Neue Musik / Musikfeature / Akustische Kunst: Die Radio-Woche vom 8. bis 14. Mai 2017

Neue Musik, Musikfeatures und Akustische Kunst in der Kalenderwoche 19. Witten ist vorbei. Das normale Programm geht weiter. Endlich sind auch wieder alle Rundfunkanstalten mit dabei. BR-KLASSIK hat es geschafft, das Monatsprogramm zu liefern. Traurig ist der Zustand bei MDR Kultur nach wie vor. Weder bei den Musikfeatures noch in Sachen Neue Musik kommt da irgendwas zusammen. Nur so etwas wie „Musik Modern“. Das ist so schade, denn der MDR ist eine relativ große Rundfunkanstalt.


08.05.2017


21:04 bis 22:00 | rbb-kulturradio
Der Komponist Helmut Oehring

Mit Margarete Zander. Er wuchs als einziger Hörender in einer gehörlosen Familie auf – und wurde Komponist. Viele seiner Werke arbeiten mit Verbindungen zwischen Klang und Gebärde; oft stehen gehörlose Solistinnen und Solisten neben einem großen Orchester. Helmut Oehring, inzwischen längst eine feste Größe in der Neue Musik-Szene, sieht sein künstlerisches Ideal in einem vokalinstrumentalen Theater, das alle verfügbaren Kunstformen in sich vereinigt.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Musik-Lektüren

Mit Björn Gottstein, Lydia Jeschke, Bernd Künzig und Michael Rebhahn. Über neue Musik wird immer noch viel geschrieben. Abgesehen von den schriftlichen Erwerbungen des Doktortitels werden jährlich zahlreiche Bücher zu Fragen der Neuen Musik veröffentlicht, darunter Fachbücher, Prosa, Sachbücher und Pamphlete. Die Redaktion Neue Musik hat Neuerscheinungen mit kritischem Blick gelesen und stellt die Bücher im Gespräch vor.

23:03 | Ö1
Zeit-Ton: Neues (und Altes) für Hammerklavier. Gestaltung: Franz Josef Kerstinger

Peter Lackner, Markus Roth, Florian Geßler, Bernd Asmus und Bernhard I. Lang haben neue Stücke für ein Instrument komponiert, auf dem Haydn, Mozart, Beethoven und auch Schubert gespielt haben (könnten). Katharina Olivia Brand, die sich auf dem Hammerflügel sowohl der Zeit des Instrumentes entsprechender Musik als auch der Musik unserer Zeit widmet, hat sich mit diesem Konzert einen lange gehegten Wunsch erfüllt. (Aufgenommen am 15. November 2016 im Großen Minoritensaal in Graz)


09.05.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Nebel in der Stadt der Lügen

Das Musiktheater von Elena Mendoza und Matthias Rebstock. Von Rainer Pöllmann

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Wilfried Hiller: „Hamelin“ (Christopher Corbett, Klarinette; Kammerorchester des BR-Symphonieorchesters: Radoslaw Szulc); Enjott Schneider: „Herbstmilch“, Suite (Münchner Rundfunkorchester: Ulf Schirmer); Nicolaus Richter de Vroe: „Wabi – Textur“ (Kaya Han, Klavier; Isao Nakamura, Perkussion); Rudi Spring: Kammersinfonie Nr. 2 (Münchener Kammerorchester: Jobst Liebrecht); Peter Michael Hamel: Violinkonzert (Christiane Edinger, Violine; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Alicja Mounk)

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Studio für Musik

Wolfgang Rihm: Gedichte nach Friedrich Nietzsche; Arnold Schönberg: „Der Wanderer“ (Peter Schöne, Bariton; Moritz Eggert, Klavier)

23:03 | Ö1
Zeit-Ton: Musik zum 90. Geburtstag von Lothar Knessl (2. Teil). Gestaltung: Ursula Strubinsky

Was schenkt man einen Menschen zum 90. Geburtstag, dessen große Liebe die Neue Musik ist und für deren Vermittlung und Förderung er sich viele Jahrzehnte seines Lebens eingesetzt hat? Zum Beispiel ein Wunschkonzert, dargeboten vom Klangforum Wien. Am 23. April 2017 konnte Lothar Knessl, der Doyen der Musik unserer Gegenwart, im Schubert-Saal dieses Geschenk hörend entgegen nehmen. Auf dem Programm seines Wunschkonzertes standen Kompositionen aus dem Osten Europas, nämlich Werke von György Ligeti, György Kurtág, Adriana Hölszky, Henryk Mikolaj Górecki und Galina Ustwolskaja.


10.05.2017


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Stefan Johannes Walter: „Bis Licht wiederkehrt …“ (Kammerorchester Schloss Werneck: Ulf Klausenitzer); Peter Gahn: „ink, colours and gold on paper I + II“ – surroundings 2 (Felix Kroll, Akkordeon; Ensemble Reflexion K); Herbert Hechtel: „Shambala“, Trio (Dorit Peschel, Alt-Blockflöte; Elaine Godefroy, Violoncello; Helmut Bieler, Cembalo); Hans-Günter Brodmann/Roland Schmidt: Quartett (Cabaza Percussion Quartet), Helmut Bieler: „Schattierungen“ (Martin Seel, Flöte; Chie Honda, Klavier); Tobias PM Schneid: „sacred landscapes“ (Hanno Simons, Violoncello; ensemble trioLog münchen); Rolf Rudin: „Erscheinungen II“ (Andreas Ticozzi, Viola; Marita Balk, Klavier)

20:00 Uhr | SRF2
Manfred Trojahn, Komponist

Manfred Trojahn wurde 1949 in Cremlingen bei Braunschweig geboren. Er studierte Orchestermusik in Braunschweig, später Komposition bei Diether de la Motte in Hamburg. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, darunter mit dem Stuttgarter Förderpreis (1972), dem 1. Preis im International Rostrum of Composers, Paris (1978), dem Sprengel-Preis für Musik (1980) und dem Deutschen Musikautorenpreis (2009). Er ist ist Professor für Komposition an der Robert Schumann Hochschule, Düsseldorf und Mitglied der Akademien der Künste in München, Hamburg, Düsseldorf und Berlin. Manfred Trojahns Werkverzeichnis umfasst nahezu alle Gattungen. Seine Arbeiten werden von bedeutenden Solisten, Orchestern und Dirigenten international zur Aufführung gebracht. Seit Anfang der 1990er Jahre nimmt das Musiktheater eine vorrangige Stellung in Trojahns Schaffen ein. Seine Opern «Enrico» (Schwetzingen/München 1991), «Was ihr wollt» (München 1998), «Limonen aus Sizilien» (Köln 2002) und «La Grande Magia» (Dresden 2008) wurden an zahlreichen Theatern zur Aufführung gebracht. 2002 komponierte er die Rezitativtexte für Mozarts «La clemenza di Tito» für eine Produktion der Nederlandse Opera, Amsterdam, an der 2011 sein Musiktheater «Orest» nach eigenem Libretto uraufgeführt wurde. In den letzten Jahren beschäftigte Trojahn zunehmend der Umgang mit dem Ensemble, so entsteht seit 2012 der Zyklus «Quitter» auf Texte von René Char für das Ensemble Modern, 2013 komponierte er «Le Ceneri di Gramsci» auf einen Text von Pier Paolo Pasolini für die MusikFabrik und zuletzt «Nocturne» – Minotauromachie» 2015/16 für das Ensemble Intercontemporain. In der Saison 2016/17 erleben die «Limonen aus Sizilien» eine Neuinszenierung an der Volksoper Wien durch Mascha Pörzgen. Die musikalische Leitung hat Gerrit Prießnitz (12.2.2017). An der Oper Zürich findet die Schweizer Erstaufführung des Musiktheaters «Orest» statt. Die Neuproduktion hat am 26.2.2017 in der Regie von Hans Neuenfels Premiere, dirigiert von Erik Nielsen. In Zürich wird die «Sonata V für Klarinette und Klavier» am 6.3.2017 uraufgeführt. Manfred Trojahn: Les dentelles de Montmirail (2017) für zwei Soprane, Vokalensemble und Ensemble nach einem Text von René Char aus «Quitter» 1.5.2017 Köln, Philharmonie (Acht Brücken)

21:04 bis 22:00 | rbb-kulturradio
Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2017

Mit Ulrike Klobes. Die irische Vokalartistin Jennifer Walshe hat bei ihrem Festival-Gastspiel unter dem Titel „All the Many Peopls“ die alltägliche Überdosis nutzbringenden und nutzlosen Wissens via Internet zu einem Panorama der alltäglichen Ungeheuerlichkeiten, des Monströsen im allzu Bekannten verdichtet. Hochkultur, verbrüdert mit Trash – der ganze Irrsinn informationeller Überflutung, ästhetisch-musikalisch erfahrbar gemacht in der intensiven Präsenz, mit der Jennifer Walshe agiert. Mitschnitt vom 21. Januar 2017 im Radialsystem V.

21:21 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Terry Riley – in C – Maximal minimal

Von Margarete Zander. Zu Skandalen und Hörverweigerungen hat das Stück aus dem Jahr 1964 nicht nur in den ersten Jahren seines Bestehens geführt. Heute hat es Kultstatus erreicht. Die Besetzung variiert zwischen 11 und 124 Musikern, die Länge zwischen 15 und 60 Minuten. Was steht denn in der Partitur. Wir schauen hinein und fragen den Dirigenten Ducan Ward, der das Stück am 13. Mai in der Elbphilharmonie in Hamburg mit Laienmusikern aufführen wird.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Meisterkurs Orchesterkomposition (2/2)

Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR. Leitung: Pablo Rus Broseta; Mentoren: Björn Gottstein, Lydia Jeschke, Fabien Lévy, Isabel Mundry. Mit Ausschnitten aus Werken von Alberto Carratero Aguado, Daniel Fígols-Cuevas, Masahi Kawashima, Francisco Concha Goldschmidt und Iván Gonzáles Escuder. Die Arbeit mit einem Sinfonieorchester ist für jeden jungen Komponisten eine besondere Herausforderung. Die verfügbaren Stilmittel und Techniken unterliegen bei Werken für einen großen „Apparat“ ganz anderen Voraussetzungen als bei der Arbeit mit kleineren Besetzungen. Im Rahmen des „Meisterkurses Orchesterkomposition 2016“ konnten deshalb neun junge Komponisten mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR arbeiten, ihre Werkideen zu Gehör bringen und sich mit den Musikern, dem Dirigenten und den Mentoren austauschen.

23:03 | Ö1
Zeit-Ton: Zeit-Ton Magazin.

Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen. Gestaltung: Reinhard Kager


11.05.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Eclat Festival Neue Musik (Theaterhaus Stuttgart. Aufzeichnung vom 02./04.02.2017)

Sarah Nemtsov: „OR. Towards“ für sechs Singstimmen, sechs Instrumente, Objekte und Licht (2016); Elena Mendoza: „Découpé“ für Akkordeon solo (2016); Nicolaus A. Huber: „Entschwindungen“ für gemischten Chor, Schlagzeug und Zuspielungen (2016)

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Paul Engel: „Synästhesie I“ (Solisten des Münchner Rundfunkorchesters und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks); Nicolas Economou: „Kinderlaunen“ (Nicolas Economou, Klavier); Axel Frank Singer: „Sechs Bruchstücke“ (Regina Noßke, Violine; Roswitha Timm, Violoncello; Christoph Goerdes, Klarinette; Norbert Psoertsch, Horn; Moritz Eggert, Klavier); Hans Stadlmair: Klaviersonate (Martin Rasch, Klavier); Moritz Eggert: „Skelter“ (Art Core Sax Quartet); Gerhard Deutschmann: Fantasie über ein spanisches Kirchenlied (Jörg Fuhr, Orgel); Christoph Wünsch: „Spaces“ (Christoph Wünsch, Klavier; Jürgen Rummel, Computer-Realisation); Wolfgang Zoubek: „Ladrang III“ (Arnold Sesterheim, Gitarre; Klaus Wuckelt, Mandoline); Rodion Schtschedrin: „Polyphonisches Spielheft“, Ausschnitte (Rodion Schtschedrin, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Crossover Oder: Opernsänger auf Abwegen

Von Nicola Eisser

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Pan und Phaeton – Der Komponist Claude Lenners

20:05 bis 21:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR – Musik Modern: Mit Ausschnitten aus Werken von Arnold Schönberg und Vsevolod Zaderatsky

21.30-22.30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik: Dudelsack

Von Michael Zwenzner

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Blaue Stille: Ensemble Reflexion K

Bruno Maderna: „Musica su due dimensioni“; Kaija Saariaho: „Petals“; Peter Gahn: „standing in front of the fiction shelves“; Gerald Eckert: „den angestoßenen Augen der Steine“. Aufnahme vom 29. März 2017 im Bürgerpalais Stutterheim in Erlangen im Rahmen der Reihe „unerHÖRT!“

23:03 | Ö1
Zeit-Ton Porträt. Verschlungene Pfade, musikalische Rätsel: Christopher Chaplin

Selten hat ein Debüt-Album derart beeindruckt: „Je suis le Tenebreux“ von Christopher Chaplin vereint experimentelle Elektronik mit kammermusikalischen und Neue-Musik-Ansätzen. In den 1980er Jahren zog Chaplin von seiner Geburtsstadt Lausanne nach London und realisierte Kompositionsaufträge für Bühnenstücke sowie Musik für Streichquartette und Orchester. Doch dann kehrte er der Musik den Rücken und war als Schauspieler in Filmen wie „Total Eclipse“ (1995) oder Peter Patzaks „Gavre Princip“ (1990) zu sehen. 2009 kam es schließlich zur Zusammenarbeit mit Thomas Pötz alias Kava, das Resultat war „Seven Echoes“. Bei der Präsentation dieser Konzeptplatte im Art Brut Museum in Gugging traf Chaplin auf Hans-Joachim Roedelius, der ihn zu einer Session für die BBC einlud. Dieses Konzert kam 2012 als „King of Hearts“ heraus. Zahlreiche gemeinsame Festivalauftritte etwa in Paris, São Paulo oder Island folgten. Den aktuellen Höhepunkt in Chaplins Schaffen stellt nun „Je suis le Tenebreux“ dar, das Ende 2016 auf dem Wiener Label Fabrique Records erschienen ist. Im Zeit-Ton-Interview erzählt Chaplin, dass er mit digitaler Soundgenerierung seine noch aus Zeiten seines Klavier- und Kompositionsstudiums stammenden Überlegungen realisieren kann. Für das Album sei ihm wichtig gewesen, mit Stimmen zu arbeiten. Weshalb Narrationen und Gesang von Hans-Joachim und Martha Roedelius, Pino Costalunga und anderen prominent vertreten sind. „Je suis le Tenebreux“ ist eigenwillige und detailreiche Musik, ein Soundtrack der verschlungenen Pfade durch das (Un-)Bewusste. Am Freitag, dem 12. Mai, feiert Fabrique Records mit einer Label-Night im ORF RadioKulturhaus sein 15-jähriges Jubiläum. Neben Konzerten der Fabrique-Acts Jana Irmert und Loretta Who wird Chaplin „Je suis le Tenebreux“ zum ersten Mal live präsentieren.


12.05.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Ursendung: documenta 14: Every Time A Ear di Soun

Such Sweet Thunder. Von Samson Young. Produktion: documenta 14/Deutschlandfunk Kultur 2017. Länge: 56’32. (Ursendung). Ein Streifzug durch die Welt der Glocken, eine Hommage an die Glocken der Welt. Das Klangspektrum von Glocken definiert Hoheitsgebiete und trennt die eine Gemeinschaft von der anderen entlang kultureller, religiöser oder ideologischer Bruchlinien. Glocken verbinden auch Menschen. Wenn sie mit großer Sorgfalt gestimmt werden, ist ihre Tonreinheit und Klangfülle Anlass für gemeinsamen Stolz. Umgekehrt hat der Raub von Glocken – meist im Zuge kriegerischer Handlungen – die erbittertsten Feindschaften nach sich gezogen. 2015 unternahm der Komponist und Künstler Samson Young eine Reise um die Welt, um historische Glocken aufzusuchen und aufzunehmen, die Vorstellungen politischer, rassischer, ideologischer, religiöser und zwischenmenschlicher Gegensätze konkretisiert haben. Darunter sind Warnglocken für die Sklavenhändler von Mombasa, Kenia; eine von den Nazis im polnischen Bydgoszcz konfiszierte Glocke, die nach dem Krieg auf langen Umwegen zurück in die Stadt fand; die große Pfauenuhr in der St. Petersburger Eremitage, eine Liebesgabe des Grafen Potemkin für Katharina die Große; sowie eine „zum Schweigen gebrachte“ Kirchenglocke aus Spanien, die als Lüster nunmehr stumm von der Decke der Al-Qarawiyyin-Moschee in Fez, Marokko, hängt. Such Sweet Thunder ist eine einstündige Komposition, die diese Glockenklänge zu einem dichten Teppich widerstreitender Obertöne und Dissonanzen verwebt. Samson Young studierte Komposition und lebt als Künstler und Komponist in Hong Kong. Seine Arbeiten befassen sich mit den Themenkomplexen Identität, Krieg und Literatur. „Every Time A Ear di Soun“ ist eine gemeinsame Radiokunst-Ausstellung von documenta 14 und Deutschlandfunk Kultur. Sie zeigt 30 neue Hörstücke von internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Diese Klänge werden von acht Rundfunksendern auf der ganzen Welt ausgestrahlt – und sie erscheinen im Klangkunstprogramm von Deutschlandfunk Kultur während des documenta-Zeitraums vom 8. April bis 17. September. Der Titel der Ausstellung ist einem Song des jamaikanischen Dub-Poeten Mutabaruka entlehnt. Er bedeutet „Immer wenn ich den Klang höre“.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Karl Amadeus Hartmann: Symphonie Nr. 1 (Kismara Pessati, Alt; Netherlands Radio Philharmonic Orchestra: Markus Stenz); Joseph Haas: „Alte unnennbare Tage!“, op. 42 (Gerit Lense, Klavier); Philippine Schick: Passacaglia und Choralfuge über das Magnificat, op. 37 b (Münchner Philharmoniker: Kurt Striegler); Gordon Sherwood: Symphonie Nr. 1, op. 3 (Bayerisches Landesjugendorchester: Werner Andreas Albert); Elke Tober-Vogt: Suite macabre, op. 11 (Orchester „Expression“: Vladimir Chernikov)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der vergötterte Sohn. Cremona feiert Claudio Monteverdi

Von Johannes Jansen. In Deutschland mögen Luther und die Reformation im Festkalender ganz oben stehen, in Italien ist es der 450. Geburtstag von Claudio Monteverdi. Cremona, seine Heimatstadt, Mantua und Venedig, wo er mit seinen Opern Musikgeschichte schrieb, rüsten zu Jubelfeiern. Höhepunkt ist ein Monteverdi-Festival im Juni, aber der Veranstaltungsreigen dreht sich weiter bis ins nächste Jahr. Den Auftakt macht die musikalische Eröffnung einer Ausstellung unter dem Motto „Monteverdi e Caravaggio“. Sie ist auch der Ausgangspunkt eines Features über den bedeutendsten Komponisten des Frühbarocks, den schon die Zeitgenossen als Geschenk des Himmels betrachteten.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Colin Black: Sonic Reflections

Mit Elke Utermöhlen und Martin Slawig. Komposition und Realisation: Colin Black. DKultur 2016. Soundwalks, Dreamscapes, Radio Art; Colin Black (Radiokünstler) im Gespräch mit Ania Mauruschat BR 2017

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Klavierduo Alina und Nikolai Shalamow

Maurice Ravel: Introduction und Allegro für zwei Klaviere; Ferran Cruixent: Binary; Sergej Tanejew: Präludium und Fuge gis-Moll, op. 29

23:03 | Ö1
Zeit-Ton: Alpenglow, die Fünfte. Gestaltung: Franz Josef Kerstinger

Zwischen den Terminen des biennalen Festivals für zeitgenössische Neue, elektronische und improvisierte Musik in Graz, veranstaltet vom „Verein zur Förderung und Verbreitung Neuer Musik“, begeben sich einige seiner Musikerinnen und Musiker auf Reisen, um mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern Erfahrungen auszutauschen, mit ihnen gemeinsam zu musizieren. Nach Ausflügen zu unseren nördlichen Nachbarn (Köln), auf „die Insel“ (London), nach Osten (Wroclaw) und in den Süden (Zagreb) kam es im Vorjahr zur Begegnung der skandinavischen Art. 21 Musikerinnen und Musiker aus Österreich waren im Rahmen der fünften „Alpenglow“-Ausgabe (Ja, so nennt der V:NM diesen Erfahrungsaustausch.) in Norwegen zu Gast, musizierten und improvisierten mit zwölf Kolleginnen und Kollegen aus Trondheim. Die Sendung präsentiert Ausschnitte aus dem kreativen Output, mit dem die zehn norwegisch-österreichischen Ensembles das Publikum in Trondheim an drei Tagen im vergangenen Juli überrascht haben.


13.05.2017


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der vergötterte Sohn. Cremona feiert Claudio Monteverdi

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Zweisame Experimentierfreude. Klangzeitort – das gemeinsame Institut für Neue Musik der Berliner Musikhochschulen

Von Martina Brandorff. Klangzeitort – so heißt das Institut für Neue Musik der Hochschule für Musik Hanns Eisler und der Universität der Künste Berlin. Neu gegründet im Jahre 2003, wird es heute von Irene Kletschke sowie den Komponisten Daniel Ott und Wolfgang Heiniger geleitet. Als kreativer Schnittpunkt beider Hochschulen hat es sich Klangzeitort zur Aufgabe gemacht, Neue Musik besser ins Studium zu integrieren. Konkurrenz gibt es hier nicht, stattdessen zählt Zusammenarbeit. Musikerinnen und Musiker sowie Komponistinnen und Komponisten werden direkt miteinander vernetzt und können Ideen so auf die Bühne bringen. Projektnamen wie Querklang, Soap-Opera, Zoom-Focus und Mehrlicht!Musik zeugen davon, dass Interdisziplinarität und Multimedialität bei der Arbeit im Zentrum stehen.

23.04 – 00.00 Uhr | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: Infinite Dub

Dub ist das Ergebnis exzessiver Experimente mit akustischen Überlagerungen, Schallreflexionen und Mischtechniken. In den siebzieger Jahren brachten jamaikaniche Toningenieure auf diese Weise eine neuartige elektronische Musik hervor, die das Rhythmusverständnis grundlegend veränderte und weltweit neuen Wind für die Produktionsmethoden lieferte. Insbesondere in der „Maschinen-inspirierten Musik“ in Berlin und Detroit fügte sich das jamaikanische Know-how zu einem Genre, das im Dub-Techno neues Understatement und fortdauernde Aktualität fand. Studio Elektronische Musik präsentiert einen kleinen Einblick in das technoide Teilspektrum des Dub und die Idee des Endlosen dahinter. (Musikliste)

14.05.2017

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Musik im Krieg, gegen den Krieg. Erik Saties „Parade – Ballet réaliste“

Von Georg Beck. Es war nicht nur prominent, es war exzellent besetzt, dieses ‚Ballet réaliste‘: Jean Cocteau lieferte das Thema, Pablo Picasso Kostüme, Vorhang und Bühnenbild. 1916/1917 komponierte Erik Satie eine Musik für Sergei Dhiagilews ‚Ballets Russes‘. Uraufgeführt wurde ‚Parade – Ballet réaliste‘, choreografiert von Léonide Massine, dirigiert von Ernest Ansermet, am 18. Mai 1917 am Théâtre du Châtelet in Paris. Das Ergebnis: ein Theater-Skandal. Wie kann ein französischer Komponist mitten im Grand Guerre, mitten im Ersten Weltkrieg, Theater machen, ohne Partei zu ergreifen? Bis heute ist ‚Parade – Ballet réaliste‘ ein Höhepunkt in abgrundtiefen Zeiten, ein Lehrstück über künstlerische Unabhängigkeit.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Kantaten Landschaft

Gérard Pesson: Cantate égale pays für Stimmen, Ensemble und Elektronik; Exaudi; L’Instant donné, Leitung: James Weeks

Martin Hufner
Chefmitarbeiter bei |

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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