distancing“ und Lockdowns an den Orten, wo die Epidemie jeweils ausbrach. Diese Maßnahmen sind also keine Phantasiemaßnahmen und unnötige Quälerei der Bevölkerung, sondern sind erprobt und wirksam.

 

Solange Vorsicht für eine Gesellschaft irgendwie tragbar ist, sollte man ganz sicher lieber vorsichtiger als leichtsinniger sein, das ist für mich ganz klar. Denn wenn es einen unkontrollierbaren Ausbruch gibt, kann man die Uhr nicht plötzlich zurückdrehen, dann ist es nämlich zu spät. Und die Gefahr eines solchen Ausbruchs ist real.

Aber auf der anderen Seite zu behaupten, dass unsere Gesellschaft wegen dieser Schutzmaßnahmen momentan schon direkt vor dem endgültigen und unwiederbringlichen Zusammenbruch steht, ist sicherlich übertrieben. Ja, selbstverständlich wird es hart, ja, selbstverständlich wird es uns stark beeinträchtigen, aber man sollte sich die Untergangsphantasien dann doch lieber für einen echten Untergang aufbewahren, momentan ist es eine schwere Krise, aber keine hoffnungslose Apokalypse a la „Big Brother meets Zombie-Virus from the global vaccine conspiracy“.

 

Ich habe nichts weiter getan, als Kritik an hysterischem Denken zu üben und an Vernunft zu appellieren, dazu stehe ich. Das werde ich auch in weiteren Artikeln tun. Ob das in diesen Zeiten dann auch missverstanden wird, liegt nicht immer in meiner Kontrolle.

Mit herzlichen Grüßen,

Moritz Eggert“

1 Antwort

  1. Sonia sagt:

    Danke. Ihr Beitrag spricht mir aus der Seele.

    Manche Musiker fordern ein Wegsperren der Risikogruppen, somit die Wirtschaft wieder hochfährt, und sie selbst wieder auftreten und ihrem Beruf nachgehen können. Hier an der Stelle lassen wir mal die Ethik kurz beiseite und betrachten nur die wirtschaftlichen Aspekte.

    Angenommen, Risikogruppen werden tatsächlich weggesperrt. Wie würde dann das Publikum aussehen? Wir Opern/KonzertgängerInnen wissen, dass gut 2/3 des Klassikpublikums aus Senioren besteht. Ohne Senioren Besucher würden viele Plätze im Theater/Konzertsaal garantiert spärlich besetzt sein, die teureren Plätze, fast leer sein. Es ist fraglich, wie viele von uns jüngeren Klassikfans überhaupt in den Zeiten der Pandemie Massenveranstaltungen besuchen möchten? Wie lange dann werden Veranstalter den miserablen Kartenverkauf verkraften?

    Klassik-Musiker sollten eher fordern, die Risikogruppen zu schützen. In ihrem Interesse! Sollten Senioren gesund bleiben, werden sie nach der Pandemie wieder Klassikveranstaltungen besuchen. Sehr wahrscheinlich häufiger als zuvor.

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