Die Bananisierung der Musik

Vorgestern gab ich ein Skype-Interview für einen jungen Studenten aus Wien, der eine Arbeit u.a. über den Einfluss von Technologie und Vermarktung auf die Musik selber schreibt, ein Thema, das auch hier im Blog immer wieder zur Sprache kommt. In diesem Interview gab es auch die Frage, ob ich fände, dass Musik heutzutage besser oder schlechter sei als früher. Natürlich eine sehr schwierig zu beantwortende Frage, denn zu allen Zeiten gibt es ganz tolle und ganz furchtbare Musik.

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Dennoch denke ich, dass man die Frage mit „ja“ beantworten kann, allerdings nur wenn es ganz dezidiert um „Mainstream“ geht, also die Musik, die uns überall aus DSDS, dem Supermarkt, dem Fahrstuhl, dem „Hitradio“, dem Internet entgegennudelt. Diese Musik ist – das würde ich jetzt einfach mal behaupten – durchschnittlich schlechter, nerviger, uninteressanter geworden. Interessanterweise denkt so nicht nur ich (das könnte man ja noch auf Nostalgie und ödes „früher war alles besser“-Geseiere schieben, dem man ab 40 leicht anheim fällt), sondern auch die junge Generation selber, wie mir der junge Student bestätigte.

Im Gegensatz zu früher setzt sich aber die heutige junge Generation nicht so öffentlich sichtbar gegen veraltete Populärästhetiken zur Wehr, wie es vielleicht in den 60er und 70er Jahren geschah – es ist eher eine stille Revolution der User, die allein über das Internet kommuniziert wird. Dort findet man sich, tauscht sich aus, es gibt eine große Expertenszene für alle Arten von Musiken.

Woran liegt es aber, dass weit verbreitete Popmusik einen solchen Primitivheitsgrad erreicht hat, dass es kaum noch zu toppen ist? Hört man sich nämlich verbreitete Popularmusik früherer Zeiten an, so stellt man schnell fest, dass rein handwerklich, gesanglich und musikalisch hier tatsächlich ein gewisses Niveau herrschte, von dem sich fast alle heute ein Scheibchen abschneiden könnten. Man sollte allerdings auch erwähnen, dass die damaligen Generationen jeweils den Niedergang durch die kommende Musik befürchteten.

Aber dennoch: Kann sich irgendjemand heutzutage wirklich vorstellen, dass man sich in 50 Jahren nostalgisch eine 08/15-Nummer von Justin Bieber von heute noch anhören wird? So wie man es ohne Gefahr für Leib und Seele mit einer x-beliebigen Elvis Presley-Nummer machen kann? Und tut? Selbst der traurig abgetakelte Presley am Ende seines Lebens (Presley-Fans werden mir hier vehement widersprechen) strahlte mehr Musikalität, Verve, Originalität und simples Können aus als es 50.000 in eine einzige Person kombinierte Justin Bieber – Klone jemals könnten. Das ist eine Tatsache. Und bei beiden handelt es sich definitiv um „Mainstream“.

Warum dies so ist, beschäftigt Menschen aus aller Welt: In einem Blogartikel für das brasilianische Webportal von „Estadao“ schreibt Nelson Motta über die zunehmende Banalisierung der Musik. Er nennt sie „Bananisierung“. Warum? Bananen sind in Brasilien (noch mehr als in Deutschland) überall verfügbar, überall erhältlich für wenig Geld. Je mehr Bananen es gibt, desto unwichtiger wird die einzelne Banane, desto weniger achtet man auf ihre Qualität (manch einer mag sich hier an die legendäre „Zonen-Gaby“ aus der Titanic erinnern, siehe unten).

Musik ist zwar nicht das einzige Medium, das unter seiner technisch immer leichteren Reproduzierbarkeit leidet (das tun quasi alle Kunstformen bis auf Live-Events und Bildende Kunst), aber es wäre für frühere Generationen kaum vorstellbar gewesen, wie wahnsinnig leicht es uns gemacht wird, in hoher Qualität Musik zu hören.

Als die Vokalpolyphonie in Europa aufkam, nahmen musikbegeisterte Pilger monatelange Reisen voller Unbillen und Gefahren auf sich, um ein einziges Mal z.B. in Notre Dame diese himmlischen neuen Klänge zu hören. Wenn sie es dann taten, brachen sie vor lauter Rührung und Überwältigung nicht selten in Tränen aus.
Später galt zu den Zeiten der Fürstenhäuser und Höfe die Möglichkeit, ständige Musiker an einen Hof zu binden, als Ausdruck besonderen Reichtums. Sicherlich wurde der durchschnittliche Tafelmusiker nicht unbedingt besonders wertgeschätzt, aber er wurde zumindest eins: bezahlt.
Heute ist auch der neueste und überraschendste musikalische Stil nur einen Klick weit weg. Und Komponisten und Musiker überschlagen sich geradezu, all dies umsonst und marktschreierisch überall anzubieten, auf ihren Websites, auf youtube, überall.

Vielleicht ist es also eine notwendige Strategie, sich dem zu entziehen und zu entsagen als Künstler (ein Beispiel hierfür wäre Anton Ruppert, über den ich neulich sprach). Aber selbst erklärte Computerfeinde wie Wolfgang Rihm können nicht verhindern, dass ihre Fans haufenweise Videos und Sounds online stellen, von manchen Komponisten gibt es quasi das Gesamtschaffen auf youtube umsonst, wo man früher noch ganze Tage auf der Suche danach in irgendwelchen Bibliotheken verbringen musste (glaubt mir, ich weiß wovon ich spreche). Dass wir als Komponisten gleichzeitig aufs Urheberrecht pochen, wirkt daher wenig glaubwürdig (das meine ich jetzt auch selbstkritisch, denn sicherlich gehöre ich auch zu den Komponisten, die das Internet zur Darstellung ihres Schaffens nutzen).

Die Alternative (also im Netz unauffindbar zu sein) ist nämlich nicht unbedingt erhöhte Interessantheit, sondern schlicht und einfach erhöhte Ignoranz. Man ist also gezwungen das Spiel mitzuspielen – was ja durch die erhöhten Möglichkeiten der Information und Kommunikation nicht nur ein Fluch ist.

Aber vielleicht sollte man sich doch immer wieder mal daran erinnern, dass es sich sowohl bei Bananen als auch Musik um etwas Besonderes und eigentlich sehr Wertvolles handelt. „Selten“ kriegen wir leider nicht mehr hin, der Zug ist abgefahren.

Moritz Eggert

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18 Antworten

  1. querstand sagt:

    Hejnte und J. Bieber singen Josquin-Benedictus! Je nach Stimmaufteilung erwärmen sich unterschiedlichste Generationen nur für die betreffende Ober- oder Unterstimme. Aufwachen!!

    Wirklich besser kann ich mir heutzutage nur den „Sound“ in seiner Nanopixelei und unendlichen Spurmöglichkeiten vorstellen. Wie schön sind allerdings auch Schelllackplatten.

    Würden heute Mainstream-Linien geschrieben und v.a. verkauft, wie zu Zeiten von Bing Crosby, Billy Holliday, den Beatles, Freddy Mercury oder selbst nicht so gute Sänger wie z.B. David Bowie, würden die übrigen Sänger auch besser sein. Ist die Singfähigkeit der breiten Masse nicht zudem am Schmelzen wie die Gletscher? Also ist an allem mal wieder nur der Klimawandel Schuld. Aktuell kann sich bald keiner mehr gescheite Musik- und Gesangslehrer leisten, wird man wieder der Finanzkrise Alles und Jeden in die Schuhe schieben. Emissions- und Derivatgeschäfte mit Singstimmen für den Mainstream?!

    Aber mäandert der Mainstrom nicht wundersamer durchs Franken- und Hessenland als man gerne wahrhaben möchte, allen Staustufen und Begradigungen zum Trotz? Wie Moritz zurecht feststellte, gibt es eine unübersichtliche Vielfalt, die sehr wohl unglaubliche Gesangs-, Schreib-, Instrumentalisten- und Mischer- wie Produktionstalente hervorbringt. Die dürften wie der Rest des Musikgeshäfts mehr um die nackte Existenz rackern als je zuvor. Und gleichzeitig macht das Internet sie weiter bekannt als nur in wenigen Clubs, gibt es selbst in diesen Bereichen einen eigenen Mainstream.

    Die Haupt-Charts, auch kein Abbild der wirklichen Gesamtheit, nur ein besonders aggressiv vermarkteter Konsum-Mainstream, die an der Umsonstdenke ihrer Fans leiden, die dennoch auf dem Umweg von H&M, Burger-Kette, Sneakerfachhandel, DSDS, iPod & Co. wieder mitverdienen könnten, passen sich selbst wie ihre Kundschaft gnadenlos dem Maximalprinzip an: je billiger ein Künstler, ergo ein immer schlechter Ausgebildeter, der v.a. unter der Top-Linie die Kundschaft anspricht, um so eher verscherbelt man den an die immer singgehemmtere Klientel, die immer weniger Geld für ihre Begierde ausgeben möchte. Also wird die Spirale noch weiter nach unten gedreht. Im schlimmsten Fall werden dann Gangsta-Klone kreiert, die nun wirklich nur noch Abs zeigen müssen und fern sind, eigenen sozialen Problemlagen wirklich ihre rauhe Stimme leihen zu müssen. Was hart und authentisch sein könnte, wird endgültig weichgespült, nur um die Umwegrentabilität über Echt- und Mimikry-Gucci aufrechtzuerhalten. Statt Rafting, Paragliden und Maledivenurlaub sollte man das Verkaufsmanagement in Tritonussingkurse (besonders die unendlichen Obertonunterschiede feinst auslotend) verbannen. Das stellen wir dann auch auf Youtube.

    Tja, der Urheberrechtszug ist dann auch für die abgefahren. Manchmal möchte man glauben, dass ein der Realität geschuldeter gekillter Urheberrechtsschutz zwar grausame Gewinneinbrüche herbeiführen wird. Man würde aber wieder kreativ und wirklich gut werden müssen wie zu Zeiten ohne den wunderschönen Rechtsschutz, der natürlich in Hinblick des Mainstreams sowieso nur den großen Lizenzinhabern nutzt, die damit Handel treiben. Aber nachdem man die GEMA Anfang des Jahres noch für Singverbote in Kindergärten angriff, sollte man vielleicht die schlechte Qualität der Musiker des Mainstreams nicht in direkten Bezug zu ihr setzen.

    Man kann nur sagen: wenn WIR Urheber anderes GEMA-Gebaren, andere Gesetze wollen, dann müssen wir eben GEBALLT tätig werden. Wir Stubenhocker kriegen aber doch niemals den Hintern hoch, um Lobbyarbeit zu betreiben, die wirklich Eindruck macht. Wann stehen endlich alle 10000 E-Musik-Komponisten Europas vor ihren Parlamenten und veranstalten lautstarke Proteste? Das ganze Hinterzimmergenetzwerke mag kleine Fortschritte bringen. Aber sympathisch bei den „Usern“ macht uns das nicht. Würden wir leibhaftig unser Gesicht jenseits netter Spots dafür öffentlich hergeben, vielleicht hätten wir eine echte Chance. Wieviel mutiger geschlossen zu demonstrieren sind all unsere Medizinerfreunde, die auch immer mehr über Verdienstschmälerungen klagen.

    Und wie Moritz sagt: wenn ich mein eigenes Musikvideo auf youtube einstelle, dann will ich gerade die Guerilla-Wege nutzen, kostenlos werben. Dann muss ich mich auf dieser Plattform auch gratis downloaden lassen. Wenn es so großartig Eindruck macht, kann man an den Verkauf weiteren Materials denken, siehe Napster-Nepp oder ganz klassisch über die eigene Homepage, den eigenen Plattenvertrieb oder auch „homemade“ mit Komponistenkuss. Oder man hetzt eben mit allen Konsequenzen den Anwalt auf die Nutzer und Fans – übrigens auch ein längst verselbständigter Abmahnzirkus, der mit den eigentlichen Urhebern auch nichts mehr zu tun hat. Oder Finger weg von Allem, im Bewusstsein der Konsequenzen!

    Ich führe da nochmals das SZ-Beispiel an: Kollegen werden abgemahnt, auf ihren Seiten eingestellte Kritiken zu löschen bzw. die horrenden Nutzungsgebühren zu entrichten. Das mag das Recht der SZ sein. Nur: entstand die Kritik nicht aufgrund der Musik des Bekrittelten? Ach fühlt man sich schmutzig und zugleich ein wenig ungerecht behandelt: lobt oder zerschmettert der Kritiker, verdient sein Unternehmen erst Recht Geld, derweil das kritisierte Werk so vor sich hindümpeln mag. Andererseits, googelt man SZ und Urheberrechtsverletzungen, sieht man wiederum wie oft dieser Verlag selbst abgemahnt wird.

    Also: Komponisten-Demos oder in die Tonne mit den jetzigen Zuständen! Und: Komponisten singen vermehrt selbst, so singen dann auch die Leute wieder besser. Ich kann mir schon mit einem weinenden wie lachenden Auge auf die Schulter klopfen: ich sang einem Sänger mal Phrasen eines Stücks vor, mit allen Sprüngen und Phrasierungen! Es spornte nicht an, er sagte, sing‘ es doch selbst. Er tat es dann doch. Eine Dame im Publikum bei der späteren Aufführung: sie hätte meine Linie nur erahnen können, ob ich es ihr nicht nochmals selbst zeigen könnte? Kollegen: Hintern und Kehle hoch. Aber dazu sind wir ja viel zu unfähig und entschuldigen uns wieder mal fadenscheinig… Oder: jeder Musiker, Komponist der sich mal auf Mozart bezog/bezieht, hat gefälligst genauso Gesangsunterricht zu geben wie dieser, jawoll!

    Gruß,
    A. Strauch

  2. Woran liegt es aber, dass weit verbreitete Popmusik einen solchen Primitivheitsgrad erreicht hat, dass es kaum noch zu toppen ist?

    Man muss sich wohl der Tatsache stellen, dass „reine“ Popmusik, d. h. Musik, die (fast) ohne außermusikalische Bedeutungsträger auskommt, als (post-)pubertäres Selbstwerdungsvehikel einfach nicht mehr die Rolle spielt. Noch in den 70er Jahren gab es jede Menge kunsthandwerklich anspruchsvolle Popmusik (King Crimson, Pink Floyd, Genesis, Yes u. a.), die quasi „gesichtslos“ war, es zählte eben nur – die Musik, nicht so sehr die Personen, die sie spielten (bzw. der Alltag dieser Personen, ihre sexuellen Vorlieben, ihre Klamotten, Haustiere, Frisuren etc). Beim heutigen Mainstream-Pop (soweit ich den kenne), scheint mir die Musik nur noch ein (wenn auch nicht ganz unwichtiges) Funktionselement innerhalb eines multimedialen „Bio-Adapters“ (im Sinne Oswald Wieners) zu sein, der der Prägung, Lenkung und Formung von „Bewusstseinsinhalten“ dient. Deswegen funktioniert diese „Musik“ außerhalb des Adapters (d. h., als „reine“ Musik betrachtet) auch nicht bzw. erscheint uns alteuropäischen Museumswärtern als komplett defizitär. Innerhalb des Adapters läuft die Chose aber weiterhin ganz prima. Kurz gesagt: Biebermusik ist nur für’s Bieberland gemacht, darüber hinaus will sie nichts. Was uns alte Säcke irritiert.

    Je mehr Bananen es gibt, desto unwichtiger wird die einzelne Banane, desto weniger achtet man auf ihre Qualität…

    Auf der anderen Seite macht es die Allgegenwart hervorragender (ästhetisch bereits etablierter!) Musik spielerischen Herangehensweisen immer schwerer, zu reüssieren. Jegliche Novität muss sich an der „Meisterschaft“ des bereits Existierenden messen. Vor laanger Zeit wurde ich einmal für eine Interpretation eines Jazz-Standards heftig angegriffen: Meine Interpretation sei eine „Beleidigung für Billie Holiday“ (sic!). Pikanterweise kannte ich Holidays Version gar nicht…

    Vielleicht ist es also eine notwendige Strategie, sich dem zu entziehen und zu entsagen als Künstler…

    Zu Besuch bei einem (etwas älteren) etablierten Komponisten, der vor allem mit Klanginstallationen offenbar ganz gut sein Geld macht, erwähnte ich beiläufig, dass ein Gutteil meiner Kompositionen, darunter auch „ambiente“ Sachen, kostenlos aus dem Netz herunterzuladen wäre. Nachdem er das gehört hatte, rastete er nahezu aus, beschuldigte mich, aktiv zum Verfall der „Wertigkeit“ von Musik beizutragen, quasi als gedankenloser Nestbeschmutzer. Ich solle sofort damit aufhören, meine Stücke online zu stellen, ich solle mich stattdessen „gegen das Internet wehren“ (so seine ebenfalls erzürnte Frau wörtlich). Einerseits war ich schockiert, weil er ja, was die Sache mit der „Wertigkeit“ betrifft, ein Stück weit recht hatte – auf der anderen Seite fiel mir auf, dass dieser Kollege seine Reputation bereits komplett vor der Internet-Ära erworben hatte – für ihn war es also ganz einfach lästig, sich jetzt auch noch mit diesem blöden neuen Medium auseinandersetzen zu müssen. Dabei komponiert er hauptsächlich Elektroakustische Musik, ist also, im Gegensatz zu, Rihm, alles andere als ein „Computerfeind“.

    Aber vielleicht sollte man sich doch immer wieder mal daran erinnern, dass es sich sowohl bei Bananen als auch Musik um etwas Besonderes und eigentlich sehr Wertvolles handelt.

    Hm, Musik an sich ist definitiv nicht mehr wertvoll, weil allverfügbar. Das ist seit ca. 50 Jahren eine quasi zivilisatorische Unhintergehbarkeit und jeder, der beruflich auch nur am Rande mit Musik zu tun hat, weiß dies (falls er nicht heuchelt, bis die Windschutzscheibe beschlägt – was viele tun). Es führt demzufolge kein Weg vorbei an einer „Einübung in Empfindlichkeit“, einer neuartigen „Filterkultur“, meinetwegen auch in Form einer „Konsumästhetik“, die die Allverfügbarkeit einer Sache nicht mit ihrer Wertlosigkeit kurzschließt.

  3. Stefan Beyer sagt:

    Auf die Frage, ob Musik heute schlechter oder besser sei, antwortest du mit Ja?

    Wenn ein Student seinen Eindruck mitteilt über „seine Generation“ (?), ist das offenkundig nicht stichhaltig und „bestätigt“ nichts.

    Dass ein mittelalterlicher Tafelmusiker „zumindest … bezahlt“ wurde, ist zu belegen. Mir scheint, für ihn war die Situation (auch materiell) meistens außerordentlich prekär. In welchem Zusammenhang das steht zu Vertetern „unserer“ Komponistenszene, die sich durch Youtube Bekanntheit verschaffen (und nicht zuletzt ihren „Marktwert“ auf diese Weise zu steigern die Gelegenheit haben), sehe ich nicht.

    http://www.amazon.de/Gaukler-Dirnen-Rattenf%C3%A4nger-Aussenseiter-Mittelalter/dp/3799501576

    Warum ist es ignorant, im Netz nicht findbar zu sein? „Man ist also gezwungen das Spiel mitzuspielen“ – das ist man nicht. Diese Zwangssituation ist konstruiert, sie besteht nicht.

  4. @Stefan Beyer: Ich glaube, da hast Du mich missverstanden -nirgendwo in dem Artikel steht, dass die Musik, die Komponisten heute machen, schlechter geworden ist, ich habe tatsächlich von Mainstream-Unterhaltungsmusik gesprochen, und davon spricht auch der brasilianische Blogger (Brasilien ist ein musikalisches Land, aber wird fast komplett von „Brega“ – was dort soviel Schlager heißt – dominiert, es gibt also wesentlich weniger alternative Musik dazu in großen Konzertsälen als hier).
    Erst am Schluss versuche ich darüber nachzudenken, ob wir dies mit unserer eigenen leichten Verfügbarkeit eventuell sogar befördern, auch wenn wir alle keine Mainstream-Pop-Musik schreiben.

    Ich habe auch nicht geschrieben, dass man „ignorant“ ist, wenn man nicht im Netz ist (ganz im Gegenteil), sondern dass man bei nicht Vorhandensein im Netz viel leichter als Person/Künstler ignoriert (sic!) wird, außer man hat – wie Stefan Hetzel es schön erläutert hat anhand seines Beispiels – seine Karriere schon vor dem Aufkommen des Internets begonnen. Das trifft übrigens auch auf Jörg Widmann zu!

    Ich saß schon in vielen Jurys, und inzwischen sieht das so aus, dass als allererstes auf Homepages geschaut wird (z.B. beim GEMA-Autorenpreis). Wenn von einem Komponisten im Netz weder Videos, Tonbeispiele noch biographische Notizen im Netz zu finden sind (z.B. bei Wikipedia) dann fallen seine Chancen bei solchen Gelegenheiten um sicherlich sehr viele Prozent, das ist einfach eine Tatsache, die man nicht leugnen kann. Man kann es auch übertreiben (z.B. mit angeberischen oder aufgemotzten Webauftritten), aber gar nicht im Netz zu sein würde ich keinem meiner Studenten z.B. empfehlen.

    Moritz Eggert

  5. Goljadkin sagt:

    Aber vielleicht sollte man sich doch immer wieder mal daran erinnern, dass es sich sowohl bei Bananen als auch Musik um etwas Besonderes und eigentlich sehr Wertvolles handelt.

    Bananen sind nicht mehr wertvoll und werden es auch nie wieder sein. Es sei denn, man würde einen sofortigen Einfuhrstopp für nicht fairgetradete Bananen verhängen. Oder per Ukas den Preis künstlich erhöhen, bis sich wieder nur eine kleine aber feine Oberschicht Bananen leisten kann, so wie es früher ja auch schon war. Also was soll es sein? Bananen für alle, dann eben zu einem Preis, den auch alle bezahlen können? Oder „wertvolle“ Bananen für wenige? Oder doch lieber gleich gar keine Bananen mehr, weil man wieder mehr auf regionale und saisonale Früchte wie Äpfel, Birnen oder Quitten setzt? Vielleicht hat die einzelne, hochgezüchtete Banane auch einfach reell nicht mehr den Wert einer früheren, liebevoll von Hand aufgezogenen Banane, weil sie nicht mehr wirklich nach Banane schmeckt, sondern irgendwie nur noch bananenartig, so als habe man sie mit künstlichem Aroma schmackhafter machen müssen?
    Dieser ganze Früher-war-die-Banane-auch-schon-mal-leckerer-Romantizismus ist im Grunde ja nur eine Verdruckstheit, die keine Entscheidungen treffen will. Wenn man den Wert der einzelnen Banane erhöhen will, so gibt es (s.o.) keine Alternative als das Angebot zu verknappen. Da es sich von selbst nicht verknappt, muß man es künstlich, d.h. von oben verordnet verknappen. Wenn man es verknappt, steigt der Preis. Steigt der Preis, kann sich eben nicht mehr jeder eine Banane leisten. Das muß man dann aber eben in Kauf nehmen! Und es vor allem auch deutlich sagen! Oder man will es nicht, dann muß man sich (wie querstand in seinem Post) mit der relativen Wertlosigkeit der einzelnen Banane abfinden, findet aber womöglich einen adäquaten Ausgleich in der Tatsache, daß es eine unvergleichliche Bananenvielfalt zur unmittelbaren Verfügung gibt, die früher nicht denkbar war. So oder so, ich vermisse eine klare Aussage.
    Wolkig-blumige wischi-waschi Statements wie obiges Erinnert-euch-mal-dran sind jedenfalls bestenfalls überflüssig.

    (Im Übrigen bitte ich die Überstrapazierung der Bananen-Metapher zu entschuldigen.)
    Goljadkin

  6. Stefan Beyer sagt:

    @Moritz Eggert Der Blogbeitrag beginnt mit einer Oder-Frage, die mit Ja oder Nein nicht beantwortet werden kann. Diese Oder-Frage wiederholte ich, aber du missverstandst sie.

    Anschließend missverstand ich deinen Schlusssatz. Offenbar bezogst du „Interessantheit“ zwar auf den Komponisten, „Ignoranz“ aber auf das Publikum.

    Warum eine Jury im Internet googelt, wo eine Partitur doch schon vorliegt, verstehe ich nicht. Was außer dem Musikstück soll sie denn beurteilen? Wenn es tatsächlich eine Zwangssituation gibt, dann gehören Jurys offenbar zuvorderst mit dazu, die sie herstellen. Ob eine Internetpräsenz zu groß oder zu klein sei, hat mit der Musik nun wirklich nichts zu tun.

  7. Moritz ist ein Beispiel dafür, mit welcher Geschicklichkeit sich ein Komponist von heute selbst in den Hintern beißt, wenn er gegen Praktiken bellt und sie selbst nutzt. ;-)

    Apropos Geschicklichkeit: Ich genieße das Privileg, in dem von mir zweimal die Woche frequentierten Fitness-Studio die Musik/das Radio abschalten zu dürfen. Nur wer im richtigen Winkel zum großen Flachbildschirm schuftet, hat „Unterhaltung“, die anderen sind dann wie ich auf sich selbst zurückgeworfen. Inzwischen haben sich etliche Leute bei mir bedankt, dass ich den „Mut“ aufgebracht habe, die Berieselung, die man ja überall erleidet, wenigstens in diesem Studio für kurze Zeit abzuschalten. Diese Leute fühlten sich wie ich belästigt, guckten mich aber etwas zweifelnd an, als ich ihnen erklärte, dass ich es satt sei, diesen ganzen flachen musikalischen Mist Note für Note mitdenken zu müssen.

    Meine Frau hat das schon lange gecheckt: wenn ich mit Noten auf dem Sofa liege, dann höre ich innerlich Musik. Das findet sie wunderbar; denn sie mag beispielsweise Moritz Eggerts Vexations nicht phrasen- oder taktweise mehrmals wiederholt anhören, nur weil ich sie gerade durchstudiere und keine Kopfhörer mag.

    Nun kann man aber die Dauerbeschallung zwar zu Hause, aber nicht im öffentlichen Raum eindämmen. Die ist gegeben und prägt den Konsum. Und was kann da der arme E-Musik-Komponist tun? Das, was er sowieso machen sollte: seinem eigenen Mainstream entkommen und so interessante Musik komponieren, dass sie auf Youtube d e r Hit wird – oder so ähnlich. Und wenn das nicht klappt: dort bei Youtube findet sich doch für jedes Töpfchen ein Deckelchen.

    Guntram Erbe

  8. @Guntram: Wie recht Du hast!

    @ Stefan Beyer: Ich bezog mich tatsächlich eher auf Jurys von Stipendien, Förderungen und generellen Preisen als auf Kompositionswettbewerbe, bei denen Stücke eingereicht werden. Bei letzteren sollte man schon (hoffentlich) davon ausgehen, dass meistens Anonymität herrscht und die Stücke selber das Kriterium sind.

    @Goljadkin: Alles Banane, oder was?

  9. @Goljadkin

    Der Bananenvergleich klappt nicht in allem. Die Bananenvielfalt ist nicht gegeben. Versuche mal kretische Bananen oder Bananen aus Anamur oder von den Kanarischen Inseln zu bekommen. Die meisten Händler oder Handelsketten wissen nicht einmal darum.
    Und einem Popmusikschrottverleger und -händler, der den Markt beherrscht, ist die im Wunderland der Neuen Musik gewachsene Banane ganz einfach schnuppe.

    @Moritz
    Du hast sicher meine subtile Hämmermethode, mit der ich in meinen Beiträgen – wie auch im obigen – für Dich werbe, durchschaut. Wer kennt schon Deine Vexations? ;-((
    Meine Kontonummer versende ich nur ganz altmodisch mit der Schneckenpost. ;-))

    Guntram Erbe

  10. Goljadkin sagt:

    @ Guntram Erbe: Bananen hin oder her, die Idee stammt ja nicht von mir. Mir geht einfach die resignativ-elegische und gleichzeitig aggressiv-überhebliche Grundstimmung (siehe Arno Lückers neuester Beitrag) hier im Blog und in so ziemlich der gesamten „Szene“ ziemlich auf den Nerv. Ich vermisse den Durchgriff auf die Realität, mit dem Risiko, vollkommen daneben zu liegen und in Zukunft für seine bescheuerten Ideen verachtet zu werden. Lieber einmal alles abgefackelt als ständig nur ein Teelichtchen in der Ecke stehen zu haben. Ja klar, wir lachen heutzutage über Schönbergs Spruch von der hundertjährigen Herrschaft der deutschen Musik. Aber weiß denn einer von uns überhaupt noch, wie es sich anfühlt, derart bedingungslos eine eigene Idee zu verfolgen, zu verteidigen, gegen Spötter, Neider und Nachahmer. Stattdessen irgendein Gelaber wegen Napster-Abrechnungen, GEMA-Modalitäten, Internet-Präsenzen usw. usw. Und bloß niemandem zu nahe treten, außer sie sind so wehrlos wie die Redakteurin vom Fritz Radio. Kein Wunder, daß die Alten die Jungen nicht ans Steuer lassen … wenn ich ein Alter wäre, würde ich die Jungen so lange klein halten, bis sie vor Wut explodieren. Vielleicht käme dann mal was in Bewegung.
    @ Moritz Eggert: Mhm!

  11. @Goljadkin
    Ich bin ein Alter, ein unwichtiger; deshalb habe ich keine Probleme, Junge ranzulassen, wo ich nie rankäme. ;-)
    Vielleicht ist dieses „Gelaber wegen Napster-Abrechnungen, GEMA-Modalitäten, Internet-Präsenzen usw. usw.“ Ausdruck von Langeweile, fehlender Inspiration und/oder von Existenznot, wenn man mit Komponieren sein Geld verdienen muss.
    Das Gejammer in diesem Blogkäfig sich anzuhören, finde ich vom Rande her betrachtet eine ganz nette und lustige Beschäftigung.
    Im übrigen ist Schönbergs Unabdingbarkeit, mit der er es vermochte, „bedingungslos eine eigene Idee zu verfolgen, zu verteidigen, gegen Spötter, Neider und Nachahmer“, immer noch Maßstab.
    Wollen wir mal hoffen, dass du das auch hinkriegst (oder bist du kein Komponist Neuer Musik oder dergleichen?).

    Nuoširdžiausi linkÄjimai
    Guntram Erbe

    (ich glaube, das Skript hier schafft die richtigen Lettern nicht)

  12. strieder sagt:

    Genau das ist ja das Problem :D Der Radiobananenhändler kriegt nur eine Sorte Bananen geliefert. Somit hat der Bananenesser gar nicht die Möglichkeit, zu Kranamurischen Bananen zu greifen. Und einen Geschmack, den man noch nie probiert hat, kann man auch nicht vermissen.

    Aber noch schlimmer: dank der Dauerbananung werden eben nur diese Bananen mit „Banane“ assoziiert. Würde man eine Banane aus Kranamurien anbieten, hiesse es womöglich gleich: „Das sind keine richtigen Bananen!“

    Der Mainstream aber arbeitet genauso wie jedes andere kommerzielle Unternehmen mit dem Ziel, möglichst viel Gewinn aus möglichst geringem Einsatz zu erhalten. Es ist ein ständiges austesten der Grenzen: Wie weit kann ich die Qualität senken, ohne das weniger Bananen Absatz finden? Wenn die Bananen jedes Jahr 1% mehr nach Wasser statt Banane schmeckt, merkt das wohl kein Mensch.

    Was die Antwort darauf liefert, warum Mainstream-Bananen heute schlechter sind, als früher.

  13. Goljadkin sagt:

    @ Guntram Erbe: Wäre ich kein Komponist, würde mir die ganze Diskussion hier ganz weit hinten vorbeigehen. Was mir nicht in den Kopf will, ist die Appettitlosigkeit, mit der Unseresgleichen am Freßnapf sitzt (leider kann ich mich davon nicht vollständig ausnehmen). Da wird mit der Gabel herumgestochert, nee, Knorpel mag ich nicht, ach hier ist ja noch ein Grätchen, den Wurstzipfel muß ich noch abschneiden, die Sauce ist aber dickflüssig heute … Das ganze Gemäkele dient ja doch nur dazu, nicht essen zu müssen. Ich bin entschieden dafür und versuche auch mich selbst dazu zu zwingen, mich mal wieder mit wirklichem Hunger an den Tisch zu setzen und mich bis zur Besinnungslosigkeit vollzustopfen. Dann gibt es nachher halt ein paar Verdauungsprobleme. Und wenn schon.

    Im Übrigen weiß ich gar nicht, wie Sie darauf kommen, ich sei des Litauischen mächtig?

    Goljadkin

  14. @ Goldjakin
    Ich erlaube mir das Internet-Du und möchte auch gerne geduzt werden.

    Das Litauische war ein Versuchsballon.
    „mich selbst dazu zu zwingen, mich mal wieder mit wirklichem Hunger an den Tisch zu setzen und mich bis zur Besinnungslosigkeit vollzustopfen“, passt ja eher zur Dostojewski-Figur. Korrespondiere ich hier mit einer ihrer Hälften (oder mit beiden)?

    с искренним уважением
    Guntram Erbe

  15. Sorry, Goljadkin, dass ich oben die Wechstaben verbuchselt habe.
    Ich habe gerade den Doppelgänger gelesen. Tatsächlich stimmte meine Erinnerung, dass das Dinieren darin ein Rolle spielt.
    Wäre doch was für eine Goljadkin-Oper!
    Wie wär’s?
    Ich mache das Libretto, du komponierst das Stück.

    Beste Grüße
    Guntram Erbe

  16. Goljadkin sagt:

    @ Guntram Erbe: Als Kind meiner Generation und sozial fehlgeprägt auf unbedingte Anpassungsfähigkeit kann ich nur antworten: Goljadkin-Oper fände ich super. Wir müssen Anträge schreiben für die Siemens-Stiftung, die GEMA-Stiftung, den Musikrat, den FEXM, diverse städtische Kulturämter und private Geldgeber wie z.B. Sparkassen, regionale Handwerksbetriebe, Großkonzerne, wohlhabende Privatpersonen usw. Wir brauchen ein Exposé, eine Demo-Aufnahme der Kernszene (die Musiker bezahle ich natürlich erstmal aus eigener Tasche) und einen handfesten Finanzierungsplan. Und natürlich brauchen wir etwas Zeit, weil ich mich vorher bei Rundfunkredakteuren anbiedern muß, erstmal ein paar Aufträge für kleinere Kammermusikwerke ergattern, nach fünf Jahren vielleicht mal eine Aufführung in Darmstadt, zwei Jahre später eine in Donaueschingen, im Jahr darauf wegen des großen Erfolges eine weitere in Donaueschingen, dann drei Jahre lang keine mehr, weil das zweite Stück überhaupt nicht das eingelöst hat, was das erste versprochen hat, dann doch noch ein kleines Streichquartett in Witten und zu guter Letzt noch eine Aufführung bei den Nürtinger Orgeltagen. Dann, ja dann (vielleicht) könnten wir unsere großartige (denn nichts weniger als das wäre sie) Goljadkin-Oper dem einen oder anderen Stadttheater anbieten, natürlich immer nur auf der kleinen Bühne, weil es ist ja Neue Musik und also irgendwie experimentell (also jetzt im allerweitesten Sinne).
    Wer das nicht grotesk findet (nicht nur die Tatsache, daß die Institutionen so sind, sondern vor allem, daß wir das Denken in diesen Bahnen so sehr verinnerlicht haben, daß es uns eben nicht mehr grotesk vorkommt), der hat sich in meinen Augen (ich reiße Spahlinger aus dem Zusammenhang) „als ernstzunehmender Komponist selbst disqualifiziert“.

    Der Versuchsballon war im Übrigen gar nicht falsch gezielt, sondern hat nur mißverständliche Meßdaten geliefert.

    Goljadkin

  17. @Goljadkin

    Da ich einer anderen Generation angehöre, die nicht mehr so viel Zeit hat, weil der Sensenmann schon Spektakel macht, werde ich das alleine übernehmen, auch die Komposition. Und weiter? Wozu habe ich denn einen Opernintendanten zum Sohn? (Er wird vor Schreck erstarren.)

    Also: Idee und Ausführung gehören mir.

    Sorry,
    Guntram Erbe

  18. @goljadkin: Mir gefällt Deine kämpferische Stimmung, weiter so!
    Deine Beschreibung der Dinge, die ein Komponist heute für einen Opernauftrag hinter sich bringen muss, ist ziemlich korrekt, allerdings nur, wenn man den Weg über die „klassische“ Neue Musikszene geht. Opernhäuser interessieren Erfolge in Darmstadt und Donaueschingen ziemlich wenig, und die Karrieren von Opernkomponisten gehen oft ganz andere Wege (als Beispiel hierfür wären Namen wie Manfred Trojahn oder Detlev Glanert zu nennen, oder auch jemand wie Aribert Reimann).
    Auch stellt sich die Frage, ob das Antechambrieren früher bei Fürstenhäusern, Päpsten, Impresarios oder Freimaurerbünden so viel besser war für den Einzelnen, ich denke mir, das die Strukturen heute eigentlich demokratischer und weniger „grotesk“ sind, wenn auch sicherlich genauso mühsam.
    Aber da beißt die Maus keinen Faden ab – zu keiner Zeit wird es für Künstler jeder Manier einfach sein, denn Kunst und Kultur an sich sind zwar nicht nur Luxus sondern auch Notwendigkeit, werden aber von der Gesellschaft stets als solcher behandelt, d.h. man ist immer auf die Gnade von irgendjemandem angewiesen, im besten Fall auf die der Hörer.

    Moritz Eggert