Auf dem Weg zu DKV und GEMA 3

Treten junge Komponisten zur Geldverteilmaschine GEMA die Reise an, führt sie ihres schmales Reisebudget schneller als erwartet zusammen. Kein Wunder, wenn man zufällig gar im selben Hotel zusammentrifft. So war die Stimmung heute früh gut gelaunt, als die Schar der Verschworenen, einer Artusrunde gleich, sich im Sitzungssaal der GEMA Bezirksdirektion Berlin einfand. Wie an einem Mahnmal musste man zuerst an der queer beflaggten DGB Zentrale vorbei. Gespannt war ich besonders auf die Namensdiskussion der FEM, der Fachgruppe Errrrrrnster Musik. Hatte ich doch vorgeschlagen, dem Kürzel eine Unterzeile wie „Fachgruppe ernster, experimenteller, elektronischer Neuer Musik“ anzuhängen, um eben auch all die KollegInnen für die Anliegen der FEM zu gewinnen, die zwar in der GEMA unter E geführt werden, sich aber eher als experimenteller oder weder hier noch da einordbarer Komponist bezeichnen, sehr wohl aber als Teil der Neuen Musikszene begreifen.

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Mein Ansinnen wurde abgelehnt! Man argumentierte: Die KollegInnen sollten sich doch nicht so haben. Zudem sei ernste Musik besser der Politik vermittelbar als alles Andere. Und immer wieder: Die Fachgruppe E-Musik im DKV muss sich am E der GEMA orientieren. Klingt überzeugend. Nur: Gibt es deshalb eine Fachgruppe U-Musik?Eine FUM?! Nein, da wird sehr wohl zwischen Film und vielleicht auch bald Jazz und weiterem unterschieden. So fänden sich sehr praktisch unter dem E die verschiedensten „e“-s durchdachter zeitgenössischer Kunstmusik wieder. Da kennen aber einige nicht die Dünkel jener Zunft, die unter E nur Sinfonik und Streichquartett verstehen, dennoch elektronisch wie experimentell deklarierten Komponisten doch sehr aufgeschlossen wären. Die meinen es gar nicht unsolidarisch, möchten aber ihrem Freigeist auch Raum gegeben haben. Der DKV hat da wohl noch so manche Frischzellenkur vor sich zu meistern…

Ein anderes Hauptanliegen war das Gewinnen vieler junger Leute der E Musik für die Delegiertenwahl der angeschlossenen und ausserordentlichen Mitglieder zur GEMA Hauptversammlung. Die ostdeutschen KollegInnen unter der Koordination von Thomas N. Krüger hatten da gute Sammelarbeit geleistet, so dass doch ca. 10-12 Kolleginnen ihrem Ruf folgten. Wir Wessis waren mal wieder sträflich unterzählig vertreten. Immerhin wurde deutlich, dass man doch junge Menschen der Neuen Musik Nischenkultur zum Engagement bewegen kann. Ganz deutlich positionierte man sich zum Weiterverfolgen der angestossenen Ziele wie der Vernetzung der FEM mit der Kulturpolitik bishin am europäischen Engagement dran zu bleiben, auch wenn nicht so ganz klar war, was wirklich in den letzten Jahren dort geschah. Eine wichtige Baustelle, gerade im Zeitalter der Euro-Krise. So ging es puenktlich zur Jahressitzung des DKV weiter.

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