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Nothing Easy is Great – Ultraschwimmen 33.3 Kilometer um Skopelos

Nothing Easy is Great – Ultraschwimmen 33.3 Kilometer um Skopelos

 

Es gibt ja wirklich für jede Situation irgendeinen ABBA-Song, so auch dafür, dass ich mal wieder beim Ultraschwimmen in Skopelos (Griechenland, nahe der Insel Skiathos) gelandet bin. Ich hab’s schon Mal versucht (Gesamtzeit 12:31:13 für 33.3 Kilometer), und ich versuchte es nun ein zweites Mal.

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„Try once more like you did before

Sing a new song, Chiquitita“ (ABBA)

Ich habe zwar nie so richtig verstanden, wer diese dämliche „Chiquitita“ ist und warum so viele die nervig pathetischen, dann aber wieder auch irgendwie gut gemachten Songs von ABBA so lieben, aber man kommt eben nicht um die Tatsache herum, dass Skopelos einfach nur die „ABBA“-Insel ist, weil man da die „Mamma Mia“-Filme gedreht hat. Und deswegen hört man an jeder Ecke ABBA, ob man es will oder nicht. Chiquitita, Fernando, Nina, Napoleon heißen die Personen in den Songs (manchmal auch Samson und Socrates), und wenn man sehr viel Glück hat, gibt’s zwischendrin auch etwas von Queen zur Abwechslung.

Na, wenn das nicht die berühmte „Mamma Mia – Kirche“ ist….

Aber eigentlich geht es hier ums Schwimmen, einer Sportart, der ich wegen meines arthritischen Knies zunehmend meine Zeit widme, denn Wasser kennt keine Erschütterungen und keine Knieentzündungen.

Ich kann gleich sagen, dass ich es nicht geschafft habe, unter die ersten zwanzig zu kommen (wie es mein Trainer Krassi Entchev sich beständig wünscht), aber das wäre nach nur drei Jahren Schwimmen etwas zu hoch gegriffen. Auch sonst gibt es nicht von spektakulären eigenen Überlebenskämpfen zu berichten (wie bei meinem ersten UltraSwim in Montenegro) – mir ging es die 4 Tage in Skopelos erstaunlich gut, mein Hals war nicht wund von einem Neoprenanzug (da ich gar keinen benutzte) und auch Open-Water-Wehwehchen wie „Salt Mouth“ (mit Wodka den Mund ausspülen hilft!) oder „SIPE“ konnte ich vermeiden.

UltraSwim 33.3 ist ein Wettkampf über 4 Tage, bei dem man versucht, auf die Streckenlänge der Ärmelkanalüberquerung zu kommen (33,3 Kilometer), mit dem Unterschied, dass in Griechenland das Wasser wesentlich wärmer und sauberer ist und keine russischen U-Boote den Weg kreuzen. Mark Turner – der das Ganze zusammen mit Nathaniel Waring gegründet hat – sucht weltweit immer neue interessante Strecken, die man schwimmen kann, zuletzt auch in der Karibik. Der Wettkampf in Skopelos ist wegen der Schönheit der Insel (Chiquitita sei Dank) der Beliebteste und immer schnell ausgebucht.

scho schee

Welche Verrückten tun sich das an? Die Open Water – Community ist zwar einerseits mit der Sportschwimmer-Community verbunden (was die Grundausbildung im Pool angeht, die jeder und jede mal durchmachen muss), könnte dennoch nicht verschiedener sein. Man kann das ungefähr mit Läufern und Trail-Läufern vergleichen.

Auf einer Laufbahn ist alles kontrolliert – man weiß genau, wie sich eine Runde läuft und man hat kontrollierbare Bedingungen. Auf den Trails aber kann alles passieren – Sturm und Wetter, loses Geröll, undurchdringliches Dickicht, wechselnde Bodenbedingungen. All dies stört den „idealen“ Lauf und macht Zeitvorhersagen quasi unmöglich, da sich die Bedingungen jederzeit ändern können.

Genauso ist es auch im Wasser – die schnellsten Schwimmer der Welt können Pech haben und für die Ärmelkanalüberquerung 15 Stunden brauchen, während ein wesentlich langsamerer Schwimmer einen Tag später vielleicht nur 11 Stunden braucht, weil die Strömungen günstig sind. Mal abgesehen davon, dass man ohnehin ein bisschen verrückt sein muss, um den Ärmelkanal zu durchschwimmen (ich hätte Lust darauf).

Auch als Open-Water-Schwimmer kann man natürlich Rekorden hinterherjagen, aber wie auch bei Trail-Läufern zählt mehr das Erlebnis der Natur und das Gefühl, sich dem Wasser komplett und ohne Hilfen auszusetzen. Neoprenanzüge sind daher bei den Open-Water-Schwimmern eher unbeliebt (auch wenn es bei sehr schlanken Schwimmern wegen der Temperaturregulierung durchaus Sinn machen kann) – man will den Ozean möglichst „nackt“ erleben. Das heißt auch, dass einen Mal eine Qualle erwischt, oder im schlimmsten Fall ein Hai ein Stück abbeißt. Meine australischen Schwimmerfreunde – in den gefährlichsten Haigewässern der Welt unterwegs – versichern mir aber immer wieder, dass es wesentlich gefährlicher sei, auf einer Autobahn zu fahren.

Wie auch immer, das Format der Ultra-Swims ist immer gleich: am Vorabend des viertägigen Wettkampfes gibt es ein kleines Einschwimmen, dann Tag Eins 2x um die 5 Kilometer mit kurzer Pause, Tag Zwei um die 8 Kilometer, Tag Drei ein Marathonschwimm um die 10 km, und am Tag Vier ein wieder kürzerer Schwimm um die 5 Kilometer, gefolgt von einem nicht zeitgemessenen Schwimm von ungefähr einem Kilometer, der mit einem Glas Champagner und allgemeinem Gejubel belohnt wird. Ich kann übrigens gar nicht oft genug betonen, wie gut ein Glas Champagner nach 4 (5) Tagen Salzwasserschlucken schmeckt!

Mark Turner achtet bei der Streckenplanung immer sehr darauf, dass auf jeden Fall mindestens 33.3 Kilometer Gesamtstrecke herauskommen, meistens ist es sogar mehr und die individuellen Streckenmessungen auf den Sportuhren der Schwimmer zeigen ohnehin noch einmal andere Entfernungen an. Auf jeden Fall soll am Ende dann wirklich jede und jeder sagen können: „Nothing great is easy!“, das Motto des ersten Kanalschwimmers Captain Webb.

Mitmachen tut ein wilder Mix von Menschen – Top-Schwimmer aus aller Welt, ambitionierte Open-Water-Schwimmer, berühmte Coaches wie Anna-Karin Lundin und Paul Newsome, aber eben auch ambitionierte Hobbyschwimmer bis hin zu absoluten Neulingen, wie ich einer einst war.

Ja, es ist ein Rennen, aber die letzten werden genauso gefeiert wie die ersten, während es in der Mitte kompetitiv, aber auch sehr freundlich zugeht. Am Ende zählt für alle vor allem die Erfahrung, der Spaß und das Gefühl, Teil einer internationalen Schwimmerfamilie zu sein (viele der Teilnehmer haben schon viele Ultra-Swims hinter sich, wie zum Beispiel mein marokkanischer Freund Kamal Nasrollah und seine Frau Nadine).

Deutsch-marokkanische Freundschaft

Zentrum des Ganzen ist in Skopelos die Adrina-Hotelanlage (auch bekannt aus dem Mamma Mia – Film), dort finden mehrere Starts statt, dazu auch die wichtigen Briefings vor den Rennen.

Open-Water-Rennen sind wesentlich wetterempfindlicher als Trailruns und hängen sehr stark von der aktuellen Wetterlage ab. Kälte und Regen schrecken die wenigsten Schwimmer ab, hohe Wellen und starke Strömungen dagegen können riskant sein und brauchen höhere Schwimmerfahrung und schlicht und einfach auch Kraft und gute Technik.

Ein langsamerer Schwimmer wird bei einer starken Gegenströmung quasi rückwärts schwimmen, wogegen ein starker Schwimmer immer noch gut vorankommt. Das kann auf den Verlauf eines Rennens dramatische Auswirkungen haben – Abbrüche (DNF = Did not Finish) gibt es durchaus, ebenso auch DNS (Did not Start) wenn es den Startern zu mulmig wird. Und es gibt einen Cutoff: Schwimmer werden aus dem Wasser geholt, wenn es nicht mehr abzusehen ist, dass sie es ins Ziel schaffen.

Das ist aber alles gottseidank sehr selten, denn es ist das erklärte Ziel von UltraSwim, allen Schwimmern das Gefühl zu geben, es „geschafft“ zu haben, selbst wenn sie gar nicht die volle Strecke schwimmen. Denn auch sie haben sich etwas getraut, was die meisten Menschen gar nicht könnten oder nie wagen würden: lange Strecken im offenen Ozean zurückzulegen.

Mark Turner, der Chef von det janzem

Bewacht wird die Strecke von einer ganzen Horde von Kayaks, die in Griechenland diesmal eine besonders lustige und stets zu Scherzen aufgelegte Truppe darstellten. Sie brauchen auch gute Laune, denn meistens müssen sie schon lange vor den Schwimmern aufstehen und oft im kompletten Dunkeln eigenständig die Startlinie erreichen. Die Kayaks schauen, dass keiner sich verirrt und immer alle wissen, wo es lang geht. Was an Land sehr klar ist, weil man ständig geradeaus schaut, kann im Wasser sehr verwirrend sein. Zuerst einmal schaut man von sehr tief herauf, was für die Orientierung ungewohnt ist, da die Entfernungen ganz anders wirken. Zudem schaut man auch relativ selten aus dem Wasser heraus, die meiste Zeit hat man den Kopf unterm Wasser und sieht entweder Fische und Steine oder (meistens) einfach nur Schwärze mit ein bisschen einfallendem Licht. Das „Sichten“ ist daher eine eigene Kunst – bei einem kurzen Check wie ein Krokodil (nur die Augen aus dem Wasser) wird schnell geschaut, ob man noch auf den nächsten Zielpunkt (meistens eine rosa Boje) zusteuert, was leider meistens nicht der Fall ist, da man im Wasser immer leicht links oder rechts driftet. Dann schnell nach links oder rechts atmen und weiter geht es im Trott der kraulenden Arme. Nach 4-8 Zügen dann dasselbe Spiel. Hebt man den Kopf zu weit aus dem Wasser, senken sich hinten die Füße, das sagt uns die Körpermechanik. Umgekehrt klappt das meistens nicht.

Stanley Cuberick hätte seine Freude

Man muss sich ein typisches Rennen so vorstellen: man steht meistens sehr früh auf (so um 4:30 Uhr) und setzt sich nach dem Frühstück mit hundert anderen Schwimmern in einen von zwei lustigen Kähnen, um sich auf dem Weg zum Start zu machen. Die Fahrt dahin dauert meistens um die halbe bis eine Stunde, während man zunehmend nervös wird, ob die Schwimmbrille Wasser reinlassen wird oder nicht und alles richtig sitzt. Alle Schwimmer müssen eine aufblasbares „Tow Float“ mit ihrer Startnummer dabei haben, auch farbige Badekappen zum leichteren Erkennen im Wasser sind absolut Pflicht. Ansonsten kann man sich selbst entscheiden, ob man lieber im Neoprenanzug oder auch einfach nur in Badehose schwimmen will. Dazwischen gibt es noch die Variante von sogenannten „Speedsuits“, die mit Teflonbeschichtung leichter durchs Wasser gleiten, als der behaarte Körper eines 60-jährigen Komponisten es je könnte (diese Variante strebe ich also immer gerne an, da sie immer noch als „Skins“-Kategorie zählen, also ohne Neopren).

Irgendwann wird man dann aufgefordert, ins Wasser zu springen, was je nach Größe der Transportschiffe durchaus eine Viertelstunde dauern kann. Dass das Wasser zu kalt ist, wird allein schon dadurch verhindert, dass die meisten Schwimmer die Minuten vor dem Start dazu nutzen, noch einmal ihre Blase zu leeren (ein beim Open-Water-Schwimmen ganz normaler Vorgang, denn wo soll man sonst hin?).

Dann wird eine nicht sehr exakte Startlinie markiert (wegen der Strömung ist es unmöglich, alle Schwimmer an exakt dieselbe Stelle zu bekommen, man toleriert also eine gewisse Unschärfe bei der Distanz) und man wartet auf das Startsignal aus einem Gashorn.

Dann geht es los. Nicht unähnlich wie bei einem Triathlonstart braucht man in den ersten Minuten eines Rennens sehr, sehr gute Nerven und darf nicht unter Klaustrophobie leiden, denn man ist sofort mitten unter sehr vielen Armen und Beinen, die wild schlagen, sieht nur nach Luftblasen und kriegt höchstwahrscheinlich auch einmal unbeabsichtigt einen Tritt oder eins in die Fresse. Da heißt es, Ruhe zu bewahren und abzuwarten, bis das Feld sich auseinanderzieht. Anders als bei meinen anderen Rennen hielt diese Phase diesmal viel länger an,

da ich mich mit meiner Geschwindigkeit nun deutlich im oberen Mittelfeld bewegte, wo die meisten Schwimmer ähnliche Geschwindigkeiten haben.

Ganz, ganz langsam zieht sich das Feld dann auseinander und man verharrt dann meist in einem kleinen Grüppchen, dessen Mitglieder man immer wieder sieht, weil sie ziemlich gleich schnell schwimmen. Auf magische Weise gelang es mir daher, bei jedem Schwimm immer einen Großteil der Strecke neben immer der gleichen Schwimmerin in einem auffälligen Badeanzug zu schwimmen, mal sie schneller, mal ich. Wir grüßten uns dann jedes Mal im Ziel, da wir immer fast zeitgleich ankamen.

Zieleinläufe im Schwimmen sind immer gut zu verfolgen

Ach ja, das „Draften“ ist ein wichtiger Bestandteil des Schwimmens – wenn die Vorderfrau das Wasser mit Blasen aufgewirbelt hat, geht der Zug des Hintermanns wesentlich leichter, man verbraucht tatsächlich nur noch 70-80% der aufzuwendenden Energie und kann sich ein bisschen erholen, ähnlich wie der Windschatten beim Radfahren oder bei Autorennen. Wenn man den Windschatten verlässt (den Schwimmer vorne daran erkennen, dass irgendwer hinter ihnen ab und zu Mal ihre Füße berührt) will man dies meistens, um zu überholen, dass ist für die Vorschwimmer daher immer eine stressige Situation.

Kollegiale Schwimmer unterstützen sich aber abwechselnd auf diese Weise, so gibt es manchmal lange Schlangen von Schwimmern, bei denen sich alle abwechseln.

Die Kurse führen meistens in eine Richtung – oft an der Küste entlang (wo man entweder in die Buchten hinein schwimmt oder von Spitze zu Spitze (Headland to Headland) was schwieriger beim Sichten ist, speziell wenn einem die Sonne ins Gesicht scheint und man die Konturen der Küste nicht perfekt erkennt. Manchmal geht es auch um eine Insel herum oder durch kleine Höhlen hindurch. Irgendwann gibt es aber dann einen Zieleinlauf, der immer aus einem aufblasbaren und eng zulaufenden Tor besteht, das man durchqueren muss. Richtige Sprints gibt es meistens ab dem Kilometer davor, da geben alle noch einmal extra Gas, so auch ich. Die Topschwimmer sprinten quasi die ganze Zeit, weil es für sie wie ein „kurzer“ anaerober Schwimm ist, sie sind dann auch danach am frischesten, da sie am kürzesten im Wasser waren.

Die Zeitabstände sind auf den Kilometer gerechnet wesentlich dramatischer als beim Laufen. So liegen die Zeiten bei einem Laufmarathon meistens maximal 6 Stunden auseinander (2 Stunden für die Schnellsten, 7-8 Stunden für die langsamsten). Bei 33.3 Kilometern Schwimmen brauchte der Schnellste (Samir Barel) 7:31 Stunden und die Langsamste 16:42 Stunden, das sind mehr als 9 Stunden und 11 Minuten Abstand. Allerdings rechnet man Schwimm-Paces anders als beim Laufen in 100/m, und da liegen selbst die Besten nicht so weit weg von den Langsamsten wie beim Laufen. Top-Schwimmer erreichen im Open Water Paces zwischen 1:10-1:30, langsamere Schwimmer sind bei um die 3 Minuten pro 100/m.

Aber genug Statistik – am Ende sind die Zeiten nicht das Allerwichtigste, auch wenn man sich natürlich freut, wenn am Ziel noch nicht so viele vor einem angekommen sind. Denn im Wasser kann immer irgendetwas sein – zum Beispiel Verdauungsprobleme wegen denen man stoppen muss (so geschehen meinem Freund Heinrich aus München, der dennoch immer noch viel schneller als ich war), oder man hat tatsächlich mit Seekrankheit zu tun und kotzt ins Wasser (auch das kommt vor). All dies – vor allem Krämpfe – können auch den besten Schwimmern passieren und jeden Rekord ruinieren.

Jetzt klingt das alles wahnsinnig unangenehm und technisch, beschreibt aber nicht das Gefühl, durchs offene Meer zu schwimmen. Schwimmen ist ein bisschen wie Fliegen – man fühlt sich frei und schwerelos und genau das macht auch den Reiz aus. Und im Gegensatz zu anderen Sportarten schwitzt man auch nicht irgendwelche T-Shirts voll und das Wasser wirkt beständig kühlend, auch das ist ein Vorteil.

Diese Insel hatten wir gerade umrundet, jetzt geht es zurück um die Ecke links zum Hotel

Wie sind meine Rennen gelaufen? Erstaunlich glatt – ich hatte immer ungefähr dasselbe Tempo, hatte konsistente Zeiten, kam mit dem Wasser und dem Sichten gut klar und belegte am Ende den 70. Platz (von 180) mit 11 Stunden, 27 Minuten und 47 Sekunden Gesamtzeit. Ein sehr respektables Ergebnis für einen Anfängerschwimmer, aber natürlich ist noch Luft nach oben, wenn ich endlich mal mehr Gelenkigkeit im linken Arm bekomme und den Pull besser hinkriege. Das Wetter war durchgehend sehr den Schwimmern gewogen, hohe Wellen mussten wir nicht managen, Strömungen hielten sich in Grenzen. Wir sahen nur wenige Quallen und auch sonst ließ einen die Meeresfauna komplett in Ruhe. Ich kann also zufrieden sein.

Am spannendsten sind aber bei einem solchen Event die anderen Schwimmer, denn natürlich ist niemand vollkommen „normal“, der bei so einem Event mitmacht oder auch mithilft. So gehörten zum betreuenden Team zum Beispiel eine WDR-Fernsehjournalistin, die einen aufsehenerregenden Prozess gegen den grapschenden Giscard d’Estaing geführt hat und ein Weltklasse-Triathlet, der einst Disney-Kinderstar war und inzwischen Nobelpreis-würdige Genforschungen betreibt (gemeinsam mit seinem eineiigen Zwillingsbruder)! Auch der Chirurg, der meinem Coach Krassi einst das Leben gerettet hat, schwamm mit – er forscht an cutting edge-Technologie der KI-Chirurgie. Und das sind nur Beispiele. Absolut jeder und jede hat spannende Geschichten zu erzählen, daher sind manchmal die Gespräche um die Schwimmen herum das Interessanteste an der Veranstaltung. Man ist Teil einer internationalen Familie, die sich in regelmäßigen Abständen vollkommen verrückt in den Ozean stürzt und immer wieder begegnet.

Und das ist schön, daher wird es nicht mein letztes Ultraschwimmen gewesen sein. Wir sehen uns wieder – vielleicht in Calais?

 

Moritz Eggert

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