Die Radiowoche vom 28.02.22–06.03.2022

Im Radio. Foto: Hufner
Im Radio. Foto: Hufner

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 09. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr.

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Inhalt


mo – 28.02.2022


12:00 | hr2-kultur
Doppelkopf Am Tisch mit Viera JanárÄeková, „Hör-Herausforderin“

Mit Klängen experimentieren, das ist Metier der deutsch-slowakischen Komponistin Viera JanárÄeková. Der Weg zu einer eigenen Klangsprache führt die Musikerin von Bratislava und Prag über Kanada nach Deutschland. Erst in der Mitte ihres Lebens beginnt die Pianistin zu komponieren. Autodidaktisch.

19:30:00 | Ö1
On stage live aus dem Wiener RadioKulturhaus: Franui und Nikolaus Habjan interpretieren Georg Kreisler

Im Juli 2022 jährt sich der Geburtstag des Wiener Chansonniers Georg Kreisler zum 100. Mal, und die Osttiroler Musicbanda Franui nimmt dies zum Anlass, einige seiner berühmt-berüchtigten Lieder neu zu interpretieren. Die Sänger/innenrolle nimmt dabei in erster Linie „Lady Bug“ ein, die Soubrette, die nach eigenen Angaben bereits seit 15 Jahren auf Abschiedstournee ist. Hinter der charmanten, alten Dame, die mal melancholisch wirkt, dann wieder in bitterbösen Texten zum Sarkasmus neigt, steckt Nikolaus Habjan -und der aus Graz stammende Sänger, Kunstpfeifer und Puppenspieler weiß diese seine Figur und verwandte Charaktere wie immer genial in Szene zu setzen.

Kreisler-Hits wie „Alles nicht wahr“, „Everblacks“, „Tauben vergiften“, oder „Der Staatsbeamte“ werden auf diese Weise ebenso neu interpretiert wie noch zu entdeckende Lieder des vielseitigen Musiker-Dichters, der als Kind einer jüdischen Familie 1938 in die USA emigrieren musste, dort 1943 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft annahm und 1955 wieder nach Österreich zurückkehrte, das ihm in der Folge nicht mehr so recht zur Heimat werden wollte.

Franui, das mit Hackbrett, Harfe, Zither, Violine, Kontrabass, Akkordeon sowie allerlei Holz-und Blechblasinstrumenten bewehrte Ensemble um Trompeter Andreas Schett, fasst Kreislers Lieder in transparente, facettenreiche, vielfärbige Klanggefüge ein, die die launischen, tiefsinnigen Texte der Chansons voll zur Geltung kommen lassen.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Musik der Gegenwart: Neue Musik aktuell

23:00 | hr2-kultur
Doppelkopf Am Tisch mit Viera JanárÄeková, „Hör-Herausforderin“

Mit Klängen experimentieren, das ist Metier der deutsch-slowakischen Komponistin Viera JanárÄeková. Der Weg zu einer eigenen Klangsprache führt die Musikerin von Bratislava und Prag über Kanada nach Deutschland. Erst in der Mitte ihres Lebens beginnt die Pianistin zu komponieren. Autodidaktisch.

23:03 – 24:00 | Ö1
Zeitgenössische Musik als Ritus – Donaueschinger Musiktage 2021. Das Omnibus-Ensemble aus Tashkent

Die Donaueschinger Musiktage feierten 2021 ihr 100-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass haben sie sich ein besonders Projekt überlegt – sie spürten Ensembles und Musikschaffenden nach, die in Donaueschingen und Europa noch nicht überall bekannt sind und / oder deren Konzepte der Interpretation zeitgenössischer Musik anders sind als hierzulande gewohnte.

Das Omnibus-Ensemble aus Tashkent spielt zeitgenössische Kompositionen und ist weltweit aktiv. So weit so gut.  Bei den Donaueschinger Musiktagen 2021 ist es im Rahmen Schwerpunkts „Donaueschingen global“ aufgetreten. Denn so manches ist anders als beim Hören und Sehen der bekannten Ensembles für zeitgenössische Musik. Das Omnibus-Ensemble arbeitet eng mit den Komponierenden zusammen und das auf besondere Art und Weise. Ein fertiges Stück wird nicht eins zu eins interpretiert, sondern dramaturgisch mit anderen Stücken und Übergängen zu einer Gesamtperformance verwoben. Performatives gehört genauso wie die Interpretation der Musik zum Konzept. Und nicht strahlen die Musikerinnen und Musiker eine eine unglaubliche Präsenz aus Gestaltung: Nina Polaschegg

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazztoday

Doppelt Gemoppelt Teil 1: Henning Sieverts präsentiert jazzige Zwillingspärchen: die Altsaxophonisten Heinrich von Kalnein und Roland Schäfer, die beiden singenden Kontrabassisten Slam Stewart und Major Holley oder die vier Posaunisten von „Trombonefire“.


di – 01.03.2022


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Innere und äußere Räume – Die Klangkünstlerin Clara Oppel

Von Florian Neuner. Die in Graz lebende Clara Oppel arbeitet an der Verräumlichung von Klängen, gestaltet akustische Räume und lässt darin Gegenstände sprechen.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese – Fasching! Bayerische Komponisten

Rodion Schtschedrin: Humoresque (Igor Levit, Klavier); Wilhelm Killmayer: Kammermusik (Ensemble Modern: Pablo Druker); Wilfried Hiller: „Im schönsten Wiesengrunde“, Tomi-Ungerer-Polka (Münchner Petersturmmusik); Jörg Widmann: „Dubairische Tänze“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Peter Rundel); Wilfried Hiller: „Schildkröten-Boogie“ (Werner Thomas-Mifune, Violoncello; Benedikt Köhler, Norbert Groh, Klavier); Capriccio (Münchner Rundfunkorchester: Bert Grund); Moritz Eggert: „Hämmerklavier“, One man band II (Dorrit Bauerecker, Stimme, Pfeifen, Mundharmonika, Klavier, Percussion); Rodion Schtschedrin: „Alte russische Zirkusmusik“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Lorin Maazel); Werner Thomas-Mifune: „Figaro in Afrika“ (Werner Thomas-Mifune, Violoncello; Günther Happernagel, Vibrafon); Wilhelm Killmayer: „… davongekommen“ (Salonisti Bavaresi: Florian Sonnleitner); Wilfried Hiller: „Aus dem Notenbüchlein für Tamino“ (Münchner Flötenensemble: Elisabeth Weinzierl); Richard Wagner/Wilfried Hiller: „Walkürenritt“ (Suzanne Bradbury, Friedemann Winklhofer, Orgel)

20.04 | WDR 3
Konzert: Musik der Zeit: Kontakte

Ein einziger elektrischer Impuls – ein simples „Knack“ – und dahinter eine ganze Welt: So dachte der Komponist Karlheinz Stockhausen.

In den 1950er Jahren tüftelte er Tag und Nacht an neuartigen, „unerhörten“ Klängen. Im legendären Studio für elektronische Musik des WDR entstand dabei eines seiner Hauptwerke: „Kontakte“ für elektronische Klänge, Klavier und Schlagzeug.

Etwa zur gleichen Zeit verfolgte Mauricio Kagel ganz ähnliche Gedanken: In „Transición II“ erzeugt der Pianist Clusterklänge, die den Übergang vom Klang zum Geräusch bilden. Gleichzeitig traktiert ein Schlagzeuger das Innere des Klaviers. Zuspielungen überlagern das Livegeschehen mit bereits Gespieltem. Dabei entsteht ein vielfarbiges Gebäude klanglicher Möglichkeiten eines einzigen Instruments. Die Erweiterung von instrumentalem Potenzial untersucht auch Vassos Nicolaou: Das Klavier wird hier zum instrumentalen Chamäleon. Auch Jan St. Werner arbeitet mit der virtuellen Verräumlichung von Klang: Perkussion und Elektronik treffen nicht nur auf der Bühne, sondern auch an verschiedenen Positionen im Saal aufeinander. An die Stelle von Zentralität und Frontalität treten Bewegung, Verschiebung und die Gleichzeitigkeit verschiedener Blickrichtungen.

Mauricio Kagel: Transición II für Klavier, Schlagzeug und Tonband | Jan St. Werner: central spark in the dark für Schlagzeug und Elektronik | Vassos Nicolaou: Centrifugal für Klavier und Live-Elektronik | Karlheinz Stockhausen: Kontakte für elektronische Klänge, Klavier und Schlagzeug

Pierre-Laurent Aimard, Klavier; Dirk Rothbrust, Schlagzeug; Marco Stroppa, Klangregie. Aufnahme aus dem Kölner Funkhaus

20:05 bis 21:00 | SWR 2
SWR2 Jazz Session: Triebfedern – Frauen, die Jazz in Deutschland beflügelt haben (1/5) – Susanne Schapowalow (Fotografin)

Von Franziska Buhre und Julia Neupert. Jazz in Deutschland – das ist eine Geschichte, die ihre Geschichten oft vergisst. Wir erzählen sie in dieser Porträtreihe, die Geschichten von Frauen, die hierzulande den Erfolg des Jazz jahrzehntelang mitgestaltet haben. So wie die Fotografin Susanne Schapowalow: Geboren 1922, kam sie zum ersten Mal in den 1940ern mit Jazz in Berührung. Ab 1948 fährt sie zu Konzerten in ganz Europa, um berühmte Musiker*innen zu fotografieren. Allein ihr Werk an Jazzaufnahmen umfasst über 11.000 Fotografien, dazu zahlreiche aus dem Bereich Neue Musik, von Schriftstellern und anderen Persönlichkeiten. (Teil 2, Dienstag, 8. März 2022, 20.05 Uhr)

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Ich möchte ein Eisbär sein – Die (verpasste) Chance der Neuen Deutschen Welle

Von Michael Rebhahn. Am Ende war es ein gewisser Markus, der „Spaß“ wollte oder Fräulein Menke, die sich mit ihrem „Tretboot in Seenot“ wähnte: Als Klamaukschlagermühle blieb die Neue Deutsche Welle nach ihrer beispiellos rasanten Kommerzialisierung im Gedächtnis. Dabei hätte sie das Zeug zu einer veritablen musikalischen Revolution gehabt, als sie Anfang der 1980er-Jahre so ziemlich alles untergrub, was bis dahin im deutschsprachigen Rock & Pop gebräuchlich war. Michael Rebhahn erinnert an ein kurzlebiges Genre, dessen kompromissloses Ideal einer wirklich neuen Musik bis heute beeindruckt.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Rhythmusspiele für Fortgeschrittene

Das Jens Düppe Quartett; Frederik Köster, Trompete; Lars Duppler, Piano; Christian Ramond, Kontrabass; Jens Düppe, Schlagzeug. Aufnahme vom 8.10.2021 aus der Jazz-Schmiede, Düsseldorf

Am Mikrofon: Michaela Natschke. Im Herbst 2021 erschien die vom Deutschlandfunk produzierte Platte „The Beat” des Jens Düppe Quartetts. In den Stücken des Programms spielt der Kölner Schlagzeuger mit dem Grundelement Rhythmus: Überlagerungen, Verschiebungen, Verschachtelungen sind das Material, aus dem er seine Kompositionen baut. Dabei lässt er sich auch von Strukturen der Minimal Music inspirieren. Unter dem Zugriff seines seit 2013 fest bestehenden Quartetts werden diese Rhythmuskonstrukte zu vitalem zeitgenössischem Jazz mit großen Spannungsbögen und aufregenden Soli. Das Konzert in der Jazz-Schmiede Düsseldorf war eines der ersten, bei denen die Band das Programm vor Publikum präsentierte.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Musikszene: Zwischen Sehnsucht nach der Heimat und Aufbruch ins Neue – Die Musik der osmanisch-amerikanischen Diaspora

Von Thomas Ibrahim. Ian Nagoski aus Baltimore ist Musikforscher und Plattenproduzent. Seit mehr als zehn Jahren veröffentlicht er auf seinem Label Canary Records vorwiegend Musik aus dem frühen 20. Jahrhundert. Der Katalog seines Labels machte zunächst unterschiedlichste Tonaufnahmen zugänglich. Vergessene oft obskure Aufnahmen, von denen Nagoski manche buchstäblich aus dem Müll gezogen hat. Doch über die Jahre hat sich bei dem Sammler eine besondere Leidenschaft abgezeichnet: Songs von Immigranten aus dem Nahen und Mittleren Osten, „Musik der osmanisch-amerikanischen Diaspora“. Und er fing an zu recherchieren: Wer waren die Musiker und Sängerinnen auf den Aufnahmen? Was war ihre Lebensgeschichte? In der „Musikszene” erzählt Nagoski von bewegenden Biografien und Musik, die ins Herz trifft.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Im Gespräch mit dem Komponisten und Tenor Mathias Monrad Møller
Eine Sendung von Kristin Amme

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Musik der Gegenwart: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2022

Zu den erfolgreichsten jüngeren Ensembles der zeitgenössischen Musik gehört das 2010 gegründete LUX:NM contemporary music ensemble berlin. Die sechs Musikerinnen und Musiker der Stammbesetzung verstehen sich als undirigiertes Ensemble auch als Initiatoren für neue Musik. Nach ihrem Debüt bei Ultraschall Berlin vor vier Jahren präsentierten sie nun erneut eine Reihe von Uraufführungen von Werken, die dem Ensemble mit seiner ungewöhnlichen Besetzung auf den Leib geschrieben worden sind. Aufnahme vom 22. Januar 2022 im radialsystem

23.03 | WDR 3
open: Ex & Pop: Mit Klaus Walter
160 Jahre Velvet Underground – John Cale 80, Lou Reed 80

23:03 – 24:00 | Ö1
Analyse von Lutosławskis Streichquartett – Neue Musik auf der Couch. Thomas Wally analysiert das Streichquartett (1964) von Witold Lutosławski

Zwar ist beim Entstehungsprozess dieses Meilensteins der Streichquartettgeschichte nicht gewürfelt worden, dennoch zählt diese Komposition zu den Hauptwerken der Aleatorik; spielt doch der gelenkte Zufall hier eine ausgesprochen wichtige Rolle. Von „individualisierter Zeitschichtung“ spricht der Musikpublizist Ulrich Dibelius, und benennt damit treffend einen wesentlichen Punkt des aleatorischen Kontrapunkts: Über weite Strecken spielen die einzelnen MusikerInnen in Witold Lutosławskis Streichquartett aus dem Jahr 1964 zeitlich voneinander gelöst, wodurch eine ganz eigene Klanglichkeit erreicht wird. „Das Ziel meiner Bestrebungen war lediglich ein bestimmtes klangliches Resultat. Dieses Resultat – speziell was Rhythmik und Ausdruck angeht – ist auf keinem anderen Weg zu erreichen“, so der polnische Komponist über seine spezielle Kompositionstechnik.

Thomas Wally, neben seiner Tätigkeit als freischaffender Komponist und Violinist auch an der Wiener Musikuniversität als Senior Lecturer in musiktheoretischen Fächern aktiv, betrachtet das Streichquartett von Lutosławski aus (hör)analytischer Perspektive: Was hören wir, wenn wir dieses Werk hören? Worauf können wir achten? Was sind Besonderheiten, denen wir Aufmerksamkeit schenken sollten? Den Hörer/innen werden analytische Tools bereitgestellt, mit deren Hilfe diese Musik mit einem geschärften Fokus wahrgenommen werden kann. Gestaltung: Thomas Wally; Redaktion: Rainer Elstner

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: News & Roots

Doppelt gemoppelt – Teil 2: mit Jay Jay Johnson & Kai Winding, Duke Ellington & Billy Strayhorn, Stephane Grappelli & Yehudi Menuhin u.a. Moderation und Auswahl: Henning Sieverts


mi – 02.03.2022


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Chormusik: Katia Tchemberdji – Theorina – Zauberin der Musik

Ein musikalisches Hörspiel. Theorina – Christina Roterberg, Sopran; Virus Vampirus – Thomas Quasthoff, Sprecher; Katia Tchemberdji, Klavier; Mädchen der Singakademie zu Berlin; Leitung: Friederike Stahmer und Cornelia Schlemmer. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Hans Sternberg: Bläserquintett (Residenz-Quintett München); Sonate (Jürgen de Lemos, Violoncello; Hans-Dieter Bauer, Klavier); Trio (Gay Hardy, Oboe; Wolf-Dieter Vollmann, Violine; Leopold Schindler, Klavier); Drei Bagatellen (Hans-Dieter Bauer, Klavier); „Neam-Suite“ (Nürnberger Symphoniker: Heribert Müller-Veith); Edgar Bredow: Concertino (Walter Herold, Oboe; Fränkisches Landesorchester: Edgar Bredow); Bertold Hummel: „Due a Due“, op. 88 a (Normand DesChênes, Saxofon; Denis Dionne, Percussion); Werner Heider: „Ritmica 1958“ (Fritz Mensching, Saxofon; Gustl Scheurer, Trompete; Enrique Crespo, Posaune; Hans Haushammer, E-Bass; Heinz Maiwald, Schlagzeug; Nürnberger Symphoniker: Werner Heider)

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
Querköpfe: Kabarett, Comedy & schräge Lieder – Vom Stempellied zum Showgeschäft – Der Liedtexter Robert Gilbert

Von Stephan Göritz. (Wdh. v. 10.7.2017). Ende der 1920er-Jahre schreibt ein David Weber für den Arbeitersänger Ernst Busch Protestlieder. Hinter dem Autorenpseudonym steckt Robert Gilbert, Sohn eines bekannten Operettenkomponisten, der seine bürgerliche Familie nicht verschrecken will. Wenig später ist er einer der erfolgreichsten Schlagertexter. Er arbeitet für Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann oder Heinz Rühmann, und bald singt ganz Deutschland seine Zeilen wie „Das gibt’s nur einmal“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten dichtet Robert Gilbert: „Das Land ist aufgebrochen – wie ein Pestgeschwür.“Als Jude und Linker bleibt ihm nur die Flucht. In Amerika kämpft er den mühsamen Kampf, auch in einer fremden Sprache anspielungsreiche Texte zu schreiben. Nach dem Krieg kehrt er nach Europa zurück und nutzt seine im Exil erworbenen Englischkenntnisse, um große amerikanische Musicals wie „Cabaret“oder „My Fair Lady“ins Deutsche zu übertragen. Sein Weg hat ihn von der Revolte zum Showgeschäft geführt, doch Wortwitz und Doppelbödigkeit ist er stets treu geblieben. Das wissen auch Kabarettisten und Chansonsänger späterer Jahrzehnte zu schätzen, wie Mary oder Malediva, Annette Postel oder Scarlett O’, die Robert-Gilbert-Texte in ihre Programme aufnehmen.Die Sendung ist eine Wiederholung vom 10. Juli 2017, in Erinnerung an den am 4. März 2018 verstorbenen „Querköpfe“-Autor Stephan Göritz.

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 NOWJazz: Magazin

Von Bert Noglik. Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer Alben.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.  Gestaltung: Marlene Schnedl

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazz aus Nürnberg: Jazz & Beyond – „Zeit, Feuervögel und gute Weill“

Mit Aufnahmen von Bill Carrothers, Vincent Courtois, Bryan Ferry, Alma Naidu und anderen. Moderation und Auswahl: Beatrix Gillmann

Mit Vincent Courtois ist das Cello im Jazz großartig besetzt. In seinen eigenen Kompositionen bezieht sich der 1968 geborene Franzose bisweilen auf Literatur, etwa auf Romane des Amerikaners Jack London. Auf der CD „Firebirds“ – Feuervögel – entwickelt Courtois gemeinsam mit dem amerikanischen Pianisten Bill Carrothers, Jahrgang 1964, einen lyrischen Wortschatz. Eine Musik, die aus der Ruhe entsteht, Klang für Klang. Interne Kommunikation und kammermusikalisches Spiel stehen im Vordergrund. Einerseits lässt dieser Austausch leise Zwischentöne zu, andererseits entwickelt er einen Sog. Ein Aspekt, der auch der Musik des deutschen Komponisten Kurt Weill innewohnt, der von 1900 bis 1950 lebte und den Viele aus seiner Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Bertold Brecht kennen („Die Dreigroschenoper“, „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“). Weills Musik besitzt blitzenden Witz und auch Biss – besonders sein vielleicht berühmtestes Stück „Mack the Knife“. Doch auch die ruhig fließenden Songs werden von Jazzmusikerinnen und -musikern immer wieder als Vorlage für Improvisationen genommen. Und auch einer, der fast fünf Jahrzehnte Rockmusik schrieb, bewegt sich auf Spuren Kurt Weills: der Sänger Bryan Ferry. As time goes by. Zart und filigran mögen die Klangspuren erscheinen, die die junge Sängerin Alma Naidu hinterlässt. Vor wenigen Tagen wurde das Debüt-Album der 1995 in München geborenen Songwriterin und Bandleaderin veröffentlicht. Es heißt einfach nur „Alma“. Zeit damit zu verbringen – in dieser Sendung und darüber hinaus – lohnt sich, findet Beatrix Gillmann, die die heutige Stunde vor Mitternacht unter das Motto „Zeit, Feuervögel und gute Weill“ stellte.


do – 03.03.2022


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Klangwerkstatt Berlin

Kunstquartier Bethanien. Aufzeichnungen vom 05. – 14.11.2021

Sidney Corbett: „Piano Valentines Book I-III“ (Auszüge) (1988-2000) für Klavier. Yoriko Ikeya – Klavier | Eliav Brand: „Music for (absolutely all) the People“ (2020) für eine Gruppe von Amateurmusikern. Ensemble KNM Berlin & KNM campus ensemble

Experimentelle musikalische Versuchsanordnungen, partizipative Ansätze und das Zusammentreffen von Musikerinnen und Musikern, die an ganz unterschiedlichen Stellen in ihrer Laufbahn stehen – dafür steht das Berliner Festival „Klangwerkstatt“ seit über drei Jahrzehnten. Jede Zusammenarbeit, jede Begegnung soll sich auf Augenhöhe abspielen, sowohl zwischen Musikern verschiedener Generationen als auch mit dem Publikum.

So gestaltete das „Ensemble KNM Berlin“ mit der Amateurgruppe „KNM campus ensemble“ einen gemeinsamen Abend. Außerdem spielte die Pianistin Yoriko Ikeya Auszüge aus den „Piano Valentines“ von Sidney Corbett – eine Reihe von Klavierminiaturen, die der Komponist als „Postkarten ins Jenseits“ bezeichnet. Bei der Klangwerkstatt 2021 wurde das „Book III“ der seit 1988 kontinuierlich gewachsenen Werkreihe uraufgeführt.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Gerhard Dorda: „Impressionen“, Adagio; „Expression“ (Rose Marie Zartner, Klavier); Karl Erhard: Sonate (Karl und Gertrud Kottermaier, Klavier); Ernst Fienbork: Divertimento (Max Hecker, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Karl Kolbinger, Fagott); Moritz Eggert: Aus „Hämmerklavier“ (Dorrit Bauerecker, Stimme, Pfeifen, Mundharmonika, Klavier, Percussion; Moritz Eggert); Kurt Graunke: Symphonie Nr. 7 (Symphonie-Orchester Graunke München); Harald Genzmer: „Christ ist erstanden“ (Hedwig Bilgram, Orgel)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Münchner Symposion: Paul Hindemith und Edmund von Borck

Im Rahmen des 1. Internationalen Hindemith-Wettbewerbs für Viola im Oktober 2021 an der Münchner Musikhochschule fand auch ein Symposion statt zum Thema „Paul Hindemith und Edmund von Borck – Komponieren im Dritten Reich“. Im Zentrum stand dabei der Namensgeber des Viola-Wettbewerbs, der Komponist und Bratscher Paul Hindemith, der im Dritten Reich zunächst in Deutschland geblieben war, dann aber, nachdem er aber mehr und mehr von Auftritten und Aufführungen ausgegrenzt wurde, emigrierte. Anders der weitaus weniger bekannte Komponist Edmund von Borck, der während der gesamten Nazi-Zeit in Deutschland blieb und schließlich im Kriegsdienst als Soldat fiel. In zwei Vorträgen und einer Gesprächsrunde wurde das sehr komplexe Thema weiter vertieft. Die Sendung fasst Aussagen und Erkenntnisse der Referate und der Diskussion zusammen. Eine Sendung von Robert Jungwirth

19:05 bis 20:00 | Deutschlandfunk Kultur
Zeitfragen: Forschung und Gesellschaft – Magazin

19:30-20:00 Zeitfragen. Feature: Long Covid – Covid-19-Spätfolgen rücken das Chronische Fatigue-Syndrom in den Fokus

Von Elmar Krämer. Das Chronisches Fatigue-Syndrom gilt als eine der letzten rätselhaften Krankheiten. Durch Long-Covid-Patienten, die über ähnliche Symptome klagen, könnte die Erforschung der Krankheit neuen Auftrieb bekommen.

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Musikfabrik im WDR 80

Das 80. Konzert des Ensembles Musikfabrik im WDR Funkhaus: mit 5 Dingen von echter Relevanz, einer Weltpremiere und einer Deutschen Erstaufführung sowie bronzezeitlichen Instrumenten

Selbstbewusst meldet schon der Titel des Werkes von Mikołaj Laskowski Relevanz an: „Five things that really matter“. Tatsächlich wurde das Stück 2021 mit dem Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet. Mikołaj Laskowski interessiert sich für das Verwischen von Trennlinien: zwischen Science fiction und Neuer Musik, New Age und Konzertmusik zum Beispiel. Der 1988 in Polen geborene und in Berlin lebende Mikołaj Laskowski gehört zu den interessantesten jungen Komponisten der Gegenwart. Aber das lässt sich auch über den ein Jahr älteren Italiener Francesco Ciurlo sagen. Er ist Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs, sein Werk für Oboe und Ensemble ist 2020 für seine Portrait-CD mit dem Ensemble Divertimento entstanden. Die Uraufführung dieses Abends, komponiert vom Norweger Rolf Wallin, weckt schon durch ihre Besetzung Neugier: Zwei nordeuropäische Horninstrumente aus der Bronzezeit, Luren genannt, konzertieren mit einem Streichquartett. Und Helena Tulve, die aus Estland stammt, begibt sich mit ihrem Werk stream 3 auf eine Forschungsreise in die geheimen Innenwelten der Klänge.

Rolf Wallin: Prillar für 2 Luren und Streichquintett, Uraufführung | Mikołaj Laskowski: Five Things That Really Matter für großes Ensemble | Helena Tulve: Stream 3, Deutsche Erstaufführung | Francesco Ciurlo: Abstraction to the Point of für Oboe und Ensemble

Peter Veale, Oboe; Christine Chapman und Marco Blaauw, Lure; Ensemble Musikfabrik, Leitung: Clement Power. Aufnahme aus dem Kölner Funkhaus

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT 2022 – Preisträgerkonzert

Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart an Benjamin Scheuer, Mikołaj Laskowski und Francesco Ciurlo

Kilian Herold (Klarinette); Teodoro Anzellotti (Akkordeon); Ensemble Musikfabrik. Leitung: Clement Power. (Konzert vom 3. Februar 2022 im Theaterhaus Stuttgart)

Neue Formen zwischen analogem und digitalem Wahrnehmen: Nach einem experimentellen Online-Festival 2021 legt ECLAT in diesem Jahr nach und verbindet das Publikum vor Ort mit Online-Zuschauern aus allen Kontinenten und Zeitzonen. Zu den vier Bühnen im Stuttgarter Theaterhaus, die das Festival mit Kammer- und Orchesterkonzerten, Installationen, szenischen Aktionen und Musiktheater bespielt, kommt eine fünfte, virtuelle Bühne.

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik | Die Ratio wird romantisch (2 / 4) – Deutschlands Neue Musik der Siebziger

Zwischen dem Aufruhr der Studierenden bei den Darmstädter Ferienkursen 1970 und der Gründung des Ensemble Modern 1980 erstreckt sich in Deutschland (West wie Ost) ein äußerst bewegtes Jahrzehnt der Neuen Musik.

Eine vierteilige Sendereihe von Werner Klüppelholz. Der Zeitzeuge Werner Klüppelholz erzählt, wie die ungeheure Politisierung der Tonkunst nach ‘68 allmählich in die Innerlichkeit mündete, wie die Gesellschaft als Zentrum des Denkens durch das Individuum ersetzt wurde, wie subjektive Strategien objektive Kompositionssysteme ablösten und welche Gründe das alles hatte. In der DDR, wo Komponisten einen listenreichen Kampf im und gegen den sozialistischen Realismus führten, vollzog sich eine paradoxe Gegenbewegung zur BRD; zumindest musikalisch hätten sich beide deutsche Staaten schon damals vereinigen können. Überdies wird eine Hitparade der Neuen Musik vorgestellt und die Frage aufgeworfen, ob der Rock ‘n Roll nicht die bessere Avantgarde sei.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 100. Geburtstag des Komponisten Kazimierz Serocki

Kazimierz Serocki: „Augen der Luft“ (Dorothy Dorow, Sopran; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Michael Gielen); Posaunenkonzert (Christian Lindberg, Posaune; Schwedisches Radio-Sinfonieorchester: Leif Segerstam); „Suita preludiów“ (Halina Siedzieniewska, Klavier); Suite (Nürnberger Posaunenquartett)

23:03 – 24:00 | Ö1
Ohrenspaziergänge und Klangerkundungen mit Annea Lockwood – Annea Lockwood – Doyenne der Elektronischen Musik

Das Plumpsen und Glucksen des Wassers, Geräusche die die Teile eines Landungssteges erzeugen oder transponierte Fledermausrufe. Das alles sind Ausgangs- und Anknüpfungspunkte der Inspiration, die bei der Komponistin Annea Lockwood Klangwelten entstehen lassen. Seit den frühen 1990er Jahren hat sie Stücke für eine Reihe von Ensembles sowie Musikerinnen und Musiker komponiert, wobei elektronische und visuelle Elemente eine wichtige Rolle spielen.

Im Oktober des Vorjahres hat das Institut für Elektronische Musik der Grazer Kunstuniversität die prominente Musikerin zu einem Porträtkonzert eingeladen, bei dem das interessierte Publikum in die Klangwelten der Komponistin eintauchen konnte; mit Hilfe des Ensembles Schallfeld.

(Aufgenommen am 22. Oktober 2021 im György-Ligeti-Saal der Grazer Kunstuniversität.) Gestaltung: Franz Josef Kerstinger – Stmk

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: All that Jazz – Zum 100. Geburtstag des Saxofonisten Eddie „Lockjaw“ Davis
Moderation und Auswahl: Marcus A. Woelfle


fr – 04.03.2022


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Roland Schmidt: „Der Gaukler“ (Wilfried Krüger, Horn; Hiro Sato, Trompete; Anton Laubenbacher, Posaune); Cornelius Hummel: „Acht Musiken für neun Streicher“ (il capriccio: Friedemann Wezel); Vivienne Olive: „The Dream Gardens“ (Annie Gicquel, Klavier); Tobias PM Schneid: „sacred landscapes“, ritual fragments (Hanno Simons, Violoncello; ensemble trioLog münchen); Zsolt Gárdonyi: Divertimento über Tanzweisen aus Siebenbürgen (Elisabeth Fuchs, Flöte; Angelika Ruhland, Oboe; Iwan Linnenbank, Klarinette; Sabine Müller, Fagott; Stefan Würger, Horn); Horst Lohse: „La morte d’Orfeo“ (Julius Berger, Violoncello; Roland Schmidt, Martin Homann, Schlagzeug; Nürnberger Symphoniker: Klauspeter Seibel); Hans Ludwig Schilling: „Metamorphosen über ein altes Liebeslied“ (Bläservereinigung der Nürnberger Symphoniker)

12:00 bis 13:00 | hr2-kultur
Doppelkopf: Am Tisch mit Uschi Brüning, „Ella aus Leipzig“

Als „Ella aus Leipzig“ wird Uschi Brüning verehrt. Obwohl der Staat, in dem die Sängerin großgeworden ist, Jazzmusik kritisch beäugte. In Ihren Memoiren unter dem Titel „So wie ich“ schildert die Jazzmusikerin ihren Weg zur Musik und auf die internationalen Bühnen. Schon von klein auf singt Uschi Brüning mit Begeisterung – zu Hause, auf der Straße, im Kinderheim, in der Schule. Mit 13 Jahren beschließt sie, als Sängerin berühmt zu werden. Ihre großen Vorbilder sind Caterina Valente und Ella Fitzgerald.

Mit den DDR-Jazzgrößen Klaus Lenz und Günther Fischer und an der Seite von Manfred Krug feiert die junge Uschi Brüning ihre ersten großen Bühnenerfolge. Sie gründet eine eigene Band, will sich als Frau in der Männerwelt des Jazz behaupten. Bald lernt sie den Saxophonisten Ernst-Ludwig Petrowsky kennen. Die beiden werden nicht nur ein Paar, sondern auch musikalische Duo-Partner und genießen als erfolgreiche Künstler manche Freiheiten: Jazz ist in der DDR die geduldete Nische, in der sich auch Unangepasste und Regimekritiker zwangslos zusammenfinden können. Auch nach der Wende kann Uschi Brüning bald wieder Fuß fassen, wenn auch überwiegend im Osten Deutschlands. Da kennt man sie, hier war sie die „Jazzsängerin Nr. 1“. Und sie ist froh, dass sie bis heute von Ihrer Musik leben kann.

Am 4. März 2022 wird Uschi Brüning 75 Jahre alt. Wir wiederholen zu Ihrem Geburtstag einen „hr2-Doppelkopf“ aus dem Jahr 2019. Gastgeberin: Karin Röder

14:05:00 | Ö1
Das Roman Schwaller Quartett mit Mel Lewis 1987 im Wiener Opus One

Am 18. Jänner 2022 feierte der in Wien lebende Schweizer Tenorsaxofonist Roman Schwaller seinen 65. Geburtstag. Fast auf den Tag genau 35 Jahre zuvor, am 20. Jänner 1987, stand er mit dem damals blutjungen italienisch-deutschen Pianisten Roberto Di Gioia, dem aus Deutschland stammenden Kontrabassisten Thomas Stabenow und dem legendären US-amerikanischen Schlagzeuger Mel Lewis auf der Bühne des längst verblichenen Wiener Jazzlokals Opus One. Der Vierer präsentierte sich in glänzender Spiellaune, neben Eigenkompositionen von Schwaller und Di Gioia waren auch Songs aus dem „Great American Songbook“ zu hören.

15:05 bis 16:00 | SWR 2
SWR2 Feature: Hier spricht die Polizei! – Doku über Polizeiarbeit in Sozialen Medien

das ARD radiofeature. Von Philipp Schnee. (Produktion: SWR 2022)

Polizeiarbeit heißt auch kommunizieren. Im Einsatz, im Alltag, mittlerweile aber vor allem in den sozialen Medien. „WTF are you talking about?“: So reagierte die Mannheimer Polizei 2017 nach einer Amokfahrt auf rassistische Gerüchte auf Twitter. Darf die Polizei so umgangssprachlich reagieren? Mit Tweets und Humor, mit Tieren und Terror, Quatsch und True-Crime-Grusel versucht sie mittlerweile immer häufiger, ihr Image aufzupolieren … Sollte sie nicht eher nüchtern informieren? Und wohin führt der Entertainmentwunsch der Exekutive?

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Shalom und Servus – Jüdische Kammerorchester in Deutschland

Nach der Machtübernahme Hitlers entzogen die Nazis jüdischen Musikerinnen und Musikern zunehmend die Auftrittsmöglichkeiten. Nach und nach wurden sie aus staatlichen und privaten Orchestern ausgeschlossen – und gründeten schließlich ihre eigenen Ensembles. So entstand beispielsweise das Jüdische Kammerorchester Hamburg, gegründet 1934 als Notgemeinschaft von Berufsmusikern. Seit seiner Wiederbelebung 2018 erinnert es an vergessene Komponisten und deren Werke – genau wie die Jüdische Kammerphilharmonie Dresden. In Stuttgart versteht sich das Kammerorchester Nigun als Fortsetzung des damaligen jüdischen Kammerorchesters, das 1933 sein letztes Konzert spielen musste, und setzt sich vor allem für junge Musikerinnen und Musiker ein. Eine ganz andere Philosophie dagegen vertritt das Jewish Chamber Orchestra Munich, das sich nach einer Umbenennung sein Jüdisch-Sein in den Namen geschrieben hat. Es möchte jüdische Gegenwartskultur sichtbar machen und nicht nur an die Shoah mahnen. Diese Sendung porträtiert die verschiedenen Kammerorchester in ihrem historischen und gesamtgesellschaftlichen Kontext. Eine Sendung von Sophie Emilie Beha

20:05 bis 21:00 | Deutschlandfunk
Das Feature: Der dritte Raum – Musik-Cafés in Japan

Von Andreas Hartmann. Regie: der Autor. Produktion: Deutschlandfunk Kultur/WDR 2021. In Japan existieren seit den 40er-Jahren sogenannte „Kissaten“, kleine Musikcafés, in die Leute gehen, um in Gesellschaft Musik zu hören. Ein kostbarer sozialer Raum zwischen Arbeit und Zuhause, „a home away from home“. Dieser „dritte Raum“ ist weder Zuhause (erster Raum) noch Arbeitsplatz (zweiter Raum), sondern ein Ort dazwischen: Hier kann man einfach nur sein. In einem Land, in dem die Wohnungen klein und kompakt sind, waren geräumige Kissaten sowohl Luxus als auch Notwendigkeit – eine Art gemeinschaftliche Wohnzimmer, in denen meist klassische Musik gespielt wurde, besucht von Menschen, die in der Gegend lebten und arbeiteten. Die Cafés gibt es noch heute. Doch was wird passieren, wenn die Besitzer, die heute meist um die 80 Jahre alt sind, einmal nicht mehr da sind? Gibt es junge Leute, die die Tradition der Musikcafés fortführen? Und wenn ja: in welcher Form? Wie sehen die Jungen die Funktion des dritten Raums? Haben sich diese Art sozialer Räume überlebt?

22:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Von kaustischem Zynismus zur witzigen Parodie – Der englische Exzentriker, Maler, Schriftsteller und Komponist Lord Berners (1883-1950)

Von Richard Schroetter. Eigentlich sollte er in den diplomatischen Dienst eintreten. Doch da gefiel es ihm nur kurz. Nach einer großen Erbschaft wechselte er den Namen und nannte sich von nun an Lord Berners. Er widmete sich jetzt ganz seinen Hobbys: der Musik, dem Malen und der Schriftstellerei. Als Komponist bildete er sich autodidaktisch weiter. Igor Strawinsky, der ihn in Rom kennenlernte und schätzte, gab ihm Nachhilfeunterricht. Berners Kompositionsweise, so heißt es in einem Lexikonartikel, sei manchmal sehr verwickelt, manchmal von verwegenster Simplizität. Sie schreite von kaustischem Zynismus zur witzigen Parodie, von scheinbarer Lyrik zur verblüffendsten Karikatur, von der harmlosen Narrheit zum beißenden Sarkasmus.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
Doppelkopf: Am Tisch mit Uschi Brüning, „Ella aus Leipzig“

23:03 – 24:00 | Ö1
Das transkontinentale Trickster Orchestra  – Cymin Samawatie & Ketan Bhattis Trickster Orchestra

Die Sängerin und Komponistin Cymin Samawatie betreibt bereits seit 20 Jahren das Quartett Cyminology mit dem Schlagzeuger und ebenfalls Komponisten Ketan Bhatti. Musikalisch verbindet man hier zeitgenössischen Jazz mit persischer Poesie und verschiedenen traditionellen Musiken. Ihrem Wunsch, ihr transkulturelles Verständnis von Musik in ein größeres Format einzubetten, kommen die Beiden mit dem 2013 gegründeten Trickster Orchestra nach. Es handelt sich dabei um eine 23-köpfige Formation, in der Mitglieder der Berliner Philharmoniker ebenso vertreten sind wie Musiker/innen aus China, Japan oder dem Libanon. Die Größe dieses Orchesters spiegelt sich auch in der textlichen Bandbreite des Projekts wider; Cymin Samawatie singt hier neben Farsi auch Texte auf Türkisch, Arabisch und Hebräisch. Der Zeit-Ton unternimmt eine ausführliche Reise durch diesen von Grenzen befreiten musikalischen Kosmos des Trickster Orchestra anhand des 2021 bei ECM erschienenen Debut-Albums.  Gestaltung: Xavier Plus

23:03 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 open: Diskurs: Filmmusik in der Sowjetunion

Raus aus der Soße – Wenn Komponisten Filmmusik einmal richtig ernst nehmen…

Musik für den Film wird gewöhnlich mit der fabrikmäßigen Arbeit in den Tonstudios von Hollywood assoziiert, mit Spezialisten für musikalische Affekte also, während sich etablierte Komponisten nur selten auf diese Art von Gebrauchsmusik einlassen. In der Sowjetunion dagegen haben Berühmtheiten wie Schostakowitsch, Prokofjew, Chatschaturjan oder Schnittke regelmäßig für den Film geschrieben. Es gab ihnen die Möglichkeit zu Experimenten aller Art und diente auch zur finanziellen Absicherung.

Der Dirigent und Filmenthusiast Frank Strobel, derzeit Chef des WDR Funkhausorchesters, hat sich in seiner Arbeit tief in die damaligen Produktionsbedingungen und den musikalischen Kosmos sowjetischer Filmmusik hineingegraben, denn die ganze Vielfalt sowjetischer Filmmusik wurde erst in jüngerer Zeit erkannt und erschlossen, seit russische Archive wieder zugänglich sind und viele Originalpartituren aufgetaucht sind. Im Gespräch: Dirigent und Filmmusikforscher Frank Strobel.

Dmitrij Schostakowitsch: Das neue Babylon, op. 18, Filmmusik | Sergej Prokofjew: Lied von Alexander Newski | Georgi Swiridow: Troika, aus „Schneesturm“ | Alfred Schnittke: Das Lied des Kaufmanns Kalaschnikow, aus „Sport, Sport, Sport“ / Die Gesichter ‒ Die Flüge ‒ Pyramide, aus „Die Glasharmonika“ / Tango, aus „Agonia“ / Rondo, aus dem Concerto grosso Nr. 1 | Dmitrij Schostakowitsch: Galopp, aus „Die Stechfliege“, op. 97

Unter anderem mit: Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin; SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern; Münchner Rundfunkorchester, Leitung: Frank Strobel

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Bühne frei im Studio 2 …

Listening back: Das Matthieu Bordenave Quartet feat. Lee Konitz in einer Aufnahme vom 25.Oktober 2017 mit Lee Konitz (Altsaxofon), Matthieu Bordenave (Tenorsaxofon), Walter Lang (Piano), Henning Sieverts (Bass) und Shinya Fukumori (Schlagzeug). Moderation und Auswahl: Beate Sampson


sa – 05.03.2022


09:05 bis 10:00 | SWR 2
SWR2 Musikstunde: Jazz across the border

Mit Günther Huesmann. Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer „global language“ geworden. „Jazz across the border“ hört auf unterhaltsam-informative Weise hin.

10:05 Uhr | Deutschlandfunk
Klassik-Pop-et cetera: Am Mikrofon: Die Komponistin Unsuk Chin

Ein harter Alltag bestimmte die Kindheit von Unsuk Chin. Ihre Familie hatte wenig Geld, sie musste im Haushalt arbeiten und auf den heißersehnten Klavierunterricht verzichten. Also lernte sie Notenlesen und Klavierspielen autodidaktisch. Geboren wurde Unsuk Chin 1961 in Seoul. An der dortigen Universität bewarb sie sich um ein Kompositionsstudium – und wurde zweimal abgelehnt. Beim dritten Mal klappte es, dann ging es bergauf: Im Jahr 1985 bekam sie ein Stipendium und konnte dadurch in Hamburg bei György Ligeti studieren. Drei Jahre später zog sie nach Berlin, wo sie bis heute wohnt. Unsuk Chin gilt als eine der erfolgreichsten Gegenwartskomponistinnen, ihre Werke sind international begehrt und vielfach ausgezeichnet. Spannungsgeladen und farbenreich klingen ihre Kompositionen, manchmal wie aus einer Märchenwelt. Kein Wunder, versteht sie ihre Musik doch als Abbild ihrer Träume.

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Shalom und Servus – Jüdische Kammerorchester in Deutschland

Nach der Machtübernahme Hitlers entzogen die Nazis jüdischen Musikerinnen und Musikern zunehmend die Auftrittsmöglichkeiten. Nach und nach wurden sie aus staatlichen und privaten Orchestern ausgeschlossen – und gründeten schließlich ihre eigenen Ensembles. So entstand beispielsweise das Jüdische Kammerorchester Hamburg, gegründet 1934 als Notgemeinschaft von Berufsmusikern. Seit seiner Wiederbelebung 2018 erinnert es an vergessene Komponisten und deren Werke – genau wie die Jüdische Kammerphilharmonie Dresden. In Stuttgart versteht sich das Kammerorchester Nigun als Fortsetzung des damaligen jüdischen Kammerorchesters, das 1933 sein letztes Konzert spielen musste, und setzt sich vor allem für junge Musikerinnen und Musiker ein. Eine ganz andere Philosophie dagegen vertritt das Jewish Chamber Orchestra Munich, das sich nach einer Umbenennung sein Jüdisch-Sein in den Namen geschrieben hat. Es möchte jüdische Gegenwartskultur sichtbar machen und nicht nur an die Shoah mahnen. Diese Sendung porträtiert die verschiedenen Kammerorchester in ihrem historischen und gesamtgesellschaftlichen Kontext. Eine Sendung von Sophie Emilie Beha

18:00 bis 19:00 | rbbKultur
Talente und Karrieren: Jean Rondeau – Cembalist, Jazz-Pianist und Komponist

Alte Musik und Jazz: Der französische Cembalist und Pianist Jean Rondeau ist in beiden Welten zuhause. Als Cembalist war er mit gerade 21 Jahren der jüngste Gewinner des Musica Antiqua-Wettbewerbs in Brügge und hat sich seitdem intensiv mit der Musik von Bach beschäftigt. Als Pianist spielt er in verschiedenen Jazz-Formationen mit, außerdem hat er die Filmmusik für den Film „Paula“ komponiert. Jetzt erscheint sein drittes Solo-Album, auf dem er Bachs Goldberg-Variationen auf dem Cembalo neu eingespielt hat.

20:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Week End Fest 2021 (2)

Längst ist das multistilistische Week End Fest aus dem NRW-Festivalherbst nicht mehr wegzudenken. Zum ambitionierten musikalischen Spagat kamen in diesem Jahr noch eine weitere Spielstätte und ein coronabedingter Zusatztermin.

Doch, es geht! Herausragende Bands aus Jazz, Avantpop, Musikkulturen und mehr an einem Wochenende elegant zu kombinieren, Retroklänge und Zukunftsmusik zu versöhnen, Nerds und Neugierige gleichermaßen zu beglücken. Für das Week End Fest nach zehn Ausgabe inzwischen Routine. Neue Herausforderungen kamen durch die Pandemie. Festivalmacher Jan Lankisch reagierte u.a. mit einer Corona-Spezialausgabe aus den Londoner Ashfield Studios. Von dort gibt es ein intimes Studio-Solokonzert der Stereolab-Sängerin Laetitia Sadier zu hören, Valentina Magaletti und Al Wootton präsentieren ihr Projekt Holy Tongue zwischen Dub und psychedelischem Postpunk und die Bassistin Ruth Goller erweckt mit ihrer Band Skylla archaische Bergklänge zu neuem Leben.

Mulato Astatke, der Grandseigneur des Ethio-Jazz, war im Oktober noch von Visa-Problemen vom Auftritt im Week End-Stammsitz, der Stadthalle Köln-Mülheim aufgehalten worden. Umso triumphaler sein Auftritt vor dem jazzhungrigen Poppublikum beim Nachholtermin.

Laetitia Sadier / Skylla / Holy Tongue. Aufnahmen aus den Ashfield Street Studios, London / Mulatu Astatke. Aufnahme aus der Stadthalle Köln-Mülheim

20:00 | hr2-kultur
Die Oper „Brokeback Mountain“ aus Gießen

Moderation: Christiane Hillebrand. Der aus New York stammende Komponist Charles Wuorinen hat das Wagnis unternommen, den Film „Brokeback Mountain“ für das Musiktheater zu adaptieren. Das viel diskutierte Drama aus dem Jahr 2005 handelt von dem Verhältnis zweier Männer in der restriktiven Gesellschaft des ländlichen Amerikas während der frühen sechziger Jahre.

20:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Hörspiel: Hörspiel des Monats Dezember 2021 – Das hässliche Universum

Von Laura Naumann. Regie: Julia Hölscher. Mit Meriam Abbas, Pauline Gloger, Moritz Glove, Anja Herden, Zoe Hutmacher, Ulrich Noethen, David Ali Rashed u.v.a.

Komposition: Tobias Vethake. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021. Länge: 53’21

Die Begründung der Jury: „Unsere Vorstellungskraft ist unsere Waffe“. Rosa weiß, wie man vielsagende Botschaften in öffentlichkeitswirksame Likes verwandelt. In Laura Naumanns Hörspiel ist sie die Heilsbringerin im unübersichtlichen Universum digitaler Kommunikation. Dank ihr bekommt das Leben wieder einen Sinn: für die Mutter dreier Kinder, die sich sehnlichst eine neue Herausforderung wünscht. Für den besorgten Bürger, der in seiner Podcast-Reihe Lebenstipps gibt. Für den verliebten Nachbarn, den komplexe philosophische Fragen quälen und für die Tochter, deren Familie endlich eine gemeinsame Aufgabe eint. Rosa ist Visionärin und Influencerin, die mit ihrer authentischen Art überzeugende Videonachrichten kreiert, um die Welt zu rühren und schlussendlich ganz schön aufzurühren. „Alles muss brennen!“ schallt es aus dem Lautsprecher. Ein Streichorchester setzt ein. So klingt großes Kino für die Ohren. Als Rosa zur flammenden Revolution (oder doch nur zum nächsten Prank?) aufruft, wird der Weltuntergang in poetisch surreale Töne getaucht. „Darf ich stellvertretend dich anzünden? Für 8.000 Jahre Patriarchat? Scherz! Nur ein Scherz!“ heißt es an einer Stelle im Hörspiel, doch am Ende brennt die ganze Welt und das Spektakel wird mittels Livestream in die glühenden Wohnzimmer übertragen. Was bleibt ist ein flirrendes Gefühl der Uneindeutigkeit, die diese dystopische Geschichte durchzieht; steckt darin doch eine riesige Palette an aktuellen Themen – von Selbstoptimierungsfantasien, Sicherheits- und Vorurteilsdebatten bis hin zu Verschwörungstheorien ist alles dabei. Aber heute hängt sowieso alles mit allem zusammen und wer in diesem Hörspielkarussell nach abschließenden Antworten sucht, wird sich heillos darin verfangen.

Eine starke Soundkulisse voll Pathos und Ironie unterteilt die losen Szenenfolgen über den digitalen Alltagswahnsinn in vielschichtige Hör-Räume. Nur der beherzte Einsatz von allerlei Streichinstrumenten hält dem schnellen Wechsel der Themen und Perspektiven einen akustischen Fixpunkt entgegen. Dazwischen wird mit Halleffekten, dramatischen Musikeinlagen, Geräuschsamples und allerlei Getöse gearbeitet. Nicht nur akustisch ist dieses Hörspiel beständig an der Kippe zur Überzeichnung inszeniert und kommt doch immer genau auf den Punkt. „Das hässliche Universum“ ist eine gelungene Hörspielperformance und ein fröhlich beschwingtes Zeitrafferbild aktueller Mediendebatten.

Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main zeichnet jeden Monat ein Hörspiel aus den Produktionen der ARD-Anstalten aus. Die Entscheidung über das HÖRSPIEL DES MONATS trifft eine Jury, die jeweils für ein Jahr unter der Schirmherrschaft einer ARD-Anstalt arbeitet. Am Ende des Jahres wählt die Jury aus den 12 Hörspielen des Monats das HÖRSPIEL DES JAHRES.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazztime: Spirit of Bebop – Erinnerungen an den Pianisten und Jazzpädagogen Barry Harris

Von Henry Altmann. Zum Star ist er nicht geworden, aber zur Legende: Barry Doyle Harris, am 9. Dezember 2021 im Alter von 91 Jahren an den Folgen von Covid-19 verstorben. Der Pianist hat alle Jazzstile „livehaftig“ erlebt, mit so ziemlich jedem „Heavyweight“ irgendwann, irgendwo oder auf irgendeinem Album gespielt. Vor allem aber hat er Jazz nicht für sich behalten, sondern anderen gegeben, nicht an Hochschulen, sondern als „Ein-Mann-Akademie des Bop“ in allen Menschen zugänglichen Clinics und Workshops, zuletzt per Video. Zur Trauerfeier erschienen Hunderte, die ihren „Doc of Bop“ mit einer Jam Session verabschiedeten.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Matthias Krügers überbordende Ensemblemusik

Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal – „Le vide à perdre“ – Ensemble ascolta / „Sweep over me them dusty bristles“ – Ensemble Inverspace. Aufnahmen von 2019 und 2020

Am Mikrofon: Ingo Dorfmüller. Eine Nacht im legendären Club „Vida Pera” auf einer Istanbuler Dachterrasse, 2015, ein Jahr vor dem Militärputsch. Ein Fragment aus Gustav Mahlers 4. Sinfonie, eine Kindheitserinnerung. Nietzsches „Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik”. Herders Überlegungen zum Primat des Gehörsinns und Schillers „Ästhetische Erziehung des Menschengeschlechts”. Dazu Songs von U2 und Moby und die Propheten der Beat Generation Allen Ginsberg und Jack Kerouac. Diese Auswahl der Materialien, derer sich Matthias Krüger in seinen Kompositionen bedient, ist strikt subjektiv und alles andere als zufällig. Es ist der Versuch, eine immer komplexer geschichtete Wirklichkeit mit musikalischen Mitteln zu durchdringen: ihre Subtexte und Traditionsbezüge offenzulegen, ohne sich in ihnen zu verlieren. Dazu dient ein technisch raffinierter Aufbau, bei dem Stimmen und analoge Instrumente, digitale und elektroakustische Klangerzeuger und Live-Elektronik interagieren. Der analytischen Präzision wirkt aber immer eine dionysische Entfesselung entgegen, die auch die Grenzüberschreitung ins Theatrale sucht. All dies findet sich auf der neuen Porträt-CD der Edition zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats, deren Ensemblewerke jüngst im Deutschlandfunk Kammermusiksaal entstanden.

23:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Daniel Hensel – Claustrophobia, op. 37 Autorenproduktion 2022 36 Min. | Radiopremiere

Moderation: Stefan Fricke. Der Komponist und Musikwissenschaftler Daniel Hensel (*1978) lebt mit seiner Familie in der Kleinstadt Büdingen (Wetterau). Im Pandemiejahr 2020 realisierte er hier im Rahmen vom Kulturpaket II: „Perspektiven öffnen, Vielfalt sichern“, zugeteilt von der Hessischen Kulturstiftung, das Hörstück Claustrophobia.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Late Night Jazz: Labelportrait: „WE JAZZ“ aus Finnland

Finnland steht für lange dunkle Winter und helle Sommernächte, schräge Sportarten wie Handyweitwurf, mehr Saunas als Einwohner und endlose schnurgerade Straßen durch einsame Nadelwälder. Momentan steht Finnland aber auch für eine besonders frische, aufregende und ungewöhnliche Jazzszene, die sich langsam aber stetig auch international einen Namen macht. „We Jazz“ heißt ein 2016 gegründetes finnisches Label, dass diese junge und genreüberschreitende Musik sammelt und veröffentlicht – im Netz, auf Vinyl oder sogar auf Musikkassette. Elise Landschek hat in Helsinki Labelchef Matti Nives getroffen.

23.03 | WDR 3
Studio Elektronische Musik: Gottfried Michael Koenig – ein Memorial

Am 30. Dezember 2021 starb Gottfried Michael Koenig – ein bedeutender Komponist, Theoretiker und Experimentator der Elektronischen Musik. Er arbeitete im „Studio für Elektronische Musik“ des WDR von 1954-1964 und niemand kannte das Studio dieser Zeit so gut wie er. Sowohl als Komponist als auch als Assistent von Karlheinz Stockhausen, Henri Pousseur, György Ligeti und Franco Evangelisti hat er mit verwegenen Schaltungen experimentiert und die elektronischen Apparate an ihre Grenzen geführt. Mit dem Wechsel nach Utrecht, wo er 22 Jahre das „Institut für Sonologie“ leitete, geriet die automatisierte Spannungssteuerung und schließlich der Computer stärker ins Blickfeld. In zahlreichen Gesprächen und alten Rundfunksendungen gibt Gottfried Michael Koenig Einblick in die Produktionsverfahren, die seinen Werken Klangfiguren, Terminus, seinen Computerprogrammen Projekt 1 und Projekt 2 sowie Stockhausens Kontakten und Ligetis Artikulation zugrunde liegen.

Gottfried Michael Koenig: Klangfiguren II, elektronische Komposition | György Ligeti: Artikulation, elektronische Komposition | Gottfried Michael Koenig: Terminus I, elektronische Komposition

23:03:00 | Ö1
Die Ö1 Jazznacht: Florian Bramböck im Gespräch, Shauli Einav Quintet 2021 in Leibnitz

In einigen szeneprägenden österreichischen Bands hat der Tiroler Saxofonist Florian Bramböck tragende Rollen gespielt: als Teil der zweiten und dritten Besetzung des Vienna Art Orchestra, einige Jahre auch bei Gansch & Roses -und als ein Viertel von Saxofour, dem österreichischen All-Star-Saxofon-Quartett, das seit drei Jahrzehnten seine Fans erfreut.

Daneben hat Florian Bramböck als Komponist ein umfangreiches Ouvre für unterschiedlichste Besetzungen geschaffen, von (Jazz-)Bigbands über Streicher, Blech-und Holzblasensembles bis zu (klassischem) Orchester und Chor. Am 4. Februar 2022 ließ Johann Kneihs im Rahmen der Jazztime im Wiener KlangTheater beide zu Wort kommen: Der Jazzmusiker Florian Bramböck spielte live -und sein Alter Ego, der Komponist, wurde mit Aufnahmen ausgewählter Werke vorgestellt.

Im Anschluss an die Ausstrahlung dieses Gesprächs präsentiert Katharina Osztovics das Konzert des Shauli Einav Quintet, das am 2. Oktober 2021 beim Jazzfestival Leibnitz zu Gast war. Tenorsaxofonist Shauli Einav, Posaunist Yonathan Voltzok, Gitarrist Eran Har Even, Pianist Yoni Zelnik sowie Noam Israeli am Schlagzeug entfesselten im Hugo-Wolf-Saal des Kulturzentrums Leibnitz die ausdrucksstarke Musik des Albums „Animi“, das Einav im Kreise seiner Musikerfreunde als Saxofonisten und Komponisten mit frischen Ideen zeigt.

Weiters steht die Jazznacht augenzwinkernd -und entsprechend dem Monat März, auf Englisch „March“ -im Zeichen der Marschmusik. Art Blakey, Scott Joplin, Bob Mintzer und Quincy Jones präsentieren die durchaus abwechslungsreichen Facetten dieses Genres im Jazz.


so – 06.03.2022


00:05:00 | Ö1
(Fortsetzung) Florian Bramböck im Gespräch, Shauli Einav Quintet 2021 in Leibnitz

In einigen szeneprägenden österreichischen Bands hat der Tiroler Saxofonist Florian Bramböck tragende Rollen gespielt: als Teil der zweiten und dritten Besetzung des Vienna Art Orchestra, einige Jahre auch bei Gansch & Roses -und als ein Viertel von Saxofour, dem österreichischen All-Star-Saxofon-Quartett, das seit drei Jahrzehnten seine Fans erfreut.

Daneben hat Florian Bramböck als Komponist ein umfangreiches Ouvre für unterschiedlichste Besetzungen geschaffen, von (Jazz-)Bigbands über Streicher, Blech-und Holzblasensembles bis zu (klassischem) Orchester und Chor. Am 4. Februar 2022 ließ Johann Kneihs im Rahmen der Jazztime im Wiener KlangTheater beide zu Wort kommen: Der Jazzmusiker Florian Bramböck spielte live -und sein Alter Ego, der Komponist, wurde mit Aufnahmen ausgewählter Werke vorgestellt.

Im Anschluss an die Ausstrahlung dieses Gesprächs präsentiert Katharina Osztovics das Konzert des Shauli Einav Quintet, das am 2. Oktober 2021 beim Jazzfestival Leibnitz zu Gast war. Tenorsaxofonist Shauli Einav, Posaunist Yonathan Voltzok, Gitarrist Eran Har Even, Pianist Yoni Zelnik sowie Noam Israeli am Schlagzeug entfesselten im Hugo-Wolf-Saal des Kulturzentrums Leibnitz die ausdrucksstarke Musik des Albums „Animi“, das Einav im Kreise seiner Musikerfreunde als Saxofonisten und Komponisten mit frischen Ideen zeigt.

Weiters steht die Jazznacht augenzwinkernd -und entsprechend dem Monat März, auf Englisch „March“ -im Zeichen der Marschmusik. Art Blakey, Scott Joplin, Bob Mintzer und Quincy Jones präsentieren die durchaus abwechslungsreichen Facetten dieses Genres im Jazz.

15:05 Uhr  | Deutschlandfunk Kultur
Interpretationen: Musikalische Monolithen – Die Klaviersonaten von Galina Ustwolskaja

Gast: Markus Hinterhäuser, Pianist und Intendant der Salzburger Festspiele. Moderation: Margarete Zander. (Wdh. v. 26.01.2020)

15:05 bis 16:00 | SWR 2
SWR2 Zur Person: Der Gitarrist Pat Metheny (2/2)

Von Günther Huesmann. Seine Musik scheint geradezu überquellen zu wollen von üppigen Melodien. Seit mehr als 40 Jahren zählt Pat Metheny zu den wandlungsreichsten Gitarristen des Jazz – und zu seinen populärsten. 20 Grammys sprechen eine beredte Sprache, der 67-Jährige scheint ewig jung zu sein. In der zweiten Metheny-Folge von „SWR2 Zur Person“ erzählt der Gitarrist, wie ihn ein Jazzmusiker aus Baden-Württemberg, der Bassist Eberhard Weber, inspiriert hat. Und Metheny verrät uns seine „Tricks“, mit denen er sich für seine umjubelten Gigs aufwärmt.

17:10:00 | Ö1
Eine klingende Reise durch Afghanistans vielfältige Musiklandschaften innerhalb und außerhalb der  Landesgrenzen

Ahmad Zahir wird auch „Afghanistans Nachtigall“ genannt. Er gilt nicht nur als bester Sänger Afghanistans, der wesentlich zu einer distinktiv afghanischen Musik beigetragen hat, sondern ist auch eine wichtige Ikone des Friedens in Afghanistan. An seinem 33. Geburtstag im Jahr 1979 wurde er durch einen Autounfall getötet. In den 1990er-Jahren zerstörten die Taliban sein Grab, das von Zahirs Fans wieder aufgebaut wurde.

Zahir nimmt in der Musikgeschichte Afghanistans eine zentrale Rolle ein. Er ist aber lange nicht ihr einzige Star. Der 1947 in Kabul geborenen Sängerin Farida Mahwash etwa gebührt -als einzige Frau der Ehrentitel „Ustad“ („Meister“). Sie ist 1990 in die USA geflüchtet und lebt -wie so viele Afghaninnen und Afghanen -seither im Exil.

Schon lange findet ein großer Teil des afghanischen Musiklebens außerhalb des Landes statt. Nachdem die Taliban zunächst 1996 und vergangenen Sommer nun zum zweiten Mal ein Musikverbot erlassen haben, wird sich das auch nicht so bald ändern. Umso pulsierender ist die Szene in der afghanischen Diaspora!

Die für Frauenrechte einstehende Popdiva Aryana Sayeed, der Hazara-Sänger und Dichter Dawood Sarkosh sowie der vielfach preisgekrönte Paschtune Farhad Darya sind nur einige jener, die weltweit inner-und außerhalb der afghanischen Community hohe Anerkennung finden.

19:33 bis 20:00 | SWR 2
SWR2 Jazz: Alle Schattierungen von Blau – Der Gitarrist Steve Cardenas

Von Ssirus W. Pakzad. Steve Cardenas zählt zu den Lyrikern unter den Jazz-Gitarristen. Der Amerikaner gilt als ein Spieler, der trotz aller Fertigkeiten eher einen Ton auslässt, als dass er einen zu viel spielt. Sein musikalischer Instinkt, seine Geschmackssicherheit und seine Anpassungsfähigkeit machen den 63-jährigen Wahl-New Yorker für viele Bandleader attraktiv. Steve Cardenas ist auf über hundert Alben zu hören. Gelegentlich bringt er eigene Werke heraus – auf seinem jüngsten, „Blue Has a Range“, übersetzt er alle erdenklichen Schattierungen der Farbe Blau in Musik.

19:34:00 | Ö1
Tobias Faulhammer und Max Tschida im Wiener Funkhaus

Gitarrist Tobias Faulhammer und Pianist Max Tschida arbeiten schon seit vielen Jahren in unterschiedlichen Konstellationen zusammen. Nun haben die beiden in der Wiener Szene amtsbekannten Musiker erstmalig ein Duoprogramm erarbeitet, das im Frühjahr 2022 auch auf Tonträger erscheinen wird.

Ausgangspunkte des musikalischen Dialogs sind einerseits das legendäre, 1962 aufgenommene „Undercurrent“-Album von Jim Hall und Bill Evans, andererseits die kraftvollen Duoaufnahmen, die Pianist Chick Corea u. a. mit Gitarrist Al Di Meola gemacht hat. Komplexe Harmonien treffen auf rasante Unisono-Linien und kontrastreiche musikalische Spannungsbögen voll Dynamik.

20:05 bis 21:00 | Deutschlandfunk
Freistil: Stille – Eine Erzählung von Nichts

Von Bettina Mittelstraß und Jascha Dormann. Regie: die Autoren. Produktion: SRF 2019

Was ist Stille? Hat Stille einen Klang? Hat sie Sounds von Etwas? Oder Sounds von Nichts? Wie lässt sich von Stille erzählen? Wie fühlt sie sich an? Wer sucht sie? Und warum? Es ist nicht einfach, Stille zu hören. Auch, weil es nicht einfach ist, an nichts zu denken. Dabei ist es klar: Stille gibt uns, bei all ihrer Einfachheit, viel zu hören – und zu grübeln. Wir müssen einfach nur zuhören. Die Autorin Bettina Mittelstraß und der Sounddesigner Jascha Dormann schufen aus Klang-Material der Ausstellung „Sounds of Silence“ des Museums für Kommunikation in Bern ihren eigenen Hörspaziergang. Eine Ansammlung von Stimmen, Ereignissen, Geschichten – Klangkunst, musikalische Einlagen, Wortfetzen. Ein Feature über die Schönheit und den Schrecken einer Sehnsucht mitten im Lärm.

20:55:00 | Ö1
Ö1 Kunstsonntag: Milestones: Eddie „Lockjaw“ Davis: „The Cookbook Sessions“ (1958)

Neben der Idee der „Komposition“ gibt es noch zahlreiche weitere Analogien zwischen Musik und Kochkunst. So war etwa der Begriff „Cooking“ bereits in den 1920er Jahren eine populäre Metapher im Jazz für schweißtreibendes Zusammenspiel vor einem begeisterten Publikum. Ab Mitte der 50er Jahre begann dann die eigentliche Blüte der kulinarischen Bilder im Jazz. Da stand „Cooking“ nun vor allem für den unwiderstehlichen Groove in Hardbop und Soul-Jazz. Einen gewichtigen Beitrag dazu leistete auch die Hammond-Orgel, in deren Bauch es spätestens seit ihrem Siegeszug durch Jimmy Smith immer wieder regelrecht kocht, dampft, brutzelt oder schmort.

In diesem Geist haben 1958 auch Tenorsaxofonist Eddie „Lockjaw“ Davis und Organistin Shirley Scott dreimal im Studio zusammengefunden und gemeinsam mit Bassist George Duvivier, Schlagzeuger Arthur Edgehill sowie Saxofonist und Flötist Jerome Richardson schmackhafte Musik geschaffen, die als „The Cookbook Sessions“ in die Jazzgeschichte eingegangen ist und auf fünf Alben beim Label Prestige veröffentlicht wurde. Am 2. März 2022 jährte sich Eddie „Lockjaw“ Davis’ Geburtstag zum 100. Mal. Die Milestones erinnern an ihn mit einigen feinen Gerichten aus seinen Kochbüchern.

22:08 – 23:00 | Ö1
Die 100. Ausgabe von freiStil: Musik und Umgebung – freiStil-Herausgeber Andreas Fellinger präsentiert seine Musikauswahl.

Als eine der letzten noch verbliebenen österreichischen Print-Musikzeitschriften reflektiert freiStil das Musikleben in Porträts von markanten Personen, Schauplätzen, Labels und Institutionen sowie in Rezensionen von Konzerten/Festivals und Tonträgern, fallweise auch Büchern.

Als Magazin für Musik und Umgebung, wie der Untertitel sagt, geht freiStil seit seiner Gründung im Jahr 2005 auch auf alle jene Themen ein, die das Produktionsfeld Musik prägen: die Historie, der Film, die Plattformen, die Lokalitäten, die Gruppierungen der Gesellschaft, die Musik tragen.

Im Zentrum der Berichterstattung steht avancierte Musik aller Genres, vorwiegend der Improvisation. Und aus der feministischen Serie von Musikerinnen-Porträts entstehen auch CD-Compilations unter dem Titel „DAMN! freiStil-Samplerin“. Soeben ist, anlässlich der 100. freiStil-Ausgabe, die 6. „Samplerin“ erschienen.

Andreas Fellinger, Herausgeber und Verleger, gibt sich nicht der Illusion hin, dass seine Zeitschrift alle Wünsche an eine Musikzeitschrift abdeckt. Das erste Exemplar begann mit einem Zitat von Antonio Gramsci: „Eine Zeitschrift kann, ebenso wie eine Zeitung oder ein Buch oder jedes andere didaktische Ausdrucksmittel, das im Vorhinein auf eine bestimmte Zielgruppe von Lesern, Zuhörern usw. ausgerichtet ist, nicht alle im gleichen Maße befriedigen, nicht für alle im gleichen Maße nützlich sein usw.: es kommt darauf an, dass sie auf alle anregend wirkt, denn keine Publikation kann das denkende  Hirn ersetzen oder dort intellektuelle oder wissenschaftliche Interessen aus dem Boden stampfen, wo allein Interesse an Kaffeehausklatsch vorhanden ist.“

Die Musik zwischen den Gesprächen stammt aus den DAMN!-Compilations. Gestaltung: Irene Suchy

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Late Night Jazz: Das Omniversal Earkestra unterwegs – Berlin-Bamako: Wie eine Berliner Bigband den Groovejazz in Mali findet

Es könnte eine Variation des Columbus-Erlebnisses sein: Nach Afrika suchen und Amerika finden!2019 fuhr das Berliner Omniversal Earkestra nach Mali, um dort nach den Ursprüngen des groovigen AfroJazz der 1970er-Jahre zu suchen – und fand: Cuba und USA! Die Berliner brachten reiche Schätze mit, viel Erfahrung und eine mit den Stars einer einst blühenden Jazzszene vor Ort aufgenommene CD.

23.03 | WDR 3
Studio Neue Musik: Verschattungen

Umbrations („Verschattungen“) nennt Brian Ferneyhough seinen Zyklus, der über 15 Jahre hinweg kontinuierlich gewachsen ist. Fluchtpunkt des Werkes ist die hochoriginelle Musik des Renaissance-Komponisten Christopher Tye, die Ferneyhough behutsam „verbessert“ und in seiner Sprache fortschreibt. Stärker denn je bezieht sich der Meister der Complexity bei dieser Werkreihe, die er mit einigem Understatement als „Ansammlung kleiner Werke“ verniedlicht, auf fremde Musik: Auf Vorlagen des Renaissance-Komponisten Tye. Und damit auf einen frühen Pionier der Kammermusik. Die Besetzung changiert fast stufenlos zwischen Solo und Duodezett, erinnert somit an die Idee des „Broken Consort“, an Kammermusik in gemischter Besetzung.

Ferneyhough schreibt die hochoriginellen Stücke von Tye, die er als „technisch konzise und überraschend lebendig“ charakterisiert, in seiner eigenen Sprache fort. Er vermeidet dabei jedoch das, was er als „Parasitismus“ bezeichnet. Statt die Vorlagen durch einen „allzu wörtlichen variativen Gebrauch“ auszusaugen, setzt er „auf ein zaghaftes und zerbrechliches ‚Zusammenleben’„.

Brian Ferneyhough: Umbrations, Zyklus nach Christopher Tye für Streichquartett und Ensemble; Arditti String Quartet; Ensemble Modern, Leitung: Brad Lubman

 

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radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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