Komponieren sollen aber nicht unbedingt müssen

Dieses Cover erregte die Gemüter und wurde letztlich nicht verwendet

Vielleicht erinnern sich einige von euch an die hier im Blog erwähnte Kontroverse um die neueste CD von Steve Reich, mit seinem Stück über den 11. September (a la maniere de „Different Trains“). Diese Kontroverse fand vor allem in amerikanischen Musikblogs statt, wo man sich über die nach Ansicht vieler geschmacklosen Verwendung eines Bildes mokierte, bei dem zu sehen ist, wie ein Flugzeug in einen der Twin Towers fliegt.

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„Auf diesem Bild sterben Menschen“ war der Tenor, und man warf Reich Opportunismus und zu spätes Springen auf den Gedenkzug zum 11. September vor. Nun, es stimmt natürlich, dass dieses Bild makaber ist, aber genauso makaber war es, die Explosion der Twin Towers hundert Millionen Mal im Fernsehen zu zeigen und mit kitschigster Kackmusik zu unterlegen. Auch da starben Menschen Myriaden mediale Tode, aber da es virtuell auf dem Fernsehschirm geschieht, scheint es nicht so viele Leute gestört zu haben. Wenn es aber auf einem CD-Cover geschieht, das am Ende im Regal steht und für Gäste bei Cocktailparties sichtbar ist, ist vielen mulmig zumute.

Wahrscheinlich hätte Reich (oder vielmehr das Label) das Ganze allein zum digitalen Download anbieten müssen, und es hätte sich wahrscheinlich überhaupt niemand aufgeregt, obwohl es letztlich genau dasselbe gewesen wäre. Und würde man Reichs  9/11-Stück bei einer Cocktailparty spielen, würde es wahrscheinlich niemandem auffallen, dass es hier um etwas ganz Schlimmes geht, und man hätte – wie Mathias schon vermutete – groovy zu den chilligen Minimal-Patterns des Kronos Quartetts einen Martini getrunken. Während im Lautsprecher 4000 Menschen sterben. Wieder und wieder. Seltsame Welt der medialen Moral.

Diese Woche war ein amerikanischer Komponist bei uns an der Hochschule zu Gast, der auch ein Stück zum 11. September geschrieben hat: Randall Svane. Dieses Stück wurde am 16. Oktober im Münchener Prinzregententheater uraufgeführt, mit dem hervorragenden Münchener Kammerchor unter der Leitung des ebenso hervorragenden Philipp Amelung, zusammen mit namhaften Solisten, Sebastian Kling und Ramon Ortega Quero.

Svane hatte sein Stück als Requiem („Requiem for the Unknown„) angelegt, und auf Texte aus der Bibel und von William Blake zurückgegriffen. Es begann mit einer klagenden, unglaublich konventionellen Oboenmelodie in Moll und ging dann in diesem Stil weiter, der Chor sang meist leise mahnend dazu. Ungefähr 40 Minuten dauerte das Werk, dessen Tonsprache der Komponist als „gemäßigt und durchaus traditionell“ bezeichnete. Ich fragte mich, ob man einem unmäßigen, extremen Ereignis künstlerisch mit extremer Mäßigung begegnen kann, aber das Publikum war der Meinung „ja“ und applaudierte heftig. Alles andere hätte sie vielleicht auch zu sehr erregt, und heutzutage wollen wir ja lieber, dass Musik unseren Lifestyle möglichst wenig in Unordnung bringt. In der zweiten Hälfte erklangen dann wunderschöne Bachmotetten, die gegen Svane wie ein Ausbund an Modernität, radikaler Textbehandlung und Experimentierfreude wirkten.

Am nächsten Tag sprach Svane zu unseren Studenten. Er erzählte, wie er sich als Student gemobbt fühlte, weil er nicht nach der „12-Ton-Methode“ komponieren wollte, die anscheinend nach wie vor an amerikanischen Universitäten 100 Jahre nach ihrer Entstehung als der letzte Schrei gilt. Er mahnte die Studenten auch an, sich zu mäßigen, und die hohen A’s im Sopran „strategisch“ zu platzieren, auf keinen Fall zu viele hintereinander, denn sonst könnten die Soprane anfangen zu schwitzen. Ich hätte das eigentlich ganz schön gefunden, wenn die mal geschwitzt hätten.

Dann zeigte er uns anhand der Partitur seine Kompositionsmethode: „Hier ende ich in g-moll, und dann habe ich mir gedacht: was ist jetzt die größtmögliche Überraschung nach dieser Tonart? Natürlich…“ , und er macht eine spannungsgeladene Pause: „GIS MOLL! Fantastisch, nicht?“. Nach Svanes Beschreibung ist das Stück voll von solchen strategisch wohlfeil platzierten Überraschungen. Wahrscheinlich so strategisch wohlfeil platziert, dass man sie beim Hören eigentlich gar nicht mehr als Überraschungen wahrgenommen hat, was selbstverständlich auch hochstrategisch ist.

Bei all dem macht man sich natürlich Gedanken, wie man selber mit so einem Thema umgehen würde, und natürlich auch, ob irgendein Musikstück, selbst das tollste, dem Thema gerecht werden kann. Es ist auch interessant, dass selbst große Komponisten in Zeiten größten historischen Schreckens eher verstummt sind, oder sich ins Innere zurückgezogen haben. Kurz vor Kriegsende liefen im deutschen Kino vor allem Schnulzen und leichte Komödien. Heute, wo es uns vergleichsweise gut geht, laufen vor allem Horror- und Katastrophenfilme. So ist die Welt, man will immer das, was man nicht hat.

Dennoch: es gibt auch Gutes. Das „War Requiem“ von Britten würde mir einfallen, aber auch hier bemächtigt sich Britten, der alles andere als dumm war, sich des Kunstgriffs, das Ende des 2. Weltkrieges mit einem Blick auf den 1. Weltkrieg zu zelebrieren. Aber zum Schluss bleibt dennoch die unbeantwortete Frage, wann man Komponieren muss und wann nicht, und wann man es einfach halt so macht, weil sich die Gelegenheit ergibt.

Sicherlich hat alles seine Berechtigung, aber auch alles seine Zeit.

Moritz Eggert

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18 Antworten

  1. @ Moritz,

    schöner Beitrag.

    Hmm- [denk, Stirnfalt – philosophier]: Das mit dem Verstummen nach großen Katastrophen oder nach Orgien von Inhumanität, Krieg oder Terror, das scheint mir verständlich zu sein und fast ein wenig in der Natur des Menschen zu liegen und z.B. nicht nur mit Gründen wie „Pietät“ oder „Respekt vor den Opfern“ o.ä. zu tun zu haben…

    Wer würde z.B. jetzt auf die Idee kommen, nun zum Lybien-Aufstand und zum mysteriösen Tod Gadhafis was zu komponieren?

    Mir würde aber doch @ Musiken zu schrecklichen Ereignissen spontan u.a. Schönbergs „Überlebender in Warschau“ etc. einfallen. Also, auch die bekanntlich NIcht-Tonalitätsverhafteten und unsere großen Idole ( ;-), die haben hier und da sogar das Schweigen gebrochen.

    Was Adorno wohl heute zu so einer solch tonalen „Überraschungsmusik“ von Randall Svane @ 11/9 gesagt hätte…? Aber richtig: der Adorno ist aus heutiger Sicht super rückständig, ein Moralapostel,ein Besserwisser etc. mit ihm darf man heute nicht mehr um die Ecke kommen.

    Buon giorno, Erik

  2. querstand sagt:

    Können: Kunst und Musik, also Schreiben muss man auch Können. Allerdings auf ästhetisch-geistig entspr. Niveau. Der US-Kollege mit seinem GIS spricht weniger von seinem Können, seine eigenen Gedanken in Musik zu fassen als von Dramaturgie, die gern schon mit dem Stück selbst – wie auch Abläufe/Konzepte mit ihm selbst – verwechselt wird. Dramaturgie/Konzepte/Abläufe gibt’s ja am Stück, wortwörtlich, zuhauf, am laufenden Meter. Es mangelt aber am richtigen Können, diese vertrackte Mischung aus Müssen und Metierbeherrschung, ohne jedesmal Alles neu festlegen zu müssen. Und für die Könnens-Kriterien ist Old-Adorno leider immer noch modern genug.

    Vielleicht kann Musik aus einem Britten, einem Pärt, einem Killmayer, auch einem Rihm nur so rauskönnen-kommen wie sie es tut. Wie schwer diese Herren sich damit tun/taten und auch mal gewaltig danebenlagen, wie auch die Grosskonzeptler es mal taten. Es geht aber nicht um GIS-moll-Kalkulate allein: wenn man so altbacken schreibt, hört man die Tonwüste in sich sowieso. Aber selbst wortreiche Konzepte abstrakterer Natur durchfahren den Schöpfenden, erzeugen die Erregung wo er als handwerklich-phyisches wie geistig-psychisches Wesen in Einklang kommt, schreiben muss, es also im Sinn seiner Ideen bestens KANN.

    Von Können hatte DER GIS-MANN, dieser Ton-GI, wohl KEINE Ahnung im Sinne o.g. Erregung. Ich weiss, dass dies ein wenig esoterisch klingt. Aber um die kommt man leider oft nicht herum. Die andere Seite des Esoterischen, wie gerade angerissen, ist wieder die Aufplusterung, die dann Adepten oder Schöpfer selbst darum treiben: wie sie auf die Idee warten oder wie genial ihr Ablaufplan sei. Das KANN aber jeder sagen, nur traut sich nicht jeder dazu, möchte man nicht wie Haas letztes Jahr oder Rihm dieses mit leuchtenden Augen durch die NMZ-Medien gezogen werden. Das sieht emotional aus, als sei die Musik durch diese durchgesaust wie eine Epiphanie. Wie sie allerdings wirklich, jenseits solch kamera-darstellender Art, einen durchzuckt: das muss jeder selbst wissen und diese Bilder gleich wieder vergessen. Die sind für’s Volk, das eben Können nur so kann. Daher auch die US-Aufregung um Reichs ursprüngliches 9/11-Musik-Cover. Vollkommen an der Musik vorbei, diese dadurch überbewertend, ohne sie gehört, erfasst, erahnt, erträumt zu haben. Soll man nun ein Muss-/Handwerksgelaber-/Bilderverbot verlangen? Oder Hirnerweichung rufen? Oder schmunzeln, verschmitzt?

    Nein! Mit der Dampframme dagegen. Aber wer kann dies schon…

    Wort zum Sonntag,
    Gruß,
    A. Strauch

  3. Die Schiffbruchmetapher durchzieht die Philosophie seit ihren Anfängen. Von einem der griechischen Philosophen, er wird vermutlich aus der Schule der Kyniker stammen, ist folgendes Zitat überliefert:

    „Es ist ein großes Vergnügen vom sicheren Festland aus die Leiden der Schiffbrüchigen zu beobachten.“

    Das war die Geburtsstunde des Fernsehens.

    – wechselstrom –

  4. Bei all dem macht man sich natürlich Gedanken, wie man selber mit so einem Thema umgehen würde, und natürlich auch, ob irgendein Musikstück, selbst das tollste, dem Thema gerecht werden kann

    Théodore Géricaults berühmtes Gemälde „Das Floß der Medusa“ geht auf eine wahre Begebenheit zurück. Um eine möglichst realistische Darstellung bemüht, besuchte Géricault Leichenhäuser und fertigte dort Skizzen und Studien an.
    Die Entstehung des Bildes und der historische Hintergrund sind nachzulesen in:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Flo%C3%9F_der_Medusa_(Gem%C3%A4lde)

    Interessant ist die nachfolgende Behandlung des Themas in Theater (Georg Kaiser), Comic (Uderzo/Goscinny), Kino (Iradj Azimi), Bildhauerei (Connell), Musik (Henze) CD-Covergestaltung (Metal-Band Ahab) etc.

    Durch Henze wurde das Thema auch mit Che Guevara und der Revolution verbunden. Vermutlich im Zusammenhang von Schiffbruch/Scheitern – Rettung/Befreiung

    – wechselstrom –

  5. Bei all dem macht man sich natürlich Gedanken, wie man selber mit so einem Thema umgehen würde, und natürlich auch, ob irgendein Musikstück, selbst das tollste, dem Thema gerecht werden kann

    Und was macht man mit dem Geld, das man aus dieser Komposition verdient – das ist auch noch so eine Frage, die einem durch den Kopf gehen mag.

    – wechselstrom –

  6. Wenigstens ist „WTC 9/11“ keine „kitschige Kackmusik“! Eigentlich sind die gesammelten O-Töne sowieso wichtiger als das, was Reich dem Streichquartett aufträgt. Da hat sich die Rollenverteilung im Vergleich zu „Different Trains“ von 1988 umgekehrt: „Different Trains“ war ein Streichquartett mit Zuspielband, „WTC 9/11“ sind elektroakustisch weiterverarbeitete O-Töne mit Streichquartett-Continuo im Hintergrund. – Da ich die zweifelhafte Ehre hatte, zufällig Augenzeuge des 11. Septembers 2001 in Manhattan gewesen zu sein, „musste“ ich den Soundtrack zu diesem Film komponieren, der hiermit im Rahmen dieses Blogs zur Kommentierung freigegeben sei.

  7. querstand sagt:

    War Requiem vs. Requiem for the Unknown: beides unvergleichbar! Ausser dass beide Werke im englischsprachigen Kulturraum entstanden und in der Ausrichtung tonal sind und Rückgriff auf die Requien-Liturgie nehmen, ist ihnen Vieles nicht gemeinsam:
    Britten bietet Alles auf, was seit Berlioz‘ Requiem möglich war. Svane beschränkt sich auf Kammerchor und zwei Soloinstrumente. Britten schaut auf eine Gesamtheit von katastrophischen Entwicklungen des 20. Jhds., Svane auf ein Einzelereignis. Die formalen Vergleichspunkte: Britten kann man eher mit B.A. Zimmermanns Entwurf vergleichen, Svane gehört eher in die Ecke Faure und Co., sprich Weltenbrände gegen Krokodilstränen persönlicher Art am Kaminfeuer.

    Es ist überhaupt erstaunlich, wie all diesen us-amerikanischen 9/11 Stücklein der grosse Ansatz fehlt, umfassend auf die US-Verstrickungen blickend oder für einen umfassenden Weltfrieden eintretend. Man muss wohl auf das Werk zur Neueinweihung des neuen WTC warten: Britten schrieb seinen fanalen Rückblick im Angesicht der Völkerverständigung der neu erbauen Coventry-Kathedrale. Das wahre 9/11-Requiem wird wohl erst nach einem Umsturz in Saudi-Arabien, Schliessung von Guantanamo und dgl. mehr möglich sein. Solange werden wir aber noch öfters mit 9/11-Stückleon genervt.

    Ach ja: die katholische Kirche in München wie der BR mit ihrer Reihe paradisi gloria hat nichts besseres zu tun als Emmerich-hörig 2012 aufgrund des heidnischen Maya-Weltuntergangjahres Apokalypsestücklein zu vergeben. Gott sei Dank hat sich nicht jeder Komponist dazu verleiten lassen und komponiert lieber Genesis.

    Wie verlottert ist eigentlich all unser Denken und Gedenken?! Geht in Euch und wagt mehr den Blick aufs Ganze. Und vergesst die Kaminfeuerrequien…

    Gruss,
    A. Strauch

  8. Geht in Euch und wagt mehr den Blick aufs Ganze.

    Also, wo soll´ mer jetzt genau hiiischaua?
    Soll man darüber lachen? – querstand meint es wieder so ernst, wie es ein Dorfpfarrer nur meinen kann, auch mit dessen unbändiger Leidenschaftlichkeit – da verbietet sich jedes Schmunzeln!

    – wechselstrom –

  9. @querstand: Sollten Sie damit auch auf Reichs „Stücklein“ anspielen, so fehlt dieser Komposition vermutlich ganz bewusst der „große Ansatz“, wie Sie ihn einfordern glauben zu müssen. Gottseidank! Für mich spricht aus Reichs Komposition bei aller sicherlich überaus versierten Machart eine große Ratlosigkeit und auch Trauer angesichts eines schlicht inkommensurablen Ereignisses. Hier Musik zu fordern, die für einen „umfassenden Weltfrieden“ (Sic! Gibt’s auch einen „teilweisen Weltfrieden“?) eintritt, erscheint mir reichlich pompös, abstrakt und auch anmaßend.

  10. querstand sagt:

    Manchmal ist Anmassung heilsam, manchmal nahe am Tödlichen! Was ich vom Ansatz Reichs halte, das heftige Ereignis 9/11 mit ähnlichen Mitteln wie in Different Trains den Holocaust zu thematisieren, dadurch beides gleichzusetzen – abgesehen davon, dass tödliches Leid immer schrecklich ist – , sagte ich bereits bei der entspr. Debatte.

    Gut, Herr Hetzel, Sie beschrieben die Unterschiede zwischen Reichs WTC 9/11 und Different Trains, so dass sich meine Vorbehalte Ihrerseits höchstwahrscheinlich gut zurechtstutzen lassen. Auf Reich war im oberen Kommentar mein Augenmerk nicht gerichtet, so dass Sie sich den Anmassungspassus auch hätten sparen können, wenn Sie mein Geschwurbel genauer entziffert hätten. Ab damit ins weite Reich der Vermutungen… Auch liegt es mir fern, Ihren eigenen kompositorischen Ansatz anzugreifen. Sie sind da als Direkterleber aussen vor, steht es Ihnen somit vollkommen frei, Ihre persönlichen Eindrücke einzufangen. Und das taten Sie ja so intensiv, dass ich heilsames Kopfweh bekam und Svanes Gis-Surprise wie A-Warnungen noch brechreizauslösender wirkten.

    Mit Kaminfeuerrequien und verlottert meine ich die Verharmlosungsästhetik, welche wohl vermehrt auch Fuss zu fassen scheint. Die Folge des gesamten Kuschelrocks, der Kuschelklassik, Hinweisen auf Komponisten, die zwar leben, gar jung sind, aber so herzerwärmend nicht weh tun. Also Hörer wie Schaffende, die das späte 20. Jhd. vollkommen ausklammern, die das grässliche Albinoni-Adagio mit Ligetis wunersamen Lux aeterna zum Weintrinken konsumieren, wohlgemerkt kalifornischen Modwein, ohne ein Wissen oder zumindest eine Achtung für unmodische süsse oder herbe Weine hierzulande, die nur glücklich sind nach Reisen gen Fernost, die sich Dinge leisten, weil man sie sich eben so leistet, aber nicht ihren Inhalt bestimmen kann. So leistet man sich auch Kuschelmoll zu 9/11.

    Verknüpft damit im Svan-Falle ein guter Chor samt guten Leiter, die unter Moderne des Chorgesangs maximal Lux Aeterna meinen, die brav eutonisch nach Erik Eriksson lechzen, wohl sehr gut ausgebildete Laien sind, denen harte Chormusik aber wie Teufelswerk vorkommt. So ergeht man sich in Svan wie man sich in Brahms und Faure ergeht: Krokodilstränen für humanitäre Untergänge, persönliches Leid. So begibt sich Musik, absolut pietätlos ausgedrückt, auf das CD-Konservenformat von genau getimten Bestattungsfeiern mit Ombra mai fu oder Ave Maria, wird Musik konsumerabel wie Bio-Erdbeeren bei Aldi oder Lindt-Schokolade bei Edeka. Dazu labelt man noch das Kulturreferat der Landeshauptstadt, holt sich Flugreise des Komponisten und Grusswort vom Generalkonsul, dreht ein Video im Prinze. Und hat einen Trauer-PR-Gag mit grossem Thema. Nicht zu gross, zu pompös umfassend, wie von mir in Analogie zu Zimmermann gefordert, schön fasslich – jeder weiss ja, wo er am 11.9. die grässlichen Meldungen aus NYC zuerst hörte wie man seinen Geburtstag weiss, den Tag der Scheidung, etc.

    Und nun noch die katholische Kirche auf heidnischen Pfaden eines Maya-Kalenders aufgrund des Emmerich-Hollywood-Weltuntergangsspektakel mit einer zeitgemäß auftretenden Merkel wie sich auflösenden Inkontinezproblemen eines Kleinkindes bei Anblick der Tafelberge als neue Heimat. Haben es Chöre wie Kirche so nötig, softer Neuer Musik in ihren Formaten ein Haus zu geben?

    Tja, wechselstrom – angesichts dieser Anbiederei an allen Ecken bleibt mir nur, den Landpfarrer zu markieren oder mal wieder eine alte Story herauszukramen: 2003 gabs von mir ein Messlein für einen eutonischen, ganz netten Chor, die jenes Werklein in einer Deutsche Welle übertragenen Messe uraufführten. In simpler Art ahmte das Kyrie Laute einer von Touristen besuchten Kirche nach, wo Damen schnell betflüstern, die Orgel repariert wird. Das Sanctus liess das Horn ein paar krude Obertöne wettern, ein kreuzbraves Benedictus – ernst und simpel gemeint. Ein Agnus mit flüsternden Choristen, quasi buchstabierend. In der Generalprobe regte sich heftiges Räuspern der Landfrauen. Da schwang sich der Pfarrer zu klaren Worten auf, wie sie wohl Schubert abgeschreckt hätten der mal meinte, im Burgenland fiele dem Pfarrer zum Thema Lebensende nur ein, Totenschädel während seiner Predigt hochzuhalten, sagend, dass man auch mal so aussehen werde. Also schwang sich der Pfarrer auf und sagte über jenes karge Stück, immerhin Fastenmesse tituliert: seid nicht so feist in Eurer Erwartungshaltung von Musikberieselung! Hier geht es um Schuld, Leid und Tod: das Thema der Vorosterzeit. Und was führte zur Auferstehung? Der grässliche, elende, grausame Tod am Kreuze. Also öffnet Euch der Musik wie dem Sterben Jesu! Und wenn Sie Euch widerborstig macht, wunderbar – schliesslich ist Sterben auch anstrengend. Das sprach er sinngemäß – hätte er es mal während er Messe auch gesagt, ob ihn die Kirche an den Nordpol versetzt hätte? Kurz darauf war er in Passau der Kunstbeauftragte der Kirche. Jetzt könnte man fragen, wer dies in München ist, denkt man an diese Maya-Anbiederung (s.o.). Aber dem guten, ehemaligen Pfarrer von Winzer an der Donau, tiefstes Niederbayern ist nichts hinzuzufügen…

    Gute Nacht,
    Der masslose Anmasser

  11. Zu Randall Svane:
    Es handelt sich um ein Auftragswerk. So gesehen passt es doch bestens. Wer mit der Pferdekutsche fahren will, findet das eben rasant. Und der Kutscher beherrscht schließlich sein Hüh und Hott und hat Spaß daran, wenn er ab und an von der Fahrbahn kommt (gis-Moll, oh je, hüjahoh!), aber gleich wieder zurückkehrt, bevor es gefährlich wird.
    Zu Reich:
    Andere fahren gerne in der U-Bahn und wären konsterniert, polterte sie von den Gleisen und über bisher unbekanntes Terrain.

    Guntram Erbe

  12. @Stefan Hetzel,

    Ja, der Soundtrack zum Film:
    Es wird den Franken nachgesagt, dass sie mitunter etwas maulfaul seien. Dies hat auch positive Seiten, kann man doch vermuten, dass, wenn es den Franken zum Sprechen drängt, auch etwas Gewichtiges herauskommt.

    Ihr Soundtrack besteht aus zwei Grundklängen, deren erster eine gewisse lakonische Grundstimmung verbreitet, die allmählich immer bedrohlicher wird (ich vermeine einen pulsierenden Analog-Brumm, den Urvater des Wechselstroms, zu hören) und in den zweiten Grundsound überleitet.

    Darf ich meine Kritik oberfränkisch formulieren:

    — — —

    Passt schon

    – wechselstrom –

  13. Na jetzt weiß ich nicht ganz, ob dass ein in Höflichkeit gekleideter Verriss war, oder ein Lob, das sich mit Ironie tarnt. Ist schon schwierig manchmal, die Kommunikation hier im Bad Blog (zumal für einen Unterfranken). Dennoch bin ich dankbar für den immer wieder anregenden und vor allem konstruktiven Gedankenaustausch hier.

  14. Na, zum Glück wird bei dem Movie und der dazukomponierten Musik das Pathos vermieden, das das Requiem verunziert, allerdings mit dem Ergebnis, dass es letzlich belanglos wirkt (zumindest auf mich). Das Movie (nicht die Musik) setzt auf überhöhte Unprofessionalität. „Passt schon“ zur Musik passt scho. Ich hab den Ton weggenommen, sobald unausweichlich klar war, was die Rauchentwicklung bedeutet. Stille hat ihre eigene Wirkung.
    Als damals die Flugzeuge in die Türme rasten, hatte ich zufällig den Fernseher angestellt und konnte so den Einschlag des zweiten Flugzeugs quasi live erleben. Dieser Vorgang war sehr eindrücklich. So etwas braucht keinen nachgefertigten Soundtrack. Musiker müssen auch zu etwas schweigen und sich verweigern können.

    Guntram Erbe

  15. @Guntram Erbe: Danke für den Kommentar :-) Ein offenes Wort hilft stets weiter!

  16. querstand sagt:

    Hier mal wild eine willkürliche Zusammenstellung einiger Stücklein bzw. Stücke zu“ 9/11″ und „Requiem“ bzw. „Composition“:

    Irgendwo zwischen Bohlen und Timberlake liegt Eric Demel (nicht zu verwechseln mit dem Wiener Zuckerbäcker oder der Fiakermilli…):
    http://www.youtube.com/watch?v=8EpvxBUEnjE&feature=related

    Ein willkürlicher Streicher-Synthie-Versuch eines Fred Hedge:
    http://www.youtube.com/watch?v=4ZIvg48TeUs&feature=related

    Alan Lorber betätigt seine komplette Percussion-Datenbank mit Mouse-Rutschen:
    http://www.youtube.com/watch?v=zrprcIp_Z5k

    Nick und Gerald erproben Liegeklänge mit in der Luft hängenden Streichertönen und E-Gitarren-Einsprengseln:
    http://www.myspace.com/video/vid/7820930

    Robert Moran kennt Faure… sein Trinity Requiem:
    http://www.youtube.com/watch?v=NdqWBn015sU&feature=related

    Aaron Jay Kernis‘ Sarabanda in Memoriam, irgendwo zwischen Barber % Co.:
    http://www.amazon.com/Sarabanda-in-Memoriam/dp/B003H112GU

    Trompete und Co, the Patriot usf. grüssen in Eric Ewazens A Hymn for the Lost and the Living:
    http://www.youtube.com/watch?v=BlTkTbdDFKw&feature=related

    David del Tredici scheint schon mal was von Lutoslawski gehört zu haben, leider imitiert es sich tonal-chromatisch absteigend zu leicht tritonal-molligen, mal durigen Terzen: Gotham Glory – Missing Towers:
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=-EX6mS_YJuw#!

    John Adams Knabenchor reiht sich da ein, ist mit Tredici gar nicht so schlecht, wären da nicht die Tonnen von aufgezählten Vermissten, wohl noch zu nah am Ereignis:
    http://www.youtube.com/watch?v=S6nrJ3ByzzE

    Leider finde ich die Seite mit unzähligen Links zu 9/11-Stücklein, die ich irgendwann mal zwischen 2001-2005 im Internet auf einer US-Seite fand. Alles Musiken von honorigen US-Musikakademikern.

    Was scheint mir diesen Stücklein gemein zu sein? Ein grds. Hang im Tonalen, mal etwas eingetrübter, mal soundtrackartig monoton bzw. verschleiert. Alle mühen sich am Requiem-Begriff ab, nähern diesem sich rein klanglich, nicht melodisch-kontrapunktisch. Diese Soundschichtungen sind immer gut durchhörbar, türmen sich niemals zu gewaltig auf, werden niemals zu karg. Sprich: der Hörer wird immer brav am Händchen genommen, kann sich seine eigenen Bildchen dazu denken, wird niemals mit direkter, unverhohlter Emotion des Musikmachers konfrontiert. Es schwingen immer bekannte Vorbilder im Hintergrund mit, meist Vorbilder aus der kitschgefährdeten Truhe der Spätromantik, Vorbilder aus dem Genre Filmmusik oder amerikanische Klassik a la „Copland aufwärts nach heute“.

    Zeichnet sich durch 9/11 und den Ausstoss all dieser Stücklein eine eigene, tonal, filmisch-emotionale US-Klassik ab? Ich habe das Gefühl, als hätte sie sich dadurch von der europäischen klassischen Tradition emanzipiert. Den „common-sense“ den diese Musik anschlägt könnte man fast als „world-sense“, die Musik also als Weltmusik bezeichnen. Hört man das soundtrackige, hollywoodeske an ihr, könnte man das so sagen.

    Ich behaupte aber, dass die Requien und Trauermusikne von Britten, Ligeti und Zimmermann, Lutoslawski und Pärt eher Weltmusik sind. Ligeti bedient sich einer Tonsprache, die damals eine neue Weltmusik sein wollte. Zimmermann türmt so unverschämt, dass es per se eine Art weltumfassende Musik ist, auch wenn sie natürlich nur in der europäischen Tradition schwimmt. Sie erfasst aber auch Aspekte des damaligen Welt-Zeitgeschehens. Lutoslawski wandelt auf der Grenze zwischen Nachkriegsmoderne, nationaler Schule und Neoklassizismus, lauter Begriffe, die zur Entstehungszeit seiner Trauermusik noch weltläufig waren, in allen europäisch geprägten Kontinenten die Musik sich darin bewegte. Britten kommt bedingungslos aus der klassischen Tradition Englands, angereichert mit allem gerade damals so Modernen, ist rein persönlich auf den Verlust einiger Bekannter im Krieg gerichtet, zielt mit den Mitteln aber voll in die Mitte der romantischen Meta-Requien. Und Pärt? Auch er kommt ja aus der Tradition der Neuen Musik der Sechziger, macht den radikalen Schnitt zu seinen modalen Tonleiterclustern wie z.B. die Neue Einfachheit damals den Fokus wieder mehr auf die Romantik richtete. Das klingt bei ihm einfach, simpel, ist aber doch eine Technik, eine simple, die aber nur aus dem Denken des Serialismus vorstellbar ist, da die Töne zwar einen Molldur-Sound ergeben, aber erstmal nicht harmonisch gebunden gedacht sind. Dadurch zwittert er zwischen dem Weltmusikanspruch der damaligen Neuen Musik und dem, was so allgemein unter Weltmusik verstanden werden könnte, ihn zum Rauschebartbalten reduziert, der in die westliche Welt mit östlicher Religiosität aufbrach.

    All diesen Herrschaften ist aber immer der Blick auf die europäische Tradition gemein, definieren sie ihre Musik in deren Strom oder arbeiteten bewusst dagegen an. Inhaltlich ist der Fokus auf rein Persönliches gerichtet, ordnen sich deren Trauermusiken aber immer auch in das Weltgeschehen ein, beleuchten es von mehreren Seiten. Einerseits durch bewusste Nur-Auseinandersetzung mit dem Begriff des Requiems, der immer auf eine grosse Allgemeingültigkeit abzielt. (Deshalb passen einfache Requien zu jeder Trauerangelegenheit!). Oder durch den Aufbruch jener Enge. Somit kann sich jeder darin wiederfinden, wie unzugänglich die Musik auch erstmal sein mag.

    Bei der o.g. US-9/11-Liste ist es anders! 9/11 war gewiss ein Weltereignis, traf Im Welthandelszentrum Menschen aller Kontinente. Die Betrachtung der Musiken dazu geht aber eben nicht in diese globale Richtung. Dies tut sie nur, indem sie ihr Mitleid nur auf das wahrlich unendliche Leid der betroffenen US-Amerikaner richtet. Dies ist einerseits natürlich schrecklich, verdient globale Kondolenz. Andererseits bleibt weiteres Menschenleid, das unmittelbar im Konnex zu 9/11 steht, ausgeklammert. Das mag bei John Adams angehen, unmittelbar im Jahr nach dem Wahnsinn komponiert. Bei all den älteren Werken wird jegliche weitere Historie ausgeblendet. Und dennoch wendet sich die Musik, in Benutzung des kompletten weltumfassenden Soundgebrauchs und Soundtracksbezugs an mehr als nur Amerikaner. Aber eben nicht mit Mitteln, die weit in die europäische Tradition reinreichen mögen – sie tun es natürlich schon irgendwie. Nein, es richtet sich der musikalische Umgang nach rein amerikanisch geprägten Mitteln, gerade vielleicht auch durch das Ausklammerm der eigenen Schattenseiten im weiteren Lauf der Zeiten nach 9/11. Und dadurch bäckt Amerika seinen eigenen Musikkuchen im klassischen Bereich endgültig fertig, koppelt sich von der europäischen Richtung im oben dargestellten Sinne ab.

    Selbst Sie, Herr Hetzel, bewegen sich mit der bewussten Kargheit, den vier, dreieinhalb Grundklängen auf dem Terrain der europäischen Avantgarde!! Soviel noble Zurückhaltung, Reduktion, würden die US-Kollegen der o.g. Provenienz ihrem Publikum niemals zumuten.

    Und hier Herr Erbe, liegt der Pudel begraben: auch früher vergaben hierzulande Chöre Aufträge an Komponisten, die irgendwie im tonalen Duktus der Kirchenmusik oder des Zupfgeigenhansels hängengeblieben sind. Leute, die z.T. immerhin ihre Tradition irgendwo zwischen Distler und Hindemith definieren konnten, bei denen es bresgente oder orffte. Manchmal ganz nett, stilvoll, manchmal unglaublich platt, in unserer unseligen Dritten-Reichs-Zeit verheddert. Aber eben eine europäische tonale Tradition, die sich bewusst von der Neuen Musik fernhielt, ihr entflohen war, gebrauchsmusikalischer Ausflug von dieser war oder eben aus den tonaleren aber modernen Ansätzen der Musik des 20. Jhds. kam.

    Mit Svanes Requiem für einen Münchner Chor, wo es doch sonst killmayert und orfft, gerade in der Gebrauchsmusik für Chöre, immerhin gewagtere skandinavische Produkte durch den via-nova-Chor gepflegt wurden, so brav das auch manchesmal sein mag, ist nun der US-Stil, die US-Klassik hier angekommen, eine Musik ohne Tradition in der Neuen Musik – selbst Minimal hatte dies vorzuweisen, und wenn es nur fiktive Schönbergschülerschaft, Cagenähe gewesen wäre! Ungefiltert schlägt hier nun der Scoresoundtrack aus den Staaten auf, wie es mit Dead Man Walking gerade immer wieder in der Semperoper geschieht. D.h., dass demnächst sämtliche, auch die braveren, europäischen Traditionen alt aussehen gegen diese unmittelbaren Gefühlsansprachen, die aber so eingegrenzt sind, wie der Sex unter anständigen Bettdecken im US-Film, so hereinbrechen über uns, wie die neuesten 3D/HD-Effekte des US-Kinos, angekommen auf einer nicht mehr nur kommerziellen Ebene, nein mitten hinein in das Profitum traditionell wie modern ausgebildeter Musiker hierzulande…

    Gruss,
    A. Strauch

  17. Da ich angesprochen wurde, zusammengefasst, was ich meine:
    Wer gerne musikalische Pferdekutsche fährt wie die Amischen, soll das tun; wer gerne hinter einer europäischen Dampflok herzuckelt, soll das auch tun, aber ein wacher Macher von „hier und heute“ sollte schon ein Gespür haben dafür, dass das musikalische Formulierenwollen des Unsagbaren – und da gehört für mich 9/11 dazu – Unsägliches hervorbringt und hervorgebracht hat.

    Guntram Erbe

  18. @querstand: Habe mir aus Ihrer Linksammlung jetzt nur mal den John Adams angehört (und zwar komplett, auch die nicht von Ihnen verlinkten Passagen), ganz einfach, weil ich den Komponisten als einzigen schon kannte.

    Adams‘ Komposition hat sehr wohl kontrapunktische Elemente, man kann sie sogar komplex nennen, jedenfalls ist es kein „Scoresoundtrack aus den Staaten“. Gut, diese Art „Requiem“ ist nun wirklich nicht mein Geschmack (bin Agnostiker), aber das gehört nicht hierher.

    Was spricht eigentlich dagegen, dass „Amerika seinen eigenen Musikkuchen im klassischen Bereich endgültig fertig“ bäckt? Das Land ist doch nun wirklich groß und alt genug :-)

    Dass vielen US-Komponisten die europäische (und us-amerikanische!) Nachkriegs-Avantgarde mittlerweile am A… vorbeigeht, muss wohl ganz einfach nüchtern zur Kenntnis genommen werden. Andererseits: Kann es nicht vielleicht doch sein, das die ästhetischen Ideen der 1960er Jahre nicht mehr zu den kompositorischen Aufgaben im Jahre 2011 passen?

    Jedenfalls habe ich weder Angst vor „unmittelbarer Gefühlsansprache“ noch vor, horribile dictu, „einer Musik ohne Tradition in der Neuen Musik“. Sorgen macht mir da schon eher ein von Larmoyanz unterfütterter diffuser Kulturpessimismus, der mir in diesem Blog leider immer wieder entgegenschlägt. Vermutlich ein typisch „alteuropäisches“ Phänomen ;-) Bin zwar selbst Alteuropäer, wie Sie ja freundlicherweise in der Analyse meiner Musik bereits feststellten, jedoch, vermutlich durch Sozialisation in „bildungsferner“ Umwelt, keineswegs so pessimistisch gestimmt, was die Zukunft der Kunstmusik angeht, wie viele hier offenbar.

    Ich kann mich natürlich auch täuschen, und viele Äußerungen in diesem Blog stellen lediglich ein „Klagen, ohne zu leiden“ dar.

    Aber jetzt wird’s spekulativ (und ein wenig bösartig, entschuldigung), also stoppe ich hier lieber, bevor ich mir weiter den Mund verbrenne…