Deutscher Musikautorinnenpreis 2018 der GEMA

Jubiläum. 10 Jahre Deutscher Musikautorinnenpreis der GEMA. Die Jury wird entscheiden, nominiert hat sie schon. Die rein männliche Jury [René Berthiaume (Komposition Rock/Metal), Axel Bosse (Text Pop), Robert Koch (Komposition Dance/Elektro), Prof. Wolfgang Motz (Komposition Solokonzert), Simon Müller-Lerch (Text Hip-Hop), Helmut Oehring (Komposition Experiment Stimme), Ralf Wengenmayr (Komposition Audiovisuelle Medien)] hat aus den Vorschlägen eine Nominierungsliste zusammengestellt. Darin, mit einer Ausnahme, nur Männer.

Julia Hülsmann zeigt sich hocherfreut ;)

Auch von anderer Seite kommt Kritik.

Überhaupt kommt so einige Kritik:

Aber über den Deutschlandfunk wird aufgeklärt:

Darin beklagt die Pressesprecherin der GEMA (Ursula Goebel)  den Umstand, der aber, wie man weiß, auch strukturell bedingt sei. Schließlich sind nur 14% der Mitglieder der GEMA weiblichen Geschlechts. Und sie fordert zur Diskussion der Sachlage auf.

Goebel: Teile ich absolut, ganz klar. Also ich sehe es auch so, dass der Musikautorenpreis jetzt natürlich ein Ergebnis ist, vielleicht auch dieser Situation der rein strukturellen Problematik, aber im Grunde geht es – und da stimme ich Balbina 100 Prozent zu –, es geht darum, die ganze Debatte auf eine doch anderen Ebene zu führen und zu fragen, wie können wir dieses strukturelle, systemische Problem, das wir hier sehen, wie können wir dem begegnen. [Quelle: Deutschlandfunk Kultur]

Noch eine kleine Chance besteht ja: Wenn noch der Preis für das Lebenswerk bekannt gegeben wird und die Preise im Bereich Nachwuchs. Da dürfte jetzt doch noch was gehen. Gleichwohl, dieses Jahr 2018 zum Jubiläum steht natürlich besonders im Fokus. Und da hat man die Chancen ein bisschen vergeigt. Und was auch nicht besonders schön ist, der Makel wird auch die dann gewählten Preisträgerinnen begleiten. Kann mir aber vorstellen, dass dies bei den „Dankesreden“ nicht ganz ohne Widerhall bleiben wird. So wie bei Olga Neuwirth, die sich in dieser Angelegenheit „gelassen desillusioniert“ fühlt.

Speziell für die Nominierten im Bereich BadBlogMusick können wir hier entscheiden, wer von den Nominierten gewählt wird. Unabhängig von der Fachjury. Mal sehen, ob sich das Urteil der BadBlogOfMusick-Leserinnen mit der Fachkompetenz der Juryexpertinnen deckt.

 

Musikautorinnenpreis 2018: Komposition Solokonzert
  • 87.5% - ( 7 votes )
  • 12.5% - ( 1 vote )
  • 0% - ( 0 votes )
    Musikautorinnenpreis 2018: Komposition Experiment Stimme
    • 11.11% - ( 1 vote )
    • 11.11% - ( 1 vote )
    • 77.78% - ( 7 votes )

      Und jetzt zur Erinnerung an die Anfänge anno 2009. Tonqualität bitte ich zu entschuldigen.


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      Martin Hufner
      Chefmitarbeiter bei |

      seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

      5 Antworten

      1. Gibt es denn eine inhaltliche Begründung der Jury für die Nominierungen? Gewagte Vermutung, aber es könnte ja sein, dass andere Variablen als Geschlecht auch eine Rolle gespielt haben.

        • Es gibt da ein Statement des Jurysprechers Helmut Oehring:

          „…Für mich hat Musik nichts mit Mann oder Frau zu tun, sie ist gut oder eben nicht…“

          Auch wenn man dem ersten Teilsatz zustimmen mag, dürfte der zweite Teil umso ärgerlicher sein. Denn der heißt dann eben doch, dass die Musik von Frauen eben nicht gut ist.

          • Beim zweiten Teil interessiert mich, was „gut“ denn ausmachen soll. Und tatsächlich scheint es ja so zu sein, dass Frauen zum Großteil andere Präferenzen haben, als Musikautorinnen sein zu wollen. Die GEMA-Zahlen deuten ja darauf bereits hin, auch wenn 14% von 20 natürlich mehr als 1 ist.

            • Man wird das wohl sowieso zu differenzieren haben, weil auch in den Sparten jeweils unterschiedliche Quoten existieren dürften.

              Für die E-Musik sieht es so aus:

              Musiktheater: Detlev Glanert
              Sinfonik: Manfred Trojahn

              Instrumentalmusik: Rebecca Saunders
              Experimentelle Musik: Carola Bauckholt

              Instrumentalmusik: York Höller
              Oper/Lied: Aribert Reimann

              experimentelle Musik/Musik mit Live-Elektronik: Georg Katzer
              geistliche/sakrale Musik: Dieter Schnebel

              Sinfonik: Jörg Widmann
              Kunstlied: Rainer Rubbert

              Solokonzert: Isabel Mundry
              zeitgenössische Chormusik: Charlotte Seither

              Musiktheater: Helmut Oehring
              Orchester: Adriana Hölszky

              Musik für Ensemble: Enno Poppe
              Musik mit Stimme: Samir Odeh-Tamimi

              Sinfonik: Olga Neuwirth
              Musiktheater: Anno Schreier

              Nachwuchs: Johannes Kreidler, Sarah Nemtsov, Marko NikodijeviÄ, Jagoda Szmytka, Brigitta Muntendorf (immerhin hier mehr Frauen als Männer).

              Und noch präziser würde man werden, wenn man die Nominierten dazu nennen würde.

              + Lebenwerk: Hans-Werner Henze, Klaus Huber, Helmut Lachenmann, Sofia Gubaidulina (+ Martin Böttcher, Udo Jürgens, James Last, Michael Kunze, Peter Thomas

      2. Immerhin gehen die Nachwuchspreise sämtlich an Frauen: Anna-Marlene Bicking, Kathrin A. Denner und Lina Maly erhalten Nachwuchspreis, meldet die GEMA-Pressestelle.

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