Currentzis Hauptsponsor verkündet auf Putins Wirtschaftforum des Dirigenten Nibelungentreue zu Russland samt Auftritt als Geschenk

Teodor Currentzis & Musicaeterna auf Putins St Petersburger Wirtschaftsforum Juni 2022 als Geschenk der VTB Bank

Uns erreichen Hinweise aus Russland, dass Teodor Currentzis das von ihm geleitete, laufende Permer Diaghilev-Festival kurz mit Musicaeterna verließ, um exklusiv für die VTB Bank in Sankt Petersburg auf dem Internationalen Wirtschaftsforum, das laut russischen Medien, wie dem aus Perm berichtenden Medium Ural-Nachrichten, direkt vom Ukraine-Krieg führenden russischen Präsidenten Putin betreut wird, ein Konzert mit u.a. Werken von Ravel. Wir hätten es zeitweise sehr begrüßt, wenn Musicaeterna und Currentzis Russland verlassen hätten, um im Westen wie Tausende andere russische Kunstschaffende ins Exil zu gehen. Doch man blieb, da man laut Andrej Kostin, dem durch Putin ernannten Chef der VTB Bank, der mit dieser Bank Generalpartner für das St. Petersburger DOM Radio, dem Hauptsitz von Musicaeterna, ist und samt Chefin der russischen Nationalbank Elvira Nabiullina und dem Gouverneur von St. Petersburg wie Currentzis höchstselbst im Kuratorium der Musicaeterna-Stiftung sitzt, ihm in einem Gespräch mit Currentzis nach dem Kriegsbeginn vom 24.2.22 versicherte, so der Kommersant: „Herr Currentzis beendete das Programm des Abends mit Ravels leidenschaftlichem Bolero. Richtig emotional fiel die Rede des VTB-Chefs Andrej Kostin aus: ‘In St. Petersburg spürt man besonders, dass Russland zu Europa gehört. Viele Europäer trugen zur Entwicklung der russischen Kultur bei. Und Minkus und Petipa und viele andere – sie lebten hier, schufen, sind auferstanden, haben die russische Kultur und die Weltkultur großgezogen. Ich denke, Theodore ist einer von ihnen.‘ Herr Kostin sagte auch, dass Herr Currentzis nach dem 24. Februar um ein Treffen gebeten habe – und der Leiter der VTB habe bereits ’grob berechnet, wie viel er sparen könnte, wenn Teodor Russland verlassen würde, zumal alle Weltszenen auf ihn warten’. Aber ’er hat mir gesagt, dass er kein Verräter ist und er bleibt.‘ Die Entscheidung von Herrn Currentzis und die Rede von Herrn Kostin wurden von Boris Eifman und seinem Bewunderer Sergei Ivanov herzlich begrüßt.“

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VTB Bank Chef Kostin über Currentzis Russlandtreue, in URA, den Kommersant zitierend (automat. Übersetzung)

Wir möchten zudem daran erinnern, dass SWR (dort leitet Currentzis das Sinfonieorchester der Anstalt) wie auch das Konzerthaus Wien mit dem aus der Lichtensteiner Musicaeterna ausgetretenem Hauschef Matthias Naske zuletzt betonten, dass Currentzis und Musicaeterna vor weiteren Gastspielen das Sponsoring der im Westen sanktionierten VTB Bank klären müsse. SWR, windelweich vom Kulturressort, derweil internationale Kolleg:innen des SWR-Investigativressorts im russischen Angriffskrieg in der Ukraine durch russisches Feuer getötet werden: „Die finanzielle Unterstützung seines Ensembles musicAeterna mit Sitz in St. Petersburg durch die russische VTB Bank ist dem SWR bekannt. Diese ist aus heutiger Sicht sicherlich problematisch, besteht aber schon über einen längeren Zeitraum. Eine unterstützende Haltung für den laufenden russischen Angriff auf die Ukraine lässt sich daraus im Nachhinein nicht ableiten. Inwiefern die Finanzierung durch die VTB Bank für musicAeterna fortgesetzt wird, ist nach derzeitiger Kenntnis des SWR offen.“ Konzerthaus Wien: „Ferner setzte das Konzerthaus den Kartenverkauf für alle weiteren Konzerte von musicAeterna in der Spielzeit 2022/23 vorläufig aus, ‘solange bis eine unabhängige Finanzierung des Orchesters gesichert ist’, hieß es. ‘Das Wiener Konzerthaus darf die politische Dimension des Auftritts eines in St. Petersburg beheimateten Orchesters in der Zeit des durch den Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine verursachten unermesslichen Leids nicht ignorieren’ , so Naske damals.“

Teodor Currentzis beim Boarding in die Gazpromavia-Maschine auf Gazprom-Tour

Wir weisen auch darauf hin, dass mit dem Auftritt beim St. Petersburger Wirtschaftsforum Currentzis und Musicaeterna für die VTB Bank samt den Einlassungen von Kostin eben nicht das Sponsoring beenden, sondern vertiefen, ja, die Nibelungen-Treue zu Russland und einem dortigen Verbleib betonen. Zudem möchten wir in Erinnerung rufen, dass gerade Gazprom eine kaviarreiche Konzertreise von Musicaeterna finanzierte, derweil das regierungsnahe russische Gazprom dem Westen peu a peu die Gaslieferungen ganz abstellt oder massiv reduziert liefert und somit für die Klassikfans der Winter ziemlich teuer werden dürfte, nicht nur in Hinblick sündteure Kartenpreise für mutmassliche Musicaeterna West-Auftritte, dank VTB Bank preiswert in St. Peterburg für den Westen künstlerisch aufbereitet aka geprobt, dank Konzertbranche hier höchstpreisig verhökert an das daheim frierende oder hunderte Prozent höhere Heizkosten dank Russland verausgabende Publikum.

Kaviar und Salzbrot für Musicaeterna in Sachalin auf Gazprom-Tour

Fazit: Problematisches Sponsoring mit VTB Bank wird vertieft statt beendet. Es kommt ein noch problematischerer Sponsor mit Gazprom hinzu, mit dessen West-Tochter zuletzt Baltic Sea Symphony schnell Schluss machte. Man fliegt nicht unter dem Radar, man erklärt dem Hauptsponsor die Treue zu Russland. Man tritt nicht nur kulturell oder für Mitarbeitende von Sponsoren auf. Nein, man begibt sich als Generalpartner-Haupteinsatz auf das von Putin direkt „kuratierte“ St. Petersburger Wirtschaftsforum, wo Putin letzthin ganz tolle Sachen über den Westen verbreitete, die natürlich genauso unwichtig für z.B. die Salzburger Festspiele sind wie die Grußworte des russischen Botschafters in Wien an Frau Rabl-Stadler zum neuen Kultur-Aussenamtsjob infolge ihrer langjährigen Festspiele-Präsidentschaft mit deren besten Endzeit-Beziehungen zu russischen Sponsoren und der neuen Präsidentin Kristina Hammer, die zuletzt wohl nur betonte, dass Putin-nahe Künstler in Salzburg nichts zu suchen hätten.

Programm des VTB Auftrittes in Putins Wirtschaftsforum St Petersburg 2022

Doch wie Putin-fern bzw. Putin-unabhängig ist Currentzis wirklich? Er ist ganz eng an VTB-Chef Kostin gebunden, der eng an Putin gebunden ist wie die Musicaeterna-Kuratoriums Vorsitzende Chefin der Nationalbank und der St. Petersburger Gouverneur. Putins Lebenspartnerin leitet die Holding, der das DOM Radio gehört. Putins VTB Mann Kostin erklärt, trotz Möglichkeiten des Absetzens in den Westen, was all den Intendanten-Konstrukten aus dem Westen Hohn spricht, das Ensemble hätte nicht ins Exil gehen können, bliebe man in Russland, sei kein „Verräter“ – liebe Intendanten: welches Gschichterl kommt nun oder ereilt Euch endlich zumindest unerbittliche Transparenz, dass keine bei Euch erklingende Note je in Russland vorab unter diesen Sponsoren dort geprobt wurde?

Komponist*in

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