op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 5

Heute also, nach den Takten 1, 2, 3 und 4, mal ganz schlicht: Takt 5.

Beethoven op. 111 - 1. Satz - Takt 5

Wieder diese fiese verminderte 32stel-Vorschlags-Septime im Forte. Dieses Mal auf den Tönen des und e. Anschließend folgt jedoch erstmals kein verminderter Septakkord, sondern ein b-Moll-Quartsextakkord.

Jede Harmonie in Grundstellung erklang bisher im Piano; und zwar – und wir befinden uns immerhin schon im fünften Takt – lediglich im zweiten Takt (G-Dur und c-Moll). Bei allen anderen Akkorden, die Forte zu spielen sind, handelt es sich entweder um verminderte Septakkorde (Takte 1, 3 und 4) oder Sextakkorde (Takte 2 und 4).

Jetzt also dieser Quartsextakkord in b-Moll. Und wieder ein Sforzato-Triller mit Diminuendo – oder, wie wir Vogelfreunde sagen: ein Storchenschnabel, welcher nach rechts zu zeigen sich anschickt. Übrigens, wenn man ganz aufmerksam mit der ODEG, der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH, von Berlin nach Cottbus oder halt auch umgekehrt fährt, kann man immer Rehe, manchmal Kraniche und ganz manchmal sogar Störche sehen, so, wie ich neulich myself! Netzempfang gibt es auf der Strecke ab Königs Wusterhausen sowieso nicht mehr. Also: Endgeräte beiseite gelegt und verträumt in die Natur da draußen geguckt, liebe hektischen Freunde der digitalen Gesellschaft!

Arno

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet Arno Lücker als Musiktheater- und Konzert-Dramaturg.

1 Reaktion

  1. Peter Westenfelder sagt:

    Eine schöne Analyse, ich lerne fast bei jedem Takt was dazu. Wäre es vielleicht möglich, wie bei Takt 4 jeweils einen Interpretationsvergleich zu machen? So könnte man am Ende, z.B. mit Hilfe sorgfältiger Programmierung eines CD Wechselspielers, zu einer Art ultimativen Interpretation kommen…

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