Off IV

Frühstück in der Jugendherberge Villingen-Schwenningen. Ich bin sehr müde.
S. kommt an den Tisch und sagt etwas, wovon ich im gleichen Augenblick denke, dass ich es bloggen muss, aber ich habe jetzt schon wieder vergessen, was er gesagt hat.

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Transfer

nach Donaueschingen. Die Komponistinnen dürfen das Vokalkonzert gestalten. Sarah Nemtsov macht ein langweiliges Stück mit Texten von Adorno, Benjamin und Brecht. Clara Maïda wird unverhältnismäßig ausgebuht. Jennifer Walshes Stück war gut. Zu Iris ter Schiphorst habe ich keine Meinung.

Hinterher gehen wir ins Hotel Carlton. Ein trostloser Ort, in der Lobby ist eine riesige Teichanlage, in der viele große Fische in viel zu wenig Wasser liegen. Es ist einfach, für diese Tiere Mitleid zu empfinden. Im Raum „Van Gogh“ treffen sich die Teilnehmer des Off-Programms zum „Open Space“. Wir diskutieren zunächst über das Stück von Billone, dann schießen wir uns auf das Thema „Musik und Raum“ ein, das meiner Meinung nach völlig überbewertet wird. (Nicht die Komponisten, sondern die Veranstalter sind daran interessiert).

Danach essen wir einen Döner und durch einen fiesen Trick bezahlen wir das doppelte fürs Essen, obwohl wir gerade wegen des Geldes hingegangen waren. Dann gehe ich nochmal ganz schnell zur Notenaustellung, aber was ich suche, gibt es dort nicht mehr.

Dann beginnt auch schon das Abschlusskonzert. Saed Haddad präsentierte ein romantisches Klarinettenkonzert. Wann wurde nochmal Accanto uraufgeführt?
Lars Petter Hagen macht eine wirklich gute aber auch gefährliche Performance. Sein kitschiges Konzert für norwegische Fidel und Orchester wird mittendrin abgebrochen, damit er mit einiger Selbstironie etwas über die Fidel und das Stück erzählen kann. Er tut dies auf Englisch, der Dolmetscher „übersetzt“ aber einen Text von Adorno. So hat seine Kitschmusik eine Berechtigung, und Adorno wird ein bisschen veräppelt. Aber grundsätzlich schon gut. Kann man mal machen.

Danach das Stück von Andreas Dohmen, das mich sehr ärgert. Es heißt zirckel/ richtscheyt/ felscher. Der Titel bezieht sich auf einen für die meisten Menschen irrelevanten theoretischen Text von Albrecht Dürer. Das Stück hat nichts offensichtlich mit Dürer zu tun, aber irgendwie mochte das Publikum das Stück sehr. Mir war es egal. Dohmen trat hinterher total selbstgefällig auf die Bühne und breitete mit einer überheblichen Generosität die Arme vor Publikum und dem Orchester aus. Dann bekam er den Orchesterpreis und das Publikum tobte.

Bier im Bräustübel. Dann

Transfer

nach Villingen-Schwenningen.

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