Absage! Franz Beckenbauer (113): „Ich bin zu alt für die Berliner Philharmoniker!“

In einigen Tagen ist es so weit. Der wichtigste Termin für die Berliner Philharmoniker seit langer Zeit! Alle Beteiligten sind angespannt und voller – unterschiedlicher – Erwartungen, während Fans und Presse schon über den Ausgang des Ganzen spekulieren. Wer gewinnt am Ende? Wer macht das Rennen? Wer darf sich freuen – und wer schaut in die Röhre?

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Ja! Richtig! Am 14. Mai findet wieder das Fußballturnier der Berliner Orchester statt – und zwar ab 13.00 Uhr auf dem Sportplatz in der Paul-Heyse-Straße. Der Autor dieser Zeilen – bekennendes Manuel-Neuer-Double – steht wieder für das beste Orchester Berlins zwischen den Pfosten: für das Konzerthausorchester Berlin. Die Berliner Philharmoniker sind auf eine Revanche aus, nachdem letztes Jahr im Olympiastadion bereits in der Vorrunde Schluss war.

Drei Tage zuvor – nämlich am 11. Mai – wählen die Philharmoniker nebenbei noch ihren neuen Chefdirigenten.

Die Frage ist aber nicht nur: „Wer wird der Nachfolger von Simon Rattle?“ sondern: „Wer wird denn nach dem Champions-League-Aus der Bayern gegen Barcelona einen Tag später – nämlich am 12. Mai – Nachfolger von Pep Guardiola?“

Eine Diskussion neulich in einer Fußballkneipe mit Kulturmenschen (ein junger, hübscher Star-Dramaturg, ein Mitarbeiter einer bedeutenden Musikagentur, ein polnischer Werbefotograf und ein niedersächsischer Innenarchitekt) ergab zunächst: Franz Beckenbauer ist der Daniel Barenboim, Ottmar Hitzfeld der Mariss Jansons, Jogi Löw der Kent Nagano, Bruno Labbadia der Riccardo Muti, Rudi Völler der Simon Rattle und Pep Guardiola der Georg Solti des Fußballs.

Wer werden jetzt aber die Nachfolger? Kommt nun Christian („Endlich mal wieder ein Deutscher!“) Thielemann als Bayern-Coach? Stellt er Müller-Wohlfahrt wieder ein? Und kann Jürgen Klopp die Berliner Philharmoniker zur innigst herbeigesehnten deutschen Klangästhetik von vor „äh… circa 70 Jahren“ zurückführen?

Wir haben exklusiv für den Bad Blog alle Kandidaten auf Herz und Schilddrüse getestet!

Simon Rattle und Rudi Völler. Tränenreicher Abschied! Es war einst nach der verkorksten EM 2004 als Simon Rattle sagte: “Blutige Hölle! So kann meine Mannschaft die Sinfonie fantastique unmöglich spielen! Ich gehe! Tschüssi!”

Simon Rattle und Rudi Völler. Tränenreicher Abschied! Es war einst nach der verkorksten EM 2004 als Simon Rattle sagte: “Blutige Hölle! So kann meine Mannschaft die Sinfonie fantastique unmöglich spielen! Ich gehe! Tschüssi!”

Mariss Jansons und Ottmar Hitzfeld

Mariss Jansons und Ottmar Hitzfeld. „Eigentlich der tollste Dirigent der Welt, aber zu alt und zu krank…“ (BILD über Ottmar Hitzfeld). Kommt Ottmar „Die Schilddrüse“ Hitzfeld noch einmal zurück ans Pult? Oder lassen Mariss Jansons‘ gesundheitliche Probleme eine Rückkehr zu den Bayern scheitern?

Georg Solti und Pep Guardiola

Georg Solti und Pep Guardiola. Er, Solti, ist nicht mehr unter uns. Kommt also – trotz Überalterung des Fußball-Publikums – für den neuen Cheftrainerposten nicht infrage. Der andere, Guardiola, geht nach London. Endlich England! Endlich, äh: „Spielkultur“…

Bildnachweise: Mariss Jansons © Marco Borggreve. Die Verwendung des Bildes geschieht mit freundlicher Genehmigung des Urhebers.
Auch die anderen Bildrechte wurden geklärt beziehungsweise die jeweiligen Urheber kontaktiert.

Author profile

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet er als Moderator und Dramaturg. Er ist Künstlerischer Leiter der Astronomie-Musik-Reihe "Himmlische Partituren" im Zeiss-Großplanetarium Berlin, arbeitet von Berlin aus für das Brucknerhaus Linz, schreibt Programmtexte für zahlreiche Orchester (Wiener Philharmoniker, New York Philharmonic), macht Konzerteinführungen in der Elbphilharmonie Hamburg, der Kölner Philharmonie und anderswo. Außerdem ist er Bad-Blog-Autor der ersten Stunde und arbeitet als Kurator für die Musikstreaming-App IDAGIO.

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