Markiert: Manuel Brug

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Ich bin ein Genie und ich darf alles (Kommentar zur Barenboim-Debatte)

Ich sage jetzt mal etwas, was vielleicht noch keiner gesagt hat: Es ist mir bei der Thematik um die es geht scheißegal ob Barenboim ein Genie ist oder nicht. I don’t give a damn. Und warum? Es geht letztlich darum, eine Situation zu erzeugen, in der man auch ermutigt wird, jemandem wie Barenboim auf Augenhöhe mit Kritik zu begegnen, ohne dass man um seinen Job fürchten muss oder gleich vorgeworfen bekommen muss, dass man an einem heiligen Idol kratzt.

Offener Brief an Georg Friedrich Haas

Offener Brief an Georg Friedrich Haas

Lieber Georg Friedrich Haas,
Man kann ja auch ein bisschen neidisch werden: Da haben Sie Ihre vielen Schaffens- und Ehekrisen überwunden, indem Sie endlich öffentlich zu Ihrer dominanten Seite stehen und die Frau ihres Lebens gefunden haben, nämlich eine quietschfidele und wortgewandte Frau, die es nun als ihre Erfüllung empfindet, Ihnen von morgens bis abends zu Diensten zu sein.

Öffentlichkeit und Sexualität – Mr. und Mrs. Haas und Herr Brug

Wie befreit ist doch die Welt der Popmusik, wenn es um das Sexualleben ihrer Protagonisten geht. Beziehungsdramen und sexuelle Vorlieben werden in der Regenbogenpresse lanciert und weidlich ausgekostet. Solange dies nur moralische und keine kriminellen Schieflagen erzeugt, ist es jedem echten Fan vollkommen egal, was sein Star an Fehltritten und...

Wie man eine Oper fertig schreibt. Ein paar Gedanken eines Betroffenen.

Opernkomponieren ist und bleibt das große Mysterium. Zuerst einmal ist es ein Mysterium, warum man sich als vernünftiger Mensch überhaupt einem solchen Unternehmen widmet. Es will ja keiner neue Opern, weil es ja angeblich schon genug gibt seit 1900, und die werden die nächsten Jahre halt einfach immer neu aufgeführt. Und wenn alle tot sind, die sich daran erinnern, dass diese Opern aufgeführt wurden, führt man sie eben nochmal auf. Das nennt man dann „lebendiges Musiktheater“ und Eleonore Büning kann klug darüber schreiben, so wie heute in der FAZ über „Tristan“.

Die Fremdheit des Zwischenmenschlichen – Umfrage zu Manuel Brugs Petrenko-Artikel in der „Welt“

Die Fremdheit des Zwischenmenschlichen – Umfrage zu Manuel Brugs Petrenko-Artikel in der „Welt“

Einiges Befremden haben Manuel Brugs Überlegungen zur Wahl des neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker ja schon ausgelöst. So ist Petrenko bei ihm „der dritte Jude auf einem Berliner Chefsessel“, nichts „Zwischenmenschliches ist ihm fremd“. und davon kann uns theoretisch „mindestens eine (sic!) der diesjährigen Bayreuth-Sängerinnen berichten“.

Holly Golightlys Großvater

Holly Golightlys Großvater

Die Lebensgeschichte zweier unterschiedlicher Genies hat Krausser in seinem gerade erschienenen Buch „Zwei ungleiche Rivalen“ beschrieben, herausgegeben durch die neue Musikedition von Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann. Krausser hat diesem Projekt viel Energie gewidmet und intensives Quellenstudium von Briefen und Aufzeichnungen betrieben. Herausgekommen ist ein spannender Musikroman, der vor allem als authentische Darstellung der Musikwelt des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu faszinieren weiß.

Die absolute Vorhersehbarkeit

Die absolute Vorhersehbarkeit

Vorhersehbar war, dass nach dem großen Mediahype um den Tod des „Opernregisseurs“ und „größten Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts“ (Jelinek), Christoph Schlingensief, die armen, unfreiwillig zurückgelassenen Künstler, allen voran der Komponist und Librettist, die wunderbare Kostümbildnerin Aino Laberenz, die Sänger, der Dirigent, der Chor, der Intendant Jürgen Flimm, kurzum alle Beteiligten im Grunde nur nur abstinken können gegen eine Erwartungshaltung von der Größe des Mount Everest.