Kompositionswettbewerb für „Bahn atonal“

Es gibt ja doch immer wieder Neues unter der Sonne – so auch heute! Vor kurzem machte die Bahn ihre Pläne öffentlich, problematische Bahnhöfe mit „atonaler“ Musik zu beschallen, was auf gemischte Resonanz stieß. Allerdings war vielen nicht klar, welche positiven Auswirkungen dies auf die Neue Musik – Szene haben könnte. Deswegen ist es nur konsequent, dass die Bahn nun einen großen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben hat, der sich an uns „atonale“ Komponisten wendet. Der Bad Blog freut sich, diesen Wettbewerb als erste Plattform präsentieren zu dürfen! Hier die offizielle Presseinfo:

Kompositionswettbewerb Bahn atonal 2018

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Wie Sie vielleicht schon in der Presse gelesen haben, hat Die Bahn vor, problematische Bahnhöfe ab sofort mit „atonaler“ Musik zu beschallen, um unerwünschte Junkies, Alkoholiker, Treppenschubser und Diebe zu vergraulen oder in sabbernde harmlose Psychoten zu verwandeln. Uns als Deutscher Bahn AG ist bewusst, dass ein solches Vorhaben nur mit der Kooperation mit heutigen Komponisten und Instrumentalisten möglich sein wird, die diese „atonale“ Musik auch tatsächlich schreiben.

Deutschland ist ein weltberühmter Standort für „atonale Musik“. Spätestens seit der massiven Förderung Neuer Musik durch den CIA in den 50er Jahren sind Namen wie die „Darmstädter Ferienkurse“ oder „Donaueschingen“ weltweit ein Begriff. Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele atonale Komponisten wie hier, nirgendwo so viele bedeutende Ensembles und Kammermusikformationen. Auf dieses enorme Potential wollen wir zurückgreifen, um es dazu zu benutzen, unsere Bahnhöfe sicherer zu machen, Menschenleben zu schützen und dem Drogenmissbrauch unserer Zeit den Kampf anzusagen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass „atonale Musik“ nicht nur Störenfriede vertreibt, sondern unbescholtene Menschen intelligenter macht und Denkprozesse in Gang setzt, die körperlichen Bedürfnissen und Süchten entgegenwirken. Nicht ohne Grund tragen die meisten Fans „Neuer Musik“ Birkenstockschuhe und waschen sich maximal einmal alle 4 Wochen! Wer Stockhausen hört, muss nicht mehr kiffen, wer Lachenmann hört, braucht kein Ecstasy mehr, und wer Claus-Steffen Mahnkopf hört, wird mit dem Trinken sofort aufhören, denn man ist dann schon berauscht von der „complexity“. Bei muslismischen Fanatikern kommt noch ein weiterer interessanter Effekt hinzu: Da Musik im Islam als sündig gilt ist atonale Musik ganz besonders sündig, daher wird das Terroristenpack davon absehen, unsere Bahnhöfe zu betreten, die damit endlich „bombensicher“ werden.

Nach Gesprächen mit der GEMA wurde uns klar, dass eine solche Aktion auch massive kulturfördernde Auswirkungen hat. Bei der Beschallung mit „atonaler“ Musik laufen deutschlandweit und flächendeckend tausende von modernen und urheberrechtsgeschützten Werken in Dauerschleife. Dies kommt den vielen Komponistinnen und Komponisten unseres Landes zugute, wenn sie GEMA-Mitglied sind und an der E-Wertung teilnehmen. Und für den einen oder anderen Schläger oder Dealer an z.B. der Hermannstraße in Berlin wird diese neue „Musik“ vielleicht auch eine Erweckung sein (oder sie treibt sie in den Selbstmord, was ja auch ein angenehmer Effekt wäre).

Wir möchten daher mit diesem Wettbewerb junge Komponistinnen und Komponisten dazu aufrufen, neue Stücke für unsere Bahnhöfe zu schreiben, um einen Beitrag für unser Weltkulturerbe zu leisten und unsere Straßen von Gesindel zu befreien. Bei Erfolg werden wir diese Ausschreibung nächstes Jahr wiederholen!

Teilnahmebedingungen:

MIndestalter ist 18 Jahre, bei jüngeren Teilnehmern muss eine schriftliche Erlaubnis der Erziehungsbeauftragten vorliegen.

Instrumentation: 1-18 Instrumente beliebiger Wahl, aufwändige Live-Elektronik ist nicht möglich, weil wo kämen wir da hin!

Länge: mindestens 20 Minuten, mit Möglichkeiten zur Endlosschleife, bis auch der letzte Asi den Bahnhof verlassen hat. Danach kann das „moderne“ Stück nach Belieben wiederholt werden, wenn die Musiker noch Lust haben, wir zahlen auch die GEMA!

Einsendeschluss: 15.12.2018

Preise:

1. Preis: Ein Bahncard 100 Ticket First für 5 Jahre
2. Preis: Ein Bahncard 100 Ticket (2. Klasse) für 5 Jahre
3. Preis: Ein Bahncard 100 Ticket First für 1 Jahr
4.-6. Preis: Verpflegungsgutscheine im Wert von jeweils 250,-EUR
7.-50. Preis: Aufführungen im Rahmen des Projektes „Bahn atonal“ (dies gilt auch für die ersten 6 Preise!)
Trostpreis: Ein romantisches Abendessen mit dem Team des Bad Blog of Musick

Einsendungen an:
BAHN ATONAL
DB Vertrieb GmbH
Stephensonstraße 1
60326 Frankfurt am Main

mögliche Uraufführungstermine (diese werden nach Sichtung der Partituren bestimmt):

15.2.2019: Bahnhof Hermannstraße Berlin, Ensemble Mosaik
2.2.2019: Hauptbahnhof Frankfurt am Main, Ensemble Modern
5.2.2019: Hauptbahnhof München, Ensemble Blauer Reiter
12.2.2019: Hauptbahnhof Hamburg, Decoder Ensemble

weitere Termine sind in Vorbereitung!

Die Deutsche Bahn AG behält sich vor, die preisgekrönten Stücke aufzunehmen und in Endlosschleife irgendwo laufen zu lassen, bis bei der GEMA die Kassen überlaufen!

Geschäftsmodeller sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Dr. Richard Kimble, Deutsche Bahn AG, Vorstandsvorsitzender

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Moritz Eggert

Komponist

2 Antworten

  1. Vor meiner Galerie steht oft die Polizei und zieht Autofahrer heraus, um abzukassieren.
    Für mich in gewisser Weise geschäftsschädigend. Ich lasse dann immer bei gekipptem Fenster meine eigene Musik laufen (Stilmerkmale: atonal, Elektroschrott, Tinitus) und die Polizei zieht ab. Manch Sandler (Obdachloser) ist schon stehen geblieben und hörte eine Weile zu.

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