Bad Blog Of Musick Das bedeutendste Blog zur zeitgenössischen Musikkultur
Über Geschmack lässt sich sicherlich streiten, und obwohl Filmregisseure in der Vergangenheit auf Opernbühnen nicht immer ihre stärksten Arbeiten präsentiert haben, gab es durchaus auch die eine oder andere überzeugende Inszenierung, auch wenn Genies wie Lars von Trier dann lieber doch verzichteten, die Unterschiede der beiden Metiers Film und Oper richtig einschätzend.
Die Lebensgeschichte zweier unterschiedlicher Genies hat Krausser in seinem gerade erschienenen Buch „Zwei ungleiche Rivalen“ beschrieben, herausgegeben durch die neue Musikedition von Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann. Krausser hat diesem Projekt viel Energie gewidmet und intensives Quellenstudium von Briefen und Aufzeichnungen betrieben. Herausgekommen ist ein spannender Musikroman, der vor allem als authentische Darstellung der Musikwelt des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu faszinieren weiß.
Auf den Seiten der NMZ wurde ein interessantes Interview mit der neuen ARD-Vorsitzenden Monika Piel veröffentlicht. Leider haben sich ein paar Fehler in der Wiedergabe der eigentlichen Intentionen von Frau Piel eingeschlichen, deswegen veröffentlichen wir hier den originalen Wortlaut des Interviews:
Form bedeutet die Markierung eines Anfangs und eines Endes. Dies kann überall gelten. Gerade bereitet sich die Menschheit darauf vor, Ende und Anfang zu markieren. Auf meinem inneren Kalender sehen die nächsten Tage aus wie eine Sackgasse. Am Freitag hört alles auf, was danach kommt ist unbekannt, für diese Zeit...
Ein kleines, beschauliches und herzallerliebstes Quiz, das uns zum Nachdenken anregen sollte in diesen besinnlichen Tagen. „Wir brauchen wieder mehr Betroffenheit“ (Enoch zu Guttenberg jüngst in der FAZ)
Ein später Weihnachtsgeschenkevorschlag Ich neige sonst eigentlich nicht zu Alliterationen. Die Überschrift beweist Gegenteiliges. Ebenso neige ich eher nicht dazu, mich für Musikerbiographien zu begeistern. Die gegenteilige Erfahrung machte ich jetzt, als ich in meinem Sonnenurlaub an karibischen Stränden Jens Malte Fischers Buch „Gustav Mahler. Der fremde Vertraute“ las. (Noch...
Ich erinnere mich genau wie ich vor vielen Jahren mit Reinhard Schulz (Gott habe ihn selig) in Weimar beim via-nova-Festival bei einer Diskussion über DDR-Musik mitwirkte, und es doch eklatant wurde, wie wenig wir beide über das Musiksystem der ehemaligen DDR wussten, und wie viel zu wenig auch über die dort agierenden Komponisten und deren Probleme. Dieser Missstand – nämlich dass der Westen doch im Verhältnis weniger über den Osten weiß als umgekehrt, ist sicherlich weiterhin vorhanden – wie mache Kommentare und Empfindlichkeiten in diesem Blog aus jüngster Zeit belegen.
Aus England kommen auch mal gute Nachrichten, nachdem es ja mit der WM nichts geworden ist und mit der Bildung rasant abwärts geht. Genau wie bei uns ist England Opfer einer der schlimmsten Seuchen der Populärkultur: Castingshows. Und die heißen auch genauso wie bei uns, z.B. X-Faktor. Und genau wie bei uns werden jedes Jahr die vollkommen austauschbaren Gewinner dieser Shows zum Weihnachtsgeschäft mit ihren neuen CDs herumgereicht.
Das Landestheater Flensburg ist in Not, Bonn will das Schauspiel schließen, Wuppertal hat diesen Schritt schon getan, Oberhausen, Hagen, Moers oder Essen sind ebenfalls geeignete Kandidaten für eine Schließung und zwar der kompletten Spielstätten. Und auch im Osten des Landes sieht es nicht besser aus, Leipzig muss mit massiven Kürzungen umgehen, die Anzahl der Opernhäuser in Berlin wird immer wieder gern diskutiert, Dessau und Altenburg/Gera sind gerade noch mit knapper Not einer Schließung entgangen, in Erfurt schreit man nach einer Stärkung der größeren Häuser zu Lasten kleinerer, in Sachsen steht die Landesbühne vor dem Aus.
In der letzten Zeit war ich in wenig still hier, was einerseits mit der üblichen Arbeitsüberbelastung vor Weihnachten zu tun hat, andererseits mit der Tatsache, dass mich die momentan sich überschlagenden Negativnachrichten im Kulturbetrieb so ermüdeten, dass Sprachlosigkeit die Folge war. Aber man will halt ungern erneut in den (verständlichen) Chor des Lamentierens einfallen.