Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 05.11. bis 11.11.2018

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 45. Die Postmoderne in der Musik, Oxana Omelchuk, Festival Greatest Hits, Werke aus dem Wettbewerb um den Karl-Sczuka-Preis, Konzerte von Wolfgang Rihm, Donaueschinger Musiktage 2018, Guillaume Apollinaire, Wortführer der Avantgarden, Gioacchino Rossini – ein Leben als Ikone, Bariton Samuel Hasselhorn, Kurt Schwaen (1909 – 2007), Wandertag – Auf ein Bier nach Lich, Jonny spielt auf – Die Musik der 20er Jahre, Teil 1.

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05.11.2018


21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Neue Musik aktuell – mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: „Wesensfremde Realitäten auf ungeeigneter Ebene“: Die Postmoderne in der Musik

Von Genoël von Lilienstern. Was ist postmoderne Musik? Anne LeBaron versteht sie als eine Strömung, welche sich künstlerische Techniken der Surrealisten, wie das Spiel mit der Identität des Autors oder das Collagieren von Objects Trouvés, aneignete. Daran anknüpfend erläutert der Komponist Genoël von Lilienstern seine Überlegungen zur Tradition einer genreübergreifenden Postmoderne. Mit Musik von Erik Satie, John Cage, The Residents, John Oswald, Vicki Bennett, James Ferraro, Genoël von Lilienstern und Clarenz Barlow.


06.11.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Vom Versatzstück zum Stück – Die weißrussische Komponistin Oxana Omelchuk

Von Hubert Steins. Oxana Omelchuk lässt sich für ihre häufig humorvollen Werke von den Traditionen der ernsten und populären Musik inspirieren.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Joseph Suder: Kammersymphonie A-Dur (Bamberger Symphoniker: Uwe Mund); Joseph Haas: Divertimento C-Dur, op. 22 (Keller-Quartett); Wilhelm Kempff: „Ein Totentanz“, op. 37 (Rüdiger Steinfatt, Klavier; Heinrich-Schütz-Ensemble; Münchner Symphoniker: Werner Andreas Albert)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Im Rausch der Klänge – Das Festival Greatest Hits

Von Margarete Zander. „Verschiedene Stadien der Berauschung“ verspricht das Festival (28.11. – 1.12.) auf Kampnagel und in der Elbphilharmonie Hamburg. Es gibt den fatalen Rausch der Masse (im Film „Die Stadt ohne Juden“ von 1924), den Rausch der Klänge („Arcana“ von Edgar Varèse) oder den Rausch des Weines, der zum Symposium zu Musik von Gustav Mahler, Enno Poppe, Beat Furrer, Olga Neuwirth und vielen anderen gereicht wird. Wir erzählen Ihnen, was Sie nicht verpassen sollten.

22:30 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Guillaume de Machaut: „Roman de Fauvel“, Neun Motetten; Wolfgang von Schweinitz: „Plainsound Duettino I“ (Helge Slaatto, Violine; Frank Reinecke, Kontrabass); Gavin Bryars: „Silva Caledonia“ (Heinrich Braun, Philipp Stubenrauch, Wies de Boevé, Teja Andresen, Frank Reinecke, Lukas Richter, Alexander Weiskopf, Matej Varga, Kontrabass)

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Das Hörspiel vom Hörspiel 2018 – Werke aus dem Wettbewerb um den Karl-Sczuka-Preis

Vorgestellt von Margarete Zander. Regie: die Autorin. (Produktion: SWR 2018). 1931 führte Friedrich Bischoff, damals Intendant in Breslau, bei der „Rundfunk- und Phonoschau Berlin“, dem Vorläufer der heutigen Funkausstellung, Ausschnitte aus neuen Hörspielproduktionen vor. Er gab seiner Beispiel-Sammlung aus der Entwicklungsarbeit der Radiokunst den Titel „Das Hörspiel vom Hörspiel“.

Unter diesem Titel stellen Mitglieder der unabhängigen Jury Werke aus dem jährlichen Wettbewerb um den Karl-Sczuka-Preis vor – Werke der autonomen Radiokunst.


07.11.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Joachim F. W. Schneider: „Tenebrae“ (Judith Arens, Sopran; Ensemble für Neue Musik der Hochschule für Musik Würzburg: András Hamary); Volker Blumenthaler: „Schattengeburt“ (Ensemble Phorminx); Franz Schillinger: „Veränderliche Langsamkeiten III“ (Heinrich Rauh, Violine; Wilfried Krüger, Horn; Franz Schillinger, Live-Elektronik); Klaus Hinrich Stahmer: „… und hätte der Liebe nicht …“ (Rainer Wolf, Sprecher; Kammerchor der Musikhochschule Lübeck: Hans Gebhard); Andreas Dohmen: „versi rapportati“ (Trio Accanto); Rainer Rubbert: „ü=ø“ (Marion Bauer, Flöte; Wilfried Krüger, Horn; Sigrid Hopperditzel, Harfe); Dieter Buwen: „Obber“ (Irene Kurka, Sopran; Pegnitzschäfer-Klangkonzepte: Christian Reuter)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Vier Jahre im Graben – Der Krieg ist aus

Musik spielt nicht nur eine Rolle im Krieg in Form von Märschen, Kampfliedern oder Trauergesängen, ebenso hat die Nachkriegszeit ihre eigene musikalische Prägung.

Als der Erste Weltkrieg zu Ende geht, wird auch musikalisch Resumée gezogen. Tucholsky besingt noch einmal den großen Graben, Ravel meißelt musikalische Grabsteine für die Gefallenen, und in London wird alljährlich das große „World Requiem“ aufgeführt, das an den Krieg und seine Opfer gemahnt.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Wenn die Lade aufbrach…

Werke von Louis Lewandowski, Moritz Henle und Alfred Rose. Alexander Ivanov, Orgel. NDR Chor / Ltg.: Andor Iszák. Aufzeichnung vom 9. September 2018 im Rolf-Liebermann-Studio in Hamburg

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Die Konzerte von Wolfgang Rihm

Mit Margarete Zander. In dem beeindruckend umfangreichen Werk von Wolfgang Rihm findet sich eine Fülle von Konzerten für Soloinstrumente und Orchester. Die meisten von ihnen gehen an die Grenzen dessen, was technisch und kräftemäßig überhaupt möglich ist. Rihm kann das aber so komponieren, weil er für die besten Solistinnen und Solisten schreibt. In einem seiner jüngsten Werke, entstanden für die Geigerin Mira Wang und den Cellisten Jan Vogler, setzt er sich mit der Gattung des Doppelkonzerts auseinander.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Donaueschinger Musiktage 2018

Garth Knox (Viola d’amore). Neue Vocalsolisten Stuttgart. Ensemble Modern. Leitung: Bas Wiegers

Oscar Strasnoy: „d’amore“ für Viola d’amore und Ensemble (Uraufführung) | Kompositionsauftrag des SWR, des Red Note Ensemble und des Sound Scotland Festival | Isabel Mundry: „Hey!“ für Stimmen und Ensemble (Uraufführung). Kompositionsauftrag des SWR. (Konzert vom 20. Oktober in der Sporthalle der Realschule in Donaueschingen)

Oscar Strasnoy erkundet die verborgenen Resonanzen der Viola d’amore, eines Barockinstruments, das Garth Knox für die Neue Musik erschlossen hat. Isabel Mundry widmet sich in „Hey!“ einem Stück Zeitgeschichte, dem Münchner Attentat vom Sommer 2016 und dem Verhältnis zwischen Täter und Opfer.


08.11.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Der Impresario der Moderne – Guillaume Apollinaire, Wortführer der Avantgarden

Von Richard Schroetter. Schon 1917 verkündete Apollinaire den Surrealismus in der Musik und träumte von neuen Tonerzeugern und befreienden Geräuschen.

Obwohl Guillaume Apollinaire kein großer Musikkenner war, hat der Dichter der ‚Calligrammes’ und der ‚Mamelles de Terésias’ doch erstaunliche Impulse gegeben, die bis heute nachwirken. Er verkündete den Surrealismus in der Musik bereits 1917 und träumte von neuen Tonerzeugern und befreienden Geräuschen. Er bejahte in den Künsten grundsätzlich alles Neue und misstraute der Tradition. Seine Gedichtexperimente wurden immer wieder vertont, seine Ideen sind Allgemeingut geworden. Vor 100 Jahren starb der Wortführer der Avantgarden und des Esprit nouveau Guillaume Apollinaire in Paris an den Folgen der Spanischen Grippe.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Heinz Pringsheim: „Die sieben Tänze des Lebens“ (Münchner Philharmoniker: Rudolf Alberth); Hans Mielenz: Streichquartett, op. 76 (Mynter-Quartett); Karl Meister: Symphonie Nr. 4 (Münchner Philharmoniker: Jan Koetsier); Markus Lehmann-Horn: „Rot …“ (Alexej Gerassimez, Percussion; NDR Radiophilharmonie: Eivind Gullberg Jensen)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Friede auf Erden

Chor- und Instrumentalmusik von Peteris Vasks, Galina Ustwolskaja, Arvo Pärt, Arnold Schönberg, Karl Amadeus Hartmann, Alfred Schnittke und Arthur Honegger

20:05 bis 21:00 | BR-KLASSIK
Contrapunkt. Dialog der Kulturen (Live aus dem Studio 2 des Bayerischen Rundfunks) – Musikszene USA: Kind of Blue

Die USA: Ein Land, das in letzter Zeit vor allem mit seiner Politik und seinem Präsidenten von sich reden macht. Doch wie steht es mit der Kultur? Wie sieht die Musikszene in den USA aus, welche Chancen und Freiheiten gibt es dort derzeit für musikalische Kreativität? Wir haben drei musikalische Gäste zu unserem Themenabend eingeladen und möchten mit ihnen den transatlantischen Austausch unter die Lupe nehmen: zusammen mit ihrem Lisbeth Quartett die deutsche Saxophonistin und Komponistin Charlotte Greve, die sich in New York lebend bewusst für die US-Jazzszene entschieden hat und dort auf eine lebendigere Förderung, auf vielfältigere Projekte und mehr Musiker trifft. Und den Gitarristen Seth Josel, der den umgekehrten Weg gegangen ist und als Amerikaner Berlin zu seiner neuen Heimat gemacht hat, wo sein Interesse vor allem der zeitgenössischen Musik gilt. Außerdem dabei: Olad Aden, ein ebenfalls in Berlin lebender deutsch-amerikanischer Kurator und Sozialarbeiter. Er hat bereits eine Reihe von Austauschprogrammen für Jugendliche ins Leben gerufen, darunter die „BronxBerlinConnection“. Es moderiert Kathrin Hasselbeck.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: The winner is … Das Sonderpreisdebakel – Hörspiel von Oliver Maria Schmitt und Hans Zippert

Mit: Bernd Eilert, Oliver Maria Schmitt, Hans Traxler und Hans Zippert. Musik: Hans Well und die Wellbappn. Regie: Oliver Maria Schmitt und Hans Zippert. (Produktion: Autorenproduktion für SWR 2018 in Kooperation mit dem Sondermann-Preis 2017 und der Frankfurter Brotfabrik e. V.)

Drei Tage vor Beginn der Karnevals-Saison gehts schon bei SWR2 los: Was ist da nur schiefgegangen im Stuttgarter Studio? Da streiten ein zweitklassiger Moderator und ein drittklassiger Literat um die Vergabe eines Kulturpreises. Kann man eine angesehene Auszeichnung denn einfach so kaufen? Wer entscheidet überhaupt, ob jemand preiswürdig ist? Oder ist alles nur eine Frage der richtigen Verbindungen? Fragen, die sich nach dem Skandal um den Literaturnobelpreis immer drängender stellen. Die Männer der „Titanic“, Schmitt und Zippert, decken in Ihrem satirischen Hörspiel auf, was hinter den Kulissen tatsächlich passiert.


09.11.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Même morts nous chantons – Von Marie Guérin

Produktion: France Culture / Deutschlandfunk Kultur / Elektroakustisches Studio der Akademie der Künste Berlin 2017. Länge: 54’30. (Ursendung).

In den Lagern des Ersten Weltkriegs nahmen deutsche Forscher Gesänge von Gefangenen auf. Darunter auch ein Volkslied aus der Bretagne.

Im Berliner Lautarchiv fand die französische Klangkünstlerin Marie Guérin eine vertraute Stimme aus ihrer bretonischen Heimat: Sie stammt von einem Soldaten aus dem Dorf Loguivy-Plougras. 100 Jahre zuvor war er im deutschen Kriegsgefangenenlager Wahn interniert. Dort ließ ihn der Sprachwissenschaftler Wilhelm Dögen ein bretonisches Volkslied in den Phonographen singen. Marie Guérin begab sich auf die Spuren dieser Aufnahme in Frankreich und Deutschland. ‚Même morts nous chantons’ (Selbst im Tod singen wir noch) ist das heutige Echo einer längst verklungenen Zeit.

Marie Guérin, geboren 1980 in Quimper, Frankreich, ist Klangkünstlerin. Zahlreiche Klangkompositionen und Radioarbeiten. 2015 erhielt sie den Prix Sacem Musique Concrète.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Otto Jochum: Präludium (Chor des Bayerischen Rundfunks: Josef Schmidhuber); Gustav Geierhaas: Streichquartett in G (Seitz-Quartett); Augustin Keßler: Orgelkonzert C-Dur (Franz Lehrndorfer, Orgel; Münchner Philharmoniker: Fridolin Limbacher); Dieter Acker: Trio (Hermann Rid, Steffen Schmitt, Saxophon; Robert Jobst, Klavier); Wolfram Buchenberg: Trio (Almuth Siegel, Violine; Antonia Schreiber, Harfe; Peter Fleckenstein, Marimbaphon/Vibraphon)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Tanti affetti“ – Gioacchino Rossini – ein Leben als Ikone

Von Florian Heurich. Beim Bummel durch das Adriastädtchen Pesaro stößt man überall auf Gioacchino Rossini. Das Geburtshaus, das Konservatorium, das Theater und das alljährliche Rossini Opera Festival erinnern an den berühmten Sohn der Stadt, dessen Todestag sich am 13. November 2018 zum 150. Mal jährt. Zwar verbrachte Rossini nur seine Kindheit in Pesaro, jedoch vermachte er später sein gesamtes Vermögen seiner Heimatstadt.

Vom altehrwürdigen Renaissance-Palazzo aus, in dem Rossini 1792 geboren wurde, folgt Florian Heurich gemeinsam mit Künstlern und Musikwissenschaftlern den Spuren dieses Komponisten nach Venedig, wo die Uraufführung von „Tancredi“ ein regelrechtes Rossini-Fieber auslöste, nach Neapel, wo die größten Meisterwerke entstanden sind, und nach Paris, wo Rossini auf dem Gipfel seines Ruhms mit nur 37 Jahren das Opernschreiben ad acta legte und ein ausgefülltes privates und gesellschaftliches Leben weiterführte. Die Rossini-Spezialistin Ilaria Narici und Sänger wie Joyce DiDonato, Juan Diego Flórez, Lawrence Brownlee und Javier Camarena gehen dem Phänomen Rossini, seiner Person und seiner Musik auf den Grund und zeichnen das Bild eines Komponisten, der als lebende Ikone ein Feuer der Leidenschaften entfachte.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Herz/Wahren: Desperados oder Hitler geht ins Kino

Komposition: Michael Emanuel Bauer. Realisation: Julia Wahren/Rudolf Herz. BR 2018. Ursendung

Ein Soldat sitzt im Kino. Er und seine Kameraden haben Freikarten für die Pressevorführung bekommen. Desperados, ein Stummfilm wie ein Schauermärchen, erzählt von den Machenschaften der „Spartacisten“ – und von ihrem blutigen Ende. Das kann dem Soldaten nur recht sein. Er gehört zur Propaganda-Abteilung der Reichswehr. Sein Name: Adolf Hitler.

Mit dieser Hypothese haben die Münchner Künstler Rudolf Herz und Julia Wahren das Hörspiel „Desperados oder Hitler geht ins Kino“ geschrieben: ein Spiel mit Fakten, Spekulation und Assoziation, historischem Diskurs und erfindungsreicher Suggestion.

Anarchisten unterwandern die Arbeiterschaft, rauben und entführen, schüren Aufstand – und am Ende werden sie von Arbeitern erschlagen: so der antibolschewistische Propagandafilm Desperados, 1919 in München gedreht. Finanziert wurde er von zwei Ministern der Regierung Eisner – sicher ohne dessen Wissen. Ein Verrat der sozialdemokratischen Führer an Revolution und Rätebewegung. Als der Film in die Kinos kommt, ist seine makabre Vision schon Geschichte: Die bayerische Räterepublik ist blutig niedergeschlagen. Moralisch diskreditiert auch. Der Film ist verschollen und war vergessen. Nun sind Stills, Treatment und Dokumente wieder da: ein Fund, der die Perspektive auf Revolution und Gegenrevolution in Bayern schärft.

Das Hörspiel umreißt die Handlung des Films, einer echten Räuberpistole. Es beleuchtet das Werk und seine Entstehung. Film stills werden per Audiodeskription vor dem inneren Auge des Zuhörers sichtbar. Im Dialog mit der Stimmkünstlerin Julia Wahren bespielt der Schlagzeuger Zoro Babel Metall, Werkzeuge, Maschinen; der Klang oszilliert zwischen Konkretion und Abstraktion – generiert aus Material, das zur Herstellung der Weltkriegs-Maschinerie gedient haben könnte. Musik des Münchner Komponisten Michael Emanuel Bauer für Stimme, Flöten, Akkordeon und Perkussion greift ebenso die historischen Sachverhalte wie die klangliche und geräuschhafte Qualität auf.

Mit „Desperados oder Hitler geht ins Kino“ untersuchen Rudolf Herz und Julia Wahren die Rhetorik einer Propaganda, die Münchens Aufstieg zum „Mekka der Rechten“ forcierte. Das Hörspiel spiegelt Recherche, Fakten und Spekulation und versinnlicht ein historisches Thema von großer Tragweite, reich an Bildern und freier Assoziation.

Julia Wahren (*1968) hat an der Musikhochschule Detmold studiert und ist Regisseurin und Performerin. Inszenierungen und Performances am Deutschen Theater in Göttingen und am E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg, bei der Ruhr-Triennale Bochum, den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen sowie in München im Schwere Reiter, Hoch X Theater und Live Art, Cuvilliés-Theater und anderen. Mit ihrem transdisziplinär arbeitenden Label Sound Art & Drama gastiert sie international, so 2017 zusammen mit dem Ensemble Horizonte für zeitgenössische Musik in New York.

Rudolf Herz (*1954) studierte Kunst und Kunstgeschichte und war Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Ausstellungen im In- und Ausland, zuletzt „Odessa Biennale of Contemporary Art 2017“ und „Flashes of the Future. Die Kunst der 68er oder die Macht der Ohnmächtigen“, Ludwig Forum Aachen 2018. Herz hatte unter anderem eine Gastprofessur an der Gesamthochschule Kassel und lehrte an der Münchner Kunstakademie. Künstlerische Arbeiten, und bildhistorische Forschungen stehen bei ihm in engem Zusammenhang, so in „Lenin on Tour“ von 2004 und „Marcel Duchamp – Le Mystère de Munich“ mit Peter Otmann, Architekturmuseum München 2012. Sein Buch „München. Fotografie und Revolution 1918/19“ mit Dirk Halfbrodt ist ein Standardwerk zur Münchner Revolution.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Ein Wettbewerb ändert manchmal alles – Der Bariton Samuel Hasselhorn

Von Carola Malter. Einmal an der Wiener Staatsoper singen. Ein Sängertraum, der nur für die wenigsten auch wahr wird. Als Samuel Hasselhorn im Frühjahr zum Königin Elisabeth Wettbewerb nach Brüssel reist, hat der Bariton schon einige Wettbewerbe gewonnen und eine erste CD aufgenommen. Dass er jedoch vom Fleck weg engagiert wird und fortan ein Wiener sein wird, überrascht auch ihn.


10.11.2018


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Tanti affetti“ – Gioacchino Rossini – Ein Leben als Ikone

Von Florian Heurich. Beim Bummel durch das Adriastädtchen Pesaro stößt man überall auf Gioacchino Rossini. Das Geburtshaus, das Konservatorium, das Theater und das alljährliche Rossini Opera Festival erinnern an den berühmten Sohn der Stadt, dessen Todestag sich am 13. November zum 150. Mal jährt. Zwar verbrachte Rossini nur seine Kindheit in Pesaro, jedoch vermachte er später sein gesamtes Vermögen seiner Heimatstadt.

Vom altehrwürdigen Renaissance-Palazzo aus, in dem Rossini 1792 geboren wurde, folgt Florian Heurich gemeinsam mit Künstlern und Musikwissenschaftlern den Spuren dieses Komponisten nach Venedig, wo die Uraufführung von „Tancredi“ ein regelrechtes Rossini-Fieber auslöste, nach Neapel, wo die größten Meisterwerke entstanden sind, und nach Paris, wo Rossini auf dem Gipfel seines Ruhms mit nur 37 Jahren das Opernschreiben ad acta legte und ein ausgefülltes privates und gesellschaftliches Leben weiterführte. Die Rossini-Spezialistin Ilaria Narici und Sänger wie Joyce DiDonato, Juan Diego Flórez, Lawrence Brownlee, Javier Camarena und Daniela Barcellona gehen dem Phänomen Rossini, seiner Person und seiner Musik auf den Grund und zeichnen das Bild eines Komponisten, der als lebende Ikone ein Feuer der Leidenschaften entfachte.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: „Viele Dinge sind in einem Ding“ – Der Berliner Komponist Kurt Schwaen (1909 – 2007)

Von Stefan Amzoll. Den musikalischen Neoklassizismus teilte er mit vielen seiner Generation. Vorzugsweise komponierte er für Kinder und Laien, gründete gar ein Kindermusiktheater. In seinem 600 Werke umfassenden Oeuvre finden sich indes fast alle Genres. Biografisch ist Kurt Schwaen Kind und Zeuge seines Jahrhunderts. Germanistischer und musikalischer Bildung folgten ab 1933 Gefängnisaufenthalte, gar die Zwangsrekrutierung ins berüchtigte Strafbataillon 999. Das Kriegsende erlebte Schwaen in einem Versteck in Berlin. Tatkräftig half er nach Kriegsende beim kulturellen Wiederaufbau. SED-Mitglied war er vom Gründungsjahr an. Sein künstlerisches Wirken und Schaffen war maßgeblich mit der DDR verbunden – inklusive Brechts Lehrstück ,Die Horatier und die Kuratier’ sowie der Büchner-Oper ,Leonce und Lena’. Gut zehn Jahre nach Schwaens Tod nähert sich Autor Stefan Amzoll Werk und Person aus historischem Abstand heraus.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Wandertag – Auf ein Bier nach Lich

Viele Menschen in Hessen trinken ein Bier aus einer Stadt, die sie wahrscheinlich noch nie besucht haben – von der sie vielleicht noch nicht einmal wissen, wo genau sie überhaupt liegt. Kennen Sie Lich? Das ist die Stadt zu dem Bier. Hessen hören 35. Ole Hübner. Wandertag – Auf ein Bier nach Lich. hr 2018 | 40 Min. | Ursendung

Von der Universitätsstadt Gießen aus gelangt man in etwa einer halben Stunde mit dem Bus oder der Regionalbahn in den Ort an der Wetter und fühlt sich geradezu in eine andere Welt versetzt: beschaulich, gepflegt, mit gut erhaltener mittelalterlicher Bausubstanz, urigen Kneipen und weitläufigen Parks. Von dieser vielleicht schönsten Stadt im Landkreis Gießen aus werden die Hessen also mit ihrem Bier versorgt – und die hessischen Kirchen mit ihren Orgeln. Der in Hannover, Köln und Gießen ausgebildete Komponist Ole Hübner (* 1993) hat im Frühjahr 2018 einen Ausflug nach Lich unternommen – hin mit dem Zug, zurück zu Fuß – und sich zwischen Brauerei und Orgelbauwerkstatt alles angehört.


11.11.2018


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Jonny spielt auf – Die Musik der 20er Jahre, Teil 1

In den 20er Jahren beginnt in Deutschland eine neue Zeitrechnung. Auch die Komponisten entdecken in dieser Zeit musikalisches Neuland.

Der Jazz erobert nicht nur die Tanzböden, er hält ebenso Einzug in Oper und Konzertsaal. Die Schranke zwischen Kunst- und Unterhaltungsmusik kommt ins Wanken. Die Filmmusik entwickelt ihre eigene Sprache. Und völlig unvermittelt prallen musikalische Neuerungen wie Neoklassizismus und Zwölftonmusik aufeinander.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik

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Martin Hufner

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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