„Das Gähren einer gewaltigen Bewegung“

Anders Behring Breivik

Skirbekk points out that European countries have earlier rejected the Germans when they used the argument of lebensraum as a motivation for their foreign policy. We should do the same thing now when other countries invoke the argument that they lack space for their population.

Anders Behring Breivik, „2083 – A European Declaration of Independence“

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No people has taken arms against invasions of its inner freedom, its own true essence, as the Germans: there is no comparison for the doggedness with which the German chose his total ruin, rather than accommodate himself to claims quite foreign to his nature.

Richard Wagner: „Was ist Deutsch?“ übersetzt von William Ashton

After all, we do not only have a right to resist the current development, it is our duty as Europeans to prevent the annihilation of our identities, our cultures and traditions and our nation states! Please contribute to distribute the compendium to as many patriotic minded Europeans as humanly possible in all 26 European countries. This is only be the beginning…!

Anders Behring Breivik, „2083 – A European Declaration of Independence“

Sehen wir hinaus über die Länder und Völker, so erkennen wir überall durch ganz Europa das Gähren einer gewaltigen Bewegung, deren erste Schwingungen uns bereits erfaßt haben, deren volle Wucht bald über uns hereinzubrechen droht. Wie ein ungeheurer Vulkan erscheint uns Europa, aus dessen Innerem ein beständig wachsendes, beängstigendes Gebrause ertönt, aus dessen Krater dunkle, gewitterschwangere Rauchsäulen hoch zum Himmel empor steigen und, Alles rings mit Nacht bedeckend, sich über die Erde lagern, während bereits einzelne Lavaströme, die harte Kruste durchbrechend, als feurige Vorboten, Alles zerstörend sich ins Thal hinabwälzen.

Richard Wagner, „Die Revolution“

Due to the fact that I have been exposed to decades of multicultural indoctrination I feel a need to emphasise that I am not in fact a racist and never have been.

Anders Behring Breivik, „2083 – A European Declaration of Independence“

Der Jude, der bekanntlich einen Gott ganz für sich hat, fällt uns im gemeinen Leben zunächst durch seine äußere Erscheinung auf, die, gleichviel welcher europäischen Nationalität wir angehören, etwas dieser Nationalität unangenehm Fremdartiges hat: wir wünschen unwillkürlich mit einem so aussehenden Menschen Nichts gemein zu haben.

Richard Wagner, „Das Judenthum in der Musik“

I still have a relatively inflated ego, with a constant need to feed on an intellectual level.

Anders Behring Breivik, „2083 – A European Declaration of Independence“

Ich komme zu Euch, um zu zerbrechen alle Ketten, die Euch bedrücken, um Euch zu erlösen aus der Umarmung des Todes, und ein junges Leben durch euere Glieder zu ergießen. Alles, was besteht, muß untergehen, das ist das ewige Gesetz der Natur, das ist die Bedingung des Lebens, und ich, die ewig Zerstörende, vollführe das Gesetz, und schaffe das ewig junge Leben. Ich will zerstören von Grund aus die Ordnung der Dinge, in der Ihr lebt, denn sie ist entsproßen der Sünde, ihre Blüthe ist das Elend und ihre Frucht das Verbrechen; die Saat aber ist gereift und der Schnitter bin ich.

Richard Wagner, „Die Revolution“

I also appreciate classical music. Opera: Wagner, Verdi, Mozart.

Anders Behring Breivik, „2083 – A European Declaration of Independence“

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6 Antworten

  1. querstand sagt:

    Warum Wagner mit dem Osloer Amokläufer paaren? Zugegeben, die Schrift Wagners zur Revolution klingt ähnlich. Nur bezieht sich unser Staatswesen nicht gerne auf die Bewegungen 1830/1848 die auch Wagner mitrissen? Also nicht den zeitlichen Kontext total außen vor lassen und wild intertextuell assoziieren!!

    An Wagner kann man sich gerne entzünden, zündelten völkermordend die Nazis mit dessen Gedankengut. Andererseits war Herr Wagner wieder ein Kosmopolit in Europa, wie es viele KollegInnen noch nicht sind und all seine selbsternannten Erben niemals gewesen sind…

    Gruss,
    A. Strauch

  2. Warum Wagner mit dem Osloer Amokläufer paaren?

    Weil der Mörder ihn als seinen Lieblingskomponisten bezeichnet (siehe oben).

    Andererseits war Herr Wagner wieder ein Kosmopolit in Europa, wie es viele KollegInnen noch nicht sind und all seine selbsternannten Erben niemals gewesen sind…

    Richtig. Ich wollte auch nicht implizieren, dass Wagner mörderische Tendenzen hatte oder er an irgendetwas schuld ist, sondern einfach nur die textliche Ähnlichkeit solcher „Bekenntnisprosa“ aufzeigen. Im Grunde sind mir alle suspekt, die mir sagen wollen, wie die Welt ihrer Meinung nach zu sein hat. Allein schon der Versuch eine Weltordnung zu schaffen trägt den Fundamentalismus und damit leider auch die Gewalt in sich.
    Bei Wagner wurde dieser Welterklärungsdrang zu besserer Kunst, als es seine Texte jemals waren – gottseidank! Bei Wahnsinnigen wie Brevik wird es zu Mord und Totschlag.
    Ich wollte damit nur einen Denkanstoß über totalitäre Thesen jeglicher Art (und die sind in Wagners Schriften zuhauf zu finden) geben, mehr nicht. Hierzu mag die Technik der Kollage dienen, man sollte das aber auch nicht überintepretieren…

    Moritz Eggert

  3. querstand sagt:

    Hallo Moritz!
    Ich stelle mir gerade Idomeneo als „Anregung“ für den spinnerten Osloer Amokläufer vor. Er impliziert ja auch Mozart… Irgendwie ein schwaches Bild!

    Es stimmt natürlich, dass Wagner der verdammte Stimulus für viel zu viel verrückte Menschen gewesen ist und wohl immer noch ist, besonders für selbsternannte Kulturretter. Ich stiess mich tatsächlich ein wenig an den Zitaten aus „Die Revolution“! Wie gesagt, irgendwie bezieht sich unsere Republiktradition merkwürdigerweise doch auf jene 1830/48er-Aufstände, die ja tatsächlich als Revolte der Bürgerlichen scheiterten. Dieses Deutschlandzusammenzwingen geschah durch Totalitarismen wie dem Kaiserreich oder dem 3. Reich.

    Wirklich „Erfolg“ hatte eine bürgerliche Bewegung eigentlich nur eineinhalb Mal: einmal die „L.M.A.A.“-Ausreisebewegung aus der DDR, ein halbes Mal das ökologische Umdenken als esoterisch-aufgeklärte (wie krude!) Nachwehe von 1968.

    Las grad ein wenig in Riccis „Mein Leben“. Aufschlussreich war folgendes Fragment daraus:

    Der Großherzog war nämlich bei dem Wunsche verblieben, von mir ein Konzert mit Bruchstücken aus meinen neuesten Werken aufgeführt zu wissen; hierüber hatte nach einiger Zeit Devrient mir wieder offiziell zu schreiben, bei welcher Gelegenheit er sich als Sieger über meine gegen ihn gespielten Intrigen zu erkennen gab, indem er mir zugleich versicherte, sein hoher Gönner wünsche dennoch das besprochene Konzert ausgeführt zu sehen, da er in seinem hohen Sinne die »Sache sehr wohl von der Person zu scheiden« wisse. Hierauf erwiderte ich mit einer einfachen Ablehnung.

    Spannend, dass ihm damals schon Menschen direkt ins Gesicht sagten, wie sie seine Musik schätzen, den Menschen aber im Licht arger Zweifel sehen. Das dies später keinem auffiel, ausser wohl Thomas Mann, oder man sich heute so seinen persönlichen Frieden oder einfach nur Waffenstillstand mit ihm schaffen kann, ist nach wie vor bezeichnend. Vielleicht sollte man in Zukunft Werk und Person noch stärker voneinander trennen und so zum Beispiel den Bayreuther Sommerauftrieb auf olympisches Vierjahresmass oder gar Oberammergauer Dekadenmetrum reduzieren. Dann dazwischen Ludwig-Musicals, ganz im Sinne der US-Besatzer – oder „Licht“ von Stockhausen.

    Apropos: ob Stockhausen den Massenmord in Oslo analog zu 9/11 auch dummerweise als „das grösste Kunstwerk“ bezeichnet hätte? Immerhin bezieht sich der Amokläufer eher auf „Europa“ denn die Islamisten. Es ist in all diesen Zusammenhängen ein weiterer Wahnsinn, wie Worte die Taten bestimmen: Wagners nationalistische, rassistische, antisemitische Sprüche, dieses 2083 des Mörders, die Bulletins der Al Quaida… Wieviel Worte werden auch in der Neuen Musik vom Stapel gelassen, bevor man zu Werke geht.

    Eine wirklich neue Musik müsste eigentlich endlich mal ohne all diese Vor-Worte auskommen. So sind selbst die witzigsten oder schärfsten Collagen „Neue Musik“, haben sie immer was „worthaftes“, was originär Literarisches, bezieht sich darin etliches der Neuen Musik eher auf die Literatur als Bildende Kunst. Und wie Collage immer wieder als Brücke zu mehr Verständnis dienen soll. Keine Sorge, das soll jetzt kein Angriff auf Deine obige „Kollage“ sein…

    Ich will noch anbringen, wie ich in einem nur im epaper nachlesbaren SZ-Feuilleton-Beitrag die Sicht vom Rock/Pop auf die Neue Musik vorfand: da freute sich der Autor über die stilistische Klarheit, den Purismus, der z.B. bei Arno Pärt herrsche im Vergleich zu den wildesten intellektuellen Kumuli der Pop- und Rock(kunst)musik. Und unsereins freut sich aber doch so gerne über U-Musik als Garant für mehr Farbe, Buntheit, Vielfalt, eben Collage, ja sogar Popularität. Manchmal nähern sich die Richtungen haarscharf aneinander vorbei an. So wie Brevik an Wagner?!? Ein fürchterlicher Vergleich. Also mehr Werk minder Worte. Dann hat man weniger Projektionsfläche, sich in Worttürmen zu verbeissen, lieber mehr Nachdenken sei der Menschheit empfohlen: da wird mancher fataler Gedanke wieder schnell vergessen bevor man ihn geschrieben wiederfindet…

    So gut, dass man die U-Haftverhandlung ohne Publikum durchführte. Unschön, dass im Zuge dieser Wahnsinnstat wieder megaverrückte Kontrolle der Menschen und Medien verlangt wird. Also weniger Worte, weniger 0 und 1, mehr Töne.

    So wäre eine neue Musikform heute nicht das „Lied ohne Worte“ sondern „Musik ohne Vor-Worte und (Vor-)Bilder“!!

    Gruss,
    A. Strauch

  4. querstand sagt:

    Oops – selbst in Welterklärung verfallen, das scheine ich zu sein. Eine leere Welt, das wünsche ich mir nach solchen Untaten. Aber diese Welt reagiert selbst sofort auf diesen Wahnsinn, bringt neuen Irrwitz hervor. Es geht immer weiter – hier weniger hoffend gemeint wie es sonst bedeutungsvoll, phrasendreschend aufgeladen wird. Eine andere Musik infolgedessen? Mir graut noch vor all den Post-9/11-Herzschmerz-Ergüssen…

    Gruss,
    A. Strauch

  5. @Alexander:
    Es gibt einen feinen Unterschied:

    Welterklärung = z.B. Philosophie, Kunst, Kultur etc.

    Erklären, wie die Welt der eigenen Meinung nach zu sein hat = Brevik und Konsorten.

    Letztere sind mir zutiefst unsympathisch, erstere zutiefst sympathisch. So wie Du :-)

  6. @ eggy,

    Welterklärung = z.B. Philosophie, Kunst, Kultur etc.

    Erklären, wie die Welt der eigenen Meinung nach zu sein hat = Brevik und Konsorten.

    Letztere sind mir zutiefst unsympathisch, erstere zutiefst sympathisch.

    natürlich sind Massenmörder zutiefst verabscheuungswürdig („unsympathisch“ ist mir hier ein zu schwaches Wort – klar, das war eine ironisch verschärfende Untertreibung von Dir, eggy)
    Die Frage ist:
    Kann man Brevik in einem Lars-von-Trier´schen Sinn verstehen? Oder vermittelt das Ergründenwollen bereits eine implizite Zustimmung, und kann deshalb nur innerhalb streng gezogener Systemgrenzen (z.B. innerhalb psychoanalytischer Diskurse oder im Geschichtsfoschungs-Kontext) neutral betrieben werden? Und: warum ist das so?

    – wechselstrom –
    P.S: auch die geisteswissenschaftlichen Disziplinen (Kultur, Philosophie) speziell des 19. und 20. Jahrhunderts sind ja nicht ganz frei von heftigen Magenschmerz-Effeketen.