Das vergangene Lachen (3. und letzter Teil)

(und hier der letzte Teil meines ursprünglich für die Opernwerkstatt Ligertz geschriebene Textes)

Auch so in der Musik – aber das „Zweckmässige“, „Alltägliche“ mit dem sich Komponisten wie Bach, Mozart, Haydn geradezu täglich konfrontiert sahen, und angesichts dessen sie dennoch die wunderbarsten Werke schufen, ist fast komplett aus der Neuen Musik verbannt. Die Zeit der Divertimenti, Tafel- und Feuerwerksmusiken, der Tanzsuiten und Madrigale scheint endgültig vorbei – heute überlässt man das Feld kampflos der rein kommerziell orientierten Musik (und Muzak). Wer z.B. Filmmusik schreibt, darf nach Ansicht der meisten kein großer Künstler sein. Warum eigentlich?

Doch zurück zu Adorno – es scheint gar nichts zu zählen, dass man in anderen Künsten schon längst ein wesentlich entspannteres und daher auch fruchtbareres Verhältnis zu ihm hat. In dem Satiremagazin „Titanic“ erscheint er z.B. seit Jahren mit einem angemalten Bärtchen verziert über der Rubrik „Humorkritik“ (was könnte passender sein?).
Der berühmten „Neuen Frankfurter Schule“, aus der die „Titanic“ hervorging, gelang es recht schnell im Dunstkreis von Adornos Wirken eine neue Art von Humorverständnis zu entwickeln. Sicher aus einem Gefühl des Mangels heraus, respektvoll durchaus, aber auch mit der nötigen Frechheit, die guter Kunst meist eigen ist (was immer gerne vergessen wird).

Was uns im Gegensatz dazu in der Musik eindeutig fehlt, sind ebendiese Frechheit und Frische, ebendieser Witz wie der der Frankfurter Schule (und wem hier Ausnahmen einfallen, der bestätigt die Regel).

Natürlich ist uns das Lachen nicht wirklich abhanden gekommen. Die Deutschen lachen viel und gerne, genauso wie andere Völker auch.
Was uns aber eindeutig abhanden gekommen ist, ist eine Wertschätzung der Leichtigkeit. Und das vor allem in der Musik, vielleicht mehr noch als in anderen Ländern.

Wer sich das Wirken der so genannten E-Musik (Der Begriff „ernste Musik“; oder auch E-Musik, existiert weltweit tatsächlich nur in Deutschland) und deren Heerscharen von Komponisten anschaut, dem tut sich leider eher ein verhärmtes Jammertal als ein Springbrunnen der geistreichen Heiterkeit auf, das ist eine Tatsache.
Quasi symbolhaft für diesen Zustand trat vor kurzem mitten in einer übrigens dankenswerterweise sehr unterhaltsamen Hochkulturveranstaltung, der Theaterpreisverleihung „Faust“ im Münchener Prinzregententheater, ein mahnender Helmut Lachenmann auf, um eine auf 45 Seiten festgehaltene Brandrede gegen die „Spaßgesellschaft“ zu halten – gleichsam rührend und authentisch als Lobrede auf seinen Freund Michael Gielen, wie aber auch symptomatisch für das bis heute andauernde Misstrauen der Intellektuellen gegen die angeblich allgegenwärtige Verwässerung unserer Gesellschaft durch zuviel Oberflächliches.

Ach, wenn es doch nur so wäre! Gerne würde ich mich von Helmut Lachenmann eines besseren belehren lassen, lebte ich in einer Welt der unerträglich lustigen Neuen Musik. Dem ist aber definitiv nicht so.
Gerne, so gerne hätte man doch mal wieder in der Oper, im Konzert mal wieder auch nur den leisesten, winzigsten Anflug von Heiterkeit und Leichtigkeit verspürt, auch wissend, dass Generationen von Komponisten ihr letztes Hemd darum gegeben hätten, einmal so etwas lebensbejahendes wie das großartige Fugenfinale („Alles auf der Welt ist Witz“) von Verdis letzter Oper „Falstaff“ zu schreiben – interessanterweise das letzte Werk eines tragischen Hochdramatikers.
Stattdessen sehen wir stets ähnliches„experimentelles Musikheater“, „zeitgenössische Kammermusik“ (allein schon die Begriffe strahlen den Charme eines stillgelegten Tschernobylreaktors aus), wir werden Zeuge von Versuchsanordnungen die um so mehr Anerkennung finden, je mehr ihre Macher sich an ihre eigenen strengen Vorgaben halten (denn das bestätigt, dass sie mit Ernst bei der Sache waren), bedeutungsschwangere Abgründe ergründen oder die Dinge an sich „hinterfragen“. Entweder kommt das Leben so wie wir es kennen überhaupt nicht in diesen oft extrem abstrakten Stücken vor, sie kreisen quasi um sich selbst und die ihnen gesetzten Themen, oder es geht ausdrücklich darum, einen vagen Ausdruck der Betroffenheit angesichts unserer schrecklichen Welt zu postulieren. Was natürlich auch nicht sehr schwer ist – „Leichtigkeit ist das Allerschwerste“, das wusste nicht nur ein Billy Wilder.

Es ist ja nicht so, dass niemand es versuchen würde. Nur muss man dafür in unserem gerne sehr griesgrämigen und ebenso mahnenden Feuilleton stets dafür büssen. So ist zum Beispiel ein intelligentes und durchweg heiteres Opernmeisterwerk wie Wilhelm Killmayers Oper „Yolimba“ kaum auf den Bühnen zu hören, und seinem Komponisten haftet bis heute vollkommen ungerechtfertigt der Ruf an, eigentlich nur ein Schöpfer kleiner heiterer Männerchöre zu sein. Das ist leider der Preis für eine der individuellsten kompositorischen Haltungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Der Engländer Richard Ayres, dessen Musik äußerst virtuos mit dem Komischen und Absurden spielt, stieß in Donaueschingen jüngst auf eine Mauer der Verachtung, und sogar ein Altmeister wie Ligeti muss sich jüngst in der SZ quasi posthum wegen seiner großartigen grotesken und auch komischen Oper „Le Grand Macabre“ von R. Brembeck die Leviten lesen lassen: Es sei halt leider einfach ein zu „albernes Werk“, um es wirklich ernst nehmen zu können.
Wenn Albernheit ein negatives Kriterium ist, kann man natürlich gut 50% der Weltliteratur, darunter z.B. beide „Fausts“ und das Gesamtwerk von Heine und Jean Paul in die Tonne kloppen, aber gerne macht man in Deutschland immer wieder den fatalen Fehler, die Anwesenheit von Albernheit mit der Abwesenheit von Tiefe zu verwechseln.

Dem mag man den wunderbaren Spruch von Hölderlin (nach Platon) entgegenhalten, „Wer das Tiefste gedacht, liebt das Lebendigste“. Besser kann man es nicht ausdrücken. Schon die alten Griechen wussten ganz genau, dass Humor genauso wie die Tragik und das Leiden tiefster Ausdruck menschlicher Befindlichkeit ist. Jede Kunst, die auch nur entfernt den Anspruch erhebt, „lebensnah“ zu sein, muss sich auch diesem Thema erfolgreich stellen können, sonst läuft sie Gefahr, sich selbst vom Leben auszuschließen. Der heutigen Neuen Musik ist dieser Ausschluss leider sehr gut gelungen.

Die Grossen der Vergangenheit wussten dies ganz genau, und so kennt z.B. ein Beethoven sehr wohl auch das Alberne, Kokette, Verspielte, auch wenn uns Generationen von Musikwissenschaftlern irgendwelche Klischees des allein „heroischen“ oder „tragischen“ Beethoven um die Ohren hauen. Jeder der einmal den 2. Satz der g-moll Cellosonate, eine der Klavierbagatellen oder einen der Scherzosätze gerade der späten Streichquartette gehört hat, muss erkennen, dass Beethoven auch im Humor und der Bizarrerie zuhause ist.
Selbst in einem der depressivsten Werke der Musikgeschichte, Schuberts Winterreise, wimmelt es von wohldosierten und äußerst gelungenen heiteren Episoden, ohne die ein Kontrast zum letzten Lied mit dem „Leierkastenmann“ gar nicht möglich wäre (und selbst dieses zeugt von einer gewissen schwarzen Selbstironie).

Vergleichbares gibt es heute weniges, und das ist sehr traurig. Als wir in Ligertz zusammen bei der Opernwerkstatt saßen, um Opern mit Elementen des Komischen im 20. und 21. Jahrhundert aufzuzählen, fiel uns quasi nichts ein, und das ist eine Schande. Und man mag sich erinnern, dass es vielleicht doch etwas mit dem 2. Weltkrieg zu tun hat, und zwar nicht nur mit der darauf folgenden Humorlähmung der Deutschen Musik, sondern auch mit den Konsequenzen der grausamen Vernichtung und Verfolgung eines Teils der Bevölkerung, der historisch verbürgt für seinen Humor selbst in tragischsten Umständen berühmt ist.
Und das ist nun wirklich nicht lustig.

Seltsam, dass gerade im Leid und in der Randständigkeit der Humor und die Leichtigkeit an Bedeutung gewinnen, wir sollten daher keine Angst davor haben, wenn dies auch in einer Zeit relativen Wohlstandes passiert. Vielleicht könnte die Neue Musik, die sich ja durchaus auch in einem Zustand der Randständigkeit befindet, gerade daraus humoristisches Potential schlagen?
Und so leben wir weiter, in unser angeblich ach so trostlosen Gegenwart, in einem der reichsten Länder der Welt, dem Land mit dem höchsten Lebensstandard und der geringsten Armut im Vergleich zu quasi 99% der restlichen Menschheit. Und dennoch leiden wir. Und wir nähern uns der Erkenntnis, dass das Jammern auf höchstem Niveau eben doch etwas ist, was die Deutschen immer noch am besten können. Und dazu gehören anscheinend auch unsere Komponisten.
Möge das Jammern ein Ende haben.

Moritz Eggert

adorno

Moritz Eggert

Komponist

6 Antworten

  1. strieder sagt:

    Nach dem lesen aller Teile kommt es mir etwas so vor, als solle jeglicher Musik, die keinen Humor, keine Leichtigkeit, keine Heiterkeit usw. beinhaltet, ihre Existenzberechtigung abgesprochen werden. Ich finde aber nicht, das Musik Humor enthalten *muss*. Kunst muss erstmal gar nichts. Und wenn es das eine geben darf, dann sollte es immer auch das andere geben dürfen (in der Kunst). Das ist ja das schöne in der Kunst, das man nichts „muss“, was man nicht will oder für angebracht hält. Ebenfalls schön ist, das wir alle so verschieden sind. Und wenn jemand die Neunte Moderne komponiert, und irgendwer anderes das gut findet – wo ist das Problem? Und nicht zu letzt gibt es auch in der „Unterhaltungs-Musik“ viele Genres, in denen Humor in der Musik eher sehr selten ist (bekanntestes Beispiel wohl die Gothic-Szene) – was aber nicht bedeutet, das die Musiker humorlos wären, vor allem aber genieren sich die Hörer dort nicht, zu bekennen, das sie jede Menge Spass an der Musik haben. Ähnlich ist es ja auch mit dem Wort „Schön“. Die „U-Musik“ ist da oft sehr lehrreich, denn wie oft wird darüber diskutiert, ob gewisse Werke oder gleich die Gesamte „Neue Musik“ schön ist oder nicht, oder ob sie schön sein muss – ist aber Death Metal schön? Ich weiss es nicht, aber es macht jedenfalls eine Menge Spass!

    Für mich schälen sich also folgende Probleme heraus:

    1. Wenn von irgendwelchen Kreisen humorvolle Musik bzw. Komponisten verachtet werden, und bestimmte Komponisten gerne würden aber sich nicht trauen, dann ist das tatsächlich ein Problem. Aber es wird hoffentlich keiner jemanden zwingen wollen doch mal „anders“ (in diesem Fall Leicht, Humorvoll, Heiter etc. etc.) zu schreiben – das würde ich als grauenvollen Eingriff in die Freiheit sehen.

    2. Musik soll Spass machen, aber irgendwie traut sich keiner, Spass zu haben. Das wurde hier vor kurzem schon mal angemerkt, das man nichts über Neue Musik lesen kann, das nicht besonders intellektuell und staubtrocken klingt (wobei es auch das in der U-Musik gibt, so gesehen in CD-Reviews diverser Indie-Zeitschriften). Wer sagt schon „Ferneyhough klingt hammergeil“? Ich auf jeden Fall ;)

    Was ich damit sagen möchte, ist, das wir eben verschieden sind, und wenn einer anders fühlt, sollten wir ihn nicht dafür anklagen. Das sollte für die Heiteren, wie für die Ernsten gelten.

  2. Willi Vogl sagt:

    Lieber Moritz Eggert,

    Kompliment und Dank für Ihr spezifisches Plädoyer zum musikalischen Humor!
    Humor und Ernsthaftigkeit schließen einander nicht aus. Im Gegenteil: Um wahrgenommen zu werden, bedarf es bisweilen eines gewissen Humors. Die härtesten Wahrheiten auszusprechen, ohne Angst um Leib und Leben haben zu müssen, konnten sich im Mittelalter nur die Hofnarren erlauben. Heutzutage übernehmen diese Funktion die politischen Kabarettisten.
    Auch wenn es in der Musik im physischen Sinne nicht um Leben und Tod geht, bin ich dennoch davon überzeugt, dass Humor in der Kunst – wie im realen Leben – eine ernste Angelegenheit ist. Dieser Erkenntnis zum Trotz scheint die Problematik in der Neuen Musik nicht nur für Komponisten, sondern auch Interpreten zu sein: Wenn man Humor zeigt, wird man nicht ernst genommen. Diese kategorische wie paradoxe Sichtweise führt zu einer eingeschränkten Wahrnehmung, die es aufzubrechen gilt.
    Ich bin gespannt, wann der erste Konzertveranstalter oder Festivalintendant dieses brisante wie lohnende Thema in seinen Konzerten ernsthaft(!) aufgreift.

  3. querstand sagt:

    Ernst=Italianita!!

    Der teutonische Bierernst ist was zutiefst romantisch-italienisches. Betrachtet man einen Extremzustand in Opern des 19. Jahrhunderts wie den Bühnentod, läßt sich grobschlächtig vereinfacht feststellen, dass dieser südlich von Verona bis heute immer als höchst tragische, rührende Angelegenheit dargestellt wird. Von Verdi bis Nono geht es immer bierernst zu. Kein Wunder, dass der deutsche Ableger Nonos: Lachenmann, so ur-ernst zu wirken scheint, aber eben nur scheint…

    Man denke an all die Aidas, Traviatas, Bohemes, etc. – immer eine zu Tränen rührende Angelegenheit. Selbst in Kriegsfugen, wie z.B. Macbeth geht es tierisch ernst zu. Lustig wird’s nur, wenn die Technik Tosca zurück auf die Engelsburg hüpfen läßt.

    Anders bei Verdis Antipoden Wagner: in dessen frühen Stücken wie Rienzi und Lohengrin wird mit viel Gebet und Mega-Jubel Todesgefahr besungen, ein Pathos aufgefahren, der fast wieder urkomisch wirkt. Sonst die stilisierten Frauenerlösungstode bzw. feierlich-ernste Leichenkondukte. Wendet Verdi Schlachtfugen an, bleibt’s bei Wagner eine Prügelfuge. Und wird gemordet und gestorben, wie so oft im Ring, geht es eigentlich ganz lustig zu, als würden Zombies ihr Unwesen treiben, eine Welt zwischen George Lucas, Monty Python, Kung Fu und Critters: alles ganz possierliche Menschenvernichtungen.

    Aber selbst in der Neuen Musik ist es nicht so humorlos, wie es auf dem ersten Blick scheint: man denke an Lachenmanns tem(A), seine virilen Concertini, die platt-lustigen Kinderspiele, das neuere verschrobene Got Lost, etc. Natürlich sind die Neuen Musik Migranten Ligeti, Cage und Kagel unser bestes Spasstrio gewesen, haben selbst des hyperernsten Kurtags lyrische Melodramen einen feinen Humor, steckt in Rihms Wölfi-Liedern oder seinem Dionysos wie Hamletmaschine etlich offenes wie doppelbödig-verborgen Witziges. Meine Lehrer Zender – in Stephen Climax wie Don Quijote sehr gut drauf – und Bose, dieser in Schlachthof 5 sowie auch seiner total verrückten Einmann-Kafka-Verwandlungsoper streckenweise urkomisch, fast schon mit der Faust auf’s Auge, pflegten und pflegen immer einen gewissen Witz in ihrer Musik. Heute allemal ein Poppe in seiner Biennaleoper mit Viebrock Arbeit Wohnen (o.s.ä.), Kampe, Hurt (er gewann für einen Alpenmusikpreis sogar den Oberernstpreis in Stuttgart…), Eggert, etc…

    Das Problem sind v.a. die Hohepriester der Zuhörerschaft wie der Kritik, die in jedem ernsten Werk Ersatzreligion erwarten, alles ernsthaft anhören und bewerten als sei es eine seriöse Seminararbeit – man könnte sich darüber totlachen, wären sie nicht die Totengräber des Witzes!! Selbst Schönberg versuchte sich im Lustigen, sind selbst in Moses und Aron süffig-lustige Kalbtänze, hat Lulu seine kömödiantischen Momente, sind der Doktor und Hauptmann in Wozzeck reinste Witzfiguren wie Don Basilio in Mozarts Figaro. Überhaupt: beim späten Monteverdi, dem Cäsar-Xerxes-Händel wie dem Da-Ponte-Mozart geht es vor oder nach Abgründen immer lustig einher – selbst Zimmermanns Soldaten stehen in dieser Tradition. Aber all unsere Adepten und Lehrer Neuer Musik denken wohl nur an Parsifal und Technik…
    Ja, auch ein Clown könnte angesichts seines reinen Handwerks und dessen Analyse ein reines Trauerspiel sein. Dennoch bringt er mit seinem direkten Auftreten Drama wie Spass ganz nahe zusammen, so dass es intelektuell allemal eine Riesenfreude ist. Genauso ist es mit all den eben angeführten honorigen Superernsten der Neuen Musik. Oder sind die ernsten Wahrnehmer der Neuen Musik nichts als unfreuwillige Clowns – all die FAZ und Zeit wie MDR, SWR, DLF/DLR-Ernsthasen?!? Prust….

  4. Zur „Kultur des Verdrusses“ – aus der Rede von Joachim Gauck zur Eröffnung der Salzburger Festspiele am 27.7.2011:

    „Ja, es gibt sie, diese Tristesse des Alltags. Sie umgibt alle Dinge mit einem Niederungsgrau. Die Unvollkommenheit der Leute und der Verhältnisse erzeugt dann eine ganze Kultur des Verdrusses. Einige – ich komme aus Deutschland – verbringen ihr ganzes Leben darin. Einige wenige halten es schon für Hochkultur, wenn ihre Klage nur schrill genug, ihre Distanz zu ihrer Umwelt nur grell und plakativ genug ausgestellt wird.“

    Das gehört bis heute leider zur Ästhetik der Neue-Musik-Festivals, bei einigen sogar zum Markenkern bzw. „guten Ton“. (Nach Nietzsche: Eine Ästhetik des schlechten Wetters.)

  5. Demnächst wird man mit dem Stock geschlagen: „Sei heiter und sei fröhlich!“
    Wer nicht geschlagen werden will, setzt eine grinsende Maske auf.

  6. Tja, es ist ja wohl eine Zumutung, wenn da einer ist, der einfach mal heiter gestimmt werden will, oder einer, der andere heiter stimmen will, und – oh, Gott – der mit Lust Heiteres und Erheiterndes komponiert (heutzutage!!).

    Natürlich, natürlich, das Heitere erinnert uns an unser tragisches Dasein. ;-(

    Lachen wir darüber!

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