Motti in die Mottenkiste?

Kein Festival, kein Spielplan, kein Programmheft kommt ohne sie aus: Motti! So zuletzt zum Beispiel bei der Münchener Biennale: „Der Blick des Anderen“.

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Wenn sich Festivalmacher zusammensetzen, um eine neues Programm zu entwerfen, ist nicht die erste Frage „welche Künstler laden wir ein“ sondern „welches Motto/Thema haben wir“. Sicherlich hat jeder schon einmal erlebt, dass eigene Stücke bei Festivals abgelehnt wurden, weil sie einfach nicht so gut zum Thema passten. War das Thema „Musik der Stille“, waren sie wohl nicht still genug. War das Thema „Einsamkeit“, waren sie wohl nicht einsam genug. Natürlich stellt sich die Frage, inwieweit Stücke überhaupt „still“ oder „einsam“ sein können…

Paradebeispiel Biennale also: „Der Blick des Anderen“. Eigentlich ein sehr schönes Motto. Das Problem damit: jeder stellt sich halt etwas anderes als das „Andere“ vor, und ist dann enttäuscht, wenn gerade der Aspekt, den man persönlich am meisten „anders“ gefunden hätte, gerade nicht vorkommt. Für viele war es Anlass, der Biennale eben dies vorzuwerfen, sie sei nicht „anders“ genug, das moderne Musiktheater drehe sich im Kreis etc.
Manch ein Kritiker agiert dann wie ein spießiger Oberlehrer, der die Deutsch-Hausarbeiten seiner Schüler mit „Thema verfehlt“ bezeichnet – Als sei Kunst eine Schulaufgabe, die es „möglichst anständig“ zu erfüllen gilt. Insofern wurde die Biennale hier sicherlich oft zu Unrecht diffamiert, denn ein Musiktheaterfestival, das seinen Komponisten bis ins letzte Detail vorschreibt, wie genau sie „anders“ sein sollen, wäre eine unerträgliche Vorstellung, eine Perversion.
Doch vor nichts mehr haben die Verantwortlichen Angst: nämlich vor genau diesem Satz „Thema verfehlt“.

Daher sind Programmhefte inzwischen immer manischer zusammengestellte Broschüren, die dem geneigten Leser bzw. Kritiker beweisen sollen, dass man eben gerade NICHT das Thema verfehlt hat und es super ernst genommen hat: in leider typisch deutscher Eilfertigkeit und Unterwürfigkeit wird hier mit Zitaten, Artikeln, Bildern, Querverweisen nur noch um sich geworfen, bis jedes Programmheft selbst zum kleinsten Festival den Umfang einer Doktorarbeit annimmt, und allein die Literaturhinweise mehr Platz einnehmen als die Besetzungen. Wogegen früher ein Programmheft vornehmlich dazu da war, Ort und Zeitpunkt von Veranstaltungen sowie die Programme und deren Mitwirkenden aufzulisten, wird heutzutage meist ein ganzer Mitarbeiterstab damit beschäftigt, riesige Informationskonvolute zu erstellen, die – man muß es mal ehrlich aussprechen – vom Großteil des Publikums überhaupt nicht gelesen werden.

Die sogenannte Künstlerbiographie, zu Beethovens Zeiten auch eher unüblich, ist quasi schon Pflicht. Es reicht dafür übrigens nicht, eine einzige, stets aktualisierte Künstlerbiographie parat zu haben. Ich selber habe zum Beispiel inzwischen insgesamt 7 verschiedene Biographieversionen auf meinem Rechner, kurze, lange, mittellange, lustige, ernste, alberne, skurrile – je nach Gelegenheit und Anforderung. Hinzu kommt natürlich immer ein „Text zum Stück“, in dem wir Komponisten quasi das „Motto“ unseres eigenen Stücks ausbreiten und ebenso ängstlich darauf achten müssen, auf keinen Fall das Falsche zu sagen. Aber das reicht natürlich noch nicht aus: hinzu kommen Interviews a la „Was bedeutete für Sie das Thema XY?“ oder „Wie stehen Sie zum Niedergang der Kunstmusik?“, auf jeden Fall irgendetwas Hochtrabendes, denn wir haben ja immer noch nicht genug über das „Thema“ geredet. Aber nein: Aus (der wie gesagt begründeten) Angst, der Festivalbesucher könnte das alles gar nicht lesen wollen, werden noch während des Festivals „Symposien“ veranstaltet, auf denen man dann gemeinsam das Thema ausdiskutiert.
Richtig zufrieden ist man erst, wenn ein Thema wirklich „erschöpfend“ behandelt wurde, es seitenlang ausgebreitet und verhandelt wurde, es in endlosen Roundtable-Diskussionen besprochen wurde und Positionen wie auch Gegenpositionen gebührend zu Wort kamen. Am Ende weiß man dann meist gar nichts mehr, man ist so schlau wie vorher.

All dies ergibt die skurrile Situation, dass der geistige Überbau oft wichtiger wird, als die künstlerischen Resultate selber. Dass der Zuschauer im Programmheft über die Ramifikationen des „Mottos“ liest, aber nur, weil er sich gerade in der aktuellen Aufführung eines dem „Motto“ gewidmeten Konzertes tödlich langweilt und daher Zeit zum Lesen hat, ist schon ziemlich komisch, aber die Wahrheit. Gar nicht zu sprechen von den vielen Situationen, in denen bestimmte Werke mühsam ein Motto übergestülpt bekommen, damit es irgendwie passt. Wie bei Procrustes fühlt sich das an, wenn Dinge so in ein Themenkorsett gezwungen werden.

Fast sehnt man sich zurück in die Zeit, als ein Konzert einfach noch ein Konzert war, eine Opernaufführung einfach noch eine Opernaufführung. Aber natürlich sind diese Zeiten vorbei, was auch viel mit unserem Lieblingsthema, der schwierigen „Vermittlung“ von Kunst zu tun hat. Motti, einst eine Kampfansage an die Oberflächlichkeit und Dumpfheit bunt zusammengewürfelter Wischi-Waschi-Programme, sind inzwischen selber ihre eigene Zwangskür geworden, die nun auch nicht mehr richtig froh macht. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen – gegen kluge Gedanken und interessante Themen ist ja nun wirklich nichts einzuwenden, und ein tolles Festival mit einem tollen Motto ist nach wie vor vorstellbar. Aber ebenso toll wäre auch einmal wieder ein Festival OHNE Motto, in dem einfach die Qualität des Gezeigten für sich selber spricht, und echte und ungehinderte Vielfalt wieder möglich ist. Der Besuch eines Konzertes soll auch ein Abenteuer sein, nicht die Erfüllung des zu Erwartenden.

Wir sind ja schliesslich – gottseidank – nicht alle Kritiker.

Moritz Eggert

13 Antworten

  1. juancho sagt:

    Das mit den Motti ist in der Tat oft komplett überflüssig. Was die Biennale betrifft, so hat Ruzicka in einem Interview gesagt (im BR war’s, glaub ich), er habe das Motto erst gewählt, nachdem er die Stücke kannte… Was sagt uns dies wiederum über den Sinn von Motti?

  2. peh sagt:

    hehe, so einfach ist das nicht! erinnert mich doch bei gelegenheit daran, dass ich das hier nicht so stehen lassen kann: unser globalisierter konzertreisezirkus verlangt es mehr denn je, tolle konzerte nicht wahllos nebeneinander zu setzen, sondern einen kontext herzustellen, der einzigartig ist. wenn es keine idee dahinter gibt, dann sind die titel selbstverständlich makulatur und überflüssig. wenn es diese idee gibt und sie sich alleine transportiert, dann könnte man ja auch die motti wieder weg lassen. aber leider sind musikalische zusammenhänge ja doch oft zu sensibel und klandestin, als dass sie sich immer von alleine erschließen würden.
    das muss mir mal mehr als fünf kommentarzeilen wert sein! demnächst!

  3. kaiser sagt:

    Das umgekehrte ist ebenfalls problematisch: Festivals, die alles abdecken wollen. Mein Eindruck als interessierter Laie ist, dass die zeitgenössische Musik so stark diversifiziert ist, dass der Anspruch,
    alles oder auch nur vieles abzudecken eher falsch ist. Tatsächlich sind es ja Einzelpersonen, die entscheiden. Die könnten sich zum Subjektivismus bekennen und sagen, sie bringen aufs Programm, was ihnen halt gefällt. Oder besser wäre vielleicht, statt Motti, Festivals die bestimmte Strömungen ins Auge fassen: Komponisten um
    40, oder ein „Altenheimfestival“ mit Komponisten nur über 75, ein Festival mit Komponisten, die sich dezidiert mit Romantik beschäftigen oder mit Konzeptmusik, ein Festival nur mit sehr kurzen und sehr langen Werken, und und und… Dagegen halte ich es für die größte Unsitte, wenn Länderporträts veranstaltet werden. Damit
    widerspricht man gerade der Globalisierung und manifestiert einen bedenklichen Nationalismus. Das als ein paar Gedanken, viele Grüße.

  4. @Patrick: Ich wusste, dass der Dramaturg in Dir hier aufschreien würde :-)

    Aber mal im Ernst – nichts gegen schöne, tolle und inhaltsreiche Programmhefte, wohlfeile Programme mit interessanten Kombinationen und Schwerpunkten. Das wird man immer wieder gerne sehen und sich daran erfreuen.
    Aber meinst Du nicht auch, dass die Grundkonzepte „Programmheft“ und „Festivalmotto“ sich inzwischen so sehr zu einer Art zwanghaftem Selbstzweck verwandelt haben, dass es tatsächlich zu einer Vernachlässigung dessen kommt, um das es eigentlich geht, nämlich die klingende und sich präsentierende Kunst auf der Bühne/im Konzertsaal?
    Ich habe selber sehr oft erlebt, dass die Energie die in den gedanklichen Überbau ging ungleich der Energie war, die in die Sache selber ging.
    Zum Beispiel:
    Regisseure die einem am Anfang der Proben stundenlange schlaue Inszenierungskonzepte vorstellen, dann aber das Proben selber zur Nebensache erklären.
    Dramaturgen die in der Endphase der Proben so sehr im Stress mit ihren ellenlangen Programmhefttexten sind, dass sie die eigentlich wichtige Betreuung der Produktion in der Schlussphase vernachlässigen.
    Intendanten, die dutzende Pressekonferenzen geben, repräsentieren, klug diskutieren, dann aber erst kurz vor der Premiere mal bei den internen Produktionen vorbeischauen und oft gar nicht wissen, was sie da eigentlich genau präsentiert haben.

    Und ja, letzteren Fehlers habe ich mich selber sicherlich auch schon schuldig gemacht, aber gut ist es ja trotzdem nicht!

    Ich weiß, dass sind alles Negativbeispiele, und es gibt auch die Fälle, wo beides gut ist, Betreuung und das Nachdenken über die Kunst, aber ich finde es nicht ketzerisch, sich mal wieder ein bißchen weniger von dem zu wünschen, was die Kunst nur beschreibt und kategorisiert – aber nicht die Kunst selber ist. Ich meine damit nicht Programmierung und Programmzusammenstellung, denn das ist sicherlich eine Kunst für sich, stimme aber „kaiser“ zu, dass man manchmal mit schamlosen aber spannenden Subjektivismus dabei besser umgehen kann, als mit scheinbar „egalitärer“ Programmierung.

    Auf jeden Fall ist es doch wert, darüber mal zu reden, denn auf jedes Festival mit spannendem Thema und schlüssigem Konzept kommen 10 mit unspannendem Thema und zusammengepoppelten Programm, dem dann ein Name aufgedrückt wird. Dann doch lieber einfach nur das vielseitige Programm und nicht der eigentlich nicht notwendige Rechtfertigungsversuch desselben.

    Motto: Es KANN eines geben, aber es muss nicht eins geben MÜSSEN. Das wäre doch schön!

    Moritz Eggert

  5. querstand sagt:

    @ kaiser: länderkonzerte, da gebe ich ihnen recht, daß die irgendwie nerven. wenn sich in neuen musik konzerten dann wenigstens eine art „folkore“ einstellen würde, wäre es wieder witzig: rheinländische komponisten – karnevalsvariationen, münchner komponisten – die goldene weißwurst. ups, das ist natürlich wieder „regional“ – von sendling ausgesehen natürlich superinternational, da bildet die bavariaring/bahn-südringbrücke schon eine art internationale grenze, wenn ende september das italienerwochende auf der wiesn stattfindet: die finden nur selten unter der brücke durch, dabei rollt dort alles gegen brenner, finden sich mehr italienische lokale hier als eckkneipen…

    ländermotti sind leider doch ab und zu sinnvoll: wenn man zusätzliche drittmittel anstrebt, müssen entweder soundsoviel aufgeführte stücke, ensemblemitglieder und/oder aufführungsorte aus soundsoviel eu-ländern, schweizen, amerikanisch-asiatischen staaten stammen. sonst gibt’s keine zusatzförderung, die man aber wieder dem hauptförderer nachweisen muß, um seine relevanz zu bestätigen; alles natürlich weitab jeglicher programmatischer notwendigkeit…

    @peh: wenn natürlich motto und programmierung übereinstimmt, werke und musiker erstklassig waren oder sonstwie das bewußtsein belebten, dann hatte man glück. wie an kaiser adressiert vertrocknen motti aber immer mehr zur handgreiflichkeit im sinne von begreifen für die ach so verunsicherten kuratorengläubigen geldgeber, denen man dann handgreiflich werdend solche mottenprogramme um die ohren hauen sollte. bei den vermotteten mpgelpackungen hilft kein mottenpulver – nur ausschütteln, um die ohren hauen oder gleich einmotten… beispiel 987 biennale münchen: das beste mottokonzept sind hier die klangspuren, das interbiennalöse kammermusikgedöse – immer sehr erfrischend, wenn die komponisten ein älteres und neu zu schreibendes in bezug zu lebenden und toten vorbildern setzen, nervig allerdings die live-interviews, in denen dann gerne so stereotyp gefragt wird, wie moritz es oben beschrieb. warum kann man den komponisten nicht einfach mal selbst reden lassen? wenn man das extra honorieren würde und die selbstentblödung nicht immer gleich kongenialer bestandteil des schreibgeldvertrags wäre, würden sich ggf. auch die verschüchtersten existenzen trauen, anständig solo zu parlieren. selten ausnahme in der art war heuer das orchesterkonzert mit hans thomalla (nicht der schauspieler!): ist-operndramaturg habakuk traber (der name ist doch ein singspiel wert!) befragte ex-operndramaturgen thomalla, der dann diesen verbal beiseite schob, wunderbar frei redete, allerdings so stereotyp, als hätte er die art der fragen und antworten gleich umrissen, wie sie moritz so nervtöten. also wischte sich das dramaturgengekuratore eins selbst aus. der abend begann dann mit a carlo scarpa, mit den berühmten 12tel-tönen… ob das orchester die nun traf oder top simulierte, egal – das ging so. aber als eröffnungsstück in seiner zartheit vollkommen ungeeignet, man hätte es nochmals spielen müssen!

    so zeigt sich, was motto und dramaturgie eigentlich meint: nicht nur fein komponiertes zu konfrontieren, zu beziehen, zu vernetzen – nein, es in seiner abfolge komponieren. wenn sich da der dramaturg thomalla mehr auf den komponisten verlassen hätte. die frage ist nur, wiezuviel inzwischen in jedem mottotreuen komponisten der konzeptdramaturg im ohr hockt als der eigensinn des zu schreibenden stückes?

    ausserdem – man hört immer öfters auch im theaterbereich, daß die künstler per festivalkonzept mit mottostempel ja input inhaltlicher art bräuchten. wie wäre es mal mit motto und dramturgie-outsourcing? oder eben mal wieder ran ans kerngeschäft: soll der dramaturg nicht nett am programmheft feilen, aus einem ersten und zweiten text (ach, ich find‘ beide sooo ääächt relevant) einen dritten machen, den der künstler dann in endprobenhektik nicht mehr durchlesen kann und somit autsch-autorisiert. nein, der kuratierende dramaturg soll dem komponisten/regiesseur das eigene konzept/partitur oder welchen kunstwust auch immer ums ohr hauen… ob man sich dazu aber noch traut? oder sind alle schon so monomässig stereotyp?!?

  6. Ich wünschte, es gebe einmal ein NeueMusik-Festival ohne die teuren Subventionen und Sponsorengelder, dann würden sich all die verkrapmpften vorhebestimmeten „Motti“ und Länderportraits von alleine erledigen. Wie war das noch in den späten 80er-Jahren in der ehemaligen DDR in Ostberlin? Da wurden Uraufführungen von neuen Theaterstücken von Heiner Müller gar nicht öffentlich (über Litfaßsäulen, Plakate etc.) angekündigt, sondern über Mund zu Mund-Propaganda verbreitet.
    Die Stunde-null der Werbeindustrie, vielleicht erlebt sie irgend wann einmal ja eine Renaissance im Zeichen der Eurokrise. Die Sattheit des Kulturbetriebs, vielleicht hat sie bald ein unrühmliches Ende?

  7. „Motto“ war ja in den 60er-und 70er-Jahren downgesamplet und nur noch in Zusammenhang von Schülerveranstaltungen und Karnevalsaktivitäten in Gebrauch. Mitte der 80er-Jahre wurde das dann reaktiviert; natürlich sprach zunächst niemand von Motto, eher von Zusammenhängen, Themenkomplexen und dergleichen.
    Ländermottos sind hier im Zusammenhang mit den politischen Umwälzungen (Aufspaltung der UDSSR, Ost-Öffnung) in Verbindung mit der Weltmusikbewegung zu sehen. Hier versuchte man wenig unbekannte Kulturen in den Blickpunkt zu rücken.
    Das hat sich inzwischen insofern überholt, und die Kommentare zeigen es auch, als dass man sich heute gerne zurückzieht, sich auf die eigene Identität konzentriert, denn „die da, die anderen“ machen ja vor allem Schulden und bringen unseren geliebten Euro in Bedrängnis.

    Insofern ist ein Motto wie „Der Blick des Anderen“ durchaus auch in dieser Tradition zu sehen.
    Als Künstler hat man mit Motti immer seine Probleme:
    A. Man reicht was ein, und muss es im Statement dem Motto gemäß zurechthämmern.
    B. Man wird engagiert und muss sich dazu was einfallen lassen, obwohl die eigenen Gedanken um etwas ganz anderes kreisen.
    Manchmal passiert es, dass einem ein Motto (das hängt auch immer damit zusammen, wie hoch das Festival dotiert ist, und wie man seine eigenen Chancen sieht, angenommen zu werden) geradezu zu geistigen Höhenflügen animiert.

    Letzteres gibt es aber nie in der Musik, denn da sind die Strukturen zu hermetisch; in anderen Kunstrichtungen, bildende Kunst, Netzwerkaktivismus, Social Sculpture u.ä. kommt das häufiger vor.
    Ich erinnere mich an das Motto „drehmoment“ beim Viertelfestival Niederösterreich, wozu mir spontan „Samenschleuder“ einfiel – Das Projekt wurde angenommen, und nicht genug damit, in vielen Zeitungen mehrfach besprochen.
    Und da sind wir beim Kern der Sache: Die Medien – hier die Massenmedien.

    Was leistet das Motto: Es hilft die Brücke zu schlagen bei der Transformation von Verhältnissen in Ereignisse – und das ist ja die Hauptbetätigung der Massenmedien, diese Transformation.

    Gelegentlich wurde hier im Blog beklagt, dass die Aktivitäten der modernen Musik (z.B. die GEMA-Gala) so wenig Resonanz in den Medien finden
    https://blogs.nmz.de/badblog/2009/05/30/der-preis-ist-heiss

    Eggy: „ … die beiden einzigen E-Komponisten, die an diesem Abend etwas gewonnen haben, nicht vorkommen …“
    Und der Kommentar vom Spiesser: „ … für die meiste GEMA-Musik braucht’s nicht eine Kulturflatrate, sondern eine Unkulturflatrate.“
    (Unser Rechtsaussen-Spiesser musste prompt Beifall klatschen)

    Welches Motto hatte die GEMA-Gala? „Autoren ehren Autoren“

    So etwas kann allenfalls in der Rubrik „Vermischtes“ landen.
    Hier mein Vorschlag: „Autoren prügeln Autoren“.

    Beste Grüße aus dem Labor

    – wechselstrom –

  8. querstand sagt:

    Stücktitel der Neuen Musik sind genauso unerträglich wie die Motti der Veranstalter! Dessen Perversion sieht man ja bei Wettbewerben. Hiesse solch ein Concours (eingedeutscht nicht besser als geistiger Konkurs?) z.B. „Klangrausch“, dann hiessen etliche Stücke „Rauschmittel 2“, „(K)lang’Or’Gie(R)“, „Tonwüste“, etc. Man steigert sich da eben dem Motto entsprechend affirmierend oder kontrastierend mit seinem Titel hinein und pass sich so dem Geschehen an.

    Begann die Neue Musik aber nicht gerade mit dem Aufräumen? Plötzlich hieß es doch um 1910/20 nur noch „Musik für“ oder „3 Stücke für“ mit einfacher Besetzungsangabe folgend? Schienen da selbst Titel wie „Sinfonie Nr.“ nicht schon als verdächtig? „Alpensinfonie“ war da die reine Provokation, wäre R. Strauss ehrlicher gewesen hätte er es ja auch „Instrumentales Requiem für G.M.“ nennen können – angeblich scheint ihn doch der Tod des Kollegen Mahler mehr dazu inspiriert zu haben als irgend so eine Alpenpromenade. Nur dass eben „Folks“ mehr mit Alpenersteigung verbindet als mit so mal schnell in das Stück hineinkomponierten Bergpanoramen, wie Mahler es selbst machte, aber doch abstrakter im Titel, in der Form blieb. In jedem Programmheft heute findet sich aber sofort der Hinweis auf Alpenblicke und Gipfelstürme der Komponisten… der scharfe Klamm zwischen Programm, Stück und Titel. Bewegte nicht irgendein Verleger Schönberg zu Titelangaben für die „Fünf Orchesterstücke op. 16“? Da versteht man nach all den Frühlingsopfern und Ansichtskartenliedern die Rückkehr im Neoklassizismus zu Suite, Sonate und Sinfonie nach den zarten Ansätzen mit „Stück für…“, die dann nach hinten mit „Fragment für…“ endeten.

    In der Neuen Musik nach 1945 Alles parallel nebeneinander an Stücknamen, selbst die Programmmusikbetitelung der Spätromantik führt abgespeckt bei wahrlich abstrakter Musik zu „Kreuzspiele“ (Keine Passion mehr!), „Gruppen „(noch keine Therapiesitzung!), etc.

    Wen wundert es dann, wenn Konzertveranstalter ihre Reihen und Festivals mit Namen versahen, erst noch zurückhaltend mit „musica viva“, „Bienn-/Triennale“, „ars nova“ (lebte damals Machaut noch?), und heute dann so dick wie „Klangwerktage“, „Chiffren“ oder noch greller! Dazu nun die Motti der Programme, angesichts von subventionsbedingten „Relevanznachweisen“, „Wirkungsevaluierung“ und sonstiger betriebswirtschaftlicher Grausamkeiten immer marketinggerechter aufgepeppt, nach Ländern, -ismen, oder Anlehnungen an populärere Sparten angelehnt als „-spiele“ vom Sport, „un régard sur…“ aus Film und Mussen, usf. Oder eben an Sozialpolitik ausgerichtet wie „Interkulturell“, „fremd“, „anders“. Was in den Ursprungsbereichen noch einigermassen präzise versucht, aktuelle Phänomene zu beschreiben, wird dann in seiner sowieso schon schwierigen Signifikanz aufgeweicht, um dann doch Klischees wie „komplex“, „populär“, „westeuropäisch“, „asiatisch“, „abstrakt“, „konkret“ anders zu umreissen. Als Konklusion: wenn man als Schreiber Gattungsbegriffe aufweicht, die selbst vielleicht erst entstanden sind, in der Titegebung nach neuer Freiheit sucht, bekommt das hundert Jahre später fratzenartige Zustände, könnte diese Verzerrung auf eine sich neu ankündigende Bewegung in eine andere Richtung deuten.

    Ich versuchte dies neulich tatsächlich, nannte ein Stück „Hin und Her“, da es ein ewiges Vorwärts/Rückwärts in der Mikrostruktur enthält. Beim Schreiben dachte ich dann aber doch an eine Mischung aus Galina Ustwolskaja und frühklassischer, pausenloser italienischer Opernsinfonie. Also hatte ich plötzlich meine erste bescheidene „Sinfonia I – Hin und Her“. Das „Hin und Her“ hielt sich in der Ankündigung hartnäckig vorangestellt! Der Text mit dem Hinweis auf Galina und Italien gelangte auch nicht ins Programmheft, es war natürlich schon beim Layouten, Text und Titel mussten aber mal wieder lange vor Vollendung des Stücks vorliegen. Also zwingt die Organisation von kleinen Festivals – es war ein Zitherfestival – zu frühen Drucken, damit die ggf. nichts oder wenig kosten, müssen Stückkonzepte frühestmöglich vorliegen, um Gelder einzuwerben. Wenn sich nun was ändert, kann man ja den Programmheftext noch drehen, wenn sich danach aber noch was ändert…

    Und die GEMA-Anmeldung macht dann noch das ihrige: aus Drei E-Zithern wird eine „Sitar“, aus einem Blechbläserdoppeltrio, wird ein Trio… Was für ein „Hin und Her“ danach, also nur weil ich es nachstellte und selbst der/die GEMA-Sachbearbeiter/-in sich lieber ein Stück für Musikantenstadlkapelle und Ravi Shankar an der Sitar wünscht als ich mir die feschen Allgäuer Burschen an den Blasegeräten, die slowenischen Girls am E-Zithergrill mit Galina und J.C. Bach in der Sonne Neapels? Es „mottet“ also gewaltig und es stellt sich doch jeder was Anderes unter so einem Motto oder Stücktitel vor. Am ödesten dann aber die Feuilletonzunft, wenn sie „Mottoerfüllung“ oder „Mottoverfehlung“ schreit.

    Eigentlich ist dann Alles wieder nicht so schlimm: wenn die den Motti unterworfenen Stücke dann doch gut sind, überleben sie auch ausserhalb dieser fördernötigen Titelagglomerationen, sorgt man selbst im Kleinen für nervig-lustige Sachbearbeiter Wirrnis – Alles eben ein Spaß. Denkt man aber wieder an die Unsummen im grossen Geschäft und die kleinen Summen mit dem Dennoch-Drumrum-Aufgeblase der Förderer, Kooperationspartner, Vermarkter und Kritiker im Neuen Musik Bereich, wo diese inzwischen mehr Ruhm für den nächsten Managerposten verbuchen wollen – oder sich als künstlerischen Manager sehen, dessen Managerseite den Nachruhm der Künstlerseite befördern soll – , hört der Spaß wieder schnell auf, wenn diese Motti einem wieder zwingen, sich anzupassen, sei es in Erfüllung oder Negierung des Mottos. Daran aber wird man inzwischen häufiger gemessen als am eigentlichen Stück, wenn überhaupt mal jemand durch den Wust von Begriffen und Texten zum Notentext selbst vorstößt und ihn dann eben als solchen mottofrei, erwartungsfrei lesen oder einfach nur hören kann. Das Lesen-Können sollte man aber selbst von Verantwortlichen für Neue-Musik erwarten können. Können heutige Kulturmanager, Kritiker, Musikgesellschaftsvorsitzende überhaupt? Oder ist es bei diesen nicht immer ein „Musik über“, weil man nur den „Text über Musik über (ein Motto)“ rezipieren kann?

  9. @ querstand,

    also mein nächstes Stück ist ein Klaviertrio – –
    ähem, es trägt den Titel „Isolation“.

    Sieht man die Flut der sich voneinander abgrenzenden Stücktitel in medialer Beleuchtung und geht von der These aus, dass jede Komposition den Drang zu möglichst massenhafter Verbreitung trägt, so ist ein markanter Stücktitel ein Vehikel der Transformation von Verhältnissen (=Partitur mit ihren Klangbezügen) in Ereignisse (Life-Konzert).

    Natürlich folgt die spitze Frage, warum es so eines Vehikels bedarf.
    Ihre Vermutung

    … bekommt das hundert Jahre später fratzenartige Zustände, könnte diese Verzerrung auf eine sich neu ankündigende Bewegung in eine andere Richtung deuten.

    erscheint wie ein Weg, den man heimlich herbeisehnt, den man aber selbst nicht beschreiten will.
    Es kann auch ein Weg sein, den man selbst beschreitet, der aber zur Zeit nur von wenigen beachtet wird.

    1980 habe ich meine erste Komposition an verschiedene Verlage geschickt – alles Absagen – aber aus einer möchte ich zitieren und zwar die vom Ricordi-Verlag:
    „An einem persönlichen Kontakt mit Ihnen sind wir interessiert und vielleicht führt Sie einmal der Weg nach München, wobei man vorher einen Termin vereinbaren müsste.“ …

    Das klingt doch sehr hoffnungsfroh – aus hier wenig interessanten Gründen ist es meinerseits zu diesem Treffen nicht gekommen.

    Inzwischen habe ich, so im 5-Jahresabstand, immer wieder Partituren an Verlage geschickt und mehr oder minder vorformulierte Absagen erhalten.
    Ich wähnte mich auf dem falschen Weg.
    Aber, spätestens seit dem Jahre 2003 bin ich mir sicher wieder auf Erfolgskurs zu sein – Die Bestätigung erhielt ich am 11. Mai 2010 (sic!) wiederum vom Ricordi-Verlag:

    „Betr.: Ihre Bewerbung von 8. Juni 2003“ (sic!)

    (Das war in der Tat das letzte Mal eines Partitur-Mailings)
    weiter:
    „vielen Dank für ihre Partitureinreichung. Leider können wir Ihnen keine Inverlagnahme anbieten. Die Partituren sende ich zu unserer Entlastung zurück und wünsche Ihnen für weitere Bewerbungen bei anderen Verlagen viel Erfolg.“

    —-
    Zurück zur Frage:
    Warum braucht die moderne Musik das Vehikel eines besonderen Titels, der nichts anderes ist als ein Motto:
    Es ist der Diskurs, der innermusikalisch nicht mehr funktioniert – ich meine damit folgendes:
    In Zeiten, als die Leitdifferenz für das Komponieren sich in der Untersuchung von Dissonanz-Konsonanz-Verhältnissen äusserte, war es auch für den Laien leicht, sich in die Diskussion einzubringen, und beispielsweise zu befinden, dass diese oder jene Musik zu dissonant oder zu harmonisch sei, dass in dieser oder jener Komposition ganz überraschende Modulationen hörbar sind etc.etc.
    Was ist die heutige Leitdifferenz im musikalischen Diskurs? – Sie ist schlichtweg nicht vorhanden, und das hängt wenig mit dem 12-Ton-System an und für sich zusammen, schon eher mit dem Umstand, dass das 12-Tonsystem als LINEARES Kompositionsprinzip formuliert wurde, und man sozusagen nur aufpassen musste, Anklänge an Althergebrachtes (Stichwort Oktavenverbot) zu vermeiden.

    Eine Theorie, die Errungenschaften der Moderne IN DIFFERENZEN ÜBERFÜHRT ist nicht in Sicht – dagegen gibt es massenhaft Literatur über Spieltechniken, neue Instrumente, Manuals zum Bedienen neuartiger Effektgeräte, Aufzählungen über den Aufbau von Sechstelton-Akkorden in Anlehnung an Biegeschwingungen der Röhrenglocken oder entlang der Fibonacci-Reihe.
    Das sind aber alles nur Listen!

    Es bleibt nichts übrig, als weiter im Dunkeln zu tappen dieses und jenes auszuprobieren oder abzukopieren und unseren Stücken einen interessanten Titel zu verpassen, der Konzertreihe ein Motto zu geben.

    Was bedeutet Motto?
    –> http://de.wikipedia.org/wiki/Motto
    Motto (latein. muttum „Murmeln“, „Grunzen“)

    Beste Grüße aus dem Labor

    – wechselstrom –

  10. Elf Aquitaine sagt:

    Zur Motten-Kisten-Diskussion:

    Ich fand vor Jahren das Motto „Italien“ des kleinen Festivals Mouvement in Saarbrücken geradezu wunderbar.
    Da kamen Komponisten, die ihren Lebensunterhalt als Taxifahrer verdienten, die kein Mensch hier im normalen „Betrieb“ je kennen lernen könnte.

    Ich erinnere mich an Riccardo Vaglini aus Pisa, der sich mit seiner „Serenade, in memoriam Bruno Maderna“ augenzwinkernd vor dessen Grab verneigte. „Lieber Bruno Maderna, gerne denke ich an Dich als einen großen Kühlschrank voller Unvereinbarkeiten zurück, wo ich mich in aller Ruhe mit verrückten Anarcho-Menüs vollgefressen habe“.
    Ich erinnere mich an den ersten Ohrenschmaus der „Anatra al Sal – Ente mit Salz“ von Lucia Ronchetti.
    Marco Stroppa verblüffte mich mit einer filigran – virtuosen Cello Attacke, Fausto Romitelli ließ auf einer kleinen Mundharmonika seufzen und Luca Lombardi raschelte mit Herbstblättern.

    Dann erklärte der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Gianmario Borio die fatale „Nicht-Situation“ der Neuen Musik unter Berlusconi und stellte gehätschelte „Neoromantiker“ vor.

    Da war ein unvergesslicher Kettenraucher der Mailänder Edition „Die Schachtel“ der mit grobmotorischem Einsatz all die alten Magnetbänder der Paläozän-Elektroniker aus einem feuchten Keller gerettet hat und in einer herrlichen Reihe veröffentlicht.

    http://www.dieschachtel.com/

    Da kam Franca Sacchi auf ihrem Elektro-Teppich rein geflogen und wärmte noch einmal den guten, alten Synthi A an. In der langen Nacht faszinierten Stefano Scodanibbio und der Altmeister Mario Bertonicci setzte sich noch einmal an sein präpariertes Klavier.

    Das war insgesamt ein Blick über den Tellerrand, und eben nicht die Buchstabensuppe der üblichen Motto-Festival-Verdächtigen.

    Da kamen Leute über die Grenze aus Frankreich, um in der Musikhochschule Saarbrücken erst einmal die Italiener zu hören und danach sofort zwei Flaschen Roten mit den Jungs zu kippen.

    Der damalige Redakteur des SR, Wolfgang Korb, musste übrigens Notenpulte und Instrumente wegen Personalausdünnung selbst durch die Gegend kutschieren und aufbauen. Auf seinem Flur hatte die Verwaltung einfach alle in den Vor-Vor-Ruhestand versetzt, und damit der gesamten Neuen Musik am SR den Stecker raus gezogen.

    Da war einmal Zender, der nicht nur Lufthohheit sondern auch das nötige Klimpergeld für Projekte hatte. Mit der Betonung auf „war“.

    Nachdem Wolfgang Korb „Mouvement“ abgeben „dürfen müssen wollte“ hat nun ein Manager das Festival übernommen. „Klanginseln“ mit Heinz Holliger, Klaus Huber und Salvatore Sciarrino war das „Motto“ dieses Jahr.

    Also eigentlich die „Stars“, die die Neue Musik ja mittlerweile genau so hat, wie der Repertoire-Betrieb.

    Glücklich, wer mit seinem Schlauchboot aus diesem Allerweltsbrei so schnell als möglich davon tuckern konnte.

    Fazit: Wer nicht mehr grunzt, braucht auch kein Motto.

  11. @Elf Aquitaine,

    „Weg mit dem Unternehmer, her mit dem Manager“ könnte man Ihren Kommentar zusammenfassen.
    Ein gutes Beispiel für das, was an Differenzen im Moderne-Musik-Betrieb abläuft.
    Andere Differenzen, intellektuelle, materialbegründete, kompositionstechnische, stilistische, politische etc. sind schon lange kein Thema mehr (vielleicht war Herr Korb einer der letzten, die auf dieser Ebene noch ansprechbar waren). So hat es die Moderne Musik zwar geschafft, neue Quellen des Diskurses zu öffnen, der Diskurs selbst aber versiegte.
    Die Systemschliessung eines Systems „Moderne Musik“ läuft denn auch nicht über einen intellektuellen Diskurs, der sich über systeminterne Begrifflichkeiten abgrenzt, und sich damit GEGEN Begrifflichkeiten, ja Zumutungen wie “Relevanznachweisen”, “Wirkungsevaluierung”, u.ä. abgrenzen kann.
    Nein, sie läuft über die Institutionen und neuerdings (Ihr Beispiel ist da schlagend) über Managementmechanismen – vulgo über Wetten.

    Beste Grüße aus dem Labor

    – wechselstrom –

  12. @ Motti, Titel und Wettbewerbe etc.:

    Die Werktitel der jüngst beim Kompositionspreis der
    Landeshauptstadt Stuttgart (2010) prämierten Werke lauten übrigens:
    Leopold Hurt: „Erratischer Block“
    sowie Ansgar Beste: „Rituel Bizarre“

    Was wird wohl das Konzert dann für ein Motto haben?
    Unbekannterweise meinen herzlichen Glückwunsch
    an die beiden Preisträger.

  13. @ wechselstrom,

    Ja, „Wetten“ find ich gut. Das trifft es.
    Es wird ja heut zu Tage so manches VERwettet (Kulturelle Zukunft, Bildung, Sozialer Zusammenhalt:
    Bzw. AUF so manches wird in zynischer Form auch GE wettet…
    Auf den Kollaps SELBST nämlich bald…
    Auch daraus schlägt das System bzw., die es ausnutzen
    noch bis zum Letzen Profit.

    Und das „WettERN“ darüber, ja, das verhallt im Orkus
    des Cyberspace.
    oder…? :-)