Markiert: André Rieu

Old vs. new – oder der Friedhof der Kuschelklassik

Ich stelle mir das so vor: die Anhänger der „großen Alten“ stehen auf verlassenen Friedhöfen herum (zum Beispiel unsere klassischen Konzertsäle) und halten Zwiesprache mit den Grüften der Genies. Die Genies aber sind schon lange tot, und können nie antworten, da sie ihre Antworten schon gegeben haben. Zwischen den Grabsteinen huschen grell geschminkte, widerliche Leichenfresser herum, die die schon abgenagten Knochen der Genies immer wieder neu einkleiden, so dass sie fast lebendig scheinen. Aber nur fast. Diese fiesen Ghouls heißen zum Beispiel David Garrett oder André Rieu, und ihr debiles ewiges Grinsen verschwindet nie, wie das der Cheshire-Katze.

Preparing Atopy. A lecture in 6 parts. Part 1: The long Goodbye

(This is the English translation of a 6 part lecture that I gave in Mainz about the possibilities of what I call „atopical“ music)

THE LONG GOODBYE

It’s downright impossible to talk about the end of something. Endings tend to come later than one thinks, and when they come early, one usually didn’t expect them.
But still, I want to say it here, because it is true and because it is important to understand the full ramifications of this truth: that what we call “Classical Music” is…perhaps not completely dead, yet. But completely futile.

Vorbereitung der Atopie. Ein Text in 6 Teilen. Erster Teil: DER LANGE ABSCHIED

Die letzten Wochen waren so voller Reisen und Aktivitäten, dass ich es nicht geschafft habe, einen einzigen Text im Blog zu veröffentlichen. Ganz tatenlos war ich allerdings nicht in dieser Zeit – für meine Musikdozentur in Mainz entstand ein längerer Vortrag, in dem ich meine Gedanken zur aktuellen Situation der Musik und der Notwendigkeit eines neuen Musikverständnisses festgehalten habe und die Grundzüge einer „atopischen“ Musikästhetik umreiße.
Viele haben mich gefragt, ob ich diesen Text nicht im Blog veröffentlichen kann, was ich hiermit gerne tue.
Der Text hat 6 Teile, die ich im Abstand von ca. 2 Tagen veröffentlichen werde, darauf folgt die englische Übersetzung, die ich mir für die Ferien vorgenommen habe. Hier also der erste Teil.

Darmstadt Style. A music video.

Moritz Eggert is not Moritz Eggert anymore. In an unprecedented move the controversial German composer has given up all posts, sold all his possessions and has founded a HipHop band called „MC Lunaire and his Darmstadt Bitches“. With the revenue of the following video he hopes to start a career as a rapper and to bring the „Heavy Gut City Sound“ to the masses. And if he doesn’t: screw it! Follow him on Facebook, Twitter or the pages of the International Poodle Breeder’s society and the usual social media sh**.

Lebensbeichte einer Klarinettistin im Orchester von André Rieu

Lebensbeichte einer Klarinettistin im Orchester von André Rieu

Was die Klarinettistin in diesem Bild wohl denkt? Moritz Eggert hat ein Gedicht draus gemacht….

Die Zukunft ist grau. Grauhaarig. Ein Interview.

Die Zukunft ist grau. Grauhaarig. Ein Interview.

Die langsame Überalterung des Konzertpublikums wurde zum ersten Mal Anfang des letzten Jahrhunderts von Paul Hindemith wahrgenommen. Seitdem sind die damaligen Grauhaarigen weggestorben und wurden sukzessive bis heute durch noch ältere Grauhaarige ersetzt. Inzwischen sind auch schon die Musiker auf der Bühne vornehmlich grauhaarig (zum Beispiel ich).

Where is the turnaround?

Where is the turnaround?

The German word „Wende“ is difficult to translate. Basically it means “a change of direction”, a “turnaround”. It is very often used in politics to denote a change of government, or in economics to describe the change from a baisse to a hausse or vice versa.

Basically a “Wende” decides what paradigms will replace the old paradigms from now on. A paradigm change (like recently in the cultural politics of the Netherlands) is rarely a sudden thing. It has a preparing history and then a culmination point at which you suddenly realize that the train has left the station and will not turn back anymore.

Sommerlochtagebuch. Bad Blog goes daily.

Sommerlochtagebuch. Bad Blog goes daily.

Es ist Sommer. Der Bad Blog liegt darnieder. Patrick Hahn, Arno Lücker, Alexander Strauch – sie gelten nach ihren jeweils letzten Artikeln als verschollen, vermutlich Richtung Seychellen oder Sylter Badestrand. Nur ich, der alternde Bad Boy in Midlife Crisis, halte die Stellung (bis auch ich verschwinde – Richtung Paros, Griechenland, um der griechischen Ökonomie wieder auf die Sprünge zu helfen). Und schreibe mal ein kleines Sommertagebuch, so ganz ohne Plan, was mir halt jeden Tag so einfällt. 7 Tage lang. Versprochen!

Pianoscheiss mit Piano Guys

Pianoscheiss mit Piano Guys

Was bleibt von den Entwicklungen der Neuen Musik? Was z.B. von den fortgeschrittenen Spieltechniken, die lange Zeit eine fast exklusive Domäne der Darmstädter Schule waren? Was wurde man außerhalb dieser Zirkel schief angeguckt, wenn man im Flügel rumzupfte oder dem Cello kreischende Töne entlockte! Wie konnte man damit noch Klavierstimmer und alte Damen im Publikum schocken!
Doch all das ist mehr oder weniger Schnee von gestern, heute finden all diese Dinge ganz frei Verwendung in Videos wie diesem