Wie ich mal (erfolglos) einen Spam-Verschicker für Neue Musik zu begeistern versuchte

Warum ist der meiste Spam eigentlich so verdammt anonym? Man fühlt sich ja gar nicht als Individuum angesprochen, wenn man zum hundertsten Male zugesichert bekommt, dass irgendein reicher Onkel in Großpusemuckl gestorben ist – und man jetzt von dem hinterlassenen Vermögen angeblich den Großteil einstreichen darf. Vorher muss man natürlich noch einen nicht gerade geringfügigen Betrag als Gegenleistung für die Vermittlung und die Finanztransaktion per Western Union an einen meist sehr gottesfürchtigen Herrn irgendwo in Afrika verschicken. Ich frage mich immer, ob das in diesem Leben irgendjemand mal wirklich gemacht hat. Aber das ist eine andere Frage.

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Was ich sagen will: Ich fordere persönlicheren Spam! So wie heute am frühen Abend. Irgendjemand nimmt Fotos einer jungen hübschen Frau und erstellt damit in aller Schnelle ein Facebook-Profil. Man bekommt eine Freundschaftsanfrage und dann geht der Chat auch schon los…

Und ich würde sagen: Ich bin da heute einfach mal auf’s Ganze gegangen und gleich mit der Tür ins Haus gefallen…

Ja, richtig: Großzügigkeit ist eine Stärke von mir! YOLO!

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Author profile

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet er als Moderator und Dramaturg. Er ist Künstlerischer Leiter der Astronomie-Musik-Reihe "Himmlische Partituren" im Zeiss-Großplanetarium Berlin, arbeitet von Berlin aus für das Brucknerhaus Linz, schreibt Programmtexte für zahlreiche Orchester (Wiener Philharmoniker, New York Philharmonic), macht Konzerteinführungen in der Elbphilharmonie Hamburg, der Kölner Philharmonie und anderswo. Außerdem ist er Bad-Blog-Autor der ersten Stunde und arbeitet als Kurator für die Musikstreaming-App IDAGIO.

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1 Antwort

  1. Man sollte vielleicht die Spammer beauftragen, Geld für Neue Musik-Projekte zu ergaunern. Man wird ja immer von Kulturreferaten dringend aufgefordert, „neue Finanzierungswege“ zu suchen….