Taten sagen mehr als Worte

Für mich zählt das, was man tut, immer mehr als das, was man sagt. Denn allzu oft werden Versprechen gemacht und große Worte geschwungen, die am Ende keine Wirkung entfalten. So bezeichnen sich einige immer wieder als etwas, das sie eigentlich nicht sind. Doch was sagen uns die Taten?
Seit der letzten Mitgliederversammlung hat der Vorstand der damaligen Fachgruppe DEFKOM des DKV seinen Mitgliedern den Austritt empfohlen. In der Folge ist die Fachgruppe Verso zu Song e. V. gewechselt, und im Verlauf dieses Prozesses wurde wiederholt zum Austritt aus dem DKV aufgerufen. In den Vorständen dieser Fachgruppen befanden sich zudem Personen, die zugleich im Aufsichtsrat der GEMA aktiv sind. Somit liegt die Vermutung nahe, dass diese Spaltung auch aktiv von Teilen des Aufsichtsrats der GEMA vorangetrieben wird. Man fragt sich, warum man die Urheber:innen derart schwächt, wenn man doch eigentlich deren Interessen vertreten möchte.
Es hätte zudem die Möglichkeit gegeben, mit den unzufriedenen Mitgliedern eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, um einen neuen Vorstand zu wählen. Diese Option wurde jedoch nie genutzt. Stattdessen sollen nun verschiedene Verbände entstehen, die in der Natur der Sache kleiner sind und dadurch weniger Durchschlagskraft besitzen.
Wir ziehen keinen Gewinn daraus, wenn wir uns in unzählige Interessenverbände aufspalten. Wenn man mit einem Präsidenten unzufrieden ist, sollte man dies offen kundtun; Mitglieder jedoch aktiv zum Austritt zu ermuntern, ist ein Verhalten, das allen Verbänden langfristig – auch finanziell – schadet. Dies schafft zudem Präzedenzfälle, die uns in Zukunft noch auf die Füße fallen werden. Ein Verband ist demokratisch organisiert, und es wird immer die nächste Wahl geben. Im Mai wird im DKV neu gewählt. Das hätte allen die Möglichkeit gegeben, sich neu aufzustellen – diese Chance wurde nun jedoch verspielt.
Auch im Reformprozess der GEMA wurden die Urheber:innen in zwei Gruppen aufgeteilt: U und E. Erst nach dem Beschluss über die Reform durch den Aufsichtsrat fand ein gemeinsames Forum statt. Diese Aufteilung eröffnet die Möglichkeit, unliebsame Ergebnisse jeweils der anderen Gruppe zuzuschreiben. Zudem wird so der Hass weiter angeheizt, den man eigentlich nur über persönliche Begegnungen abbauen könnte. Doch gerade diese Begegnungen werden aktiv verhindert. Vielleicht hofft man sogar, dass es in einer hitzigen GEMA-Mitgliederversammlung zu Trotzabstimmungen kommt, die eher darauf abzielen, den anderen etwas wegzunehmen, als für alle einen Gewinn zu erzielen.
Eines ist gewiss: Die nächste GEMA-Mitgliederversammlung wird hitzig. Denn von einer Seite wird sich auf eine einzelne Person eingeschossen, die als Feindbild dient – wodurch die eigentliche, berechtigte Kritik, die geäußert wird, in den Hintergrund gerät.
