Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 11.11. bis 17.11.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 46. Schwerpunkte: Johannes X. Schachtner | Über das Ende und Nachleben von Berio, Boulez & Co. | Abschiedskonzert des Ensembles die reihe | Mesias Maiguashca und die Geographie der Töne | Komponieren für alle! | Schönberg für alle | Ensemble Schallfeld | Komponistin Chaya Czernowin | Donaueschinger Musiktage 2019 | Musikunterricht im digitalen Zeitalter | Komponistin Galina Ustwolskaja | Leopold Mozart | Bernard Parmegiani – La création du monde | Die moderne Musikszene Armeniens | Porträt Ramon Lazkano |

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

55 – Interview mit Johannes X. Schachtner

Komponist und Dirigent. Johannes Schachtner erzählt hier, wie er zur neuen Musik gekommen ist und wann und wie er angefangen hat zu komponieren. Er berichtet davon, was es heißt, sich wirklich in ein Werk mit voller Offenheit hineinzubegeben. 2015 hat er das Jugendensemble Jumble für neue Musik in Bayern gegründet. Direkt zum Podcast.

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


11.11.2019


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
Die ECM-Woche auf rbbKultur, Teil 1 – mit Andreas Göbel

Im diesem Herbst feiert das Müchner Platten-Label ECM sein 50-jähriges Bestehen. Zunächst als Jazz-Label gegründet, erweiterte ECM sein Repertoire um eine Klassik-Schiene. Darüber hinaus finden sich auch zahlreiche Veröffentlichungen aus dem weiten Feld der World Music. rbbKultur feiert dieses Jubiläum mit einer Woche mit Höhepunkten aus dem umfangreichen Label-Katalog. Teil 2 am 12. November in „Musik der Kontinente“ um 21:04 Uhr.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Hier ruht (e)in Gott: Über das Ende und Nachleben von Berio, Boulez & Co. (1/3)

Von Werner Klüppelholz. Der Tod: Wie der eine noch kurz vorm Koma übers Honorar verhandelt, der andere nach dem Pedal einer imaginären Harfe sucht und ein Dritter spricht „Jetzt fängt eine neue Zeit an.“ Das Grab: unterm Hauptwerk, in der Luft, neben Udo Jürgens. Die Kompositionen: welche sich halten und welche nicht. Posthume Spuren: von der Brezel bis zum Kleinplaneten.

All das in einer 3-teiligen Sendereihe über Berio, Boulez, Henze, Kagel, Ligeti, Stockhausen; zum Totengedenken im traurigen Monat November (doch nicht ohne Heiterkeit). (Teil 2, Montag, 18. November, 23.03 Uhr)

23:03 – 24:00 | Ö1
Das Abschiedskonzert des Ensembles die reihe – Wien Modern 2019

Das Ensemble die reihe spielte sein letztes Konzert. Das von Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik 1958 gegründete Ensemble die reihe war maßgeblich daran beteiligt, dass ein breites Publikum sich im Wien des 21. Jahrhunderts der neuen Musik zuwandte. Es war damals das erste Ensemble für Neue Musik in Wien. Mittlerweile sind es geschätzt rund 30.

Im Rahmen von Wien Modern 2019 gibt die reihe ihr Abschlusskonzert mit einem Programm mit Werken von Edgar Varèse, Anton Webern und Kurt Weill, die erstmals von dem Ensemble nach dem zweiten Weltkrieg auf die Bühne gebracht wurden. Ein Abschied, ein Blick zurück und nach vorne, ausgeschmückt mit Hinweisen aus erster Hand an die jüngere Generation, wie sich mit einer künstlerischen Initiative die Welt verändert lässt. Den zweiten Teil dieses Konzertabends vom Sonntag, 3. November 2019, den direkten Vergleich mit der jungen Generation des Ensemble Schallfeld, hören Sie morgen in „Zeit-Ton“. Gestaltung: Astrid Schwarz


12.11.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Reiter auf zwei Pferden – Mesias Maiguashca und die Geographie der Töne

Von Florian Neuner. Die traditionelle Musik Ecuadors, die europäische Kunstmusik und die elektronische Musik sind die Quellen von Maiguashcas Arbeit.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Wilhelm Killmayer: Symphonie Nr. 3 – „Menschen-Los“ (Münchner Philharmoniker: Wilhelm Killmayer); Günter Bialas: Streichquartett Nr. 4 – „Assonanzen“ (Auryn Quartett); Harald Genzmer: Konzert (Begoña Uriarte, Karl-Hermann Mrongovius, Klavier; Bamberger Symphoniker: Hans Stadlmair); Karl Amadeus Hartmann: Symphonie Nr. 3 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Ferdinand Leitner)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Komponieren für alle!

Von Margarete Zander. Das war mal eine Initiative von Hans Werner Henze, die er sehr intensiv verfolgte und mit dem niedersächsischen Kultusministerium durchsetzen wollte. Macht das Sinn, das Thema Komponieren im Bildungskanon heute intensiver zu verankern? Wir befragen komponierende Kinder und Komponisten.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Schönberg für alle – das Wiener Arnold Schönberg Center

Der Nachlass des Komponisten Arnold Schönberg ist einer der größten Künstlernachlässe überhaupt. Viele Jahre beherbergte ihn die University of Southern California in Los Angeles, die ihn von den Kindern des 1951 in Los Angeles verstorbenen Komponisten erhalten hatte. Doch nachdem die Universität die Pflege des Nachlasses nicht mehr in dem Umfang betrieb, wie es die Erben sich vorgestellt hatten, suchten sie nach einem neuen Standort für die Sammlung. New York, Wien, Berlin, Den Haag, Basel, Yale, Stanford, Harvard oder Arizona? Viele Städte hatten sich beworben. Schließlich bekam Wien, die Geburtsstadt Arnold Schönbergs, den Zuschlag. 1997 wurde dort in der Nähe des Schwarzenbergplatzes das Arnold Schönberg Center als Stiftung eröffnet. In einer weitläufigen Etage eines schönen Ringstraßenhauses mit eigenem Konzertsaal bietet das Center seitdem auf hohem Niveau wechselnde Ausstellungen, Konzerte und Symposien und bereitet das riesige Archiv wissenschaftlich auf. So wurde das Schönberg-Center zu einem faszinierenden Ort für die Begegnung mit Werk und Person dieses wahrhaft revolutionären Komponisten. Dabei präsentiert sich das Center offen für jedermann – nicht nur für Eingeweihte und Forscher. Eine Sendung von Robert Jungwirth

23:03 – 24:00 | Ö1
Wien Modern 2019. Ensemble Schallfeld feiert Debüt im Mozart-Saal

Das in Graz ansässige Ensemble Schallfeld steht seit seiner Gründung 2013 für Diversität, innovative Konzertinszenierungen und dazu kommt eine junge, experimentierfreudige KomponistInnenszene, die bei dem Ensemble im Mittelpunkt steht. Zudem kommen die Musikerinnen und Musiker aus acht verschiedenen Ländern. 55 Jahre liegen zwischen der Gründung des Ensembles die reihe und des Schallfeld Ensembles, so zeigt dieser zweite Teil dieses Abends, der am Sonntag, 3. November 2019 im Rahmen von Wien Modern stattgefunden hat, Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten auf. Für ihr Debüt im Mozart-Saal hat das Ensemble Schallfeld Werke von Cathy van Eck (Belgien / Niederlande / Schweiz), Sylvain Marty (Frankreich), Lorenzo Troiani (Italien) und Diana Soh (Singapur / Frankreich) aufs Programm gesetzt. Dazu kommt die Uraufführung eines Werks mit Live-Elektronik von Hannes Kerschbaumer, Erste Bank Kompositionspreisträger 2017. Gestaltung: Astrid Schwarz


13.11.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Klaus Treuheit: „Random Ratio“, Suite (Charlotte Walterspiel, Gunter Pretzel, Viola; Klaus Treuheit, Klavier); Steffen Schorn: „Three Pictures“ (Steffen Schorn, Roger Hanschel, Saxophon; Raschèr Saxophone Quartet); Stefan Poetzsch: Etüde (Stefan Poetzsch, Viola); Arnold Schönberg: „Pierrot lunaire“ (Peter Fulda Oktett); Viera Janárceková: „Vier Tangomutanten“ (Bianca Breitfeld, Violoncello; Stefanie Schumacher, Akkordeon)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Magischer Mond – Musik vom Erdtrabanten

Eigentlich müsste er ja schon genug von uns haben, der Mond. Oder zumindest von der Musik, die von der Erde zu ihm heraufdringt.

Kaum eine Naturerscheinung wird so oft besungen wie der Erdtrabant, wenn er nachts am Himmel steht. Mit seinem sanften Licht rührt er ganz besondere Saiten in uns an. Vielfältig sind die Klänge, die die Komponisten für die musikalische Beschreibung des Mondlichts gefunden haben.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
Die Komponistin Chaya Czernowin – mit Eckhard Weber

Erkundungen ins Innerste der Dinge auf musikalische Weise – so lässt sich das Schaffen der israelischen Komponistin und Harvard-Professorin am besten zusammenfassen. Am 15. November kommt an der Deutschen Oper Berlin das neue Musiktheaterstück von Chaya Czernowin, „Heart Chamber. An Inquiry about Love“, zur Uraufführung.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Donaueschinger Musiktage 2019: Parallel Persia

Sote (Elektronik); Arash Bolouri (Santour); Pouya Damadi (Tar). Sote: „Parallel Persia“ für Santour, Tar und Elektronik (Konzert vom 18. Oktober im Glashaus, Donaueschingen)

Ata Ebtekar (alias Sote), eine Schlüsselfigur der elektronischen Musikszene im Nahen Osten, komponiert Musik in der festen Überzeugung, dass Regeln und Formeln dekonstruiert und neu überdacht werden müssen. Er verändert die musikalischen Modi aus ihrer ursprünglichen Tonalität und ihrer tradierten Rhythmik heraus zu lebendigen, synthetischen Klanglandschaften. Parallel Persia lässt die Illusion einer künstlichen und hyperrealen Kultur entstehen, die von einer herrschsüchtigen Instanz manipuliert und kontrolliert wird. Momentaufnahmen eines apokryphen Iran werden mit Hilfe von Klang in ein „meta-persisches“ Erlebnis verwandelt.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf das Jahresendzeitschokoladenhohlkörper-Kollektiv-Festival der Freien Szene, das am 14. und 15. November im Wiener WUK stattfinden wird. Gestaltung: Marlene Schnedl


14.11.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: ZeitRäume Basel – Biennale für Neue Musik und Architektur

Toru Takemitsu: „Toward the Sea II“ für Altflöte, Harfe und Streichorchester | Peter Ablinger: „Weiss/Weisslich 31 Membrane, Regen“ | Katharina Rosenberger: „REIN“ für räumlich verteiltes Orchester (Uraufführung). Estelle Costanzo, Harfe; Basel Sinfonietta; Leitung: Baldur Brönnimann

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Harald Behringer: „Music for four“ (Carina Mißlinger, Yu-Mi Kim, David Simon, Michail Khwostikow, Flöte; Carmen Amrein, Johanna Höbel, Tobias Vogel, Komalé Akakpo, Hackbrett; Viktor Herzig, Michael Leopold, Jonas Göbel, Moritz Knapp, Marimbaphon); Georg Emmerz: „Das Wartburg-Rosenwunder“ (Karin Hautermann, Sopran; Claude-France Journès, Klavier); Peter Fleckenstein: „Sputnik 3“ (Peter Fleckenstein, Schlagzeug); Paul Graener: Violinkonzert, op. 104 (Henry Raudales, Violine; Münchner Rundfunkorchester: Ulf Schirmer); Friedrich Karl Grimm: Sonate Es-Dur, op. 113 (Achim von Lorne, Fagott; Paul Sanders, Klavier); Peter Michael Hamel: Streichquartett Nr. 2 (Auryn Quartett); Dietrich Ammende: „Rondino“, Einsam (Lorenz Fehenberger, Tenor; Dietrich Ammende, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: MusikApps und Lernsoftwares – Musikunterricht im digitalen Zeitalter

Musik und Technik: Außerhalb der Schule ist das – unabhängig vom musikalischen Genre – längst Alltag. Die Kombination von Musik und Technik in den Alltag von Schulen und anderen musikalischen Bildungsinstituten fest zu integrieren, scheint dagegen noch ein weiter Weg zu sein. Auf dem Markt gibt es mittlerweile ein unüberschaubares Angebot an Musiklernsoftwares, Instrumentenworkshops via Youtube und Apps, die ein komplettes Orchester ins Klassenzimmer holen können. Doch welche technischen Angebote sind wirklich sinnvoll? Susann Krieger stellt einige der Lernprogramme und Apps vor und spricht mit Entwicklern wie auch den Nutzern.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Neue Kompositionen im ARD-Musikwettbewerb

Auftragskompositionen von Younghi Pagh-Paan, Milica Djordjevic, Martin Smolka und Mark Simpson

22:03 bis 23:25 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Zwischen Schokolade und Prothesen – Hörspiel in Songs und Szenen

Von Stefan Veith und Peter Fey. Mit: Sebastian Hülk, Corinna Harfouch, Matthias Zimmer, Thomas Gsella, Smudo u. v. a.; Idee: Stefan Veith und Matthias Zimmer; Musikalische Leitung: Peter Fey; Konzept und Realisation: Peter Fey und Stefan Veith. (Produktion: SWR 2019)

Die Autoren schreiben über ihr Stück: »Erzählt wird die Passions-Geschichte des deutschen politischen Aktivisten und Partymachers Gallus von Tabernagel. Vom großen Einschnitt eines sogenannten Attentats über darauffolgende schwere Krankheiten bis zu seinem Tode. Über Gedichte, Prosa, Songs und Szenen, in Form eines Pop-Konzeptalbums angelegt, kommt das Stück zu dem Schluss, dass im Prinzip alles Leiden und Lieben von Schokolade und Prothesen abhängig ist. Die Geschichte, die das Hörspiel erzählt, ist beinahe so wie gelebt, nur die Namen wurden geänder und die Handlung kondensiert.« (Stefan Veith/Peter Fey)

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zu Ehren der Komponistin Galina Ustwolskaja

Sonate Nr. 5 (Markus Hinterhäuser, Klavier); Klarinettentrio (Sebastian Manz, Klarinette; Esther Hoppe, Violine; Benjamin Engeli, Klavier); Großes Duett (Tanja Tetzlaff, Violoncello; Dina Ugorskaja, Klavier)

23:03 – 24:00 | Ö1
Die Super-Group Anguish. Dälek, Fire! und Hans-Joachim Irmler

Konfrontationen 2019. Das fulminante Konzert von Anguish. Sie sind die vielleicht progressivste und aufgeschlossenste Hip Hop Formation unserer Zeit, Dälek, seit einiger Zeit ist die Band aus New Jersey nach einer längeren Schaffenspause wieder aktiv und hat im Juli im Rahmen der Nickelsdorfer Konfrontationen ein fulminantes Konzert gespielt, gemeinsam mit Mats Gustafsson und Andreas Werliin von Fire! und Hans Joachim-Irmler, Gründungsmitglied und Keyboarder der Krautrock Band Faust. Anguish lautet der Name dieser Super-Group, die Ende 2018 bei RareNoiseRecords ihr gleichnamiges Debut-Album herausbrachte. In diesem Zeit-Ton ist ein Ausschnitt aus diesem Konzert zu hören, wir werden aber auch gemeinsam mit Dälek in deren Alben der letzten Jahre hineinhören. Gestaltung: Susanna Niedermayr


15.11.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Afro-Sonic Mapping – Von Satch Hoyt

Gesang: MC Khris; Gitarre: Teddy Nsingi; Keyboard, Perkussion: Satch Hoyt; Lyrics: MC Khris; Produktion: HKW Berlin / Deutschlandfunk Kultur 2019; Länge: 54’30. (Ursendung)

Welche Klangverwandtschaften gibt es zwischen Dakar und New Orleans, zwischen Hip Hop, Jazz und der afrikanischen Kalimba? Der Künstler Satch Hoyt verbindet Musikaufnahmen aus der Kolonialzeit mit aktuellen Sounds aus Afrika und Amerika.

Durch den Sklavenhandel wurden nicht nur Menschen aus Afrika in die ganze Welt verstreut. Auch ihre Musiktraditionen gerieten in Bewegung. So entstand ein Netz von Klangverwandtschaften zwischen Dakar und New Orleans, zwischen Hip Hop, Jazz und der afrikanischen Kalimba. Der Künstler Satch Hoyt zeichnet Teile dieses Netzes nach. Ausgangspunkt sind frühe Tonaufnahmen aus Angola und dem Kongo, entstanden während der Kolonialzeit. Satch Hoyt reist an ihre Entstehungsorte, sucht gemeinsam mit Musikern der postkolonialen Städte Verbindungen zu zeitgenössischen Rhythmen und Klängen. Konzertmitschnitt vom 1.11.2019 im HKW, Berlin.

Satch Hoyt ist bildender Künstler und Musiker, er lebt in Berlin. Seine Projekte verweisen auf die transnationale afrikanische Diaspora und drehen sich um die kulturelle und politische Rolle des Klangs. Satch Hoyts Skulpturen und Installationen werden von Sound begleitet, seine Bilder und Zeichnungen lassen sich als grafische Partituren lesen und spielen.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Franz Hofmann: Violinkonzert (Daniel Gaede, Violine; Nürnberger Symphoniker: Christian Simonis); Wilhelm Keilmann: Klavierquartett fis-Moll, op. 60 (Wilhelm Kempff Ensemble); „Der Sonnengesang“, op. 45 (Gertraud Stoklassa, Sopran; Heinz Schnauffer, Orgel); Sonata concertante, op. 46 (Andreas Ticozzi, Viola; Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau: Jessica Hartlieb); Franz Reizenstein: „Zodiac“, op. 41 (Franz Reizenstein, Klavier)

Zum 30. Todestag von Wilhelm Keilmann. Wilhelm Keilmann, geboren am 4. August 1908 in Würzburg, studierte am Konservatorium seiner Heimatstadt Komposition bei Hermann Zilcher. Während der Nazi-Zeit arbeitete er als Musiklehrer auf dem Land, ging schließlich als Chorleiter nach Berlin. Im letzten Kriegsjahr wurde er eingezogen und geriet in amerikanische Gefangenschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Keilmann an der Musikschule Aschaffenburg eine Klavierklasse auf. 1959 folgte er einem Ruf an das Richard-Strauss-Konservatorium in München und unterrichtete dort Klavier und Komposition bis zu seiner Pensionierung 1975. Am 14. November 1989 verstarb Wilhelm Keilmann in Brixen.

Studio Franken erinnert an den 30. Todestag des Komponisten im Concerto bavarese und sendet einige seiner wichtigsten Werke, darunter den „Sonnengesang“ op. 45 und die Sonata concertante für Viola und Streichorchester op. 46.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Auf ewig Dein redlicher Vater …“ – Leopold Mozart – Porträt eines Widersprüchlichen

Von Markus Vanhoefer. Zum 300. Geburtstag von Leopold Mozart am 14. November 2019. Er war ein Mann der Aufklärung, Geiger und Komponist, Verfasser einer berühmten Violinschule, die als wichtige Quelle für die Musikpraxis seiner Zeit gilt. Unsterblich geworden ist er jedoch in einer anderen Funktion: als Vater des genialen „Superstars“ Wolfgang Amadeus Mozart. Und in dieser Rolle ist Leopold Mozart bis heute eine kontroverse Gestalt. Einerseits machte er mit seinem pädagogischen Know-how das „Wunderkind Wolfgang“ möglich, andererseits trat er als rigider Übervater und sauertöpfischer Moralapostel in Erscheinung, der die künstlerischen Emanzipationsbestrebungen seines erwachsen werdenden Filius genauso zu verhindern versuchte, wie dessen Ehe mit der flatterhaften Konstanze. So, wie wir die Überlieferung gerne deuten, muss Leopold ein Mann gewesen sein, dem Prinzipien wichtiger waren, als die Liebe zu seinem Sohn. Sympathieträger sehen jedenfalls anders aus. Wer war Leopold Mozart? Was ist die historische Wahrheit und was üble Nachrede? Ist es überhaupt möglich, jenseits des Vater-Sohn-Konfliktes einen vorurteilsfreien Blick auf Mozart senior zu werfen? „Auf ewig Dein redlicher Vater…“, lautet der Titel eines Musikfeatures von Markus Vanhoefer zum 300. Geburtstag einer schwierigen Person.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Das Siegerstück der ARD Hörspieltage 2019 – Das Siegerstück der ARD Hörspieltage 2019

Im Rahmen der ARD Hörspieltage, dem größten deutschsprachigen Festival rund um Hörspiel und Soundart, wird jedes Jahr der Deutsche Hörspielpreis der ARD an eine aktuelle Produktion vergeben. Das Festival findet dieses Jahr vom 6. bis 10. November im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe statt. Die Wettbewerbsstücke aus den Hörspielredaktionen der ARD, des Deutschlandfunk Kultur, des ORF und des SRF sind im Voraus online unter www.radio.ard.de abrufbar. In den vergangenen Jahren gehörten zu den Preisträgern u.a. Magda Woitzuck mit Die Schuhe der Braut (ORF 2017), Noam Brusilovsky mit Broken German (SWR 2017), Robert Wilson mit Tower of Babel (hr/ BBC/NDR/rbb/SWR 2016), Ulrike Müller mit Das Projekt bin ich (rbb 2014), Helgard Haug und Daniel Wetzel von Rimini Protokoll mit Qualitätskontrolle oder Warum ich die Räuspertaste nicht drücken werde (WDR 2014), Paul Plamper mit Der Kauf (WDR/BR/DLF/Schauspiel Köln 2013), Thilo Reffert mit Die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle (MDR 2009), Stefan Weigl mit Moment, das wird Sie interessieren! (WDR 2008), das Liquid Penguin Ensemble mit Gras wachsen hören (SR 2007) und Michaela Melián mit Föhrenwald (BR 2005). Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus Hörspielkritikern, Journalisten und Autoren.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Musiker, Pädagoge, Netzwerker – Leopold Mozart zum 300. Geburtstag

Von Bettina Brand. Leopold Mozart war Komponist, Geiger und Hofmusiker, Pädagoge, Manager von zahllosen Reisen und Konzerten, als Mensch „ein Mann von Witz und Klugheit“. 1756 erscheint seine Violinschule, ein Lehrbuch, das noch heute Verwendung findet. Aus den 500 erhaltenen Briefen Leopold Mozarts spricht ein vielseitig interessierter, universal gebildeter und überraschend modern denkender Mann und Musiker, der bis vor nicht allzu langer Zeit im Schatten seines Sohnes Wolfgang Amadeus stand. „Vater und Sohn zu vergleichen, hieße Äpfel und Birnen zu vergleichen“ (so seine Biographin Silke Leopold). Bettina Brand spricht mit der Leopold-Mozart-Expertin Dr. Anja Morgenstern von der Stiftung Mozarteum Salzburg.

23:03 – 24:00 | Ö1
Studio Dans SOS 2019 – Studio Dan & Gäste im Wiener Porgy & Bess

Studio Dan äußerte sich im Rahmen eines Jeunesse Special am 11. Oktober im Wiener Porgy & Bess zur Weltlage; die Formation nähert sich dem politischen Statement und macht was sie machen muss: Musik. Studio Dan wurde 2005 von Daniel Riegler im Rahmen des ersten Festivals der JazzWerkstatt Wien gegründet. Das Ensemble hat als Big Band begonnen und tritt mittlerweile, dem Anlass entsprechend, in verschieden großen Formationen auf. Die Gruppe bewegt sich an den Grenzlinien avancierter Spielformen experimenteller und zeitgenössischer Musik. Im Porgy & Bess flochten Studio Dan und Gäste noch Klangkunst, elektronische Tanzmusik und offene Formen mit ein. Die Texte von Karolina Preuschl pendeln zwischen Frontalangriff („Land in Sicht, Land außer sich“) und Social-DaDa („Michel Hunziker reißt die Hose“). Mit dabei sind noch der Klangkünstler und Elektronikmusiker Nik Hummer und der Schlagzeugquerdenker Bernd Breuer. Mit Cello, Posaune, Bassklarinette, Kontrafagott – neben Flöte, Geige und Rhythmusgruppe – ist die Produktion von einer dunkleren Instrumentierung geprägt. Daniel Riegler hat SOS 2019 für das Ensemble komponiert und weiterentwickelt.

Ein weiteres Highlight im Wiener Porgy & Bess galt Studio Dans musikalischer Ehrung des New Yorkers Julius Eastman (1940-1990). Eastman war ein afroamerikanischer Komponist, Pianist Sänger und Tänzer; seine Musik folgte, wie er es nannte, einem „organischen“ Prinzip, demzufolge jeder neue Abschnitt eines Werkes alle Informationen der vorangegangenen Abschnitte enthalten sollte, auch wenn manchmal „die Informationen schrittweise und nach logischen Prozessen folgend ausgelassen werden können“. Dieses Prinzip findet sich in den um 1979 entstandenen Werken für vier Klaviere ausgeführt, in „Gay Guerilla“ etwa, auch von Studio Dan interpretiert. Martin Luthers Hymne „A Mighty Fortress Is Our God“ wird in diesem Stück zu einem Manifest für die Lesben- und Schwulenbewegung. Eastmans Stücke werden der Minimal Music zugerechnet.

Mangelnde adäquate beruflichen Möglichkeiten und seine zunehmende Alkohol- und Drogensucht nach 1983, bewirkten allerdings, dass Eastman sein Leben nicht mehr unter Kontrolle bekam. Unbemerkt von der Öffentlichkeit verstarb er 1990 in seinem 50. Lebensjahr. Erst in den vergangenen Jahren wurde sein Werk von mehreren Festivals wiederentdeckt. Gestaltung: Marlene Schnedl


16.11.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Auf ewig Dein redlicher Vater …“ – Leopold Mozart – Porträt eines Widersprüchlichen

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: „Wir wollten Vielseitigkeit“ – Die Welt der neuen Musik im ehemaligen TiP in Ostberlin

Von Stefan Amzoll. Von 1976 bis 1990 bereicherte das TiP, das Theater im Palast, das zeitgenössische Kulturleben in Ostberlin. Der moderne Mehrzweckraum befand sich im Palast der Republik auf dem Marx-Engels-Platz; heute wird dort das Berliner Schloss rekonstruiert. Unter der Intendanz von Vera Oelschlägel bot das TiP namhafte Dichterlesungen, avancierten Jazz, experimentelles Kammermusiktheater, Angebote für Kinder, und mit den Paul-Dessau-Tagen ein eigenes Festival. Das TiP demonstrierte jene Weltoffenheit, die anderswo fehlte. Neue Musik aus Ost und West erklang hier im Wechsel, elektroakustische Studios gastierten. Komponistenporträts galten Luigi Nono, Edison Denissow, Lejaren Hiller, Isang Yun, Sándor Balassa, György Ligeti und vielen anderen. „Wir wollten Vielseitigkeit, auch Internationalität“ – so erinnert Manuel Neuendorf, seinerzeit TiP-Dramaturg – „und möglichst keine Kopien bereits bestehender Profile anderer Häuser.“ Am prominenten Ort Avantgarde-Kunst zu machen, erforderte Enthusiasmus und Wagemut, vor allem Durchhaltevermögen.

22:30 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: Elektro-Disko [1]: Bernard Parmegiani – La création du monde

Creatio ex nihilo – aus dem Nichts geschaffen: das verbindet die Weltenschöpfer der ersten Stunde mit den Klangdemiurgen unserer Zeit. Schmieden die einen aus reinem Geist (oder etwas Ähnlichem) Materie, Form und Leben, so generieren die anderen eine Welt (des Klanges) aus Algorithmen und Schaltkreisen. Gelegentlich wird das eine auch Thema des anderen, z.B. Bernard Parmegianis Erschaffung der Welt.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Melodien zwischen Orient und Okzident – Die moderne Musikszene Armeniens


17.11.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Nebel steigt aus meiner Seele – Novemberklänge

Wenn die Novembernebel sich übers Land legen, dann wirkt das auf die menschliche Seele meist still und besinnlich. Auch in der Musik.

Kaum etwas klingt so ruhig und in sich gekehrt wie die sanft dahinziehenden musikalischen Nebelschwaden. Sei es in den Klavierstücken von Debussy und Janácek, sei es in der Orchestermusik von Richard Strauss oder in den Nebelliedern von Schubert, Chopin und Gershwin.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: „Stille Himmel“ – Porträt Ramon Lazkano

Ramon Lazkano: Ortzi Isilak für Klarinette und Orchester; Ernesto Molinari; Basque National Orchestra, Leitung: Johannes Kalitzke | Ramon Lazkano: Hitzaurre Bi für Klavier; Alfonso Gomez | Ramon Lazkano: Egan 3 für Ensemble; Ensemble Recherche | Ramon Lazkano: Ziaboga für Ensemble; Ensemble Intercontemporain, Leitung: Matthias Pintscher

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Lieder der Nacht – Armenien

Armenien: Ein Land mit kaum mehr als drei Millionen Einwohnern, ein kleines, armes Land. Armenien gehört zu den Ländern, die aus dem weltpolitischen Geschehen normalerweise ausgeblendet sind. Seit dem Völkermord der Türken an den Armeniern im Jahr 1915 sind die beiden Länder verfeindete Nachbarn, vorher haben sie Jahrhunderte lang friedlich zusammengelebt. Was die irgendwann vielleicht mögliche Aussöhnung betrifft, sind die Musiker schneller: Djivan Gasparian, bekannt mit seiner Duduk, diesem Instrument mit dem melancholischen Klang – er schaffte es schon im Jahr 2000 nach vielen Anläufen, erstmals in der Türkei aufzutreten. „Für einen Moment verharrte das Publikum in Schweigen, aber dann brach ein Sturm der Begeisterung los“, so erinnert er sich an sein Konzert in Istanbul. Ein Höhepunkt war das Duo mit einem türkischen Musikerkollegen, dem Baglamaspieler Erkan Ogur. Armenische Musiker sind weltoffen, was sicher auch damit zu tun hat, dass weit mehr Armenier über die Welt verstreut als Exilanten leben als im Heimatland. Die Begeisterung für ihre eigene Musik aber haben sie, wo auch immer, nie verloren. Und die Vitalität ihrer Musik gründet auch darin, dass es hier nie eine so schroffe Abgrenzung zwischen profaner und geistlicher, populärer und Kunstmusik gegeben hat wie überall sonst. Liebesklage, Kirchengesang, Wiegenlied oder Tanz – durch alle Varianten armenischer Musik bleibt ein bestimmter, ganz unverwechselbarer Grundton hörbar. Lieder der Nacht: Armenien – die Begegnung mit einer weitgehend unbekannten musikalischen Welt. Eine Sendung von Christoph Hahn

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Erstellt die Radioumschau. Freak.

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