Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 17.02. bis 23.02.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 08. Themen: Klaus Huber | Nikolaus Heyduck | Luc Ferrari | Roland Leistner-Mayer | Ensemble Modern wird 40 | Das Cello | 10. Hörfest Neue Musik | Ultraschall Berlin | ECLAT | Benjamin Schmid | Donaueschinger Musiktage | Goethe to go | Wie die Klassik-Szene auf den Klimawandel reagiert | Kosmokoloss. Eine Tragikomödie über das Klima und den Erdball | Ludwig van Beethoven | Berliner Improvisationszene | Musik zu den Bildern von Mark Rothko.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

Folge 65 – Interview mit Salome Kammer (Stimmkünstlerin, Schauspielerin, Cellistin).

Salome Kammer erzählt, wie sie zur Neuen Musik gekommen ist und was sie in 30 Jahren mit der Neuen Musik erlebt hat. Sie reflektiert, was sich im Laufe der Jahre musikalisch verändert und gibt persönliche und praktische Einblicke, wie sie an Stücke heran geht. Sie erklärt detailreich ihre Arbeit mit der Stimme. Das Gespräch der beiden Sängerinnen bringt, vor allem auch Komponisten, die Stimme mit ihren Möglichkeiten und Limits näher. Salome Kammer spricht auch über ihre Lehrtätigkeit an der Münchner Musikhochschule und wie man seine Bremsen auf der Bühne löst. (Zum Podcast)

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


17.02.2020


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Klaus Huber

Mit Andreas Göbel. Auf die Ausprägung eines eigenen, leicht wiedererkennbaren „Stils“ hat der Schweizer Komponist bewusst verzichtet. Jedes seiner Werke ist ein immer wieder neues Nachdenken über das Verhältnis der zeitgenössischen Musiksprachen zur realen, unvollkommenen Welt, in die sie eingebettet sind. Immer wieder hat er gleichermaßen auf europäische Traditionen wie auf Elemente der arabischen Musik zurückgegriffen. Seine Musik hat immer auch eine politische Dimension: „Es sagt uns immer wieder das eine: Eine andere Welt ist möglich“, so Klaus Huber.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Glas und andere Klänge – Der Künstlermusiker Nikolaus Heyduck

Von Herbert Köhler. Nikolaus Heyduck wurde zweigleisig ausgebildet: Absolviert hatte er jeweils ein komplettes Studium der Kunst an der Städelschule in Frankfurt und der Komposition an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. Das Switchen zwischen Kunst und Musik machte ihn zu einem Künstlermusiker, der Optik und Akustik auf sinnesverstärkende Art zur medialen Performance anreichert. Dazu verwendet Heyduck mit Vorliebe Glas und andere Alltagsgegenstände als Ausgangsmaterialien. Ihr Klangpotenzial wird dann zum Stoff für die elektronische Weiterverarbeitung.


18.02.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Musik und Wirklichkeit – Das Universum des Komponisten Luc Ferrari

Von Thomas Groetz. „Warum in aller Welt sollten denn die Leute auf die Entwicklung von Thematik, Harmonik und Form achten? Die Bilder und Geschichten sind doch viel wichtiger.“ (Luc Ferrari, 1972)

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Zum 75. Geburtstag des Komponisten Roland Leistner-Mayer

Roland Leistner-Mayer: Klarinettenquintett (Eduard Brunner, Klarinette; Sinnhoffer-Quartett); Suite (Irmela Nolte, Flöte; Sabine Liebner, Klavier); Violinkonzert, op. 21 (Carolin Widmann, Violine; Bamberger Symphoniker: Jonathan Nott); „… während das Drama der Zeit ….“ (Ensemble Musik unserer Zeit: Anton Ruppert); Trio, op. 85 (Gerald Kraxberger, Klarinette; Christoph Probst, Violoncello; Heidi Ilgenfritz, Hackbrett); „Sonnengesang“ (Wolfgang Zoubek, Orgel)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Rock’n Roll zwischen Zappa und Anton Webern – Das Ensemble Modern wird 40

darin: neue musik im Norden. Von Margarete Zander. Mit 14 Konzerten feiert das Ensemble Modern seinen 40. Geburtstag. Die Frage: Wie jung hält der ständige Blick auf das Neue, wie viel Routine ist inzwischen im Spiel? Das Repertoire des Ensemble Modern ist ein Who is Who der neuen Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Und durch die enge Zusammenarbeit mit den Komponisten können die Musikerinnen und Musiker sagen: sie haben noch mit jeder Interpretation einen Maßstab gesetzt.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Bogentanz – Das Cello in der zeitgenössischen Musik – Eine Radioreportage mit Julius Berger

Von Tilman Urbach. Es gilt als eines der nobelsten Instrumente überhaupt. Vorformen des Violoncellos tauchen bereits im 16. Jahrhundert auf. In der Instrumentenfamilie ist es zwischen der näselnden Bratsche und dem massigen Kontrabass situiert. Seinen Reiz hat das Instrument bis heute nicht verloren. Sofia Gubaidulina, Adriana Hölszky, John Cage oder Toshio Hosokawa haben für das Cello geschrieben. Aber in der Neuen Musik kann das singende Saitenspiel ganz anders klingen und neu erlebt werden. Im Gespräch mit Tilman Urbach erzählt der Cellovirtuose Julius Berger, welche Wege und Spielmöglichkeiten – jenseits aller ausgetretenen Pfade – die Neue Musik bereit hält und spielt dabei direkt ins Mikrofon.


19.02.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Bertold Hummel: Schlagzeugkonzert, op. 70 (Peter Sadlo, Schlagzeug; Bamberger Symphoniker: Wolfgang Rögner); Siegfried Fink: „Plaisanterie“ (Bernd Kremling, Schlagzeug); Horst Lohse: „Aus der Tiefe“ (Hermann Bäumer, Bassposaune; ars nova ensemble nürnberg: Werner Heider); Werner Jacob: „Canti di Petrarca“ (Jolanta Michalska, Mezzosopran; Nürnberger Symphoniker: Georg Schmöhe)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Mit Fantomas zum Eiffelturm – Kurt Weill in Paris

Kurt Weill (geboren vor 120, gestorben vor 70 Jahren) wurde in Deutschland bekannt als Komponist der Dreigroschenoper. Später brachte er erfolgreiche Musicals am Broadway heraus.  bekannt ist seine Zeit in Paris.

Bertolt Brecht mit Kurt Weill und dessen Ehefrau Lotte Lenya, die viele von seinen Songs gesungen hat.

Dort schrieb er nicht nur gemeinsam mit Brecht das Ballett „Die sieben Todsünden“, er arbeitete auch für den französischen Markt. Weill produzierte Schallplatten mit Chansons, er schuf Musik zu französischen Bühnenstücken und er verfasste sogar den Soundtrack zu einem „Fantomas“-Hörspiel.

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: 10. Hörfest Neue Musik

Jean-Luc Darbellay: Spuren … für Violine und Ensemble, Uraufführung | Jörg-Peter Darbellay: Akkorde für Ensemble, Uraufführung | Adrien Tsilogiannis: Portrait de Bat-Enosh für Ensemble | Philippe Leroux: AAA für Ensemble | Pierre-André Bovey / Hans Eugen Frischknecht / Ursula Gut / Markus Hofer: 4 Miniaturen für Violine solo

Noëlle-Anne Darbellay, Violine; Ensemble Sturm und Klang. Aufnahme aus der Kulturfabrik Hangar 21, Detmold. Das Brüsseler Ensemble Sturm und Klang beschäftigt sich beim 10. Hörfest Neue Musik mit dem Verhältnis von Alt und Neu in der Musik.

Jedes Jahr im Herbst veranstaltet die Detmolder „Initiative Neue Musik“ ein Hörfest Neue Musik. Das Brüsseler Ensemble „Sturm und Klang“ geht in der 10. Hörfest-Ausgabe der Frage nach, ob Musik, die sich allen tradierten Ausdrucksmitteln versagt, in ihrem Spektrum eingeschränkt bleibt. Nach allgemeinem Verständnis ist es das Vorrecht der „Neuen Musik“, Überkommenes hinter sich zu lassen und sich neuen Kompositionsprinzipien zuzuwenden. Aus einer gewissen zeitlichen Distanz heraus zeigt sich aber, dass selbst die nüchtern konstruktiven Ideen der musikalischen Moderne aus der Beschäftigung mit musikalischen Traditionen hervorgegangen sind.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2020

Mit Eckhard Weber. Die Neugier und Freude von Komponist*innen an ungewöhnlichen Instrumentenkombinationen ist ungebrochen. Immer mehr Ensembles formieren sich in bislang vorbildlosen Besetzungen. Aber auch größere Ensembles ermöglichen Kombinationen, für die es in der Musikgeschichte kaum Vorbilder gibt. Das œnm. österreichisches ensemble für neue musik präsentierte in seinem Konzert im Rahmen von Ultraschall Berlin neben klassisch besetzter Kammermusik auch u. a. ein Werk für die ungewöhnliche Kombination Cembalo, Paetzoldflöte, Harfe, Querflöte und Tape. Aufnahme vom 17. Januar 2020 im Heimathafen Neukölln

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT (1): Kammerkonzert

Neue Vocalsolisten; Yuko Kakuta (Sopran); Yukiko Sugawara (Klavier); Gareth Davis (Kontrabass- und Bassklarinette); Ashot Sarkissjan (Violine); Ralf Ehlers (Viola); Lucas Fels (Violoncello)

Ramon Lazkano: Eine Ehrenpflicht für 6 Stimmen (2019) UA | Mark Andre: iv 17, 8 Miniaturen für Sopran und Klavier (2019) | Thomas Kessler: avenidas für Sopran und Klavier (2019) | Sergej Newski: Votre MM für Bariton, Bassklarinette, Violoncello und Klavier (2018) | Sergej Newski: Klavierquartett (2018)

(Konzert vom 6. Februar 2020 im Theaterhaus Stuttgart). Ebenso zerbrechliche wie intensive kompositorische Zwischenräume entfaltet Mark Andre in seinen Miniaturen. Das Ausloten von Stimmklang und stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten, fragil und kraftvoll, solistisch und mit dem Instrumentalklang verschmolzen, war eine der Klammern in diesem Konzert; Hommagen an mutige Frauen eine andere. Und nicht zuletzt warf das Programm ein Licht auf den Komponisten Sergej Newski, dessen Musiktheater BORIS in der ECLAT-Woche an der Stuttgarter Oper uraufgeführt wurde.


20.02.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Ackerstadtpalast Berlin – Aufzeichnung vom 07.12.2019

Annette Schmucki: „sprechen191017“ für Klarinette, Viola, Stimme und Elektronik (Uraufführung). Christian Vogel, Klarinette; Karen Lorenz, Viola; Annette Schmucki, Syntheziser | Lentz/Geisse/Neffe: Improvisation (2019). Michael Lentz, Stimme, Saxofon; Gunnar Geisse, Laptop-Gitarre; Roland Neffe, Schlagzeug

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Nikolaus Schapfl: „Lieder ohne Worte“ (Vladimir Tsypin, Violine; Gereon Kleiner, Klavier); Walter Tölle: Streichquartett a-Moll (Herchenhan-Quartett); Carlos H. Veerhoff: Symphonie Nr. 6 – „Desiderata“ (Elizabeth Hagedorn, Sopran; Andreas Scheibner, Bariton; Hermann Christian Polster, Bass; Boris Carmeli, Sprecher; MDR-Rundfunkchor; MDR-Sinfonieorchester: Leopold Hager); August Blank: „Unter den Linden“ (Gerald Häußler, Bariton; Hortense Wieser, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Am Ende des Notenblatts – Der musikalische Kosmos des Geigers Benjamin Schmid

Benjamin Schmid ist ein Ausnahmemusiker, ein Grenzgänger zwischen den Welten des Jazz und der klassischen Musik. Er ist der erfolgreichste österreichische Geiger seiner Generation, ein weltweit  gefragter Solist, der über 50 Alben aufgenommen hat und eine Violinklasse am renommierten Salzburger Mozarteum unterrichtet. Und trotzdem schlägt sein Herz nicht nur für die Klassische Musik. Von Kindheit an begeistertet Benjamin Schmid sich für den Jazz, zunächst durch Einflüsse seines Elternhauses, später durch Jazzgrößen wie Wolfgang Muthspiel und Stephane Grapelli. Mit seiner 300 Jahre alten Stradivari, der „ex Viotti 1718“ spielt er alle großen klassischem Werke der Violinliteratur, über 100 Konzerte hat er in seinem Repertoire. Für Jazzkonzerte experimentiert er mit dem Klang einer E-Geige und genießt die improvisatorische Freiheit, am Ende des Notenblatts noch weiter spielen zu können. Mit seiner Frau, der Schweizer Pianistin Ariane Haering, hat Benjamin Schmid ein etabliertes Duo, das von Publikum und Presse für sein präzises Zusammenspiel und seine mitreißende Musikalität gefeiert wird. In Altaussee genießt der Familienmensch die Schönheit der Natur und erarbeitet mit seinen vier Kindern das Cellokonzert seines großen Vorbilds und Landsmannes Friedrich Gulda. Dorothee Binding hat den Musiker bei Proben mit seinen vier Kindern, bei einem Konzert, das er anlässlich seines 50. Geburtstages mit seinen engsten musikalischen Wegbegleitern gab und in seiner Salzburger Wahlheimat getroffen. Das Porträt eines Solisten, der sich virtuos zwischen den Welten des Jazz und der Klassik bewegt.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Donaueschinger Musiktage 2019 (1) – Kompositionen von Michael Pelzel, Alberto Posadas u.a.

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Der Dirigent – Von Ursula Böhmer

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: When weather was wildlife – Hörspiel von Werner Cee

Mit: Neville Tranter, Freddie Wadling, Adrian, Becky und Rachel Unthank, Stian Westerhuis, Hans Hollinger u. a. Komposition und Regie: Werner Cee. (Produktion: SWR 2020)

Alle reden vom Wetter; vom Klima reden zurzeit alle – es ist Zeit, diesen Diskurs künstlerisch zu führen. Seit Menschengedenken existiert der Wunsch, ins Wettergeschehen auf der Erde einzugreifen. An die Stelle ritueller oder religiöser Wetterbeschwörungen ist heute die Beeinflussung der Atmosphäre durch Chemie und Physik getreten. Wetter verliert seinen „Wildlife“-Charakter. Diese Soundstück nutzt Originaltöne einer Ätna-Beschwörung, Wettersounds, Texte zum Geo-Engineering und zum Ausbruch des Laki-Vulkans 1783/84.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 75. Geburtstag des Komponisten Roland Leistner-Mayer

Roland Leistner-Mayer: Musik für Bläseroktett (Bläsersolisten Aargau); Streichquartett Nr. 2 (Suk-Quartett Prag); Poem Nr. 8, op. 103 (Heidi Ilgenfritz, Hackbrett; Roland Leistner-Mayer, Klavier); Romanze, op. 93, Nr. 4 (Heidi Ilgenfritz, Hackbrett)


21.02.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Goethe to go – Eine Sprech-Landschaft

Realisation und Regie: Antje Vowinckel. Mit: Dagmar Kraus-Cavaillès, Jiang Wu, Marie Goyette, Mazen Kerbaj, Rafael Jové, Cia Rinne, Axel Dörner, Mat Pogo, Chico Mello, Inga Ziska. Ton und Technik: Hermann Leppich und Thomas Schütt. Produktion: Deutschlandfunk Kultur / HR 2018. Länge: 49’57

„Über allen Gipfeln / Ist Ruh’…“ Auf den Spuren von „Wandrers Nachtlied“ folgen Musiker- und Lyriker*innen dem Goethewanderweg in Ilmenau.

„Ueber allen Gipfeln/Ist Ruh’ …“ – das schrieb Johann Wolfgang von Goethe 1780 an die Holzwand der Jagdaufseherhütte auf dem Kickelhahn bei Ilmenau. ‚Wandrers Nachtlied’ ist seitdem zum Inbegriff deutscher Lyrik geworden, übersetzt in rund 60 Sprachen.

Nun hat die Radiokünstlerin Antje Vowinckel zehn internationale Musiker und Lyrikerinnen auf Goethes Spuren geschickt. Mit Mikrofon und Aufnahmegerät schritten sie den Goethewanderweg in Ilmenau ab und hatten dabei zwei Aufgaben zu erfüllen: Sie sollten permanent ihre Beobachtungen aussprechen, und sie sollten Goethes Gedicht aus einer ihnen bekannten Sprache zurück ins Deutsche übersetzen.

‚Goethe to go’ ist Teil von Antje Vowinckels Werkreihe rund um das automatische Sprechen.

Antje Vowinckel, geboren 1964 in Hagen, lebt als Klangkünstlerin, Hörspielmacherin, Regisseurin und Musikperformerin in Berlin. Zahlreiche Preise, darunter Plopp-Award, Prix Europa und Karl-Sczuka-Förderpreis sowie Stipendien in den USA, Italien und Frankreich. Einige Stücke: „Daily Soap“ (SWR 2000, Prix Europa), „Call me yesterday“ (Autorenproduktion 2005), „Atelier 1511“ (SWR 2013), „Galapagos-Kreuzblende“ (SWR 2017).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Viera Janárceková: „Dotyk“ (Kremerata Baltica: Roman Kofmann); Marcus Maria Reißenberger: Quintett – „MEM 5“ (Ensemble Kontraste); Jeff Beer/Jürgen Schmitt: „Gedörrt in Frostlicht, scheu wächst die Dämmerblume alten Verschlägen davon“ (Jürgen Schmitt, Klavier; Jeff Beer, Schlagzeug); Robert HP Platz: „From fear of thunder, dreams …“ (Ensemble Köln: Robert HP Platz); Klaus Hinrich Stahmer: „Nacht und Träume“ (Stefan Barcsay, Gitarre); Stefan Johannes Walter: „Aus Ruhe“; „Agonie“ (Ingo Mertens, Posaune; Schlagzeugquartett des Hermann-Zilcher-Konservatoriums Würzburg)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Rhapsodie in Grün – Wie die Klassik-Szene auf den Klimawandel reagiert

Von Dagmar Penzlin. Weiterzumachen wie bisher ist keine gute Idee: Der Klimawandel schreitet rasanter voran als von Wissenschaftlern prognostiziert. Auch klassische Musiker und der Klassik-Betrieb an sich stehen vor der Herausforderung, darauf zu reagieren. Organisatorisch wie künstlerisch. „Wir sind ganz klar am Ende unserer Zeit. Und wir Musiker sind ein Teil unserer Zeit.“ So die Geigerin Patricia Kopatchinskaja. Sie engagiert sich für Umweltprojekte und tritt etwa mit dem Orchester des Wandels auf. Gegründet haben es schon 2011 Musiker der Staatskapelle Berlin unter dem Dach der NaturTon-Stiftung. Die Programme ihrer „Klimakonzerte“ sollen gerade auch die Klimakrise emotional erfahrbar machen. Die Berliner Musiker waren Pioniere. Jetzt kommt das Thema Klimawandel breiter in der Klassik-Szene an: zum Beispiel mit Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, algorithmisch bearbeitet durch Daten zum Klimawandel und zur sinkenden Artenvielfalt, oder durch „Zukunftswerkstätten Musik und Klima“. Darüber hinaus versuchen Veranstalter von klassischen Konzerten, ihren CO2-Fußabdruck zu verkleinern. So planen in Dänemark die Helsingborger Symphoniker, ab 2020 keine Solisten mehr einzuladen, die mit dem Flugzeug anreisen müssten; sie selbst reisen mit der Bahn. In Freiburg setzen die Albert-Konzerte zunehmend auf Klimaneutralität. Und auch andere Orchester wie Solisten hinterfragen ihre Routinen.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix – Kosmokoloss. Eine Tragikomödie über das Klima und den Erdball

Aus dem Französischen von Margit Rosen. Von Bruno Latour. Mit Wolfgang Pregler, Marie Seiser, Kathrin von Steinburg, Steven Scharf, Gabriel Raab und anderen. Komposition: Saam Schlamminger; Bearbeitung: Margit Rosen; Regie: Ulrich Lampen. BR/ZKM 2013. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Die Bewohner der Erde schlafen ruhig, denn sie haben nicht die geringste Vorstellung von dem Planeten, auf dem sie sich befinden. Sie begreifen nicht, wie sehr das, was sie für den festen Rahmen ihrer Existenz halten, ins Taumeln geraten ist. Sie weigern sich, in Erwägung zu ziehen, dass ihre Art die Erde zu bewohnen zu einer ökologischen Krise geführt hat, die vielleicht nur ein kleiner Teil der Menschheit überleben wird. Das Hörspiel „Kosmokoloss“ basiert auf dem Theaterprojekt „Gaïa Global Circus“. Bruno Latour, der sich seit Jahren mit politischer Ökologie beschäftigt, zeigt die Kluft zwischen der Größe der Klimakrise und dem begrenzten Repertoire an Konzepten und Gefühlen, mit denen wir darauf reagieren.

Bruno Latour, geb. 1947, französischer Philosoph, Anthropologe, Soziologe. Werke unter anderen „Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft“ (2007), „Kampf um Gaia. Acht Vorträge über das neue Klimaregime“ (2015), „Das terrestrische Manifest“ (2017).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Bizarr, schroff und capriciös“ – Ludwig van Beethoven in den Augen seiner Gegner und Feinde

Von Richard Schroetter. Heute ist es kaum vorstellbar, doch Beethovens Instrumentalwerke wurden bei ihrer Uraufführung oft verrissen. Schwer fasslich, unverständlich, zu dissonant erschienen sie den zeitgenössischen Kritikern und Verlegern.


22.02.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Rhapsodie in Grün – Wie die Klassik-Szene auf den Klimawandel reagiert

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik – point of view [77]: David Jisse / profil [68]: Ivo Malec

point of view [77]: David Jisse | Anschließend: profil [68]: Ivo Malec – Mit Ausschnitten aus Ivo Malec: Sigma / Miniatures pour Lewis Carroll / Cantate pour elle / Lumina / Luminétudes / Dodécaméron / Triola ou Symphonie pour moi-même / Week-end / Arc-en-cello

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Es könnte jederzeit auch anders klingen – Aus der Berliner Improvisationszene

Von Dietrich Petzold. Immer mehr Spielorte in Berlin spezialisieren sich auf kammermusikalische Improvisation. Sie nennen sich Kühlspot Social Club, Sowieso oder Au Topsi Pohl. Eine internationale Musikerszene experimentiert hier mit Formen eines Zusammenspiels, dessen Klangmaterial eng verwandt ist mit dem der komponierten neuen Musik. Das Vergnügen daran führt in der Hauptstadt frei improvisierende Musiker in immer neuen Konstellationen zusammen. So vielfältig wie die Herkunft der Musiker sind auch die Spielweisen. Alle eint, dass sie ihre eigenen musikalischen Angebote aus der aufgeschlossenen Wahrnehmung dessen, was die anderen tun, entwickeln. Ohne im Vorab Einstudiertes. Ad-hoc-Komposition gleichsam, bei der das konzentrierte Zuhören nicht nur Ziel, sondern zugleich Voraussetzung des kreativen Vorgangs ist. Autor Dietrich Petzold, selbst in der Szene zu Hause, gibt Einblicke.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Andreas Wagner: Nix Berauschendes!

Fatbiken auf der Nehrung, auf dem Lido. Durch den kilometerlangen Sandstrand am adriatischen Meer – vorbei an Seebädern mit luxuriösen Palazzi, vorbei am Schauplatz von Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“, vorbei am Austragungsort der jährlichen Filmfestspiele – bis zu den Fischerdörfern auf Pellestrina. hr 2020 | ca. 50 Min. | Erstsendung

Bei einer solchen Kulisse denkt wohl niemand mehr an die Technik des Radfahrens, sobald man sich auf den Drahtesel schwingt. Bestimmte Abläufe gehen sowieso in Fleisch und Blut über. Wer eine gute Technik hat, setzt sie auf eine Weise ein, die von selbst Schönheit erzeugt. Eine elegante Bewegung bringt einen auch schneller zum Ziel als eine ungelenke. Das ähnelt einem hypnotischen Zustand, und man fährt mit schlafwandlerischer Sicherheit. Das quasi Unbewusste übernimmt die Kontrolle. Geist und Körper bewegen sich in vollkommener Harmonie, ohne jede Störung durch Intellekt und Emotion. Vergessen ist die falsche Haltung mit schmerzendem Rücken. Vergessen auch der Fahrradsattel, der sich in den Unterleib zu bohren scheint. Andreas Wagners Hörstück „Nix Berauschendes!“ spielt am Rande der Normalität.


23.02.2020


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Räume, Kapellen und farbige Felder – Musik zu den Bildern von Mark Rothko

Die Tate Gallery widmete ihm einen eigenen Raum, und in Houston wurde sogar eine ganze Kapelle für ihn errichtet. Er selbst beeindruckte die Welt mit seinen Bildern, die aus großformatigen Farbflächen bestanden.

Vor 50 Jahren starb der Maler Mark Rothko, einer der bedeutendsten Vertreter der Farbfeldmalerei. Kaum ein bildender Künstler des 20. Jahrhunderts inspirierte so viele und so unterschiedliche Musikwerke wie Rothko: von Jazz und Pop bis hin zur Neuen Musik.

23:04 bis 00:00 | hr2-kultur
Night Voyage

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Klang-Rede

Martin Smolka: Vor dem Gesetz für sprechende Musiker mit Nebeninstrumenten; ensemble ascolta. Der Komponist Martin Smolka hat gemeinsam mit dem Regisseur und Librettisten Jiri Adamek das szenische Stück „Vor dem Gesetz“ entwickelt. Der Hybrid zwischen Konzert und Musiktheater, der auf Texten vor allem von Franz Kafka basiert, wurde 2019 in Witten uraufgeführt, wird hier erstmals in seiner Radiofassung vorgestellt.

Die Grundlage bilden Ausschnitte aus der gleichnamigen Kurzgeschichte und dem Roman „Der Process“, Tagebucheintragungen und Briefen von Franz Kafka sowie aus Albert Camus’ Der Mythos des Sisyphos. Die Texte klingen teils konkret an, teils sind sie hinter musikalisch-theatralischen Gesten versteckt.

Die Musiker setzen nicht nur ihre Instrumente, sondern auch ihre Stimmen ein, bewegen sich virtuos zwischen Wort und Ton, Instrument und Geste, Klang und Sinn. Dabei setzt das Stück nicht auf Multimedia oder Hightech, sondern auf theatralische Basismittel. Es richtet den Fokus auf Besonderheiten der beteiligten Musiker, deren Partien hier vom Wort geleitet und bestimmt werden – Musik als Rede, Rede als Musik.

 

 

 

Erstellt die Radioumschau. Freak.

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