Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 24.06. bis 30.06.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 26: Irene Kurkas Podcast: Interview mit Eva Meitner – Dirigentin | Cellist Siegfried Palm | Harrison Birtwistles „Mask of Orpheus“ | Theodor W. Adorno und die Neue Musik | Acht Brücken | Musik für Köln | Eammon Quinn und sein Festival in Dundalk | Die Musik der Loreley | Neue Musik und das Bauhaus | Ensemble SurPlus | Klangwerkstatt Berlin | Von Ohrwürmern und anderen Wirbellosen Oder: Wenn Melodien Rückgrat zeigen | REVISITED Forum neuer Musik 2009 | Das Lied vom Vogelflug | Zum 50. Todestag des Pianisten Wilhelm Backhaus | Rastlose Liebe: Lieder für Klavier.

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Podcast von Irene Kurka ::: neue musik leben

41 – Interview mit Eva Meitner – Dirigentin

Eva Meitner teilt ihre Ideen, was gute neue Musik ist und wie man Programme kuratieren sollte, um die neue Musik aus dem Elfenbein zu holen. Sie erzählt, wie verschlungene Pfade sie immer wieder zu guten Zielen geführt haben. Sie ist Dirigentin geworden und berichtet davon, wie es ist, als Frau in einer Männer Domäne zu agieren und was es heißt im Kleid zu dirigieren. Sie setzt sich für Komponistinnen ein und sagt warum. Sie schätzt Menschlichkeit, Authentizität und das Vertrauen ins Leben.

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


24.06.2019


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Cellist Siegfried Palm

Mit Andreas Göbel. Er war einer der führenden Cellisten für Neue Musik im 20. Jahrhundert. Siegfried Palm hat nicht nur eine Fülle von neuen Werken für sein Instrument uraufgeführt, sondern auch zahllose Komponisten angeregt, für das Cello zu schreiben, darunter Bernd Alois Zimmermann, Krzysztof Penderecki, Mauricio Kagel, Iannis Xenakis, György Ligeti und viele andere mehr.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: 70/80 Ritual Musik Theater (4/5): Harrison Birtwistles „Mask of Orpheus“

Von Bernd Künzig. Die zu Ende gehenden 1970er-Jahre: die Technokratie der Musik durch die serielle Methode in der Sackgasse, die utopischen Hoffnungen der elektronischen Musik unerfüllt, der Zufall zur postmodernen Beliebigkeit verfallend. Aus diesem Dilemma suchen so unterschiedliche Komponisten wie Wolfgang Rihm, Olivier Messiaen, Luigi Nono, Harrison Birtwistle und Per Nørgård einen Ausweg. Völlig unabhängig voneinander suchen sie zeitgleich die musikalische Authentizität in der Verbindung von Ritual, Musik und Theater. Es ist der unterbewusste Link höchst unterschiedlicher Konzeptionen, die alle Ausdruck einer musikalischen Zeitenwende sind.


25.06.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: „Der kritische Weg ist allein noch offen“ – Theodor W. Adorno und die Neue Musik

Von Florian Neuner. Vor 50 Jahren starb Theodor W. Adorno. Nicht nur, dass der Philosoph selbst komponierte, er nahm am Aufbruch der Neuen Musik nach 1945 regen Anteil.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Eva Sindichakis: „Ambivalenz“ (Julia Rebekka Mai, Viola; Arno Waschk, Klavier); Rudi Spring: „Miniaturzyklus“, op. 93 a (Matthew Sadler, Trompete; Uwe Schrodi, Posaune; Rudi Spring, Klavier); Tobias PM Schneid: „Amadé“ (Seraphin-Trio); Moritz Eggert: „Tetragrammaton“ (Stuttgarter Kammerorchester: Michael Hofstetter); Fredrik Schwenk: Sonatine Nr. 3 (Andreas Skouras, Klavier); Minas Borboudakis: „Krámata“ (Ensemble BlauerReiter: Armando Merino); Konstantia Gourzi: „Evening at the window“ (Diyang Mei, Viola); Markus Zahnhausen: „Svirél“ (Junges Kammer-Orchester Konstanz: Wolfgang Mettler)

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Acht Brücken | Musik für Köln

Misato Mochizuki: Silent Circle für Flöte, Koto und 6 Spieler | Hanna Eimermacher: Neues Werk, Uraufführung | Carola Bauckholt: Point of Presence für Ensemble und Samples, Deutsche Erstaufführung | Georges Aperghis: Lost Connections für Ensemble, Uraufführung. Nieuw Ensemble, Leitung: Ed Spanjaard.

Aufnahme aus dem Kölner Funkhaus. „GroßstadtPolyphonie“ ist das Motto des Festivals Acht Brücken in diesem Jahr. Carola Bauckholt, Hanna Eimermacher, Misato Mochizuki und natürlich der Composer in Residence George Aperghis widmen sich diesem Thema.

Carola Bauckholt übersetzt die elektromagnetischen Wellen der Großstadt in Musik. „Es ist interessant, wo die vielen Ebenen der Gegenwart zu finden sind“, sagt Carola Bauckholt. In ihrem Werk „Point of Presence“ lässt sie als Klänge gestaltete elektromagnetische Felder an einem Knotenpunkt zusammentreffen. Außerdem spielt das Nieuw Ensemble zwei Uraufführungen, nämlich ein neues Werk von Hanna Eimermann und „Lost connections“ von dem griechisch-französischen Komponisten Georges Aperghis. Beide Werke sind im Auftrag des Festivals Acht Brücken entstanden.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Mit Charme und Saxofon

Von Helmut Peters. Erst vor kurzem hat die Saxofonistin Asya Fateyeva ihr zweites Album „Carneval“ veröffentlicht. Die deutsche Solistin ukrainischer Abstammung hat aber vor allem eine Vorliebe für zeitgenössische Musik. Mit befreundeten Musikern brachte sie am 11. Mai in der Elbphilharmonie unter anderem zwei Auftragswerke von Bertrand Plé und Christian Jost zur Uraufführung, die wir in der „neuen musik“ vorstellen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Same Same – But Different– Eammon Quinn und sein Festival in Dundalk

Schon seit Jahren experimentiert der Autodidakt Eammon Quinn mit ungewohnten Konzertformaten an unkonventionellen Orten. Im Schatten namhafter Festivals von Wien über Berlin bis nach Donaueschingen hat er sich mit seiner Louth Contemporary Music Society ein spannendes Laboratorium aufgebaut, das jedes Jahr KünstlerInnen aus aller Welt in das kleine Städtchen an der Nordostküste Irlands lockt. Terry Riley, Phil Glass, Sofia Gubaidulina, das Kronos Quartett, Rebecca Saunders – sie alle waren schon da. 2018 hat er dafür den renommierten Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung bekommen. Wer ist der Mann, und was macht das Festival so besonders? Eine Sendung von Johann Jahn


26.06.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Kerstin Thieme: „Invocazioni“ (Matthias Ank, Orgel); „Psalm 100“ (Sonja Pascale, Sopran; Ursula Eittinger, Alt; Nandor Tomory, Bass; Markus Nickel, Orgel; Mädchenchor der Schola Cantorum Leipzig; Nürnberger Symphoniker: Wolfgang Riedelbauch); Werner Jacob: „Musik der Trauer“ (Paul Bösiger, Sprecher; Sebastian Kelber, Flöte); Herbert Hechtel: „Transit“ (Margarete und Paul Bösiger, Sprecher; Herbert Hechtel, Viola; Klaus Hashagen, Elektronik); Peter Gahn: „mit geliehener Aussicht – Umgebung 1 + 2“ (Ensemble Reflexion K: Gerald Eckert); Gernot Tschirwitz: „Wolken“, Wortfantasie nach Hermann Hesses „Peter Camenzind“; „Vor Tag“, Wortfantasie nach einem Gedicht von Hugo von Hofmannsthal (Sven Witzemann, Klavier)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Und singt ein Lied dabei – Die Musik der Loreley

Sie sitzt auf einem Felsen und stürzt mit ihrem Gesang die Rheinfahrer ins Verderben. So erzählt es Heine in seinem bekannten Gedicht.

Spätestens seit Friedrich Silchers Vertonung hat sich die Männer mordende Loreley auch zum musikalischen Dauerbrenner entwickelt. Sie wurde zur Opernheroine und zum Musical-Star, sie trällerte sich durch Operetten und Schlagerschmonzetten. Mit all dieser Musik im Gepäck wagen „Kaisers Klänge“ heute die gefährliche Fahrt zum Rheinfelsen.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Die Neue Musik und das Bauhaus

Mit Margarete Zander. Die Form- und Gestaltungslehre „Das bildnerische Denken“ des Malers Paul Klee war für zahlreiche Komponisten wie eine Kompositionslehre. Bis heute suchen Komponistinnen und Komponisten in den Ideen der Bauhaus-Bewegung nach Anregungen und Impulsen für ihre Musik. Eine Spurensuche.

21:35 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Hymnen und Gebete – Werke von Georgi Swiridow und Peteris Vasks

NDR Chor / Ltg.: Sigvards KÄava. Aufzeichnung vom 24. Februar 2019 in der Hauptkirche St. Nikolai in Hamburg

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: SWR JetztMusik Rottweil: Ensemble SurPlus (1/2)

Saskia Bladt: „Don Quixote“ für Ensemble mit Klangobjekten von Sophie von Arnim | Claus-Steffen Mahnkopf: „Polyptychon – Hommage à George Steiner“ für Ensemble. Ensemble SurPlus: Bettina Berger (Flöte); Christian Kemper (Oboe); Nicola Miorada (Klarinette); Stefan Häussler ( Violine); Bodo Friedrich (Viola); Beverley Ellis (Violoncello); Daniel Lorenzo (Klavier); Leitung: Erich Wagner. (Konzert vom 31. Mai 2019 in der Kunststiftung Erich Hauser in Rottweil)

Aus der Einladung an die beauftragten Komponist*innen, den für sie wichtigen geschichtlichen oder überzeitlichen Aspekten des Phänomens musikalischer Variation nachzuspüren, entstanden Werke mit verschiedenartigsten Anknüpfungspunkten in der Musik der Vergangenheit und Gegenwart, aber auch in Literatur, Philosophie und Sozialgeschichte. Dabei bestimmt jede Komposition zugleich das Ensemble in seiner Struktur auf überraschende Weise neu – als Kollektiv, als Verschränkung von Teilensembles, als Gruppe von Individuen oder als Protagonisten auf einer imaginären musiktheatralischen Bühne.


27.06.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Klangwerkstatt Berlin – Kunstquartier Bethanien

Aufzeichnungen vom 03./10./11.11.2018. Hèctor Parra: „Love to Recherche“ für Klarinette, Schlagzeug, Violine, Viola und Violoncello; Ensemble Lemniscate | Carola Bauckholt: „Laufwerk“ für Ensemble und Zuspielung; Ensemble Zafraan | Matthew Shlomowitz: „Fast / Medium / Swing“ für Klavier, drei Instrumente und Sampler. Ensemble Lemniscate & Ensemble Zafraan | Sven-Åke Johansson: „22 Miniaturen“ für Akkordeonorchester. Akeordeon-Orchester Berlin; Leitung: Gerhard Scherer | Stefan Streich: „Clouds 9“ für zwei gleiche Instrumente. (Version für zwei Hörner und Zuspiel) | Gérard Grisey: „Accords perdus“, Fünf Miniaturen für zwei Hörner. Elena Kakaliagou, Horn; Samuel Stoll, Horn.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Ernst August Quelle: „Cocktail in Barock“ (Ernst August Quelle, Klavier; Münchner Rundfunkorchester: Werner Schmidt-Boelcke); Eugen Bodart: Drei Intermezzi, op. 42 a (Nürnberger Symphoniker: Erich Kloss); Herbert Blendinger: Violoncellokonzert (Franz Amann, Violoncello; Münchner Rundfunkorchester: Kurt Eichhorn); Hermann Zilcher: 15 kleine Lieder nach den „Hey-Speckter’schen Fabeln“, op. 37 (Annette Dasch, Sopran; Carl-Heinz März, Klavier); Joseph Suder: Streichquartett Nr. 1 F-Dur (Aurora Quartett); Harald Genzmer: „Symphonisches Konzert“ (Süddeutsches Saxophon-Kammerorchester: Linda Bangs)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: 5. Studiokonzert Saarbrücken

Abschlusskonzert der 11. Saarbrücker Komponistenwerkstatt im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mouvements“. Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. Manuel Nawri, Dirigent. Werke von Simone Cardini, Tanja Elisa Glinsner, Reika Hattori, Yang Song und Jakob Stillmark. Aufnahme vom 7. Juni 2019 aus dem Funkhaus Halberg, Großer Sendesaal

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Das Klavier, Teil 1 von 4 – von Michael Iber

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: 90°0’ 0“ S – Hörspiel von Maren Kames

Mit: Thomas Bading, Marina Frenk und Thorsten Schlopsnis. Musik und Regie: Milena Kipfmüller und Klaus Janek. (Produktion: Die Autoren für SWR 2019). 90° 0’ 0“ S – der geografische Südpol, der auf dem Kontinent Antarktika unter dem ewigen Eis liegt, wird zum Ausgangspunkt einer poetischen wie musikalischen Erkundung. Kames Texte bedienen viele sprachliche Register, sind unterhaltsam wie hochliterarisch und poetisch.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Magnus Lindberg: Violinkonzert (Lisa Batiashvili, Violine; Finnisches Radio-Sinfonieorchester Helsinki: Sakari Oramo); „Era“ (Finnisches Radio-Sinfonieorchester Helsinki: Hannu Lintu); „Jeux d’anches“ (Stefan Hussong, Akkordeon)


28.06.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Le Grand Partage – Von Eliane Radigue und Clarisse Cossais

Regie: Clarisse Cossais. Produktion: SAVVY Contemporary / CTM / Deutschlandfunk Kultur 2019. Länge: ca. 54’30. (Ursendung). Portrait einer starken Frau: Eliane Radigue gilt als Pionierin der elektronischen Musik.

Sie ist die heimliche Heldin der elektronischen Musik: Eliane Radigue erlernte in den 50er-Jahren bei Pierre Schaeffer und Pierre Henry die ‚musique concrète’, begann ab 1968 ihre eigenen Klangvorstellungen umzusetzen: Mit lange anhaltenden, zart variierenden Tönen erzeugt sie schwebende, oft spirituelle Stimmungen. Über 30 Jahre lang arbeitete sie ausschließlich mit dem Arp-Synthesizer. Dann erst begann sie für akustische Instrumente zu schreiben – meist in intensiver Auseinandersetzung mit den aufführenden Musikern.

Clarisse Cossais widmet dieser außergewöhnlichen Künstlerin eine Radiostunde mit Gesprächen und Klängen. Eliane Radigue, 1932 in Paris geborene Komponistin. Goldene Nica der Ars Electronica 2006.

Clarisse Cossais, 1969 in Marseille geboren, lebt seit 1991 in Berlin. Seit 1993 ist sie für Deutschlandradio als Autorin und Regisseurin tätig.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Andreas Dohmen: „Musik für Gerhard Richter“ (SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg: Lothar Zagrosek); HaEun Cho: „tension“ (Jeonghwan Jeong, Klavier; Myeong-Jo Son, Schlagzeug); Dong-Myung Kim: Streichquartett Nr. 1 (Ibrayim Bairam-Ali, Jisu Kim, Violine; Minji Cho, Viola; Seunghuy Yang, Violoncello); Ya-Yun Tseng: „Raining in silence“ (Wei-Ching Tseng, Harfe); Aydin Leon Pfeiffer: „Labyrinth“ (Aydin Leon Pfeiffer, Gitarre); Akane Obana: „Beim Flug“ (Ren Narishima, Oboe, Susu); Yannik Helm: „Ailm – der heilige Baum“ (Raimund Lippok, Tuba); Robert HP Platz: „From fear of thunder, dreams …“ (Ensemble Köln: Robert HP Platz); András Hamary: „Extinction tales“ (Trio Comet)

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Die Quellen sprechen – Teil 14

Die Quellen sprechen: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945. Eine dokumentarische Höredition: Teil 14: Besetztes Südosteuropa und Italien

Bearbeitung: Sara Berger, Erwin Lewin, Sanela Schmid und Maria Vassilikou; Manuskript: Christian Lösch; Regie: Ulrich Lampen. BR in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte/Edition „Judenverfolgung 1933-1945“, 2019. Ursendung

www.die-quellen-sprechen.de

Südosteuropa spielte lange Zeit eine sekundäre Rolle in der Strategie der NS-Führung. Es galt ihr eher als agrarisches Hinterland des Deutschen Reiches und als Einflusssphäre seines wichtigsten Verbündeten Italien. Das änderte sich schlagartig mit dem militärischen Debakel der Italiener in Griechenland im Winter 1940/41, als die vermeintlich unterlegene griechische Armee die Angreifer zurückschlug. Hitler, schon ganz mit den Vorbereitungen für das Unternehmen Barbarossa beschäftigt, sah sich gezwungen, seinem Achsenpartner und einstigem Vorbild Mussolini zu helfen. Im April 1941 griff die Wehrmacht Jugoslawien und Griechenland an, mit fürchterlichen Folgen für die jüdische Bevölkerung auf dem Balkan. Denn wo immer die Deutschen auftauchten, bedeutete das eine beschleunigte und schärfere Verfolgung der Juden.

Teil 14 dokumentiert die Verfolgung und Ermordung der Juden in den von den Achsenmächten besetzten Ländern Jugoslawien, Griechenland und Albanien, aber auch Italien, das nach dem Sturz Mussolinis selbst von der deutschen Wehrmacht besetzt wurde. Die deutsche Vernichtungspolitik in Südosteuropa widerspricht der These, dass es strategische, politische oder wirtschaftliche Motive waren, die zum Mord an den Juden führten, weder galten die Juden auf dem Balkan als besonders einflussreich und begütert, noch gab es hier eine nennenswerte kommunistische Bewegung. Letztere entwickelte sich erst allmählich durch die deutsche Terrorpolitik in Serbien 1941. Der Verlauf des Holocaust in Südosteuropa zeigt, mit welcher kriminellen Energie deutsche Stellen den Massenmord vorantrieben und wie eng verschiedene Institutionen hier zusammenarbeiteten. Die Wehrmacht war maßgeblich am Holocaust in den Militärverwaltungsgebieten Serbien und im Raum Saloniki beteiligt, das Auswärtige Amt übte erheblichen Druck auf die Verbündeten aus, Juden aus deren Machtbereich auszuliefern; im Fall Kroatien war dieser Druck kaum vonnöten. Von den 71 000 jüdischen Einwohnern Jugoslawiens 1941 starben etwa 60 000, ebenso von 78 000 jüdischen Einwohnern in Griechenland etwa 60 000. Die Ermordung von annähernd 85 Prozent der jüdischen Bevölkerung im südlichen Balkan entsprach damit fast jener Dimension, die die deutsche Vernichtungspolitik in Polen, im Baltikum oder in der Sowjetunion erreichte.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand

Lori Laitman: „Never Saw Another Butterfly“ (Auszüge). Katharina Konradi, Sopran, Gerold Huber, Klavier | Jane Vignery: Sonate für Horn und Klavier op. 7. Tillman Höfs, Horn. Akiko Nikami, Klavier


29.06.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Von Ohrwürmern und anderen Wirbellosen Oder: Wenn Melodien Rückgrat zeigen

Von Elgin Heuerding. Wie stellen wir uns den klassischen Ohrwurm eigentlich vor? Ist er klein, flink und wendig oder ist er fleischig aufgequollen und hat borstige Widerhaken? So dass er schon festsitzt, ohne dass wir gemerkt haben, wie das geschehen ist? Ein Ohrwurm kann uns tagelang quälen, weil er seine Klänge schon mit dem Aufwachen unablässig wiederholt, und die mantraartige Dauerschleife nicht zu stoppen ist. Zugleich aber bereiten uns die einschmeichelnden Melodien, die mitreißenden Rhythmen oder die warmen Harmonien von Bachs „Air“, Schuberts „Ave Maria“ oder Wagners „Walkürenritt“ ein wohliges Vergnügen – zumindest anfänglich! Warum sonst würde unser Gehirn so lange an „Ta-ta-ta-taaa“, „La Paloma ohee“ oder Verdis Triumphmarsch festhalten?

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: REVISITED Forum neuer Musik 2009 – Imaginario sonoro aus Chile

Ramón Gorigoitia: Antesala al rito | Salvador Tore: K’isa | José Sosaya Wekselman: Amalgama | Boris Alvarado: Ritual Mwono. Ensamble Antara. Aufnahme vom 3.4.2009 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Antara verwendet Nachbauten präkolumbianischer Flöten und kombiniert diese mit westlichen Gegenwartsinstrumenten. Die Musiker arbeiten mit heutigen Komponisten zusammen, die sich für historische ethnische Instrumente begeistern. Solch ein Rekurs auf Klangerzeuger der lateinamerikanischen Urvölker und deren experimenteller Gebrauch rührt an zentrale Fragen von Autonomie und Identität. Die Suche nach kulturellen Spuren aus der Vergangenheit wurde vor gut zehn Jahren in der Andenregion politisch gefördert. Historischer Anlass war das nahende Bicentenario – die 200-jährige Wiederkehr der Befreiung diverser Länder der Andenregion aus spanischer Kolonialherrschaft. In diesem Zusammenhang eröffnete das Ensamble Antara aus Chile das Forum neuer Musik 2009 ,La otra america’ im Deutschlandfunk Kammermusiksaal, das nach eigenständigen lateinamerikanischen Modernen zu fragen begann.

22:30 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Der dritte Hammerschlag

Mit Nick Bardach, Uri Caine, Chris Mann, Fredi Müller und anderen. Michael Wilhelmi und Georg Gräwe, Klavier. Sprecher: Eckart Waage

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Werkzeuge der Neuen Musik – Die Stimme, Teil 3 von 4 – von Julia Mihàly


30.06.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Flattern, Gleiten, Schweben – Das Lied vom Vogelflug

Der Vogelflug hat seinen eigenen musikalischen Klang. Zu luftigen Akkorden steigt die Lerche in die Höhe hinauf. Mit flatterndem Tremolo schwirren die kleinen Singvögel über den Himmel.

Geschickt nutzt die Taube den musikalischen Aufwind. Mit rasendem Crescendo stürzt sich ein Adler zum Boden hinab. Und selbst der elegant im Wasser dahin gleitende Schwan entfaltet einen unnachahmlichen musikalischen Zauber, obwohl er gar nicht abhebt.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Ich bin nun wieder dort angelangt, wo ich angefangen habe.“ – Zum 50. Todestag des Pianisten Wilhelm Backhaus

Von Richard Schroetter. Der Leipziger Pianist Wilhelm Backhaus (1884 – 1969) war ein disziplinierter Außenseiter, der stets um Objektivität bemüht war. Lange bevor sich auch in der Musik eine neue Sachlichkeit durchsetzte, spielte Backhaus die Werke von Brahms und Beethoven ganz ohne Pomp und falsche Feierlichkeit. Doch eine Marotte hatte dieser so kühle Künstler: In seinem Gepäck führte er stets einen Klavierstuhl mit.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Rastlose Liebe: Lieder für Klavier (2)

Hugues Dufourt: Rastlose Liebe für Klavier | Franz Schubert / Franz Liszt: Rastlose Liebe für Klavier bearbeitet | Hugues Dufourt: Erlkönig für Klavier | Franz Schubert / Franz Liszt: Erlkönig für Klavier bearbeitet; Jean-Pierre Collot, Klavier.

Hugues Dufourt sieht sich mit seiner Serie nach Schuberts Goethe-Liedern in der Tradition von Mendelssohns „Liedern ohne Worte“. „Ich habe vor allem den mitreißenden Charakter des Originals erhalten. Die Wahrheit des Liedes liegt heute im Erdbeben.“

„Rastlose Liebe“: Hier zeigt sich „der Grundton“ seiner Goethe Lieder: „eine untrennbare Mischung aus Exaltation, Revolte, Sehnsucht nach dem Jenseits und dem Gefühl des Fremdseins. Unentwegtes Beginnen und irrwitziges Rennen. Ohne Rast und Ruhe. „Erlkönig „ ist das längste der Serie: eine halbe Stunde lang erstarrte, statisch eingefrorene Akkorde. Ganz im Sinne der von Goethe geschilderten Szene. Nach Freud, der für Dufourt „einen Bruch in der Rezeption der Romantik darstellt, musste man es anders“ als Schubert machen. Ihm schwebte dabei „ein Bild der Bedrohung und des Schreckens vor, wo es keinerlei Bewegung mehr gibt.“

Dufourts Klanglandschaften erinnern an den langen Atem der Klaviersonaten von Schubert, an seine Tiepolo Serie oder auch an Franz Liszts Schubert-Lied-Transkriptionen, die über die Kammer-Intimität weit hinausgehen, fast wie kleine Opern-Szenen gestaltet sind und die hier im Gegenschnitt erklingen.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Wenn die Musik endet, endet das Spiel – Die Lieder des brasilianischen Kampftanzes Capoeira

In der Roda, einem Kreis aus Teilnehmern und Musikern, findet das Spiel statt. So wird im Capoeira der Kampf genannt. Immer zwei Capoeristas spielen miteinander: eine kunstvolle, mit Tanz und Akrobatik verwandte Art des Kampfsports, der immer noch eine archaische Kraft innewohnt. Mit speziellen Instrumenten werden Rhythmen und Gesänge als Begleitung dargeboten. Die Ursprünge von Capoeira gehen auf einen afrikanischen Kampftanz zurück, der während der Kolonialzeit durch Sklaven nach Brasilien gekommen war und dort weiterentwickelt wurde. Capoeira ist eine enge Verknüpfung der Disziplinen Kampfkunst, Tanz und Musik, in der auch Improvisation und Kreativität eine wichtige Rolle spielen. Für den gesellschaftlichen Rahmen, in dem Capoeira stattfindet, steht sinnbildlich die Roda. BR-KLASSIK stellt die typischen Rhythmen und Instrumente vor, geht der Bedeutung der Lieder nach und untersucht den Einfluss der Capoeira-Musik auf das Spiel. Eine Sendung von Detlef Krenge

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Erstellt die Radioumschau. Freak.

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