Kategorie: musik

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Die Liste der ewig gestrigen Opernhäuser, Edition Spielzeit 2017/2018 (Teil 2)

Für mich ist zum Beispiel ein Unternehmen wie die Metropolitan Opera ein solcher Museumsdistrikt. Es gibt viele Besucher, auch Touristen, die sehr viel Geld dafür zahlen, um zu sehen, wie Oper im vor allem 19. Jahrhundert aussah. Das ist schön anzusehen, und da das als Business funktioniert, ist dagegen auch grundsätzlich nichts einzuwenden. Aber ich würde nie und nimmer erwarten, dass die Met die Gegenwart abbildet, sie bildet allein die Vergangenheit ab, mit kostümierten Stars die so tun, als stünden sie in der Scala im Jahre 1850.

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„Wenn Helmut das darf…“ – was der „Marche Fatale“ von Lachenmann uns eigentlich sagen will

Man stelle sich vor man lebt als Nonne jahrzehntelang in einem Kloster, in dem strengstes Zölibat herrscht, und dann eröffnet einem die Mutter Oberin, dass sie es nun vollkommen unproblematisch findet, einen Swinger-Club aufzumachen. Ungefähr so muss es sich für strenge Lachenmann-Jünger anhören, wenn ihr Prophet sich nun einen kleinen musikalischen Scherz in Es-Dur erlaubt. Es ist der ultimative Affront, die komplette Verneinung einer Philosophie, die vorher auch immer wieder dogmatisch ausgelegt wurde. War es nicht Lachenmann, der einmal Henze zu viel „Banalität“ vorwarf? Und nun beschäftigt er sich selber damit?

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Amerikanisches Tagebuch, 11. und 12. Tag (letzte Folge)

Diesen Sommer verbrachte ich im August 2 Wochen in den USA, diesem seltsamen Land der Widersprüche, Abgründe und dennoch immer wieder auch Hoffnung. Der Grund: Musik. Ich besuchte sowohl die Musikfestivals in Tanglewood als auch in Staunton, Virginia, nur eine halbe Stunde von Charlottesville entfernt. Diese Aufzeichnungen sind eine Fortsetzung...

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Amerikanisches Tagebuch, 8. Tag

Virginia ist „The South“, obwohl man noch ziemlich weit in den Süden gehen kann von hier. Hier fanden die meisten Schlachten des Sezessionskrieges statt, hier redet man mit dem „Southern Drawl“, die etwas langgezogene, lässig wirkende und langsame Art zu reden, die geradezu das absolute Gegenteil zu den hektischen New Yorker oder LA-Dialekten darstellt. Das typische Wort ist „y’all“ – wörtlich übersetzt mit „ihr alle“, hier aber eine geradezu kontinuierliche Art der Anrede darstellt , wie in „y’all wanna eat somethin‘?“ oder „y’all fine?“- In letzterem Beispiel entsteht sogar eine Satzkonstruktion ohne Verb, was nur hier geht.

Wilhelm Killmayer. Foto: Hans Kumpf 6

La joie de vivre – Abschied von Wilhelm Killmayer

Sein Abschied dauerte schon einige Jahre. Nur sehr widerwillig ließ er los wo andere vielleicht schon längst losgelassen hätten. Das war vielleicht seiner tiefen Liebe dem Lebendigen gegenüber geschuldet, die sich in jedem seiner Stücke äußert, auch in denen, die eine bestimmte Einsamkeit und Angst thematisieren, wie zum Beispiel „Nachtgedanken“.

Peter Michael Hamel. Foto: Hufner 0

Poröse Musik: Peter Michael Hamel – 70 Jahre

Es gibt wahrscheinlich keinen zweiten Komponisten, Musiker und Musikforscher der letzten Jahre, der so sehr offenohrig durch die musikalischen Welten gewandelt ist wie Peter Michael Hamel. Sein Denken und seine Musik sind porös: durchlässig und manifest zugleich. Er war und ist Zeit seines Lebens ein musikalischer Fährtenleser in unserem so...

Gordon Kampe bei den Wittenener Tagen für neue Kammermusik. Foto: Charlotte Oswald

Zeitung im Bad Blog – Die nmz-Informationen zum aktuellen Musikleben

Auch neben dem Bad Blog Of Musick gibt es einiges interessantes an Kritik, Bericht und Information – gewissermaßen eine Zeitung in der Zeitung. Wir haben da einmal das zusammengefasst. Die Themen reichen von einem Rückblick Saties „Parade“-Aufführung vor 100 Jahren, über Portraits zu Rolf Riehm, Carolina Eyck, Maximilian Marcoll und...