Ringsum nur Noten

[Dieser Beitrag kann Spuren von purer Eigenwerbung enthalten.]

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Hinweis auf das nächste Konzert meiner Reihe
Donnerstag, 6. Februar 2020 | 20.00 Uhr
Zeiss-Großlanetarium Berlin
Prenzlauer Allee 80
HIMMLISCHE PARTITUREN
Albinoni und die Entdeckung der Saturnmonde
Arno Lücker (Idee, Dramaturgie & Moderation)
Dr. Jürgen Rienow (Moderation)
Friederike Vollert (Blockflöte)
Amandine Affagard (Theorbe & Renaissancelaute)
Claudius Kamp (Blockflöte & Barockfagott)

Seit vier Jahren moderiere ich zusammen mit dem fantastischen Informatiker und Astronom Dr. Jürgen Rienow die Konzertreihe mit astronomischem Einschlag „Himmlische Partituren“ in Europas modernstem Planetarium, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin. Nie war ich künstlerisch wie menschlich irgendwo so Zuhause wie hier. Hier habe ich Freunde gefunden, mit denen ich jetzt zusammenarbeite. Schöner geht es nicht.

In meine Konzertreihe lade ich großartige Künstler*innen wie Sergey Malov (Violine), Judith Stapf (Violine) oder Sebastian Berweck (Klavier) ein. Gespielt werden Werke zu astronomischen Themen oder bestimmten Jahren, in denen naturwissenschaftlich Eruptives vor sich ging. Dr. Jürgen Rienow erklärt die naturwissenschaftlich-astronomischen Teile (natürlich fliegen wir mithilfe der neuesten Technik zu den entsprechenden Sternen oder Planeten, sofern es um die geht…) – ich mache das, was wir inzwischen „Musikvermittlung“ nennen…

Ganz besonders erfreut sich das Publikum an den von mir erfundenen 360-Grad-Partituren. Auf die 23-Meter-Kuppel – die größte Projektionsfläche Europas – projizieren wir Noten, die ich mithilfe eines Grafikprogramms zu einem langen Streifen gestalte, der genau 16384 Pixel breit sein muss. Damit umschließt die jeweilige Partitur das ganze Rund der Kuppel. Im Vorfeld jeder Veranstaltung frage ich die jeweiligen Künstler*innen, wie lange sie für das jeweilige Stück genau brauchen. Während der Live-Performance dann lassen wir die Noten (natürlich weiß auf schwarz, denn wir sind ja hier in einem Planetarium, da hat es möglichst dunkel zu sein…) im Tempo der Musik mitlaufen.

Das Schöne: Niemand muss Noten lesen können, um hier ein hypnotisch wirkungsvolles wie musikvermittlerisch plastisch-informatives Erlebnis zu haben. Denn die Noten sind ja nur ein Angebot, das bei Kunstliedern – die wir häufig im Programm haben – zumindest für alle den Text zum Mitlesen abbildet. Für den Rest der Zuschauer*innen dreht sich – so die Auskunft vieler Leute, die nachher zu uns in die Regie kommen – der Raum…

Vor ein paar Monaten kamen noch zwei 360-Grad-Ideen hinzu: Komponist*innen-Biographien in 360 Grad – und Musik-Analysen in 360 Grad.

So habe ich für eine Veranstaltung (die Orchestermusik kam in diesem Fall aus dem Computer…) den Beginn der „Symphonie fantastique“ von Hector Berlioz als 360-Grad-Quasi-Live-Analyse-Erlebnis angeboten…

Hier der in sechs Minuten ablaufende – und von mir live erläuterte – Lebenslauf Franz Schuberts (die entsprechenden Musikausschnitte, die in Echtzeit zu den jeweiligen Partiturausschnitten zu hören sind, muss man sich hier analog natürlich vorstellen)…

Und hier eine Rundpartitur (die hier freilich kaum abbildbar ist) von Marco Uccellinis wunderbarer „Aria sopra La Bergamasca“

Am nächsten Donnerstag, den 6. Februar fliegen wir virtuell (aber sehr sehr bildermächtig, sprich: riesengroß) zum Saturn und zweien seiner Monde. Aus den Jahren der Entdeckungen dieses Planeten beziehungsweise seiner Monde hören wir wunderschöne Barockmusik von Albinoni, Marini, M. Galilei und anderen…

Kommt – und erlebt den Bad Blogger in seinem leidenschaftlichsten Element.

Danke fürs Lesen.

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet er als Moderator und Dramaturg. Er ist Künstlerischer Leiter der Astronomie-Musik-Reihe "Himmlische Partituren" im Zeiss-Großplanetarium Berlin, arbeitete für das Konzerthaus Berlin, das Brucknerhaus Linz und viele andere, schreibt Programmtexte für zahlreiche Orchester (Wiener Philharmoniker, New York Philharmonic), macht Konzerteinführungen in der Elbphilharmonie Hamburg, der Kölner Philharmonie und anderswo. Außerdem ist er Bad-Blog-Autor der ersten Stunde und arbeitet als Kurator für die Musikstreaming-App IDAGIO.

1 Antwort

  1. Walter sagt:

    Super Idee! Sehr gerne hätte ich mir den Rundum-Lebenslauf von Schubert angesehen, aber leider gab es keinen Link dazu! Ich schwelge jetzt (leider) nur virtuell darin!

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