Meine liebste Verschwörungstheorie

Für Jürgen Bauer von der Volksoper beantwortete ich vor kurzem ein paar Fragen zu meiner neuen „Mythos-Operette“ „Die letzte Verschwörung“, die am 25. März in Wien Premiere haben wird (Regie: Lotte de Beer). Hier die ungekürzte Fassung:

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Meine liebste Verschwörungstheorie:

Ich „liebe“ Verschwörungstheorien eher nicht, amüsiere mich aber sehr darüber, wenn sie besonders bizarr sind. Meine „liebste“ jüngere Verschwörungstheorie ist daher, dass Donald Trump in Wirklichkeit immer noch Präsident der USA ist und nur so getan wird, dass die Demokraten regieren, um die Bevölkerung in Sicherheit zu wiegen (während Hillary Clinton etc. schon lange heimlich der Prozess gemacht wird). Diese Theorie ist besonders dämlich, weil so offensichtlich unwahr…aber es gibt nach wie vor Menschen, die sie glauben!

 

Diese Verschwörungstheorie halte ich heimlich für wahr:

Dass Vladimir Putin den ganzen Antifaschismus-Quatsch als Kriegsgrund gar nicht selbst glaubt und den Ukrainekrieg vor allem deswegen angezettelt hat, um von seinen kriminellen Aktivitäten in Russland abzulenken und ein Exit-Szenario für sich vorzubereiten, das ihm Amnestie garantiert (so wie er sie damals Jelzin gewährte).

 

Hand aufs Herz, die Erde ist eine:

Mozartkugel

 

Zeitgenössische Musik ist anstrengend. Wahrheit oder Verschwörungstheorie?

Diese Frage verstehe ich nicht. Menschen machen Sport, weil er anstrengend ist und sie sich danach super fühlen. Sie lesen Krimis und schauen Horrorfilme, weil dort gruselige und aufregende Dinge passieren, die spannend und unheimlich sind. Sie schauen Nachrichten, weil sie wissen wollen, was wieder alles Schlimmes und Verrücktes in der Welt passiert. Und Musik darf aber bitte auf keinen Fall irgendwie aufregend oder anstrengend sein? Was ist das denn für eine Logik? Das Leben an sich ist anstrengend, deswegen wird jede Kunst oder Betätigung, die irgendwie mit dem Leben zu tun hat und in die Tiefe geht, anstatt nur einzulullen, auch automatisch anstrengend sein. Was soll daran schlimm sein? Lautes Lachen, Herumtoben und Tanzen sind anstrengend, dennoch lieben wir diese Betätigungen. Mich persönlich langweilt Musik unendlich, die mich auf keinen Fall irgendwie fordern will. Ich lese ja auch kein Buch, das von nichts handelt und in dem rein gar nichts passiert. Wenn etwas Interessantes passiert, ist es automatisch in irgendeiner Form anstrengend, das liegt in der Natur der Sache.

 

Diese Verschwörungstheorie würde ich gerne in die Welt setzen:

Dass die leider wenig anstrengende Neoklassik von bösen Eliten erfunden wurde, um uns alle zu verdummen und heimlich zu kontrollieren.

 

Operette hat eine Zukunft, weil:

…das Musical als Genre zu langweilig und kommerziell geworden ist. Wenn die Operette wieder ihr aktuelles und zündendes Potenzial wiederentdeckt, kann sie als Gattung wieder aufblühen. Manchmal haben die modernisierenden Begriffe auch wieder ausgedient, weil sie sich von nichts mehr absetzen. Inzwischen sage ich zum Beispiel auch schon längst wieder lieber „Oper“ als „Musiktheater“.

 

Diese Operette könnte ich immer hören:

Eher ein Musical als Operette, aber da das Musical aus der Operette und dem Singspiel hervorging, darf ich sicherlich „Nine“ von Maury Yeston nennen, eine sehr intelligente Fortsetzung von „8 ½“ von Fellini.

 

Diese Operette will ich nie wieder hören:

Das Gesamtwerk von Andrew Lloyd Webber (Definition siehe oben).

 

Die letzte Verschwörung klingt wie:

Ein Film von David Lynch, wenn es eine Operette wäre.

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