Ist die GEMA-Reform gut für den Nachwuchs?

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Ist die GEMA-Reform gut für den Nachwuchs?

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Als Nachwuchskomponist frage ich mich: Ist die GEMA-Reform wirklich so gut für uns, wie behauptet wird – oder vor allem gut präsentiert?
Ein Blick in die offiziellen Unterlagen stimmt zunächst euphorisch. Für Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren wird bis 2030 eine Steigerung der Förderung um 454 % in Aussicht gestellt. Ja, richtig gelesen: 454 %. Selbst inklusive Tantiemen bleiben noch 243 % Wachstum. Man könnte fast meinen, die goldenen Zeiten der Neuen Musik stünden unmittelbar bevor.
Aber wie kann das sein, dass die Summe für E um 53 % schrumpfen soll? Es ist relativ einfach: Die älteren Mitglieder sollen verlieren. Zum Teil bis zu 59 %.
Ein besonders aufschlussreiches Beispiel liefert die GEMA selbst: „Jan“, 22 Jahre alt, bereits ausgestattet mit einer Bearbeitung eines freien Werkes, einem externen Chorkonzert, einem Kammermusikkonzert und einem Orchesterwerk. Letzteres genügt, um die entscheidende Grenze von 150 Euro zu überschreiten und Zugang zur Förderung zu erhalten. Jan ist damit – wenig überraschend – ein Gewinner der Reform.

Man fragt sich unweigerlich: Handelt es sich bei Jan um einen durchschnittlichen Studierenden – oder eher um eine strategisch platzierte oder gar kreierte Ausnahmeerscheinung?
Ein Blick auf weniger spektakuläre, dafür realistischere Biografien relativiert das Bild schnell. Nehmen wir „Chantal“, ebenfalls mit fünf Aufführungen: mehrere Hochschulkonzerte, ein externes Chorkonzert und ein Festivalbeitrag. Im bisherigen System hätte sie rund 359 Euro erhalten. Im neuen System bleiben davon 109,73 Euro übrig – ein Verlust von etwa 69 %. Förderung: natürlich nicht.
Noch eindrücklicher ist der Fall „Rudolf“. Drei größere Kompositionen, darunter ein Kammerorchesterwerk, ein Stück für das Klassenkonzert und ein Stück für einen Blockflöten-Masterabschluss, bringen ihm im alten System etwa 261 Euro ein. Im neuen System schrumpft dieser Betrag auf rund 40 Euro. Das entspricht einem Verlust von über 80 % – bei gleichbleibendem Engagement.
Um überhaupt in die Nähe der Förderung zu kommen, müsste Rudolf seine Produktivität erheblich steigern: etwa zehn Masterabschlüsse mit Werken bedienen, zehn Klassenkonzerte oder siebzehn vergleichbare Orchesterprojekte. Ein ambitionierter, wenn auch möglicherweise zeitlich schwer zu realisierender Karriereplan.
Das Feld derjenigen, die von der Reform profitieren, ist enorm schmal. Man muss unter 40 Jahren sein, muss reichlich Konzerte haben mit hohem Inkasso und möglichst lange Werke schreiben. Wenn sich schon zeigt, dass sich bei realistischeren Beispielen so hohe Verluste abzeichnen, dann will ich nicht wissen, wie viel einige wenige am Ende bekommen. Dann wird man als junge:r Komponist:in auch bestraft, wenn man ein nicht so gutes Jahr hatte, viele falsche Abrechnungen oder wenn man in anderen Sparten unterwegs ist.

Chantal

Titel Stimmen Spieldauer Werk Werkanteil Name Inkasso (Brutto) Inkasso (Netto) Musikdauer Veranst.
Werk 1 4 04:30 100% Hochschulkonzert A 120,25 EURO 84,42 EURO 45:00 min
Werk 1 4 04:30 100% Hochschulkonzert B 96,20 EURO 67,54 EURO 54:00 min
Werk 2 2 10:00 100% Hochschulkonzert C 120,25 EURO 84,42 EURO 66:00 min
Werk 3 8 05:00 100% Chorkonzert 304,43 EURO 213,73 EURO 56:00 min
Werk 4 5 08:00 100% Festival (lokal) 558,15 EURO 390,71 EURO 70:00 min

 

Werk Verteilung alt (Sparte E) Verteilung neu (Sparte CCL – Live)
Titel Bew.-Schlüssel Punktzahl Punktwert Gesamtbetrag Anteil Spieldauer Anteil Betrag Zuschlag Satz Zuschlag Betrag Gesamt-betrag
Werk 1 60 0,54352135 32,61 EURO 10,00 % 8,44 EURO 21,27 % 1,80 EURO 10,24 EURO
Werk 1 60 0,54352135 32,61 EURO 8,33 % 5,63 EURO 21,27 % 1,20 EURO 6,83 EURO
Werk 2 180 0,54352135 97,83 EURO 15,00 % 12,66 EURO 21,27 % 2,69 EURO 15,35 EURO
Werk 3 120 0,54352135 65,22 EURO 8,93 % 19,09 EURO 21.27 % 4,06 EURO 23,15 EURO
Werk 4 240 0,54352135 130,45 EURO 11,43 % 44,66 EURO 21,27 % 9,50

EURO

54,16 EURO

 

Vergleich Summe Formel
Verteilung alt 358,72 Punktzahl x Punktwert x Werkanteil
Förderung alt 0,00 EURO
Verteilung neu 109,73 EURO Netto-Inkasso x Spieldaueranteil x

(1 + Zuschlagssatz) x Werkanteil

Förderung neu 0,00 EURO Zugangsschwelle nicht erreicht.

 

Rudolf

Titel Stimmen Spieldauer Werk Werkanteil Name Inkasso (Brutto) Inkasso (Netto) Musikdauer Veranst.
Werk 1 12 05:00 100% Hochschulkonzert A

(Kammerorchester)

120,25 EURO 84,42 EURO 60:00 min
Werk 2 2 10:00 100% Hochschulkonzert B 96,20 EURO 67,54 EURO 54:00 min
Werk 3 1 10:00 100% Hochschulkonzert C 120,25 EURO 84,42 EURO 65:00 min

 

Werk Verteilung alt (Sparte E) Verteilung neu (Sparte CCL – Live)
Titel Bew.-Schlüssel Punktzahl Punktwert Gesamtbetrag Anteil Spieldauer Anteil Betrag Zuschlag Satz Zuschlag Betrag Gesamt-betrag
Werk 1 240 0,54352135 130,45 EURO 8,33 % 7,13 EURO 21,27 % 1,52 EURO 8,65 EURO
Werk 2 180 0,54352135 32,61 EURO 18,52 % 12,51 EURO 21,27 % 2,66 EURO 15,17 EURO
Werk 3 180 0,54352135 97,83 EURO 15,38 % 12,98 EURO 21,27 % 2,76 EURO 15,74 EURO

 

Vergleich Summe Formel
Verteilung alt 260,89 EURO Punktzahl x Punktwert x Werkanteil
Förderung alt 0,00 EURO
Verteilung neu 39,56 EURO Netto-Inkasso x Spieldaueranteil x

(1 + Zuschlagssatz) x Werkanteil

Förderung neu 0,00 EURO Zugangsschwelle nicht erreicht.

 

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