Jugend startet – ein Aufruf.

Wenn es über irgendetwas in dieser Welt letztlich keine Diskussion geben darf, dann ist es die Bedeutung des Nachwuchses. Ob das nun bedeuten muss, dass schon Embryonen mit dem Gesamtwerk von Beethoven beschallt werden müssen, sei dahingestellt. Dass aber jede Initiative für die Verbesserung der musikalischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sinnvoll ist, darüber besteht kein Zweifel.

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Ein Glücksfall in dieser Richtung war immer „Jugend musiziert“ in Deutschland, ein weltweit einzigartiges Förderungssystem für den musikalischen Nachwuchs. Natürlich geht es nur vordergründig um Preise, allen überehrgeizigen Eltern (sicherlich die nervigste Begleiterscheinung des Wettbewerbs) zum Trotz. Und natürlich geht es auch nicht darum, die Jugend zu willigen Klassikzombies zu erziehen, wie es uns dieser sehr negative Artikel aus der BZ weismachen will, und sich damit willfährig zum Vehikel der momentanen „Kultur-muss-sich-legitimieren“-Diskussion macht, die an Erbärmlichkeit und Dummheit nicht mehr zu übertreffen ist. Wobei ich die Kritik am „braven“ Image der Klassik in dem Artikel absolut berechtigt finde – der Begriff „klassische Musik“ ist schon lange eine einzige riesige Lüge und irgendwo zwischen Supermarkt-Muzak, synthetischer Filmmusik und den Brüsten von Anna Netrebko angesiedelt.

Nein, es geht schlicht um einfach um ein Sich Ausprobieren als Musiker – sicherlich die wichtigste und wertvollste Erfahrung, die man jungen Musikern geben kann. Wer da nun welche Preise gewonnen hat, ist schnell vergessen, aber Tatsache ist, dass fast alle Musiker in Deutschland irgendwann mit dem Wettbewerb in Berührung gekommen sind. Das vereint uns – denn daraus entstehen Freundschaften fürs Leben.

Man muss Jugend Musiziert nicht glorifizieren – sicherlich muss der Wettbewerb sich ständig wandeln und mit der Zeit gehen. Neue Musik hat darin aber schon immer eine wichtige Rolle gespielt, denn da Jugend Musiziert auch die verrücktesten Instrumentenkombinationen und seltene Instrumente fördert, ist stets ein Bedarf an neuen Stücken vorhanden. Insofern ist Jugend Musziert auch ein Stück Geschichte Neuer Musik.

Nun plant nmz-media mit Unterstützung des Deutschen Musikrats eine große Filmdokumentation über Jugend Musiziert und sucht dafür noch dringend Förderer. Ein heutzutage immer öfter beschrittener Weg ist der des crowdfundings: so kann momentan die Initiative JUGEND MUSIZIERT – DER FILM auf der Webseite von StartNext (betreut von der stets charmanten Katharina Herkommer) unterstützt werden. Natürlich gibt es dort auch ausführliche Informationen zum Projekt und ein kleines Video.

Man möge mir diese Werbung in eigener Sache verzeihen (denn auch dieser Blog gehört zu den vielen erfolgreichen Medienprojekten der NMZ), aber ich möchte euch gerne auffordern, dieses Projekt tatkräftig durch eine Spende (die auch mit verschiedenen Belohnungen für den Spender verbunden sind) zu unterstützen!!! (Achtung: läuft nur noch 13 Tage!)

Und wer nicht spendet, muss zur Strafe den unsäglichen RTL-Movie „Helden – wenn Dein f**** Land dich braucht“ anschauen, und zwar so lange, bis das Hirn geschmolzen ist.

Ich habe euch gewarnt!

Moritz Eggert

http://www.startnext.de/jugend-musiziert

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Eine Antwort

  1. Helmut Hohberger sagt:

    muss zur Strafe den unsäglichen RTL-Movie “Helden – wenn Dein f**** Land dich braucht” anschauen, und zwar so lange, bis das Hirn geschmolzen ist.

    Na, das sollte wenigstens nicht lange dauern.