Was ChatGPT so gar nicht kann (Folge 2)

Kann ChatGPT Schubert-Lieder (ich unterscheide ausnahmsweise mal nicht zwischen „Lied“ und „Text“, Verzeihung) nach Vorgabe umdichten? Ja, freilich. Aber ist das auch lustig/originell? Wir machen den Test.

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Nun ja: ein eindeutiges „Nein“. Furchtbar unrhythmisch und auch sonst zum Wegwerfen. Machen wir weiter …

Das hätte durchaus Potential zur Lustigkeit gehabt. Doch ist der Hinweis darauf, dass auf einem E-Scooter sogar (neben dem Vater selbst!) „Platz für zwei“ wäre, verkehrstechnisch äußerst bedenklich! Ein neuer Versuch …

Puh, nein, furchtbar! Ein bisschen Fischigkeit („Wie ein Fisch im Wasser, der nicht mehr schwimmen kann.“) ist wahrscheinlich noch von der „Forelle“ übrig geblieben. Nächstes Lied!

Das ist irgendwie ganz hübsch und süß. Und genauso sollte es ja auch sein: Ein Blümelein gehört angeschaut, nicht gepflückt! (Über die meist recht expliziten Interpretationen dieses Liedes schweigen wir heute.)

Da hätte ich mir mehr … sagen wir Häme gewünscht! Okay, wir geben nicht auf …

Diese Variante gewinnt unseren kleinen Vergleichswettbewerb: „Doch irgendwie gefällt`s mir nicht.“ Das Entwickeln zögernder Gedanken im Kopf des lyrischen Ichs … Ein Spüren, ein Gefühl, eine Ahnung nur. Im Sinne von: „Seit Jahren wandere ich. Aber, hey, ich HASSE Wandern!“

Wir sehen: Es gibt noch viel zu tun. (Oder man dichtet halt gleich selbst völlig neu. Ohne Maschine.)

Arno Lücker wuchs in der Nähe von Hannover auf, studierte Musikwissenschaft und Philosophie in Hannover, Freiburg - und Berlin, wo er seit 2003 lebt. Er arbeitet als Autor (2020 erschien sein Buch »op. 111 – Beethovens letzte Klaviersonate Takt für Takt«, 2023 sein Buch »250 Komponistinnen«), Moderator, Dramaturg, Pianist, Komponist und Musik-Satiriker. Seit 2004 erscheinen regelmäßig Beiträge von ihm in der TITANIC. Arno Lücker ist Bad-Blog-Autor der ersten Stunde, Fan von Hannover 96 und den Toronto Blue Jays.