Kommentar zum gutachterlichen Bericht der Holzheid-Kommission

Letzte Woche Freitag, 5. April 2019, stellte der bayerische Staatsminister Bernd Sibler für Wissenschaft und Kunst den gutachterlichen Bericht der dreiköpfigen Kommission unter dem Vorsitz der ehemaligen Präsidentin des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes und des Oberlandesgerichts München, Dr. h.c. Hildegund Holzheid vor. Die Kommission sollte den status quo an Maßnahmen und Entwicklungen in Sachen sexueller Belästigung an der Münchener Musikhochschule untersuchen und evaluieren. Neben der prominenten Juristin gehörten die Hochschulstruktur-Spezialistin Prof. Dr. Isabell M. Welpe von der TU München und Hansjörg Albrecht, Dirigent des Münchener Bachchores der Kommission an.

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Titelblatt des Berichts der „Holzheid-Kommission“, Quelle: http://website.musikhochschule-muenchen.de/de/images/PDFs/Meldungen/Bericht-Gutachterkommission-Hochschule-fuer-Musik-und-Theater-Muenchen-042019.pdf

Den Bad Blog interessieren naturgemäß zuerst die Feststellungen zur Umfrage zur sexuellen Belästigung, die 2016 stattfand, die im Spiegel Mai 2018 zitiert wurde und deren Ergebnisbericht hier zum ersten Mal öffentlich gemacht wurde, da sie doch sehr düstere und nachdenklich stimmende Ergebnisse an verschiedenen Belästigungsmöglichkeiten ans Tageslicht brachte und mutmaßlich im Freitext gar in ein paar Fällen heftige Anschuldigungen enthielt. Nachdem die Musikhochschule aus verschiedenen Gründen von der Veröffentlichung absah, weswegen sie auch hier durch mich heftig kritisiert worden war, anerkennt sie das inzwischen als Fehler. Das legt ihr die Kommission nun als sehr erfreuliche und auch von mir aus zu begrüßende gute Entwicklung aus und empfiehlt alle drei Jahre eine Wiederholung einer solchen Umfrage. Nachdem es 2016 an wissenschaftlicher Begleitung fehlte, schlägt dafür die Kommission das Institut für Hochschulforschung vor.

Nach externer Kritik am Umgang des Hochschulpräsidiums mit dem bereits öfters wegen sexueller Nötigung vor Gericht gestandenen ehemaligen Rektor Dr. Siegfried Mauser, rückte dies auch in den Fokus der Kritik durch die Kommission. Auch wenn es nur symbolisch erscheint, so wurde auf Vorschlag der Kommission das Porträt des Ex-Rektors aus der präsidialen Ahnengalerie im Senatssaal entfernt.

Interessant ist auch das Hervorheben des Offenen Briefes des Präsidenten Prof. Dr. Bernd Redmann an die Adresse von Nike Wagner vom 30.11.2018. Zur Erinnerung: nach dem Urteil im Mai 2018 im zweiten Prozess vor dem Landgericht München, wo Dr. Mauser zu 2 Jahren und 9 Monaten Haft wegen schwerer sexueller Nötigung nach altem Recht verurteilt worden war, aktuell in schwebender Revision, musste Nike Wagner auf die Auftritte ihres langjährigen Bekannten im Rahmen des Beethovenfestes in Bonn verzichten. Im Herbst 2018 wurde das Urteil wegen sexueller Belästigung zu 9 Monaten Haft aus dem ersten Prozess höchstrichterlich durch Verwerfung des Revisionsantrags Mausers bestätigt.

Ein geplanter Auftritt in einer prominenten Vorlesungsreihe in der Großen Aula der Universität Heidelberg musste aufgrund von Protesten aus den Reihen der Fachschaften und Studierenden abgesagt werden. Neben neutralen Berichten verstieg sich ein Kommentar der Rhein-Neckar-Zeitung Dr. Mauser als potentiell unschuldig verurteilt zu betrachten, allein durch die Brille des Verurteilten und des die Vorlesungsreihe veranstaltenden emeritierten Heidelberger Professors betrachtend. Daraufhin kritisierte Frau Nike Wagner in einem Podiumsgespräch ausgerechnet jener Zeitung die Absage des mauserschen Heidelberg-Auftritts. Sie sprach von einer Intrige und Hexenjagd aus den Reihen der Musikhochschule München und unterstellte den Opfern des zweiten Prozesses unlautere Absichten. In einem Zeit-Interview Ende März 2019 ruderte sie ein wenig zurück und verlautbarte, dass auch sie die Vorwürfe gegen Mauser nur aus seinem Munde kenne und sich neben ihr ja viele prominente Kulturchefs ähnlich wie sie äußerten. Die Weiterleitung von einer Mail von Moritz Eggert, der ihr eben eine andere als die Sichtweise des Verurteilten eröffnen wollte, an den Verurteilten, gehört zu den unerfreulicheren Ergebnissen der Bonner Wagner-World 2018.

Dem stellte sich Präsident Redmann entgegen: der Ex-Rektor sei zwar ein wichtiger Künstler und Wissenschaftler gewesen, habe aber seine Macht gegenüber weiblichen Opfern sexuell nötigend eingesetzt, was kein noch so großer Namen im Reiche der Kunst rechtfertige: „Siegfried Mauser hat sich strafbar gemacht. Er hat juristisch bewiesenermaßen mindestens einer Frau großes Leid zugefügt. Zahlreiche weitere Frauen haben im Laufe der Prozesse von übergriffigem Verhalten durch Herrn Mauser und, damit verbunden, teilweise von traumatischen Erfahrungen berichtet… All diejenigen, welche die Verfolgung strafbaren Handelns von Herrn Mauser als »böswillige Intrige« oder gar als »Hexenjagd« der Hochschule für Musik und Theater München beschreiben, machen es sich zu einfach. Es gibt keine »Intrige« und auch keine »Hexenjagd« an unserer Hochschule. Worum geht es wirklich? Der langjährige Präsident einer renommierten Kulturinstitution, ein geschätzter Musiker, Musikwissenschaftler und Kämpfer für die Neue Musik, hat sich strafbar gemacht. Er hat seine herausgehobene Position ausgenutzt. Und er hat unserer Hochschule dadurch Schaden zugefügt.“

Es ist höchst erfreulich, dass Frau Dr. h.c. Holzheid und ihre Kommission diesen Offenen Brief als „entschiedene Haltung in die richtige Richtung“ einstufen. Für Alle, die die Arbeit des Bad Blogs in der Sache für „Theater“ halten bzw. vielleicht nach wie vor nur die Brille der mauserschen Selbstdarstellung als wahrhaftig ansehen: neben drei Instanzen im ersten Prozess, davon eine höchstrichterlich, dem Landgericht München im zweiten Prozess, der noch in Revision ist, äußert sich eine der erfahrensten und wichtigsten Frauen der bayerischen Justiz zu der Darstellung Prof. Dr. Redmanns gegenüber Nike Wagner. Man muss das nicht mögen, aber es ist eine schwerwiegende Bewertung, die in der Reaktion des aktuellen Hochschulpräsidenten den richtigen Weg eingeschlagen sieht und damit das Zurechtrücken der Schuldfrage Mausers zumindest im ersten Prozess gegenüber der zweifelnden Wagnerin aus weiblichen und juristischen Munde befürwortet und quasi bejaht.

Ich erlebe ausgerechnet in der freien Musikszene immer wieder, dass freizügiges, sexuelles Verhalten sogar im Falle des Übergriffs eher als Geschmacksfrage denn als moralisches Problem betrachtet werden. Die Opfer werden nach wie vor marginalsiert. Oder man bezweifelt, ob sexueller Austausch auf Augenhöhe zwischen den Geschlechtern heute noch möglich sei. Mir ist allerdings nicht aufgefallen, dass kein gleichberechtigter Flirt der Geschlechter mehr stattfindet. Das Bewusstsein für die Rechte der Schwächeren und Opfer ist gewachsen, die Rechte wurden verbessert. Ansonsten leben die Menschen freizügig wie eh und je und achten sich gegenseitig.

Die merkwürdigsten Reaktionen in der Szene sind diejenigen, die auf den Kern der Kritik am marginalisierenden Verhalten von Menschen gegenüber den mauserschen Opfer gar nicht eingehen, sondern nur die Kritik an diesen Menschen beziehungsweise den Institutionen sehen, die diese Menschen vertreten, sogar wenn sie selbst gar nicht von der Kritik betroffen sind, sich aber mit der Institution nachhaltig identifizieren.

Das tut natürlich auch ein Hochschulpräsident. Indem er sich nun für die Opfer und den Ruf seines Hauses zugleich stark macht, Leistungen und Untaten sehr wohl unterscheidend. Und dies wird positiv durch das zuständige Ministerium und dessen eingesetzte Kommission betrachtet. Vielleicht sollte die Kommission noch weitere Einrichtungen des Kulturlebens dergestalt wie hier evaluieren?

Neben schlimmen machtbedingten Übergriffen an der Ballettakademie stellt die Holzheid-Kommission der Musikhochschule ein sehr positives Gutachten aus und hat ein paar weitere Vorschläge: einfache Modifikationen der Unterrichtsräume, Begrüßung des längst überfälligen Verbots des Unterrichts in Privaträumen von Lehrenden, neben den jetzigen Maßnahmen an Vertrauenspersonen eine externe Anwältin als Ansprechpartnerin für Opfer, vereinfachte Lehrerwechsel wie bereits in die Wege geleitet, jährlich stattfindende Gespräche zwischen Lehrern und Studenten in Bezug auf mögliche Körperkontakte z.B. im Gesangsunterricht oder deren gemeinsam vereinbartes Unterlassen, Erhöhung des noch niedrigen Frauenanteils der Lehrenden, Modifikation des Berufungsverfahrens von Professoren. Die Musikhochschule ist also auf seinen sehr, sehr guten Weg. Die Musikszene selbst sollte ihrem Beispiel früher denn je folgen.

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1 Antwort

  1. k. sagt:

    Gedanken dazu in Form eines Offenen Briefes. Wenn hier nicht passend, bitte verschieben.

    Offener Brief an die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen und an das Netzwerk Musikhochschulen
    mit der Bitte um
    1. Ernennung eines Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Machtmissbrauchs an Musikhochschulen (als externe Zentralanlaufstelle für alle aktuellen und ehemaligen Hochschulangehörigen)
    2. Beteiligung der (ehemaligen) Opfer bei der Entwicklung der Präventions-, Opferschutz- und Opferhilfemaßnahmen bzw. Einrichtung eines Runden Tisches
    3. Rehabilitierung der (ehemaligen) Opfer sexuellen Machtmissbrauchs an Musikhochschulen

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    An deutschen Musikhochschulen gibt es aktuell gute und wichtige Bestrebungen zur Bekämpfung des sexuellen Machtmissbrauchs.

    In München hat am 5.4.2019 die Holzheid-Kommission ihr Gutachten vorgelegt ( https://website.musikhochschule-muenchen.de/de/images/PDFs/Meldungen/Bericht-Gutachterkommission-Hochschule-fuer-Musik-und-Theater-Muenchen-042019.pdf ), in Berlin ist für den 24.5.2019 ein Aktionstag „Nähe und Distanz“ geplant ( https://www.hfm-berlin.de/fileadmin/user_upload/PDF/Frauenbeauftragte/Naehe_und_Distanz_Aktionstag.pdf ). Das ist sehr erfreulich.
    Wie können aber Hochschulen wirksame Konzepte gegen Missbrauch entwickeln, wenn man nicht weiß, was in der Vergangenheit an Musikhochschulen passiert ist, wie die Vorfälle aussahen, was die Täter heute machen, und wie es den Opfern heute geht?

    Sexueller Machtmissbrauch hat viele Gesichter: verbale Belästigungen, pornifizierte Unterrichtsform, manipulativ-ausbeuterische Beziehungen und sexuelle Kontakte, sexuelle Nötigung bis hin zur Vergewaltigung. Die schwerwiegenderen Fälle werden aber i.d.R. aber nur dann thematisiert, wenn sie in die mediale Öffentlichkeit kommen, wie in München geschehen. In der Sendung „Missbrauch an Musikhochschulen?“ (Dagmar Penzlin, Deutschlandfunk, 29.1.19, https://www.deutschlandfunk.de/metoo-und-die-klassikbranche-missbrauch-an-musikhochschulen.1992.de.html?dram:article_id=434401 ) wird vorwiegend über verbale Belästigungen, Missverständnisse und Kommunikationsprobleme gesprochen. Auch die Frauenbeauftragte der Hanns Eisler Musikhochschule Berlin, Frau Antje Kirschning – die ansonsten mehrere lesenswerte Artikel über das Thema veröffentlicht hat – sagte im Interview mit dem VAN-Magazin (Marle Krafeld, 20.2.2019, https://van.atavist.com/naehe-distanz )
    „VAN: Sie haben eben von ›Skandal-Geschichten‹ gesprochen. Ich habe das Gefühl, dass sie in der Debatte, wie sie in den Medien, gerade in Deutschland, geführt wird, noch immer im Zentrum stehen. Ich habe auf meinen Artikel hin auch Zuschriften bekommen, in denen es in etwa hieß: ›Jetzt lassen wir sie alle hochgehen!‹ Das schreckt dann wahrscheinlich eher davon ab, sich im Alltag mit Grenzen und Grenzüberschreitung auseinanderzusetzen, bei denen es ja meist um ganz andere Größenordnungen geht. Wie erleben Sie das?
    Kirschning: Das geht mir ganz genauso. Ich habe für das Deutschlandradio mal einen kurzen Beitrag gemacht und war danach ganz unzufrieden, weil der Journalist immer nur in diese Skandal-Richtung gefragt hat. Das ist nicht mein Interesse.“

    Es ist richtig, dass die vergleichsweise ‚kleineren‘ absichtlichen und unbeabsichtigten Grenzverletzungen zahlenmäßig weitaus häufiger vorkommen als Gewalt, und es einen höheren Bedarf an Fortbildungen und Maßnahmen bezüglich ‚Alltagsprobleme‘ gibt. Es ist auch sicherlich richtig, dass es kontraproduktiv wäre, die Dozenten übermäßig zu verunsichern, denn Verunsicherung und Angst können in Abwehrhaltung und Verkrampfung resultieren.

    „Skandal-Geschichten“ zu ignorieren ist aber auch keine Lösung, zumal die Opfer in der Vergangenheit darunter gelitten haben, dass das, was heute als Skandal bezeichnet wird, lange als Bagatelle abgetan wurde.

    Im Artikel des Bayerischen Nordkuriers (Michael Weiser, 18.07.2017, https://www.nordbayerischer-kurier.de/inhalt.der-komplizierte-fall-mauser.a2790bf0-bcd2-45ec-a623-b6a96de40af9.html ) wird Udo Steingräber – der hervorragende Flügel baut aber auch Siegfried Mauser immer noch engagiert – zitiert: „Ein so reiches Künstlerleben für so eine banal erscheinende Angelegenheit kaputt zu machen, ist nicht gerecht. Man kann ruhig mal draufhauen, das hat er sich wohl verdient, aber man darf ihn nicht seiner künstlerischen Seele berauben.“

    Siegfried Mauser selber sagte im WDR-Dokumentationsfilm „Die Hand am Po“ (Nicola Graef, 22.10.2018, https://classic.ardmediathek.de/subtitle/262752 ): „Ich glaube, dass vor 10 Jahren, dessen was ich tatsächlich gemacht haben soll, wenn das der Fall gewesen wäre, dass da kaum ein Hahn danach gekräht hätte.“
    Mit dieser Einschätzung hat Mauser leider tatsächlich recht. Kaum ein Hahn hatte danach gekräht.

    In der Vergangenheit waren es eher die Opfer, die ins Abseits gestellt wurden. Bestenfalls wurden sie mit ihren Erlebnissen alleine gelassen. Eine Aufarbeitung des sexuellen Machtmissbrauchs an Musikhochschulen ist nicht vollständig, solange diese „Skandale“ weiterhin unter den Teppich gekehrt werden, diesmal mit der Begründung, dass die Altfälle für die heutigen Diskussionen nicht mehr relevant seien oder dass die „Skandale“ die Lehrenden und die Studierenden vor einer Auseinandersetzung mit Alltagsgrenzverletzungen abschrecken würden.

    In der Stellungnahme des Präsidenten der Münchner Musikhochschule Prof. Dr. Redmann vom 5.4.2019 ( https://website.musikhochschule-muenchen.de/de/index.php?option=com_content&task=view&id=14996&Itemid=1 ) steht:
    „Eine interne Arbeitsgruppe entwickelt seit Juli 2018 ein Veranstaltungsangebot zur weiteren Sensibilisierung, Aufklärung und Fortbildung und fördert die offene und kontinuierliche Diskussion innerhalb unserer Hochschule. (…) Es ist unser Anspruch, unter den Musikhochschulen in Deutschland eine Vorreiterrolle zu übernehmen.“

    Das Vorhaben ist lobenswert und verlangt Respekt. In seiner Funktion als Hochschulpräsident muss Prof. Dr. Redmann sich auch zu allererst an seine Hochschule denken.

    Das reicht aber noch nicht.

    Wie finden Betroffene Gehör, wenn sie nicht mehr an der Hochschule sind? Was ist, wenn ein Täter zwar an einer Hochschule nicht mehr unterrichten darf, aber an anderen Hochschulen, Musikschulen, Konservatorien, Akademien usw. weiter macht? Welche Lösungen sind hier möglich?

    Helfen Maßnahmen wie Unterrichtsverbot in Privaträumen oder Fensterschlitz in Türen im Ernstfall wirklich? Wie will man einem Studenten vermitteln, dass sein Professor ihn zwar nicht bei sich zu Hause unterrichten darf, der Student aber weiterhin zu seinen Schülern ins Haus gehen kann? Belästigt der Dozent tatsächlich weniger, wenn der Unterrichtsraum von außen einsehbar ist, und wird der Späher am Überaumfenster nicht auch als übergriffig wahrgenommen?

    Die Problematik des sexuellen Machtmissbrauchs im Musikstudium kann nicht alleine gelöst werden, indem jede Musikhochschule eigene interne Maßnahmen ergreift und sich dadurch letztendlich von anderen Hochschulen, Musikausbildungsinstituten und der freien Musikszene abgrenzt.

    Das Ausmaß des Missbrauchs an Minderjährige an Institutionen wurde erst durch die Einrichtung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs offiziell bekannt. Erst durch die Betroffenenberichte an die Kommission wurde auch deutlich, welche Parallelen es an Täterstrategien gab, warum der Missbrauch vom Umfeld so lange geduldet wurde, und welche Unterstützung die Betroffenen gebraucht hätten.

    Bei der Problematik Missbrauch an Musikhochschulen wird es ähnlich sein. Konkrete Berichte, auch von Ehemaligen, sind notwendig, und es wäre eine wichtige Aufgabe der Hochschulleitungen, die Rahmenbedingung zu schaffen, dass die Betroffenen auf Augenhöhe begegnet und gehört werden können.

    Im offenen Brief vom 22.11.2018 an Frau Prof. Dr. Nike Wagner schreibt Prof. Dr. Redmann: „Betroffene, die sich trauen, von ihren Erlebnissen zu berichten, müssen wir ermutigen“ ( https://www.nmz.de/kiz/nachrichten/hochschule-fuer-musik-und-theater-muenchen-offener-brief-von-praesident-bernd-redman ).

    Wenn alle so denken würden und zusammen arbeiten würden, wäre sehr viel gewonnen.

    Mit freundlichen Grüßen.

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