Kategorie: Ästhetik

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139. Oder: wie alt sind die Opern im Durchschnitt, die an deutschsprachigen Häusern gespielt werden?

Und wenn sich nichts ändert, wird diese Zahl anwachsen. Die Opern werden immer älter werden, bis sich kaum noch jemand daran erinnert wie es einmal war, als tatsächlich noch neue Opern entstanden. Im Jahr 2100 wird man dann Opern hören, die meistens 222 Jahre alt sind. Im Jahre 2200 sind sie dann 322 Jahre alt. Die Opernhäuser werden inzwischen Staub angesetzt haben, man muss sich durch ganze Quadratkilometer von Spinnweben hindurchkämpfen, bis man das Foyer erreicht. Die Opernbühne ist voller Mumien, die allesamt „Nessun Dorma“ singen, als ewiger Zombiechor. Aber der Titel stimmt nicht mehr. Es müsste „tutti dormano“ heißen,

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Gibt es überhaupt „Komponistinnen“? Eine Videoreportage anlässlich des GEMA-Autorenpreises

Was treibt diese Frauen zu diesem hoffnungslosen Unterfangen an? Warum werfen sie ihr Leben weg, auch wenn sie Jahre brauchen um simpelste musikalische Zusammenhänge mit ihren naturgegeben kleineren Gehirnen mühsam nachzuvollziehen oder mit ihren kleinen Putzhänden zu “begreifen”?

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Die Liste der ewig gestrigen Opernhäuser, Teil 3 (Lübeck bis Zürich)

Ich bin den Spielplan 2017/2018 durchgegangen und habe das Alter (gerechnet von der Uraufführung) aller Opern ausgerechnet, die in dieser Spielzeit Premiere hatten. In die Rechnung gingen – um die Arbeit nicht ausufern zu lassen – nur szenische Opern/Musiktheater ein, keine Operetten/Musicals oder Kinderopern, falls in gesonderter „Off“-Sparte laufend.

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Eine Begegnung von Aussen – zum Tode Klaus K. Hüblers

Ich fasse es nicht! Klaus K. Hübler, der für mich radikalste Komponist in München, ist anscheinend vor kurzem gestorben. Und wie es mit ihm bisher immer war, erreichte mich diese Nachricht nicht über Münchner Kreise, sondern nahm ihren Umweg über das Ausland. Pavlos Antoniadis war der erste, der mich darauf...

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Die Liste der ewig gestrigen Opernhäuser, Edition Spielzeit 2017/2018 (Teil 2)

Für mich ist zum Beispiel ein Unternehmen wie die Metropolitan Opera ein solcher Museumsdistrikt. Es gibt viele Besucher, auch Touristen, die sehr viel Geld dafür zahlen, um zu sehen, wie Oper im vor allem 19. Jahrhundert aussah. Das ist schön anzusehen, und da das als Business funktioniert, ist dagegen auch grundsätzlich nichts einzuwenden. Aber ich würde nie und nimmer erwarten, dass die Met die Gegenwart abbildet, sie bildet allein die Vergangenheit ab, mit kostümierten Stars die so tun, als stünden sie in der Scala im Jahre 1850.

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Avenidas y whatever (Hommage an Nora und Eugen Gomringer)

Inzwischen ist es ja so, dass man schreiben kann, was man will, und irgendjemand kommt und interpretiert etwas hinein, was nicht drin steht. Daher habe ich provisorisch ein paar weitere Versionen des Gedichtes gemacht, die zeigen können, auf wie viele andere Weisen man es noch missverstehen kann. Schon mal vorsorglich.

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Die Liste der ewig gestrigen Opernhäuser, Edition Spielzeit 2017/2018 (Teil 1)

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in einen Buchladen, und alles was Sie finden ist Belletristik aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Kino, und auf dem Programm sind einzig und allein Filme von Chaplin, Eisenstein und George Melies. Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Museum, und alles was Sie sehen sind alleine die Gemälde, die Sie eh schon kennen, und zwar eine relativ kleine Auswahl von ca. 50 Stück.

Die wahre Art zu hören. (Spotify) 0

Die Kunst des Hörens

Die Musikpsychologie und -soziologie hat sich über Jahrzehnte auch damit befasst, Typologien von Hörern und Hörerinnen zu bestimmen. Die bekanntesten Untersuchungen dürften die Typologien musikalischen Hörens (Verhaltens) von Theodor W. Adorno und Klaus-Ernst Behne sein. Wer hört was und wie. Adorno hat das als soziologische Kategorie bestimmt, Behne eher als...

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Pierre, Morty, Luigi & Co. – Schätze von einst erneut ausgegraben

In den sozialen Netzwerken sorgt derzeit eine Bewegung von ambitionierten Musikliebhabern für Aufsehen, die auf der Suche nach vergriffenen Veröffentlichungen der Schallplattenindustrie etliche Archive, private Dachböden und Flohmärkte durchforstet. Aus dieser Recherchearbeit kommen nun besonders erlesene Fundstücke zeitgenössischer Musik – LPs erneut ans Tageslicht: Bildschirmfoto mit Auszügen aus der Sammlung...