Die Radiowoche vom 20.12.21–26.12.2021

Im Radio. Foto: Hufner
Im Radio. Foto: Hufner

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 51. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr.

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Inhalt


mo – 20.12.2021


19:30:00 | Ö1
Aki Takases Trio Tama beim Jazzfestival Leibnitz 2021

Am 1. Oktober 2021 gastierte mit Aki Takase die frischgebackene neue Trägerin des Albert­Mangelsdorff-Preises und damit der bedeutendsten Auszeichnung, die Deutschland an Jazzmusiker/innen vergibt, im Hugo-Wolf -Saal des Kulturzentrums Leibnitz.

Und die 73-jährige japanische Pianistin, die seit den 1980er Jahren in Berlin lebt, demonstrierte eindrucksvoll, dass ihr dieser Preis völlig zu Recht zuerkannt worden ist: Unterstützt von ihren Mitstreitern im Trio Tama, Bassist Jan Roder und Schlagzeuger Oliver Steidle, bearbeitete Takase mit unwiderstehlicher perkussiver Energie die Tasten, swingend, hämmernd, aus den detailreich auskomponierten Strukturen immer wieder in lustvollen freien Cluster-Explosionen ausbrechend.

Als Überraschungsgast stellte sich für ein Stück die Mezzosopranistin Mayumi Nakamura auf der Bühne ein, die sich mit ariosem Pathos improvisierend ins Geschehen stürzte. Marlene Schnedl präsentiert diesen Höhepunkt des diesjährigen Jazzfestivals Leibnitz.

19:30 bis 20:00 | Deutschlandfunk Kultur
Der Rest ist Stille – Von der Bedeutung des Schweigens in unserer Gesellschaft

Von Heiner Kiesel. Schweigen ist herrlich paradox – als Verweigerung von Kommunikation, die etwas mitteilen soll. Und sie ist auch der Teil des Gesprächs, der Verständigung erst ermöglicht. Aber auch jenseits solcher fundamentalen Betrachtungen ist die Beschäftigung mit dem Nicht-Gesagten überaus ergiebig – es gibt Aufschluss darüber, wer spricht, wer sprechen darf, wie die Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft ohne Worte geregelt werden.

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: WDR 3 Kammerkonzerte in NRW – Ein Weltklasseensemble bei den Schlosskonzerten Jülich

Das Tschechische Nonett ist eines der ältesten Kammerensembles weltweit. Gegründet wurde es im Jahre 1924 von Schülern des Prager Konservatoriums. Das Ensemble gastiert auf den großen internationalen Festivals, vom Prager Frühling bis zu den Salzburger Festspielen. Durch seine Interpretationen und seine originelle Instrumentalbesetzung hat es viele bekannte zeitgenössische Komponisten zu neuen Werken inspiriert, unter anderem Sergej Prokofjew, Witold Lutoslawski oder auch Bohuslav Martinu. Im Rahmen der Schlosskonzerte Jülich ist das Tschechische Nonett aber mit Musik des 19. Jahrhunderts aufgetreten. Louis Spohrs Nonett in F-Dur op.31 aus dem Jahr 1813 ist die erste Originalkomposition für diese Besetzung. Es war eine Auftragsarbeit des Wiener Kaufmanns und Geigers Johann von Tost und hat bereits bei der Uraufführung helle Begeisterung ausgelöst. Über Antonin Dvorák Serenade d-Moll op. 44 hat Kollege Johannes Brahms gesagt: „Die Serenade ist wohl das Beste, was ich von Dvorák kenne.“ Louis Spohr: Grand Nonetto, op. 31 | Antonín Dvorák: Serenade d-Moll, op. 44. Tschechisches Nonett. Aufnahme aus dem Pädagogischen Zentrum, Jülich

20:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 Das musikalische Quintett

Eindrücke und Gespräche rund um alte und neue Aufnahmen von Johannes Brahms-Werken

21:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Digitalisierung 3.0 – Musikhochschulen im Wandel

Zu Gast: Moritz Eggert, Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater München

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Musik der Gegenwart: International Rostrum of Composers, Teil 3

Organisiert vom International Music Council und mit finanzieller Unterstützung der teilnehmenden Rundfunkanstalten findet in jedem Jahr das Internationale Rostrum of Composers statt. Ziel ist der Austausch von zeitgenössischer Musik. Ein Überblick über die Gewinnerwerke und über neueste Trends in der zeitgenössischen Musik.

23:03 – 24:00 | Ö1
Neue Musik auf der Couch. Thomas Wally analysiert das String Quartet von Ruth Crawford Seeger

Ruth Crawford Seeger: Ein Name, der zwar vereinzelt in Konzertprogrammen auftaucht, mit Hinblick auf die beeindruckende Eigenständigkeit und Modernität der Ästhetik aber deutlich öfter im Konzertleben vertreten sein müsste. Ruth Crawford Seegers String Quartet (1931): Ein kammermusikalisches Werk, das hier und da vereinzelt zur Aufführung gebracht wird, sich aber eigentlich im Repertoire jedes professionellen Streichquartetts finden müsste. Vier kurze Sätze, jeder einzelne mit einem ganz eigenen, ja sogar eigenwilligen Erscheinungsbild, einem teilweise fast widerborstig anmutenden Charakter, kontrapunktisch dichtest gearbeitet; klar, visionär, großartig.

Thomas Wally, neben seiner Tätigkeit als freischaffender Komponist und Violinist auch an der Wiener Musikuniversität als Senior Lecturer in musiktheoretischen Fächern aktiv, betrachtet das String Quartet von Ruth Crawford Seeger aus (hör)analytischer Perspektive: Was hören wir, wenn wir dieses Werk hören? Worauf können wir achten? Was sind Besonderheiten, denen wir Aufmerksamkeit schenken sollten? Den Hörer/innen werden analytische Tools bereitgestellt, mit deren Hilfe diese Musik mit einem geschärften Fokus wahrgenommen werden kann. Gestaltung: Thomas Wally, Redaktion: Rainer Elstner

23:30 bis 00:00 | NDR Kultur
Jazz – Round Midnight: Jazz Diversity: Holly / Volker Schlott

Round Midnight ist der Platz für Hintergrundgeschichten, ausführliche Portraits und Talks mit jungen Talenten und Jazz-Legenden.

In der Sendung erzählen Autorinnen und Autoren die Geschichten bekannter Jazz-Titel, gehen der Beziehung von Jazz und klassischer Musik nach und nehmen mit auf spannende Reisen in die Grenzgebiete von Jazz, Tango, Salsa oder Flamenco, in Jazz-Epochen wie Swing, Bebop und Fusion oder in die Geschichte berühmter Labels wie Blue Note und in die Aktualität kultureller und politischer Themen wie Black Lives Matter.


di – 21.12.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Russische Märchen und sowjetische Wirklichkeit – Die Musikwissenschaftlerin Hannelore Gerlach erinnert sich

Von Thomas Groetz. Viele Komponistinnen und Komponisten der ehemaligen Sowjetunion geraten mehr und mehr in Vergessenheit. Auf ihren Reisen in die ehemalige Sowjetunion begegnete Hannelore Gerlach seit den späten 70er-Jahren nicht nur Bauersfrauen, die Sergej Rachmaninow noch persönlich gekannt haben, sondern vielen, heute zum Teil wenig bekannten Komponisten aus den unterschiedlichen Regionen des Landes. Ihre geknüpften Kontakte flossen in die umfangreiche publizistische Tätigkeit der DDR-Musikwissenschaftlerin ein. Dazu zählen mehrere Bücher, wie das 1984 veröffentlichte Standardwerk „Fünfzig sowjetische Komponisten”. Dass dort natürlich auch Namen fehlen, wie zum Beispiel der damals gerade emigrierte Arvo Pärt, war angesichts der Kulturpolitik der Sowjetunion nicht verwunderlich.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Mark Lothar: „Kleine Weihnachtsgeschichte“, op. 51 (Hans Hotter, Bariton; Mark Lothar, Klavier); Ruth Zechlin: „Musik zu Weihnachten“ (Markus Zahnhausen, Blockflöte); Gloria Coates: Variationen über „Es ist ein Ros entsprungen“ (Herbert Blendinger, Violine; Karl Christian Kroll, Orgel); Robert Heger: „Bruder Philipp des Kartäusers Marienleben“, op. 31 (Erika Köth, Sopran; Gerhard Poppe, Klavier); Hans Melchior Brugk: „Von Engeln und Hirten“, op. 40 (Atsuko Katsuyama, Oboe; Karlheinz Schickhaus, Hackbrett; Münchener Kammerorchester: Hans Stadlmair); Hans Rudolf Zöbeley: „Du Kind, zu dieser heil’gen Zeit“; „Maria durch ein Dornwald ging“; „Vom Himmel hoch, ihr Englein kommt“ (Münchner Motettenchor; Bläserensemble des Münchner Motettenchors: Hans Rudols Zöbeley); Hermann Wolfgang von Waltershausen: „Krippenmusik“, op. 23 (Münchner Philharmoniker: Jan Koetsier)

10:08 Uhr | Deutschlandfunk
Sprechstunde: In schwierigen Zeiten. Lebenskrisen

Gast: Dr. Wolfgang Schwachula, Internist, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, Bonn. Am Mikrofon: Martin Winkelheide

19:30 bis 20:00 | Deutschlandfunk Kultur
Rückbau statt Aufbruch – Die Windkraft ist in der Flaute

Von Anja Schrum und Ernst Ludwig von Aster

20:00 | hr2-kultur
Das hr-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt

Der neue Chefdirigent Alain Altinoglu mit einer Hommage zum 90. Geburtstag von Sofia Gubaidulina und seiner Premiere in der Mahler-Interpretation des hr-Sinfonieorchesters.

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Musik der Zeit [3] Schrauben

Schlagzeuger*innen sind Alleskönner. In ihren Studios lagern nicht nur Pauken, Becken und Xylophone, sondern alles, womit sich Geräusche erzeugen lassen: Sirenen, seltene Gongs, Stoßdämpfer, Schwirrhölzer, Styroporplatten, aber auch Kakteen, Kieselsteine oder Baumstämme.

Den Pionier des modernen Schlagzeugs, Edgard Varèse, trieb die Gewissheit an: „Musik, die leben und vibrieren soll, braucht neue Ausdrucksmittel.“ Wobei die Quantität allerdings kein alleiniger Maßstab sein kann. Während Edgard Varèse und Enno Poppe ganze Perkussions-Landschaften in Szene setzen, konzentriert sich Georgia Koumará in ihrem Auftragswerk auf die vier Spieler des Schlagquartett Köln. Dazwischen behauptet sich ein Solo für Kontrabass, das Urkräfte mobilisiert, was nicht nur „eine Frage der Muskeln, sondern auch der Nerven“ ist, wie der Komponist Iannis Xenakis versprach.

Edgard Varèse: Ionisation für 13 Schlagzeuger | Iannis Xenakis: Theraps für Kontrabass solo | Georgia Koumará: Werk für Schlagzeugquartett, Kompositionsauftrag des WDR, Uraufführung | Enno Poppe: Schrauben für 13 Schlagzeuger. Edicson Ruiz, Kontrabass; Schlagquartett Köln; Studierende der HfMT Köln, Leitung: Enno Poppe. Übertragung aus dem Kölner Funkhaus

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Dialoge mit der Natur

Von Margarete Zander. Thema Klimawandel in der Musik: Das Ensemble Horizonte ist der menschlichen Sehnsucht nach Naturverbundenheit musikalisch auf der Spur. Im aktuellen Programm „On Nature“ hört man ferne Anklänge an die romantischen Naturbilder und spürt das Unbehagen, das die aktuellen Bilder in uns auslösen. Es trifft mitten ins Herz, wenn in der Katastrophe von Fukushima ein altes japanisches Kinderlied erklingt.

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Magazin

Von Leonie Reineke. Mit Neuigkeiten und Berichten vom „Futurologischen Kongress“ in Karlsruhe und vom Festival „Moonbreaker 2121“, das in 100 Jahren auf dem Mond stattfindet, aber über early-access-Tickets schon in der Gegenwart besucht werden kann. Außerdem steht das Essener Festival „NOW!“ im Fokus sowie der richtungsweisende Vorstoß der Oper Halle an der Saale, wo in den letzten Jahren eine Reihe von Uraufführungen zeitgenössischer Musiktheaterstücke realisiert wurde.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Gereiftes Wunderkind – Der Pianist A Bu

Aufnahme vom 18.9.2021 beim Klavierfestival Ruhr 2021 in Hagen. Am Mikrofon: Michael Kuhlmann. Dass ein junger Chinese als Klavier-Wunderkind gehandelt wird, ist schon häufiger vorgekommen. Ungewöhnlich aber, wenn das im Jazz passiert. Der 1999 geborene A Bu konzertierte schon als 14-Jähriger an der Seite Chick Coreas. Mit 15 gewann er den Klavier-Solowettbewerb von Montreux und begann ein Studium in New York. Als Kind hörte er begeistert Jazz; später ließ er sich von lateinamerikanischen Klängen inspirieren. Heute nennt er als eines seiner großen Vorbilder Keith Jarrett. Inzwischen beschäftigt er sich auch mit der Musik seiner chinesischen Heimat. Seit Jahren geplant war ein Auftritt beim Klavier-Festival Ruhr, wie er im September 2021 wahr wurde. A Bu spielte dort ein facettenreiches Repertoire aus freien Improvisationen und auskomponierten Stücken, mit Anklängen an Musik von Fats Waller bis John Coltrane.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Die polnische Komponistin und Performerin Jagoda Szmytka

Sie ist derzeit eine der gefragtesten Figuren in der Szene der zeitgenössischen Musik. Über die Philosophie kam Jagoda Szmytka zur Erkenntnis, dass Sprache verkürzt und ausschneidet. Dann entdeckte sie die direkte, uneindeutige körperliche und energiegeladene Geste und folgerichtig schließlich die sozialen Zusammenhänge. Seitdem ist ihre Kunst interaktiv und interdisziplinär. Das ist weit weg vom Komponieren im herkömmlichen Sinn, aber nah dran an ihrem Lebenstraum, so etwas wie eine Regisseurin zu sein mit allen Mitteln. Regisseurin von Menschen, Klängen, Bildern, von Ton, Geräusch, Aktion, Geste und Körper, Video und Elektronik und allem, was die klassischen und neuen Medien hergeben. Eine Sendung von Florian Hauser

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Musikszene: Musik fürs Auge – Die „Kunst der Fuge“ als immersives Erlebnis

Von Bettina Mittelstraß. Johann Sebastian Bachs „Kunst der Fuge“ gespielt von einem Streichquartett inmitten einer Videoinstallation – das ist das Projekt „Insight“ des delian::quartett. Zwei Jahre Vorbereitung hat das Quartett in einen mehrdimensionalen Konzertabend gesteckt. Das Ergebnis ist eine „Bildkunst nach Bach“: Alle vierstimmigen Kontrapunkte werden simultan und in Echtzeit mit einer beeindruckenden Videoinstallation begleitet. Dafür ließ das Quartett die „Kunst der Fuge“ in wissenschaftliche Analysedaten zerlegen, diese in grafische Algorithmen übersetzen und anschließend vom spanischen Videokünstler Marc Molinos in dessen surreale Bildsprache verwandeln. Die Premiere dieses audiovisuellen Abends fand wegen der Corona-Beschränkungen vor nur einer Person statt.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Musik der Gegenwart: Mauricio Kagel zum 90. Geburtstag

Seine Musik, sein Theater und seine Hörspiele zeichnen sich durch hintergründigen Humor, originelle Fantasie und einen ganz eigenen, oft auch kritischen Blickwinkel aus. Mit seinem „instrumentalen Theater“ schrieb er Musikgeschichte. Sein ganzes Leben lang blieb er offen für Neues, Unerforschtes. „Ich möchte kein Musikstück als Beweis einer theoretischen Formel schreiben, weil ich ein Komponist bin, der Theorie vielleicht als Beigabe liefert, nicht aber einer, der mit seiner Musik versucht, Recht zu haben“, so der Komponist. Am 24. Dezember ist der 90. Geburtstag von Mauricio Kagel.

23:03 – 24:00 | Ö1
Toshio Hosokawa als virtueller Dozent bei „Ink Still Wet“ in Grafenegg

Eine zentrale Säule des Grafenegg Festivals ist das Composer in Residence-Programm, das alljährlich eine renommierte Persönlichkeit des zeitgenössischen Musikschaffens ins Rampenlicht stellt. Während ihres Aufenthalts in Grafenegg bringen die angesehenen Komponistinnen und Komponisten eigene Werke zur Uraufführung, stehen aber im Rahmen des Workshops „Ink Still Wet“ auch jungen Kolleginnen und Kollegen mit Rat und Tat zur Verfügung. Heuer war der bedeutende japanische Komponist Toshio Hosokawa als Composer in Residence nach Grafenegg geladen. Er hat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt und zuletzt, da er coronabedingt nicht anwesend sein konnte, aus der Ferne betreut. In der heutigen Ausgabe von „Zeit-Ton“ sind zudem Ausschnitte aus dem Abschlusskonzert in Grafenegg zu hören, bei dem die jungen Komponistinnen und Komponisten ihre Werke am Pult des Tonkünstler-Orchesters selbst zur Aufführung gebracht haben. Gestaltung: Helene Breisach


mi – 22.12.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Claus Kühnl: „Zeitfülle“ (Julia Okruashvili, Klavier; Niklas Liepe, Violine; Peijun Xu, Viola; Gabriel Schwabe, Violoncello); Rainer Pezolt: Rondell „Blaue Veilchen“ (Nele Gramß, Gesang; Anne-Kathrein Jordan, Klavier); Christof Johannes Weiß: „Loreley – Collage“ (Judith Beifuß, Mezzosopran; Martin Platz, Tenor; Peter Thoma, Saxofon; Winnie Finke, Violine; Richard Eberlein, Gitarre; Joachim Werner, Klavier); Jürgen Schmitt: „Vil Sturm & linde Zeit“ (Toscana Ensemble für Neue Musik); Tobias Giesen: „… denkt er an Schumann …“ (Hába Quartett Frankfurt); Karola Obermüller: „Nichts Fettes nichts Süßes“ (Ensemble Phorminx); Robert Schumann: „Mondnacht“, op. 39, Nr. 5 (Christoph Prégardien, Tenor; Ensemble Kontraste); Marcus Maria Reißenberger: „MEM 33 – Scherzo“ (Jugendensemble für Neue Musik Bayern: Johannes X. Schachtner)

19:00 bis 19:30 | rbbKultur
Feature: Oh Tannenbaum – Wie der Weihnachtsbaum in die gute Stube kommt –

Von Lorenz Schröter. Alle Jahre wieder der gleiche Stress. Am 24. Dezember soll der Weihnachtsbaum leuchten. Von wegen Stille Nacht, es muss gekocht, geschmückt und gekauft werden. Und wo ist eigentlich der Weihnachtsbaumständer? Der Heilige Abend ist Großkampftag. Das Feature begleitet die letzten turbulenten Vorbereitungen in einer Familie, es wird falsch gesungen, getrunken und ausgepackt. Gleichzeitig werden die wichtigsten Fragen rund um das zentrale Objekt des jährlichen Festes geklärt: den Tannenbaum. Woher kommt die Tradition des Weihnachtsbaumes? Wo wachsen die Bäume? Wer erntet sie? Warum hängen an ihnen Kugeln? Und warum heißt es Nordmanntanne? Ein Feature zur Einstimmung auf die christliche Festzeit. Regie: Nikolai von Koslowski. Produktion: rbb 2019

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Classic Sounds in Jazz: „Let it snow“ – Blue Notes über die weiße Pracht – jazzige Klänge über Schnee

Von Sängerin Betty Carter, Trompeter Roy Hargrove, Pianistin Julia Hülsmann und anderen. Moderation und Auswahl: Ulrich Habersetzer

21:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Alte Musik: „Monsieur, ich bin Ostgote“ – Carl Philipp Emanuel Bach antwortet Denis Diderot

Von Georg Beck. (Wdh. v. 13.02.2018). Mit seinem Bewusstsein, die Aufklärung selbst zu repräsentieren und den Hamburgern die Welt erklären zu müssen, geriet der Philosoph Denis Diderot bei dem universell gebildeten Komponisten Carl Philipp Emanuel Bach an den Richtigen.

Auf der Durchreise von Petersburg nach Paris macht der Philosoph, Schriftsteller und Enzyklopädie-Herausgeber Denis Diderot im April 1774 Station in Hamburg. Von dort richtet er zwei Briefe an Carl Philipp Emanuel Bach, den „größten Komponisten für Klavierinstrumente”. Ein Kompliment, das freilich nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass diese schon bald publizierten Briefe im Kern Dokumente der Herablassung und der Geringschätzung sind. Diderot, im Bewusstsein, nicht nur aufgeklärt zu sein, vielmehr die Aufklärung selbst zu repräsentieren, wähnt sich in einem zurückgebliebenen Land, dessen Bewohnern man wie Kleinkindern den Stand der Dinge erklären muss. Womit er bei Bach an den Rechten gerät! Der nicht nur perfekt französisch sprechende, sondern über seine intensive Zeitungslektüre bestens informierte Künstler reagiert mit einem „esprit allemand”, der die Arroganz des Franzosen mit dessen eigenen Mitteln bloßlegt. Die Botschaft lautet: Aufklärung lässt sich nicht pachten, Herr Nachbar!

23:03 – 24:00 | Ö1
Best of 2021: Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Astrid Schwarz

23:30 bis 00:00 | NDR Kultur
Jazz – Round Midnight: Snowflakes & Blue Notes

Round Midnight ist der Platz für Hintergrundgeschichten, ausführliche Portraits und Talks mit jungen Talenten und Jazz-Legenden.

In der Sendung erzählen Autorinnen und Autoren die Geschichten bekannter Jazz-Titel, gehen der Beziehung von Jazz und klassischer Musik nach und nehmen mit auf spannende Reisen in die Grenzgebiete von Jazz, Tango, Salsa oder Flamenco, in Jazz-Epochen wie Swing, Bebop und Fusion oder in die Geschichte berühmter Labels wie Blue Note und in die Aktualität kultureller und politischer Themen wie Black Lives Matter.


do – 23.12.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Festival TIME:SPANS

Mary Flagler Cary Hall, New York. Aufzeichnung vom 18.08.2021. Jason Eckhardt: „Passage“ (2020) für Streichquartett (Uraufführung). Jack Quartet

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese – Bayerische Komponisten

Dieter Schnebel: „Flipper“ (Die Maulwerker: Steffen Tast); Enrico Mainardi: „Burattini-Suite“ (Enrico Mainardi, Violoncello; Helge Sengeleitner, Klavier); Roland Leistner-Mayer: Sieben tapfere Klavierstücke, op. 140 (Christoph Declara, Klavier); Peter Jona Korn: „Meditation“, op. 76 (Franz Lörch, Orgel)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Taking Sides – Der Fall der Geigerin Guila Bustabo

Als Zweijährige bekommt sie ihre erste Geige. mit neun debütiert sie mit dem Chicago Symphony Orchestra. Sie studiert mit Isaac Stern und Yehudi Menuhin an der New Yorker Juilliard Scool, arbeitet mit Furtwängler und rührt Sibelius zu Tränen. Die Amerikanerin Guila Bustabo wird als eines der größten Geigentalente des 20. Jahrhunderts gehandelt, doch was geschieht dann? 1938 unternimmt die 22-Jährige mit ihrer dominanten Mutter eine Europatournee und erobert die Konzertsäle Nazideutschlands. Der gesinnungstreue Komponist Hans Pfitzner führt sie in höchste Parteikreise ein, Bustabo spielt bis 1944 in allen Städten des Dritten Reichs. Kein Wunder, dass sie nach dem Krieg auf der „Schwarzen Liste“ der politisch Korrumpierten landet – obwohl sie behauptete, sich immer nur um die Musik gekümmert zu haben. Man fühlt sich an den „Fall Furtwängler“ erinnert – doch für Guila Bustabo sind die Folgen weit schlimmer. Ihre Karriere ist beendet, sie spielt einige Jahre als Tuttigeigerin im Symphonieorchester Innsbruck (!) und stirbt 2001 verarmt in Birmingham/Alabama. Alexandra Maria Dielitz stellt diese Biographie vor, die nicht zuletzt die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Politik stellt.

19:30 bis 20:00 | Deutschlandfunk Kultur
Wenn die Zeit nicht alle Wunden heilt – Kunst und Grenzen des Verzeihens

Von Susanne Billig und Petra Geist. (Wdh. v. 25.02.2021). Gegenseitigkeit bildet die Basis unseres sozialen Miteinanders. Schwere Verletzungen, selbst Verbrechen zu vergeben, sprengt diesen Rahmen. Doch oft hilft es den Betroffenen, Frieden zu schließen, um sich so aus Ohnmacht und Bitterkeit zu befreien. Wie aber gelingt gutes Verzeihen?

20:00 bis 21:30 | hr2-kultur
Für und mit Mauricio Kagel

Moderation: Stefan Fricke. Der Komponist Mauricio Kagel, der sich 1957 von Buenos Aires aus auf den Weg nach Köln machte, wo er bis zu seinem Tod lebte, wäre am morgigen Tag, dem 24. Dezember neunzig Jahre alt geworden.

Und das ist nur ein Grund, um an den Avantgardisten und unermüdlichen Neuerfinder der musikalischen Tradition zu erinnern. Mit Vorliebe dirigierte Kagel, der auch zahlreiche Hörspiele und etliche Musikfilme realisierte, seine Werke selbst. Manchmal rezitierte er auch bei den eigenen Produktionen die selbstverfassten oder zusammengestellten Texte. Oder er sang und spielte Bandoneon. Im heutigen Konzertsaal ist Kagel, für den Musik auch immer eine Sache des Denkens und des Überdenkens ist, mit seiner Stimme und als Dirigent allgegenwärtig. Zudem als Biograf in eigener Sache: Die sieben Zeitungsausschnitte, die er dem Ensemblestück „… den 24.xii.1931“ zugrunde gelegt hat, sind an jenem Tag, eben seinem Geburtstag, an verschiedenen Orten der Welt in unterschiedlichen Gazetten erschienen.

20:10 bis 21:00 | Deutschlandfunk
Auf der Suche nach dem „Wir“ – Facetten von Einsamkeit – Annäherungen an ein mitunter beängstigendes Gefühl.

Ein Feature von Andreas Beckmann. Schon vor Corona haben 14 Millionen Menschen in Deutschland von sich gesagt, sie seien einsam. Mit der Pandemie ist das Ausmaß noch größer geworden. Es trifft längst nicht nur Senioren, sondern ebenso junge Menschen. Manche Mediziner diskutieren, ob Einsamkeit als Krankheit einzustufen sei, für den Einzelnen ähnlich gefährlich wie 15 Zigaretten am Tag. Wie kann es soweit kommen in einer Welt, die vernetzt ist wie nie zuvor? Soll ein Ministerium sozialer Isolation entgegenwirken wie in Großbritannien? Oder ist das Phänomen gar nicht neu? Und warum gilt es in Philosophie und Kunst auch als erstrebenswert, alleine zu sein – während sich im Alltag viele Menschen dessen schämen? Untersuchungen zu einem Zustand, der schmerzen, aber auch faszinieren kann.

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Glück und Einsamkeit

Georges Aperghis: Der Lauf des Lebens (2019) für 6 Stimmen und Ensemble. Neue Vocalsolisten. Klangforum Wien. Leitung: Emilio Pomàrico

Wohin geht die Reise? Das Leben ist wie eine Wanderung, meint Georges Aperghis. Man weiß nie, was einen and er nächsten Wegbiegung erwartet. Für „Lauf des Lebens“ hat er – wie gewohnt – eng mit den Neuen Vocalsolisten und dem Klangforum Wien zusammengearbeitet, um ihnen die musikalische Rolle wie Schauspielern auf den Leib zu schreiben. Allerdings nicht, um naturalistische Porträts zu komponieren. Der gebürtige Grieche sucht nach dem, „was man normalerweise nicht sieht“.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
JazzFacts: Mit Riesenschritten voran – Die französische Sängerin Camille Bertault

Von Karsten Mützelfeldt. Wie aus dem Nichts taucht 2015 auf der französischen Jazzszene eine junge Sängerin auf und sorgt mit viel Fantasie, Charme und atemberaubender Virtuosität für Aufhorchen. Für Camille Bertault ist es der Anfang einer bemerkenswerten Karriere. Auslöser der Furore ist ein Facebook-Video. Zuhause nimmt die Französin eine Scat-Version von John Coltranes halsbrecherischen „Giant Steps“ auf und stellt sie ins Netz. Innerhalb weniger Tage wird der Clip mehr als 700.000 Mal geteilt, eine Plattenfirma bietet Bertault einen Vertrag an. Auf ihrem zweiten von bislang drei Solo-Alben präsentiert sie Coltranes berühmtes Solo dann mit einem von ihr geschriebenen französischen Text. Titel: „Pas de Géant“ („Giant Steps“, „Riesenschritte“). Die junge Frau sprudelt nur so vor Energie. Ihre temperamentvolle Bühnenpräsenz profitiert auch von ihren Schauspiel-Erfahrungen: Sie stand auf Theater- und Kabarettbühnen und hegt eine Affinität zum mit dem Dramatischen durchaus vertrauten Chanson.

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik | Mein Lehrer: Mauricio Kagel (2)

Eine Sendung von Johannes S. Sistermanns. Am 24. Dezember 2021 würde Mauricio Kagel, einer der großen Neuerer der Musik, neunzig Jahre alt.

Mit seinem Unterricht des „Neue Musiktheaters“ an der Musikhochschule Köln (1974-1996) hat er zahlreiche Komponistinnen und Komponisten geprägt. Der 1955 in Köln geborene Klangkünstler Johannes S. Sistermanns kam zunächst als Darsteller in die Klasse und wirkte bei Uraufführungen der Kagel-Studierenden Manos Tsangaris, Carola Bauckholt und Chris Newman mit. Dann wurde Sistermanns selbst Schüler von Mauricio Kagel. Dessen Bild-, Klang- und Raumempfinden sowie die unmittelbaren persönlichen Begegnungen mit dem Lehrer haben markante Spuren in Sistermanns’ Ästhetik gezeichnet.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Historische Aufnahmen: Ein genialer Exzentriker – Der Geiger Ivry Gitlis (1922 – 2020)

Am Mikrofon: Norbert Hornig. Sogar Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron würdigte die Verdienste des aus Israel stammenden Geigers Ivry Gitlis, der an Heiligabend des vergangenen Jahres mit 98 Jahren in seiner Wahlheimat Paris verstarb. Er bezeichnete ihn als einen der größten Violinisten seiner Zeit und das war er sicherlich auch. Gitlis machte Weltkarriere und konzertierte noch in einem Alter, in dem andere Geiger den Bogen längst aus der Hand gelegt hatten. Sein Spiel wurde mit der Zeit immer exzentrischer, negierte gängige Interpretationsmuster. Ivry Gitlis verkörperte universales Künstlertum, er avancierte zur Kultfigur, die in keine Schablone passte. Mit Martha Argerich spielte er in Paris auf der Straße und trat auch mit Yoko Ono auf. Gitlis engagierte sich politisch und war unter anderem als UNESCO-Botschafter unterwegs.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum Geburtstag von Georges Aperghis

Georges Aperghis: Klarinettentrio (Ensemble Musikfabrik); Akkordeonkonzert (Teodoro Anzelotti, Akkordeon; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Emilio Pomàrico); „Wölfli-Kantata“, Vittriool (Neue Vocalsolisten Stuttgart)

23:03 – 24:00 | Ö1
Musik als Hommage an eine Visionärin – V:NM 2021. Projekte zu Margarete Schütte-Lihotzky

An vier Tagen (vom 18. bis zum 21. August) konnten an die 75 Musikerinnen und Musiker aus Österreich und Slowenien beim V:NM Festival in Graz ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Ein Schwerpunkt dieses Musikfestes des Vereins zur Förderung und Verbreitung Neuer Musik war der Architektin und Widerstandkämpferin Margarete Schütte-Lihotzky gewidmet; eine Visionärin, die sich zudem in der Friedens- und Frauenbewegung engagiert hat. Werner Puntigam etwa hat architektonische Aspekte zur Basis seines Projektes gemacht. Die durch Margarete Schütte-Lihotzky konzipierte „Frankfurter Küche“ stand im Mittelpunkt des Konzeptes, das die Schlagwerkerin Elisabeth Flunger gemeinsam mit der Pianistin Yedda Lin im Grazer Volkshaus verwirklicht hat; in einem Gebäude, das in den 1950er Jahren nach den Plänen der Architektin und ihres Mannes renoviert wurde. (Aufgenommen am 20. und 21. August im Volkshaus Graz.) Gestaltung: Franz Josef Kerstinger

23:30 bis 00:00 | NDR Kultur
Jazz – Round Midnight: Deep Schrott

Round Midnight ist der Platz für Hintergrundgeschichten, ausführliche Portraits und Talks mit jungen Talenten und Jazz-Legenden. In der Sendung erzählen Autorinnen und Autoren die Geschichten bekannter Jazz-Titel, gehen der Beziehung von Jazz und klassischer Musik nach und nehmen mit auf spannende Reisen in die Grenzgebiete von Jazz, Tango, Salsa oder Flamenco, in Jazz-Epochen wie Swing, Bebop und Fusion oder in die Geschichte berühmter Labels wie Blue Note und in die Aktualität kultureller und politischer Themen wie Black Lives Matter.


fr – 24.12.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Die stille Wüste – Meister Eckhart

Von Thomas Köner. Stimme: Lena Branisavljevic. Produktion: Deutschlandradio Kultur 2014. Länge: 51’31

Meister Eckhart gilt als wichtigster Vertreter der deutschen Mystik. Er lehrte ein Hören ohne Ohren, ein Sehen ohne Augen, ein Sprechen ohne Laut. Seine Räume waren unendlich groß und mikroskopisch klein, seine Orte still.

Das Hörstück „Meister Eckhart“ gleicht einem Rezitativ: Ein Kind im Lesealter versucht, die Eckhart’schen Zeilen zu entziffern. Gleichzeitig interpretiert der Klangkünstler Thomas Köner den stellenweise obskuren Text als Kompositionsstrategie: Wie unterscheiden sich Klangfarben in einem Panorama, in dem alles Schatten ist und Nacht? Welche Tempi hat ein Fluss ohne Fließen?

Thomas Köner, geboren 1965 in Bochum, arbeitet als Komponist und Medienkünstler. Weltweite Präsentationen seiner Werke zum Beispiel im Louvre, im Centre Pompidou, auf der Musik-Biennale in Venedig und auf dem Sonar in Barcelona. 2004 gewann er die Goldene Nica des Prix Ars Electronica und den Produktionspreis des Deutschen Klangkunstpreises. 2005 Transmediale Award.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese – Fränkische Komponisten

Wolfram Graf: „Festliches Präludium“ (Markus Nau, Trompete; Hans Wagner, Orgel); Kerstin-Anja Thieme: Toccata über „Vom Himmel hoch“ (Rudolf Zartner, Orgel); Franz Möckl: „Und er wird unser Friede sein“ (Anna-Kathrin Berger, Sopran; Marius Popp, Orgel); Gerhard Deutschmann: Fantasie über ein spanisches Kirchenlied, op. 25 (Eva Gräbner, Orgel); Bertold Hummel: „Weihnachtliche Suite“, op. 13 b (Academia Sancta Katharina: Werner Andreas Albert); Zsolt Gárdonyi: Drei Choralbearbeitungen (Zsolt Gárdonyi, Orgel); Hugo Distler: „Die Weihnachtsgeschichte“, Es ist ein Ros entsprungen, op. 10 (Chor der Musikhochschule München: Fritz Schieri); Paul Damjakob: „Adventslieder-Suite“; Präludium und Variationen über „Ave Maria klare“; Fantasie über „Et incarnatus est“; „O du fröhliche, o du selige“, op. 50 (Paul Damjakob, Orgel); Wolfram Graf: „Festliches Postludium“ (Markus Nau, Trompete; Hans Wagner, Orgel)

14:05 bis 15:00 | Deutschlandfunk
Spielball Erde (1/7) – Spitzbergen – Vom Denken und Handeln im Eis

Von Gaby Hartel. Mit Sören Wunderlich, Louis Friedemann Thiele, Andreas Meidinger, Sigrid Burkholder, Naghme Alaei und Gaby Hartel. Regie: Matthias Kapohl. Produktion: Deutschlandfunk 2019

Das Eis der Arktis schmilzt. Die darunterliegenden Bodenschätze haben Spitzbergen ins Zentrum geopolitischer Interessen gerückt. Doch Norwegen nutzt die Aufmerksamkeit auch für ein internationales Künstlerprogramm.

Svalbard ist der norwegische Name für Spitzbergen. Davon abgeleitet wurde „Artica Svalbard”, ein Residenz-Programm für Künstlerinnen, Fotografen, Philosophinnen und Schriftsteller aller Herkunft. Kunst ist immer gefragt, wenn es um wichtige Fragen der Welt geht, so lautet das Motto. Eine Einladung zum Nachdenken im Eis, wo einer Global Seed Bank und einer Global Thought Bank Bunker im Permafrost zur Verfügung stehen, die von Forschern und Künstlern aus der ganzen Welt genutzt werden können. Die Veröffentlichungen von „Artica Svalbard” fördern und teilen kritisches Denken und Wissen über dringende Probleme der Arktis. Auch Scheitern von Projekten ist erlaubt als vitaler Teil eines Prozesses. Gaby Hartel war dabei, als vor Ort neue Ideen entstanden sind.

18:05 bis 20:00 | Deutschlandfunk
Radio-Bescherung. Musikalisches zum Fest

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
Jazz unterm Baum: Jazzer erweisen dem Kindlein die Ehre

Am Mikrofon: Karmen Mikovic. Wir haben eine Kollektion weihnachtlicher Jazz-Einspielungen für Sie, in abwechslungsreicher Mischung von Klassikern mit ganz neuen Aufnahmen – mehr wird aber jetzt noch nicht verraten. Weihnachtsgeschenke dürfen immer erst an Heiligabend ausgepackt werden.

20:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Im Zug nach Nirgendwo (Teil 1 + 2) – Das unwahrscheinliche Leben des Songtexters Fred Jay

Von Fabian Gerhard und Roland Gerhard. Regie: die Autoren. Produktion: Deutschlandfunk/WDR 2021. „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo”, „Rasputin”, „Ti Amo” – keiner hat in den 70er-Jahren so viele erfolgreiche Schlager geschrieben wie er. Und doch ist der Mann, der dem Schlager die Poesie zurückgab, ein Unbekannter. Weil er das so wollte. Der jüdische Wiener Rechtsanwalt Friedrich Jakobsohn flieht 1938 vor den Nazis nach Paris, wo er im Striplokal Ukulele spielt. Von dort geht es weiter nach Amerika. Er hält sich zunächst als Tellerwäscher über Wasser, bis er einen Job beim Radio bekommt. Nebenbei schreibt er als Fred Jay Songtexte für Künstler wie Shirley Bassey, Percy Sledge und die Dorsey Brothers, ohne davon leben zu können.

Anfang der 60er-Jahre geht er mit seiner Familie für die Voice of America nach Deutschland. Er sucht Kontakt zu deutschen Komponisten, aber erst nach seinem Wechsel zum RIAS in Berlin gelingt der Durchbruch: Mit fast 60 Jahren wird er einer der erfolgreichsten Songtexter Deutschlands. Er schreibt Hunderte von Texten für Schlager und Popsongs von Boney M., Howard Carpendale, Christian Anders, Michael Holm, Katja Ebstein, Marianne Rosenberg und viele andere. Und doch blieb Fred Jay ein Unbekannter – er ging nicht zu Preisverleihungen, Goldene Schallplatten holte er nicht ab. Wer war dieser Mann, der sich als Autor von „Qualitätstexten für normale Leute“ beschrieb?

Die Autoren haben sich auf Spurensuche begeben, mit Freunden, Arbeitskollegen und Schlagerstars gesprochen. Sie zeichnen das komplexe Bild eines europäischen Intellektuellen, der nach Deutschland zurückkam, weil er ohne die deutsche Sprache und Kultur nicht leben konnte. Und der den Deutschen als Fred Jay Lieder schenkte, die ihnen halfen zu vergessen, dass sie Menschen wie ihn vor nicht allzu langer Zeit umgebracht hätten.

23:15 | hr2-kultur
Meditative Musik Farbklänge der Richter-Fenster

Moderation: Stefan Fricke. Seit 2020 besitzt die Abtei-Kirche des Benediktinerklosters St. Mauritius im saarländischen Tholey drei Glasfenster des Künstlers Gerhard Richter. Über deren Strukturen und Farben hat der Orgelvirtuose Bernhard Leonardy intensiv vor Ort improvisiert: an der musikalischen Königin der Klosterkirche, einer Mayer-Orgel


sa – 25.12.2021


11:04 bis 11:30 | SR2 KulturRadio
FeatureZeit: Die Schöpfung heilen – von der „Nachhaltigkeit“ zur „Regeneration“

12:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Die Reportage: Kurs aufs eigene Leben – Wie junge Autisten ihren Weg finden

Von Anna Goretzki. Fünf junge Menschen mit Autismus auf einem sommerlichen Segeltörn in der dänischen Südsee. Was viele von ihnen brauchen sind Rückzugsmöglichkeiten und einen strukturierten Tagesablauf. Auf dem Schiff „Intention“ aber ist jeder Tag anders, ständiges soziales Miteinander wegen der Enge an Bord ein Muss. Für Sebastian, Charlotte und alle anderen an Bord ist der Segeltörn das Highlight, zugleich aber auch die Herausforderung des Jahres. Denn auf engem Raum im Schiff geht ohne Kommunikation und soziales Miteinander nichts. Gleichzeitig kann man sich auf diesem Segeltörn „fallen lassen“, sagt Sebastian. Das ist in ihrem Alltag oft nicht so – dort kämpfen Autisten oft um Anerkennung und Akzeptanz.

14:05 bis 15:00 | Deutschlandfunk
Spielball Erde (3/7) – Vor, während oder nach der Apokalypse? Wo stehen wir heute?

Von Barbara Eisenmann. Mit Boris Burgstaller, Achim Hall, Gabriele Hintermaier, Matthias Leja, Marietta Meguid, Paula Skorupa. Regie: Barbara Eisenmann. Produktion: SWR/Deutschlandfunk 2019

„Ihr sprecht nur davon, mit denselben schlechten Ideen weiter zu machen, die uns in dieses Chaos gebracht haben. Die einzig vernünftige Sache ist es, die Notbremse zu ziehen.“ An Greta Thunbergs nüchterner Feststellung arbeiten sich eine Philosophin, ein IT-Experte und ein Wissenschaftshistoriker ab. Während die Moderne noch eine Zukunft für alle entwarf und die Postmoderne eine endlose Gegenwart für jeden Einzelnen zelebrierte, haben wir es heute mit einer neuen dominierenden einzigen Zeit zu tun: der unserer eigenen Auslöschung, sagt die spanische Philosophin Marina Garcés. Vor der uns technische Lösungen nur scheinbar retten können, wie der weißrussische Kritiker des digitalen Kapitalismus, Evgeny Morozov, analysiert. „Und Sie, wo verorten Sie sich? Vor, während oder nach der Apokalypse?”, fragt der französische Wissenschaftstheoretiker Bruno Latour. Die einen setzen sich theoretisch mit der Apokalypse auseinander – sie anderen sind schon draußen, auf den Straßen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.”

22:05 bis 23:00 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Klangraum Europa – Modern und maltesisch? Gegenwärtiges Komponieren auf Malta

Von Magdalene Melchers. In der katholisch geprägten Inselrepublik wird heute viel komponiert: für Gottesdienste, für Festivals oder für spektakuläre Anlässe, die Malta mit dem europäischen Kontinent verbinden. Aber, wie modern und zugleich wie maltesisch ist all dies? Autorin Magdalene Melchers befragte dazu Vertreter des nationalen Musiklebens: Christopher Muscat, Domkapellmeister der Erzdiözese, die Pianistin Charlene Farrugia, alsdann Elton Zarb, der für den Eurovision Song Contest als auch für das Kulturhauptstadtjahr 2018 komponierte, sowie Ruben Zahra, Präsident des maltesischen Verbands für zeitgenössische Musik und Leiter des „Malta International Arts Festival“. Die Palette der Antworten lässt die Vielfalt dessen erahnen, was hier in Anbetracht mediterraner und sogar prähistorischer Kulisse entsteht und erklingt.

23.03 | WDR 3
Open Sounds: Studio Elektronische Musik – Mit Frank Hilberg: Glocken-Spiele

Der heilige Klang zum anderen heiligen Abend: schwingendes Metall, aufgeladen mit Bedeutung, mit Emotionen, mit Erinnerungen. Ebenso vielfältig wie die kulturelle Nutzlast sind die akustischen Verhältnisse: Überlagerungen von komplexen, unharmonischen Spektren und nur das Wunder der Residualtonhöhen läßt uns Harmonien erleben. Musikalisch ist diese Gratwanderung zwischen Klang und Geräusch oft aufgegriffen worden und wenn die Feiertage den Glockenklang in wonnige Zusammenhänge stellt, so soll der Hinweis auf die krasse (wo nicht brutale) Klanggestalt der Glocken nicht verdrängt werden. Reichhaltiges Hörerlebnis ist allemal gewährleistet.

John Cage: Music for Carillon für elektronisches Glockenspiel; David Tudor | Ivo Malec: Carillon Choral, Elektronische Komposition | Herbert Eimert / Robert Beyer: Glockenspiel, Elektronische Komposition | George Crumb: Litanei der Glocken des Sternennebels – Löwe, aus „Makrokosmos II“ für elektrisch verstärktes Klavier; Adam Fellegi | George Crumb: Carol of the Bell, aus „A Little Suite for Christmas“ für Klavier; Fuat Kent | Mauricio Kagel: Nah und Fern, Radiostück für Glocken und Trompeten | Helmut Lachenmann: Glockenturm, aus „Ein Kinderspiel“ für Klavier; Helmut Lachenmann | Peter Behrendsen: Glockenschläge – Eine Collage | George Crumb: The Advent, aus „Makrokosmos III“ für 2 elektrisch verstärkte Klaviere und 2 Schlagzeuger; Ensemble New Art

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Schwedische Impressionen

Es sind Aufsehen erregende, wahre, zum Teil erschütternde Geschichten des 19. Jahrhunderts, die das schwedische Trio Triakel zusammengetragen und in einem spannenden Album veredelt hat. Die Musik ist schlicht, „einfach“, transparent und in sparsamen Arrangements von Geige und Harmonium auf die Stimme der Sängerin Emma Härdelin zugeschnitten. Reduziert und betörend zugleich nimmt man auch die Klangwelten der Formation „Kraja“ wahr: „Harmonie“ ist den vier Schwedinnen ein wichtiges Wort – Harmonie aus Klang und Atem, aus Melodien und Silben. „Kraja“ ist in der samischen Sprache „der Ort, nach dem Du Dich sehnst“. Das hervorragende Quartett singt a cappella, ohne Instrumentalbegleitung und hat schwedische Volks-, Liebes-, und Weihnachtslieder im Repertoire. Eine Sendung von Roland Kunz


so – 26.12.2021


00:05:00 | Ö1
Dominik Fuss & Jörg Leichtfried im Gespräch und im KlangTheater

Die beiden sind keine Unbekannten in der Wiener Musikszene: Trompeter Dominik Fuss ist einschlägig vorbelastet, gemeinsam mit seinem Vater Martin Fuss sowie dem ebenfalls Saxofon spielenden Bruder Florian ist er im Sextett Affäre Dreyfuss umtriebig, zudem war er 2018 der von der Ö1-Jazzredaktion nominierte österreichische Vertreter im Euroradio Jazz Orchestra der EBU (European Broadcasting Union) in Riga. Der aus Waidhofen/Ybbs stammende Pianist Jörg Leichtfried hingegen ist durch Aufnahmen mit Mundharmonika-Könner Bertl Mayer sowie im eigenen Trio hervorgetreten, zuletzt legte er mit dem Quartett Elektro Jirschi das Album „Misery is Wasted on The Miserable“ vor.

Im Duo lassen Fuss und Leichtfried ihre musikalischen Energien auf wunderbare Art und Weise zusammenfließen. „Little Tales of Light and Sorrow“ heißt die erste gemeinsame CD, veröffentlicht zu Beginn des Jahres 2021. Der Trompeter und der Pianist reflektieren Eindrücke aus Wien, Paris, Tunesien und von der polnischen Ostseeküste, in reifer Gelassenheit erzählen sie klingende Geschichten, substanzvoll, bildhaft, poetisch und vielfärbig -und bei aller Intimität auch um lebhafte, zupackende Momente nicht verlegen. Frank Hoffmann bittet Dominik Fuss und Jörg Leichtfried zum Gespräch und präsentiert das Duokonzert vom 3. Dezember 2021, aufgenommen in der Reihe „5 Millionen Pesos“ im KlangTheater des Wiener RadioKulturhauses.

12:00 bis 13:00 | hr2-kultur
Feature: „Ein milder Stern herniederlacht“ – Von den Botschaften des Himmels | Hans-Joachim Simm

Außergewöhnliche Himmelskonstellationen galten als Vorboten von Katastrophen, aber auch von glücklichen Ereignissen, wie der Stern von Bethlehem. Bis heute sind die Sterne, trotz der weitgehenden Kartographierung des Universums, geheimnisvoll und längst nicht entzaubert.

Joseph von Eichendorff war überzeugt: „Und der Himmel, Stern auf Stern, | Sendet so viel tausend Grüße“; Clemens Brentano äußerte sich vorsichtiger: „Ich darf wohl von den Sternen singen | … | Und wird mein armes Lied gelingen, | Dann wird vom Stern mir zugenickt.“

Nicht nur der Navigation für Reisende und Seefahrer dienten und dienen die Sterne; mit ihnen verband sich die Sehnsucht nach einem vom Irdischen befreiten Leben. Bereits früh wurden ihnen göttliche Eigenschaften zugeschrieben, und mythische Figuren meinte man in ihnen wiederzuerkennen: den Jäger Orion, den geflügelten Pegasus und viele andere. Sternbilder und Tierkreiszeichen wurden und werden schicksalhaft gedeutet. Das Feature beleuchtet die Stern- und Himmelsbetrachtungen, die Botschaften des Himmels, mit Texten aus Dichtung, Religion und Wissenschaft.

14:05 bis 14:30 | Bayern 2
Breitengrad: Shalom und Salam – Israel und Marokko kommen sich (noch) näher

Von Dunja Sadaqi und Benjamin Hammer. Israel hat wohl zu keinem anderen arabischsprachigen Land so enge Beziehungen wie zum nordafrikanischen Marokko. Anders als in den meisten anderen arabischsprachigen Ländern gibt es in Marokko weiterhin eine lebhafte und sichtbare jüdische Gemeinde. Seit Jahren werden Synagogen aufwendig restauriert, jüdische Zentren vom König höchstpersönlich eröffnet. In der neuen Verfassung des Königreiches wird die jüdische Identität explizit erwähnt. Die Beziehungen sollen mit der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen nun noch enger werden. Die wirtschaftlichen Hoffnungen sind in beiden Ländern groß. Die kulturellen Kontakte – die schon vor der diplomatischen Annäherung eng waren – sollen noch intensiver werden. Jede*r neunte Israeli*n stammt aus Marokko oder hat Vorfahren von dort – ca. 1 Millionen Israelis. Die Erinnerungen an die Auswanderung sind nicht immer positiv. Auch in Marokko gab es Pogrome gegen die Juden. Und im Israel der 50er Jahre erwartete viele marokkanische Eingewanderte Armut und Diskriminierung im jungen Staat Israel. Ein Feature über Gemeinsamkeiten und Brüche. Hoffnungen und Niederschläge. Über Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

16:30 Uhr | Deutschlandfunk
Wissenschaft im Brennpunkt: Der dunkle Geist – Vorstoß ins unbewusste Bewusstsein

Von Martin Hubert. Der unbewusste Geist ist für die exakten Wissenschaften immer noch ein großes Rätsel. Denn wie soll man ein Phänomen messen, das sich definitionsgemäß der direkten Analyse entzieht? Doch in den letzten Jahren bewegt sich etwas. Neurowissenschaftler erweitern das Konzept des Bewusstseins um unbewusste Anteile, weil alle Gedanken und Erinnerungen eine unbewusste Quelle haben müssen. Wachkomaforscher versuchen, mit diesen unbewussten Wurzeln alles Geistigen in Kontakt zu kommen. Und Psychologen denken sich immer raffiniertere Experimente aus, um nachzuweisen, dass unser Geist auch unbewusst rechnen, Bewegungen vorhersagen, sich erinnern oder Bedeutungen verstehen kann. Manche Forscher warnen davor, den Vorstoß ins Unbewusste zu überschätzen, doch vieles scheint möglich.

18:05 bis 18:30 | Deutschlandfunk Kultur
Nachspiel. Feature: Warmduscher werden Winterschwimmer – Corona sorgt für Abhärtung

Von Fritz Schütte. (Wdh. v. 31.01.2021). Es kostet immer noch Überwindung. Seit sechs Jahren steigt Jaqueline Jänike bei Wind und Wetter, Schnee und Frost in den Heiligen See in Potsdam. Eine halbe Stunde hält sie in eiskaltem Wasser aus und hat schon Medaillen gewonnen bei Eisschwimm-Weltmeisterschaften. „Du gehst da jetzt nicht rein, oder?“ Früher haben Spaziergänger schon mal den Rettungsdienst gerufen, heute sind sie den Anblick gewohnt. Wegen der pandemiebedingten Schließung der Hallenbäder bildeten sich an vielen Seen Trainingsgruppen. Raus aus dem eisigen Wasser kann es eine Viertelstunde dauern, bis Jaqueline – anschließend dick eingemummelt – aufhört zu zittern. Aber sie ist glücklich.

18:30 bis 20:00 | Deutschlandfunk Kultur
Hörspiel: A Funeral March for the First Cosmonaut – Ein Hörspiel-Poem

Von Etel Adnan und Ulrike Haage. Übersetzung und Dramaturgische Mitarbeit: Klaudia Ruschkowski

Regie und Komposition: Ulrike Haage; Mit: Etel Adnan, Judith Engel, Zainab Alsawah und Eduard Wassmann; Solisten: Christina Andersson, Claudio Puntin, Ulrike Haage; Ton und Technik: Thomas Monnerjahn, Martin Offik, Gunda Herke; Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019; Länge: 49’37

1968 schrieb Etel Adnan den „Trauermarsch“ für den zu Tode gekommenen Kosmonauten Jurij Gagarin, „das große Kind in einer großen Maschine“: eine Metapher auf die Höhenflüge und Abstürze der Menschheit.

Am 12. April 1961 umrundete Jurij Gagarin mit dem Raumschiff Wostok 1 in 108 Minuten die Erde und schrieb damit Weltraumgeschichte. Kaum sieben Jahre später kam er beim Absturz seiner zweisitzigen MiG nahe Moskau ums Leben. Die Ursache für das Unglück ist bis heute nicht genau geklärt.

Etel Adnan interessierte sich unter philosophischen, künstlerischen und mythischen Aspekten für die Weltraumprogramme der Großmächte. Der Kosmonaut Gagarin – „the great child in the great machine“ – hatte es ihr besonders angetan. Sie schrieb nach seinem Tod 1968 das elfteilige Poem „A Funeral March for the First Cosmonaut“ – eine Metapher auf Höhenflüge und Abstürze der Menschheit. Die maschinengeschriebene Version legte Etel Adnan 50 Jahre nach deren Erscheinen in die Hände der Komponistin und Pianistin Ulrike Haage. Sie komponierte 2017 die Musik zu „Nacht“, einem Hörspiel auf der Grundlage von Etel Adnans gleichnamiger Textsammlung. So wurde der „Funeral March“ nicht nur zu einem musikalischen Requiem, sondern zugleich zu einem Hörspiel, in dem sich Text und Klang, Komposition und Improvisation verschränken.

Man kann das Hörspiel hören wie eine Konzertaufführung, man kann sich darauf einlassen wie auf eine Klanginstallation. Man muss dieses Gedicht nicht sofort verstehen, sondern kann sich treiben lassen von den Qualitäten der Stimmen und Instrumente.

Etel Adnan, geboren 1925 in Beirut, gehört zu den wichtigsten Stimmen der arabischen Welt und gilt als Grande Dame der arabischen Literatur. Die Schriftstellerin, Essayistin, Philosophin und Malerin lebt heute in Paris, früher in Sausalito (Kalifornien) und Beirut. Ihre Bilder, Zeichnungen und Künstlerbücher waren 2012 in eigenen Räumen auf der documenta (13) zu sehen. Hörstücke: „Schiff im Sturm Berg Mond Meer ganz und gar schwerelos. Etel Adnans Reise durch Leben und Länder“ (DKultur 2008), „Arabische Apokalypse“ (DKultur/HR 2013). „Nacht“ (Deutschlandfunk Kultur 2017) wurde zum Hörspiel des Monats August 2017 gewählt.

Ulrike Haage, geboren in Kassel, arbeitet an der Schnittstelle von Jazz, Avantgarde, klassischer Musik und Literatur. Neben ihrer Arbeit als Komponistin, Autorin und Regisseurin von preisgekrönten Hörspielen, schreibt sie Filmmusik und ist als Solopianistin und Scriptautorin tätig. Sie lebt in Berlin.

20:05 Uhr | Deutschlandfunk
Freistil: Schiefe Töne – Eine Sanges-Geschichte von Scham und Scheitern

Von Florian Felix Weyh. Mit Jörg Hartmann und Frank Arnold. Ton und Technik: Bernd Friebel. Regie: Philippe Brühl. Produktion: Deutschlandfunk 2018

Gut sprechen kann der Autor und Moderator Florian Felix Weyh. Aber wenn er seine Stimme zum Gesang erhebt, wird es peinlich für ihn und peinigend für andere. Er kann nicht singen und beherrscht die Technik nicht. Was tun?

Er hat Panik, dass er sich mit seinen schiefen Tönen bis aufs Mark blamiert und bekommt Herzrasen. Trotzdem will er seit jeher singen. Soll er bis ans Lebensende die Stimmbänder davon lassen und souverän ein sprechender Nichtsänger bleiben? Oder sich wagemutig aufs Feld von Scham und Scheitern begeben?

Gewiss ist er kein Einzelfall, das beweisen „Ich-kann-nicht-Singen“-Chöre in etlichen Städten. Also heißt es Leidensgenossen suchen, Rat und Schulung in Anspruch nehmen und dem Risiko ins Auge blicken, dass er am Ende als komplett amusischer Mensch dasteht.

22:08 – 23:00 | Ö1
Von der Science-Fiction zur Sonic Fiction – 2021 revisited. Afro-Futurismus

In den frühen 1990ern begann Afro-Futurismus sich aus Kunst- und Kulturformen zusammenzusetzen, die die afrikanische Diaspora mit technokulturellen Bedingungen kurzschlossen. 1998 veröffentlichte Kodwo Eshun mit „More Brilliant Than The Sun“ das Basisbuch zum musikalischen Afro-Futurismus. Davon ausgehend, lässt der Zeit-Ton Extended anhand von Musikstücken theoretische und ästhetische Konzepte des Afro-Futurismus Revue passieren.

„You exist only as a myth. If you would exist, you would have equal rights“, sagt der Jazzmusiker Sun Ra im Film „Space Is The Place“ (1974). Und in seinem Buch „Über Pop-Musik“ schreibt der Pop-Musik-Theoretiker Diedrich Diederichsen: „Kodwo Eshun verdanken wir den Begriff der Sonic Fiction.“

Afro-Futurismus beschreibt das Fremdsein oder die Nicht-Existenz innerhalb von Gesellschaften. Anders als „weiße“ Science-Fiction, die dafür zu anderen Planeten reist, künden afro-futuristische Texte, Musiken, Filme und Comics von Entfremdungen an realen Orten und davon, wie sie von anderen Planeten auf die Welt kamen; als prominenteste Beispiele Sun Ra und Herbie Hancock. Astronautik als Afronautik gelesen heißt nicht nur Weltraum-Technologie wie beim Album „Rings Of Saturn“ des Detroit-Techno-Projekts X-102, sondern auch die Kolonisierung von Unterwasserwelten im Techno-Duo Drexciya oder die Rückbesinnung auf archaische Legenden; siehe etwa John Akomfrahs Film „The Last Angel Of History“.

Afro-Futurismus lässt sich als gedankliche und künstlerische Elemente sehen, die „schwarzen“ Free Jazz der 1970er Jahre mit der Techno- und Dance-Musik verbinden.

Futurhythmaschinen. Mit „More Brilliant Than The Sun. Adventures in Sonic Fiction“ schrieb der britische Autor und Kulturwissenschaftler Kodwo Eshun eines der einflussreichsten Pop-Theorie-Bücher der letzten 20 Jahre. Von dort traversiert der Zeit-Ton Extended Positionen des Afro-Futurismus bis heute an Beispielen wie Funkadelic, Kraftwerk und Moor Mother.

Musik global: Dieser Zeit-Ton extended fand im Rahmen der Ö1 Programminitiative „Musik global“ statt. Seit einiger Zeit beschäftigen sich immer mehr namhafte Institutionen der neuen Musik mit dem Thema des Westzentrismus und der Dekolonisation, so etwa auch die heurigen Donaueschinger Musiktage, in deren Programm zum 100. Geburtstag sich ein Schwerpunkt mit dem Titel „Donaueschingen global“ fand. Die Ö1 Musikredaktion nimmt das Projekt des altehrwürdigen Avantgarde-Festivals zum Anlass, um sich in dieser langfristig angelegten Programminitiative mit grundsätzlichen Fragen zu beschäftigen: Warum bleiben in Konzert- und Opernhäusern die Weißen unter sich? Hat die sogenannte Klassik koloniale Strukturen noch immer nicht überwunden? Warum gibt es in der Klassik viel weniger „People of Color“ als in Jazz und Pop? Ist struktureller Rassismus dafür ein Grund?

Auf der Suche nach Antworten unternehmen wir dabei auch Exkursionen in angrenzende Musikbereiche.  Gestaltung: Heinrich Deisl

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
Feature: „Ein milder Stern herniederlacht“ – Von den Botschaften des Himmels | Hans-Joachim Simm

Außergewöhnliche Himmelskonstellationen galten als Vorboten von Katastrophen, aber auch von glücklichen Ereignissen, wie der Stern von Bethlehem. Bis heute sind die Sterne, trotz der weitgehenden Kartographierung des Universums, geheimnisvoll und längst nicht entzaubert.

Joseph von Eichendorff war überzeugt: „Und der Himmel, Stern auf Stern, | Sendet so viel tausend Grüße“; Clemens Brentano äußerte sich vorsichtiger: „Ich darf wohl von den Sternen singen | … | Und wird mein armes Lied gelingen, | Dann wird vom Stern mir zugenickt.“

Nicht nur der Navigation für Reisende und Seefahrer dienten und dienen die Sterne; mit ihnen verband sich die Sehnsucht nach einem vom Irdischen befreiten Leben. Bereits früh wurden ihnen göttliche Eigenschaften zugeschrieben, und mythische Figuren meinte man in ihnen wiederzuerkennen: den Jäger Orion, den geflügelten Pegasus und viele andere. Sternbilder und Tierkreiszeichen wurden und werden schicksalhaft gedeutet. Das Feature beleuchtet die Stern- und Himmelsbetrachtungen, die Botschaften des Himmels, mit Texten aus Dichtung, Religion und Wissenschaft.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Unterm Sternenlicht – Neue Musik für Orgel

Dominik Susteck, Stephan Heuberger (Orgel). Michael Pattmann (Schlagzeug). Younghi Pagh-Paan: „Unterm Sternenlicht“ für Orgel | Isang Yun: Fragment für Orgel | Younghi Pagh-Paan: „Bleibt in mir und ich in euch“ für Orgel und Schlagzeug | Mark Andre: „iv 15 (Himmelfahrt)“ für Orgel.

2021 war das Jahr der Orgel. Bis heute widmen sich Komponistinnen und Komponisten immer wieder diesem besonderen Instrument, nutzen die klangräumlichen und instrumententechnischen Eigenheiten für neue Ideen. Mark Andre erforschte die Orgel in St. Ludwig in München für sein Werk „iv 15“. Younghi Pagh-Paan arbeitet mit dem Kirchen- als Resonanzraum. Isang Yun sucht nach Verbindungen von östlicher und westlicher Ästhetik im Orgelklang.

23.03 | WDR 3
Studio Neue Musik: Meilenstein der Moderne (26) Mauricio Kagel

Die Idee des Übergangs, die Klangtransformation, ist zentral für Mauricio Kagels Transición II. Sie ereignet sich auf allen Ebenen der Musik: formal, spiel- und aufnahmetechnisch. Das Klavier wird dabei zum universellen Klang-Körper: Der Pianist erzeugt Clusterklänge durch verschiedene Hand- und Armbewegungen, die den Übergang vom Klang zum Geräusch bilden. Er spielt auf den Tasten, während der Schlagzeuger im Inneren des Klaviers agiert, der Saiten, Resonanzboden und den Rand des Klaviers mit Schlägeln traktiert. Zuspielungen überlagern das Livegeschehen mit bereits Gespieltem, mit einzelnen Passagen, die im Verlauf der Aufführung aufgezeichnet werden. So entsteht ein vielfarbiges Gebäude klanglicher Möglichkeiten eines einzigen Hyper-Instruments.

Das Stück, das wir zu Mauricio Kagels 90. Geburtstag vorstellen, zählt zweifellos zu den Meilensteinen der experimentellen Klaviermusik. Es ist fast eine Art Gegenpol zu Karlheinz Stockhausens Komposition Kontakte, die kurz danach (1959-60) entstand und in der zum Teil ganz ähnliche Ziele verfolgt werden. Mauricio Kagel: Transición II für Klavier und Tonband

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Lettische Impressionen

Lettland – ein Land voller Musik und Geschichten, ein musikalischer Schmelztiegel zwischen Ost und West. Die Letten „ersangen“ sich die Freiheit, stellten sich zu Beginn der 1990er Jahre vor die russischen Panzer und intonierten ihre Jahrhunderte alten „Dainas“, die traditionellen Volkslieder ihrer Heimat. Jene „Dainas“ wurden in einem Schrank gesammelt, der mittlerweile zum Weltkulturerbe gehört. Die Formation „Lata Donga“ setzt sich mit dieser Tradition auseinander, verbindet puristischen Gesang mit elektronischen Klangelementen. Auch in den Liedern des Sextetts „Tautumeitas“ oder der Gruppen „Raxtu Raxti“, „Lâns“, „Saucejas“, „Laima Jansone“ spiegelt sich die reiche lettische Mythologie wider. Die Stilrichtungen sind unterschiedlich, haben aber eines gemeinsam: Sie sind vom traditionellen, authentischen Gesang geprägt und arbeiten weitgehend mit den traditionellen lettischen Instrumenten wie „Kokle“, Dudelsack, „Giga“, Akkordeon, Geige, Maultrommel und Blockflöte.

23:30 bis 23:57 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Klangraum Europa – Hayden-Zone

Ein etwas anderes Kirchenkonzert mit Hayden Chisholm, Kit Downes und Chor. Hayden Chisholm, Altsaxofon, Shrutibox, Gesang; Kit Downes, Kirchenorgel; PJEV: Zvezdana Ostojic, Gloria Lindeman, Lana Hosni, Julijana Lesic, Jovana Lukic, Gesang. Aufnahme vom 1.9.2021 aus der Agneskirche, Köln. Am Mikrofon: Hayden Chisholm

Im Rahmen der Cologne Jazzweek 2021 gab Saxofonist Hayden Chisholm ein außergewöhnliches Kirchenkonzert, für das er Musiker ganz unterschiedlicher Herkunft zusammenbrachte: Der britische Pianist und ausgebildete Kirchenmusiker Kit Downes traf auf das serbisch-bosnische Vokalensemble PJEV. Während dieser fünfköpfige Frauenchor mit regionstypischem, glockenhellem Timbre alte Volkslieder sang, entlockte Downes der Kirchenorgel improvisierend unerhörte, faszinierende Klänge. Chisholm selbst spielte Altsaxofon, Shrutibox und trat als Obertonsänger in Erscheinung. Die heterogenen Musiken kontrastierten, überlagerten und durchdrangen sich in diesem Konzert mit enorm suggestiver Wirkung. Auszüge aus dem Programm stellt der auch als Rezitator arbeitende Hayden Chisholm in der Sendung selbst vor.

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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